Dresdner Rede: Frank Richter

Ich habe am Sonntag die erste Dresdner Rede 2012 im Schauspielhaus besucht. Eigentlich wollte ich darüber einen langen Artikel schreiben. Die Zeit reicht aber nicht. Jetzt schreibe ich einfach nur: Bitte! Unbedingt! Lesen!


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7 Responses to Dresdner Rede: Frank Richter

  1. Antifa sagt:

    Ich habe sie gelesen und war von der Banalität seiner Rede regelrecht erschrocken. Wo genau ist denn da der Erkenntnisgewinn?

    • stefanolix sagt:

      Es kommt doch darauf an, wer sich von der Rede angesprochen fühlt. Wenn Du keinen Erkenntnisgewinn hattest, kann das natürlich daran liegen, dass Du Dich schon auf einer sehr hohen Stufe der Erkenntnis befindest ;-)

  2. Frank sagt:

    Naja, viel Neues vermittelt er tatsächlich nicht. Herr Richter hat noch einmal einige Pro- und Kontra- Argumente bezüglich unseres seit Jahren ungeklärten Diskussionsthemas „Darf man blockieren?“ aufgelistet. Er hat gesagt, dass man auch einmal Kompromissbereit sein muss (ohne zu sagen, zu welchen Kompromissen). Er hat gesagt: „was hat die Moderation der AG bis heute an Ergebnissen gebracht? Was ich Ihnen dazu sagen kann, klingt wenig“. Und er hat die interessante (aber aus meiner Sicht übertriebene) Frage gestellt: „Gehört Dresden auf die Couch?“

    Und er sagt (und das sehe ich genau so): „Kein Mensch wird als Nazi geboren. Auch ein Rechtsextremist (…) ist ein Grundrechtsträger und unser Mitmensch“. Was er auch dazu nicht sagt ist, wie man denn Rechte wieder zu „normalen“ Menschen machen könnte? Eigentlich würde ich genau zu solchen Themen aber ausgerechnet vom Direktor der Landeszentrale für politische Bildung etwas Konkreteres erwarten.

    • stefanolix sagt:

      Ich denke, dass die Perspektive der Gegenstand einer späteren Rede sein kann. Linksextremisten und Rechtsextremisten, die glaubhaft aussteigen, müssen nach einer Karenzzeit auch die Chance auf politische Betätigung in demokratischen Parteien haben. Sicher wird man solchen Aussteigern besonders auf die Finger schauen müssen. Aber wenn die Strafen verbüßt sind oder wenn die Bewährungszeit erfolgreich »bestanden« wurde, müssen diese Menschen eine zweite Chance bekommen.


      Es ist schon eine große Leistung, dass die Moderation dieser Arbeitsgruppe funktioniert hat. Die Kompromisse hat er meiner Meinung nach überzeugend dargestellt; im Vergleich zu den Vorjahren wurde wirklich viel erreicht.

  3. stefanolix sagt:

    Für mich hat die Rede im Kontext gewirkt:

    (a) im Kontext der Person Frank Richter, den ich am 08.10.1989 selbst dabei sah, wie er auf die Polizisten des DDR-Regimes zuging. Ab diesem Zeitpunkt begann der erste Dialog der Demonstranten mit der Staatsmacht der DDR. Am nächsten Tag (am 09.10.1989) blieben die Montagsdemonstranten in Leipzig verschont. Sie konnten sich bei den Verhandlungen auch auf den Vorabend in Dresden berufen.

    (b) im Kontext mit der Moderation der Arbeitsgruppe aus lauter in sich zerstrittenen politischen und gesellschaftlichen Kräften. Es scheint, dass endlich alle Demokraten hinter einer Sache stehen.


    Dieses Ergebnis kann man für selbstverständlich halten. In Dresden ist eine solche Einigung aber nicht selbstverständlich. Ich kann nur vermuten, warum er den Moderationsprozess so ausführlich dargestellt hat: Er wollte das Ergebnis noch ein Stück sicherer machen.

    Nur in der Einigkeit der demokratischen Kräfte besteht überhaupt die Chance, dass eine Neuauflage der Ausschreitungen vom 19.02.2011 verhindert wird. Seit der Einigung der AG 13. Februar ist klar: Die Zivilgesellschaft und alle demokratischen Gruppen Dresdens lehnen jede Art der rechtsextremen Propaganda ab. Sie lehnen aber auch Gewaltausbrüche und Angriffe auf die Polizei unter dem Vorwand des »Antifaschismus« ab.

  4. Ich habe die Rede gelesen und bin Teilnehmer der von Frank Richter moderierten Runden. Hätte mir vor einem Jahr mal jemand gesagt, dass wir in einer solchen Runde über einen längeren Zeitraum zusammensitzen und tatsächlich nicht das Trennende (beim Thema Blockaden wird es niemals eine Einigung geben) betonen und zelebrieren, sondern das, was uns verbindet suchen – ich hätte denjenigen für völlig bekloppt gehalten. Jetzt aber erlebe ich, dass wir dank Herrn Richters sehr kluger Moderation sehr ernsthaft und konstruktiv miteinander diskutieren, und mehr und mehr Respekt und Verständnis füreinander finden.
    Wir können uns anschließend bei Themen wie der Königsbrücker Straße gerne wieder gegenseitig die Köpfe einschlagen, aber das Thema 13. Februar ist für parteipolitische Spielchen nicht geeignet. Und das haben dank Frank Richters Arbeit auch alle inzwischen kapiert.

  5. […] 43. Presseclub-Dresden (Dresden/3523) 44. Epenis (Leipzig/3555) 45. playboi blog (Dresden/3592) 46. stefanolix (Dresden/3596) 47. Großes Netz (Leipzig/3618) 48. Thomas Schneider (Breitenbrunn/3708) 49. […]

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