Schreckensmeldungen

SPON macht gerade mit der Schreckensmeldung des Tages Furore:

+++ EILMELDUNG +++
Hilfen für Schlecker-Mitarbeiter endgültig gescheitert

Vielleicht darf man mal ganz vorsichtig daran erinnern, dass die Hilfe unseres Sozialstaats für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch ohne Transfergesellschaft im weltweiten Maßstab vorbildlich ist. Es ist überhaupt nichts gescheitert, nur weil es nach aktuellem Informationsstand keine Transfergesellschaft geben wird.

Die Transfergesellschaft wäre auch ungerecht – gegenüber all den Mitarbeitern aus kleinen und mittleren Unternehmen, die im März ihre Arbeit verloren haben und ab 1. April Arbeit suchen. Alle haben die gleichen Beiträge zur Arbeitslosenversicherung geleistet und alle haben ihre Lohnsteuern gezahlt. Warum soll der Staat eine Gruppe willkürlich stark bevorzugen und mit vielen Millionen Euro abfedern? Was ist denn mit den anderen?

Natürlich ist es ein Schock, wenn eine große Handelskette viele Menschen entlassen muss. Aber alle diese Menschen werden weder ihre Krankenversicherung verlieren noch in ihrer Existenz gefährdet sein. Es gibt vielfältige gesetzlich verankerte Instrumente zur Umschulung in andere Berufe oder zur Vermittlung. Viele Unternehmen suchen Fachkräfte.

Es werden auch reguläre Existenzgründungshilfen bei der Übernahme von Filialen durch erfahrene Filialleiterinnen oder Verkäuferinnen angeboten. Wo ein Bedarf für eine Schlecker-Filiale war, muss es doch normalerweise auch einen Bedarf für ein ähnlich gelagertes Geschäft geben.

Die Schreckensmeldung »Hilfen für Schlecker-Mitarbeiter endgültig gescheitert« ist jedenfalls Unsinn. Die gesetzlich festgelegten Hilfen für alle im März arbeitslos gewordenen Menschen beginnen am Montag — so ist es sozial gerecht.


Advertisements

26 Responses to Schreckensmeldungen

  1. Christiane sagt:

    Ich sehe das ähnlich. Ich durfte vorm Studium mal bei Schlecker hinter die Kulissen schauen. Das war 1994, und es schockierte mich damals schon. Staatliche Hilfen in Form einer Tarnsfergesellschaft sind einfach nicht der richtige Weg.
    Dennoch kam kurz nach dieser Meldung im Radio die über den europäischen Rettungsfonds… und diese Zahlen machen mich einfach sprachlos.

    • stefanolix sagt:

      Mich auch. Ich habe manchmal das Gefühl, dass uns der Aufwand für die Stabilisierung des Euro über den Kopf wächst. Allerdings kann man (meiner Meinung nach) beides nicht miteinander vergleichen. Das Währungssystem ist nicht vergleichbar mit einem in Konkurs gehenden Privatunternehmen.

  2. stefanolix sagt:

    Nach den abendlichen Meldungen über das große parteipolitische Ausschlachten noch eine Bemerkung: Mein Artikel hat nichts mit Parteipolitik zu tun. Ich bin in dieser Sache außerhalb der Standpunkte aller Parteien.

    Ich finde es falsch, sich mit einer trügerischen Transfergesellschaft zu profilieren, wie Rot/Grün in Baden-Württemberg es versucht haben. Ich fand auch den Auftritt Gerhard Schröders damals beim Baukonzern Holzmann nur peinlich — und später auch die Auftritte von Politikern bei Quelle. Letztlich hat es den Mitarbeitern bei Holzmann und Quelle gar nichts geholfen.

    Ich finde es aber genauso falsch, sich mit der Ablehnung einer Transfergesellschaft parteipolitisch zu profilieren. Es ist eine schmerzhafte, aber notwendige Entscheidung:

    Die Haftung der Bundesländer für eine Transfergesellschaft wäre ökonomisch falsch und sozial ungerecht gewesen. Die Kosten für eine solche Gesellschaft hätten die Staatsverschuldung erhöht. Die Bundesagentur für Arbeit hat alle Instrumente für die Vermittlung der Arbeitslosen. Das sind die wichtigsten Argumente — abseits jeder Parteipolitik.

  3. Antifa sagt:

    Die Haftung der Bundesländer für eine Transfergesellschaft wäre ökonomisch falsch… […] Die Kosten für eine solche Gesellschaft hätten die Staatsverschuldung erhöht.

    Das weißt Du doch gar nicht. Vielleicht hätte eine Transfergesellschaft auch das Unternehmen gerettet, siehe Karstadt. Unabhängig davon ob ich das jetzt sinnvoll finde oder nicht.

    • stefanolix sagt:

      Bei der Rettung von Karstadt wurde das Instrument Transfergesellschaft nicht eingesetzt. Der Fall Karstadt lag wirtschaftlich ganz anders als der Fall Schlecker. Karstadt war zwar in wirtschaftliche Schieflage geraten, aber es war trotzdem noch ein wertvolles Unternehmen. Es gab mehrere Investorengruppen, die Karstadt vollständig oder teilweise weiterführen wollten und sich darum gerissen haben …

      Auch eine Transfergesellschaft »rettet« Schlecker übrigens nicht. Die Beschäftigten in der Transfergesellschaft arbeiten nicht mehr für Schlecker.

  4. Frank sagt:

    Ich hätte auch zunächst gesagt, dass so eine Transfergesellschaft überflüssig ist – aber ganz so einfach ist es auch nicht, wenn man den Sinn einer solchen ansieht:

    „Welchen Sinn und Zweck erfüllt eigentlich eine Transfergesellschaft? Um diese Frage zu beantworten, muss man sich zunächst verdeutlichen, dass die insolvente Unternehmensgruppe Schlecker sich de facto in der Abwicklung befindet und es dem Insolvenzverwalter, den restlichen Mitarbeitern, den Lieferanten und Gläubigern vor allem darum geht, überlebensfähige Teile aus dem Unternehmen herauszulösen, um sie unter neuer Leitung und unter einem neuen Besitzer selbstragend fortzuführen. (…)“

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=12729

    • stefanolix sagt:

      Aber wie verträgt sich das mit den beiden Prinzipien der sozialen Gerechtigkeit und der Unparteilichkeit des Staates?

      Zur sozialen Gerechtigkeit: Es würden alle Arbeitslose benachteiligt, die nicht bei Schlecker gearbeitet haben. Jeder Arbeitslose sollte gemäß Recht und Gesetz die selbe Förderung der Bundesagentur bekommen.

      Zur Unparteilichkeit des Staates: Es wäre Wettbewerbsverzerrung und eine Benachteiligung der anderen Unternehmen am Markt, wenn man Schlecker mit Millionenhilfen entlasten würde. Entweder das Unternehmen ist noch lebensfähig — dann braucht es keine Bürgschaft. Oder das Unternehmen ist nicht mehr lebensfähig — dann ist die Bürgschaft herausgeworfenes Geld.

      Die »Nachdenkseiten« stehen für immer stärkere Eingriffe des Staates in die Wirtschaft, für eine immer höhere Staatsquote und gegen die Prinzipien der Marktwirtschaft.

      • Frank sagt:

        Es geht ja in dem Fall aber nicht um andere Arbeitslose, die benachteiligt werden, sondern um noch Arbeitende, die in einer Filiale arbeiten, welche vielleicht überlebensfähig wäre. Das wäre doch sinnvoll! Eine Wettbewerbsverzerrung sehe ich da auch nicht, denn es geht um Filialen, die schon seit Jahren mit der Konkurrenz in der Nähe existierten und nun genauso weiter existieren könnten.

        Der Staat soll ja unparteiisch sein, aber nicht unsozial. Es gab mal eine Zeit, da hat man sehr betont, dass hier soziale Marktwirtschaft herrsche. Und so falsch finde ich den Ansatz nicht. Außerdem würde man Staatsausgaben in Form von Arbeitslosengeld sparen, wenn Arbeitsplätze erhalten bleiben könnten.

        Ja, die Nachdenkseiten sind tendenziell eher gegen Marktliberalismus. Finde ich okay so, denn man muss nicht alles dem freien Markt überlassen. Das wird ja außerdem ohnehin kaum noch getan, wenn man sich mal alle unsere Subventionen ansieht. Global Foundries soll übrigens auch mal wieder 3,6 Mill erhalten (ich bilde mir zumindest ein, heute so etwas gelesen zu haben). Aber das ist auch schon wieder ein anderes Thema.

      • Frank sagt:

        Korrektur: 3,5 Millonen sind es nur http://goo.gl/yN1La

      • stefanolix sagt:

        Ich bin selbstverständlich gegen einen unkontrollierten, regellosen Markt.

        Aber es ist doch gerade der Inbegriff einer sozialen Marktwirtschaft, dass alle neuen Arbeitslosen in dem gleichen Sicherungsnetz aufgefangen werden. Wenn es wirklich eine soziale Marktwirtschaft sein soll, müssen (a) alle gleich behandelt werden und (b) die Prinzipien des Marktes bestehen bleiben.

        Im letzten erfassten Monat wurden etwa 620.000 Menschen arbeitslos und etwa 700.000 Menschen haben die Arbeitslosigkeit verlassen. Ich sehe nicht ein, wie man es den mehr als 600.000 anderen arbeitslos gewordenen Menschen erklären sollte, dass 11.000 einen besonderen Bonus bekommen.

        Selbstverständlich ist es eine Wettbewerbsverzerrung, wenn eine Drogeriekette eine Millionenbürgschaft bekommt und andere Drogerieketten nicht. Im Fall Schlecker würde damit ein Unternehmen künstlich gestützt, das bei den Kunden offensichtlich nicht wirklich ankommt.

        Und wenn Du auf die Halbleiter-Industrie anspielst: Dort geht es um Erhaltungs- oder Erweiterungsinvestitionen, die weltweit an jedem anderen Standort auch gefördert werden. Da geht es um den weltweiten Technologie-Wettbewerb. Die Subventionen für Infineon oder GlobalFoundries mögen nach der reinen Lehre auch umstritten sein, aber diese Maßnahmen lassen wenigstens einen Sinn erkennen. Da kommt viel mehr zurück, als man hineinsteckt.

        Dagegen ist es volkswirtschaftlich eher weniger sinnvoll, einen wankenden Drogerie-Discounter zu stützen.

      • Rayson sagt:

        Es geht ja in dem Fall aber nicht um andere Arbeitslose, die benachteiligt werden, sondern um noch Arbeitende, die in einer Filiale arbeiten, welche vielleicht überlebensfähig wäre.

        Nein, um die geht es nicht. Keine Ahnung, wer dir den Unsinn erzählt hat.

      • stefanolix sagt:

        Indirekt schon: Man behauptet, dass Schlecker es leichter habe, wenn der Arbeitsplatzabbau via Transfergesellschaft erfolgt. Es gäbe dann z.B. keine Klagen vor dem Arbeitsgericht, weil die Beschäftigten in der Transfergesellschaft Schlecker nicht mehr verklagen können.

        Durch solche Staatshilfe kommt es aber meiner Meinung nach zu massiver Wettbewerbsverzerrung. Ein Unternehmen muss für seine unternehmerische Tätigkeit Verantwortung übernehmen, auch wenn es schiefgeht.

        Schlecker soll selbstverständlich weiter existieren, wenn sich Investoren und vor allem genügend Kunden finden. Aber mit einer künstlichen Verlängerung der Agonie ist niemandem geholfen.

      • Rayson sagt:

        Indirekt schon: Man behauptet, dass Schlecker es leichter habe, wenn der Arbeitsplatzabbau via Transfergesellschaft erfolgt.

        Ja, auf diese Weise sehr indirekt. Aber wer es da zunächst leichter hat, ist der neue Investor, dem man die Ansprüche ehemaliger Arbeitnehmer ersparen will.

        Es ist schon pervers: Erst schafft man ein Kündigungsschutzrecht, dass sich bei solchen Übernahmen als Hemmschuh erweist, und dann will man neues Geld hinterherwerfen, um zu verhindern, dass es in Anspruch genommen wird. Alles so sozial hier…

      • stefanolix sagt:

        Ich habe das Unternehmen als solches gemeint, nicht die Familie Schlecker. Der neue Investor ist ja dann Anteilseigner eines Unternehmens, das immer noch Schlecker heißen wird — ob die Familie nun noch etwas zu sagen hat oder nicht.


        Danke für die Zusammenfassung zum Kündigungsschutz. Ich denke, dass der Staat gerade in dieser Beziehung dem Unternehmen nicht aus der Patsche helfen darf. Sie haben doch beim Abschluss jedes einzelnen Arbeitsvertrages gewusst, was sie tun.

      • stefanolix sagt:

        @Frank: Kannst Du Dich noch an die »Hilfe« des Ex-Bundeskanzlers Gerhard Schröder für den Holzmann-Konzern erinnern? Damals war auch gerade Wahlkampf (eigentlich ist immer Wahlkampf). Eine Zeitung titelte damals ironisch:

        Holzmann rettet Schröder

        Der Konzern ist trotz hoher Staatshilfen etwas mehr als zwei Jahre später in die Pleite gegangen.

        Die Konkurrenz hatte aber in dieser Zeit darunter zu leiden, weil Holzmann natürlich durch die Staatshilfe seine Leistungen billiger anbieten konnte. Aber der Konzern war so marode, dass er trotzdem nicht überlebte.

        Und warum sollte die Staatshilfe bei Schlecker heute volkswirtschaftlich sinnvoller sein als damals bei Holzmann?

    • stefanolix sagt:

      Noch eine Ergänzung: Meine Oma verwendete immer einen speziellen Begriff, wenn sie ein Geschäft loben wollte. Sie sagte: »Der Laden ist gut geführt.«

      Ich gehe als Familienvater oft einkaufen. In DD-Striesen/Blasewitz habe ich wirklich die Wahl zwischen vielen Einkaufsquellen. Deshalb zählte Schlecker niemals zu meinen Bezugsquellen für Drogerieprodukte. Ich kenne die Kette nur von Dienstreisen in die Provinz, etwa ins Vogtland oder in die Oberlausitz. Und da bin ich immer erschrocken. Allein schon das unsägliche Kundenfernsehen, das den ganzen Laden penetrant beschallte, dazu die oft leeren und langweilig eingerichteten Regale.

      Die Ketten dm und Rossmann sind im Gegensatz dazu gut geführt. Vielleicht nicht nach dem Maßstab meiner Oma, die noch echte Drogerien kannte. Aber man macht dort das Bestmögliche aus dem Discounter-Segment.

      Schlecker hatte im Gegensatz dazu zwei gravierende Mängel: Es wurde patriarchalisch geführt und es wurde schlecht geführt. Gerade weil alles von einer Person geführt wurde, glaube ich auch nicht an eine einfache Restrukturierung. Solche Unternehmen sind am schwersten zu sanieren …

      Deshalb war die Entscheidung gegen Staatshilfen richtig.

  5. Lenbach sagt:

    In der FAS ist ein sehr interessanter Artikel zum Thema Schlecker erschienen:

    Die Treue der Frauen zu ihrem Fürsten lässt sich nicht nur mit dem Schlecker-Spirit erklären. Die Schlecker-Frauen trauern um bares Geld. Die besten Löhne für Kassierinnen zahlte nicht etwa der sanfte Anthroposoph und dm-Gründer Götz Werner oder ein Dirk Rossmann, sondern der Menschenfeind aus Ehingen. Schlecker ließ Vollzeit arbeiten, wo andere längst massenhaft Mini-Jobs schufen, und zahlte Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld. Zuletzt floss ein Drittel seines Umsatzes in Personalkosten.

    „Auch wenn man das nicht immer öffentlich gesagt hat“, sagt Schlecker-Frau Gabi Wittig öffentlich im TV: „Unsere Kolleginnen haben nicht für 6 Euro gearbeitet.“ Klar, es gebe freie Jobs auf dem Markt. „Aber ob die alle in der Bezahlung so gut sind…“ Ihr Brutto-gehalt von 2200 Euro macht Schlecker-Frauen schwer vermittelbar.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/20-jahre-in-knechtschaft-unsere-schlecker-frauen-11703944.html

    Falls das alles stimmen sollte, was dort geschrieben wird, haben Gewerkschaften und Linke jahrelang gelogen und mit ihrer Propaganda zur Pleite beigetragen. Und jetzt kommen sie wieder und stilisieren sich zum Menschen-, pardon, Frauenfreund:

    „Die Gesellschaft muss den Schlecker-Frauen die Hand reichen“, sagt Andrea Nahles, SPD-Generalsekretärin: Weil sie so viele sind, weil sie fast nur Frauen sind, und weil sie so Schlimmes durchgemacht haben.

    Wenn sie „Geld“ meint, soll sie „Geld“ sagen, „Gesellschaft“ und „Hand reichen“ klingt aber natürlich viel sozialer.

    • stefanolix sagt:

      Es gibt bei Schlecker wohl zwei Seiten der Medaille: Auf der einen Seite die tarifliche Bezahlung, wie sie im Artikel beschrieben ist. Auf der anderen Seite die personelle Unterbesetzung der Filialen, die dazu führte, dass es viele Überfälle und Ladendiebstähle gab. Und die nicht nachvollziehbare Strategie der Expansion …

      Schlecker hat die Stammbelegschaft weit über dem Branchendurchschnitt bezahlt, dafür hatten die Mitarbeiter aber auch kaum Mitsprache. Bei »dm« verdienen die Mitarbeiter weniger, dafür haben sie in den einzelnen Märkten sehr viel Mitsprache und Selbstverwirklichung. Alle Facetten wird man bei so großen Ketten niemals beschreiben können.

      Die Gewerkschaften und die LINKEn hat natürlich vor allem gestört, dass Schlecker keinen (Gesamt)Betriebsrat wollte und den Einfluss der Gewerkschaften so gering wie möglich halten wollte. Kann man nach den unsäglichen Boykottaufrufen aus linken Kreisen im Grunde verstehen …


      Was viele nicht wissen: Es gibt auch andere Discounter, die ihre Mitarbeiter relativ gut bezahlen, z.B. ALDI. ALDI erzielt den Gewinn u.a. mit einer ausgefeilten Logistik und einer sehr verlässlichen Behandlung der Lieferanten.


      • Lenbach sagt:

        Daß es aber zwei Seiten gibt, lese ich heute zum ersten Mal, das ist, was mich stört. Jahrelang wurde unisono verkündet, Schlecker sei ein quasi krimineller Ausbeuter-Verein, der seine Leibeigenen am Existenzminimum dahinvegetieren läßt, die „häßlichste Fratze“ des Kapitalismus überhaupt, etc..

        Und nun liest man von überdurchschnittlicher Bezahlung, durchschnittlichen Betriebszugehörigkeiten von 10 Jahren und Mitarbeitern, die ihren Chef verteidigen. Ich habe nun gelesen, es gäbe am Arbeitsmarkt durchaus Bedarf an Verkäuferinnen, es scheint also nicht so zu sein, daß die Schlecker-Mitarbeiter mangels Nachfrage gezwungen waren, dort ihr Dasein zu fristen.

        Da fragt man sich doch, wie kann das sein, daß anscheinend jahrelang kein Journalist Interesse daran hatte, diese andere Seite öffentlich zu machen? Mir scheint das wieder einmal ein ungutes Beispiel für die Verstrickung von politischen Interessen und Medien zu sein.

      • Rayson sagt:

        Die Expansion war schon nachvollziehbar, wenn man die Rabatt- und Bonistrukturen im Einzelhandel kennt…

        Aber Schlecker hat wohl etwas zu einseitig darauf gesetzt, getreu dem alten Kaufmannsmotto, dass der Gewinn im Einkauf entsteht.

    • stefanolix sagt:

      Noch eine sarkastische Bemerkung zu Andrea Nahles: Was hätte sie gesagt, wenn eine Baumarkt-Kette betroffen gewesen wäre, bei der fast nur Männer arbeiten?

      • Lenbach sagt:

        Sie hätte sich zumidest nicht auf den Mann ansich bezogen. Ein gewisser Anteil der Männer müßte schon alt, migrantisch oder oder diffus sozial benachteiligt sein, dann ließe sich da was machen.

        Wer nach ihren Maßstäben jedenfalls gar keine Rettung verdient hätte, wären vermutlich deutsche katholische Nicht-Gewerkschaftsmitglieder.

      • Antifa sagt:

        @Lenbach Wie alt bist du eigentlich, 15?

      • stefanolix sagt:

        Andrea Nahles ist zumindest im Aprilscherz der Tagesschau auch anderen Menschen wohlgesonnen:
        Nicht zuletzt ist die Rettung der FDP aber auch eine soziale Aufgabe, erklärte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles: „Junge, aber außerhalb der Politik schwer vermittelbare Menschen wie Philipp Rösler, Christian Lindner und Daniel Bahr haben ihre persönliche wie berufliche Zukunft an diese Partei geknüpft.“

        Für Liberale wie sie müsste die FDP erhalten bleiben – oder ihnen zumindest eine Anschlussverwendung geboten werden, zum Beispiel in einer Transfergesellschaft, die sie für die Arbeit in anderen Parteien fit mache.
        http://www.tagesschau.de/inland/fdpgala100.html


        @Antifa: Und wie reif muss man für solche ad-hominem-Argumentationen sein?

      • Linker sagt:

        ad-hominem „.. wird ein Argument verstanden, in dem die Position oder These eines Streitgegners durch einen Angriff auf persönliche Umstände oder Eigenschaften seiner Person angefochten wird.“

        https://stefanolix.wordpress.com/2012/03/29/ueber-schreckensmeldungen/#comment-9240

        Wo ist denn hier eine These? Und wenn da eine ist, ist die Vermutung, daß sie von einer 15 Jährigen kommt ein Kompliment :D

      • stefanolix sagt:

        Wir müssen ja nicht immer von der wortwörtlichen Definition aus dem Lexikon ausgehen …

        Es ist jedenfalls normalerweise nicht der Stil des Kommentators »antifa«.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: