Post von der Beitragsservicezentrale

Heute lag ein formschöner und betont neutral gehaltener Briefumschlag in der Geschäftspost. Beim Öffnen stellte sich heraus, dass die GEZ offensichtlich neue Umschläge ohne Logo verwendet.

In dem Umschlag lag eine doppelseitig bedruckte DIN-A4-Seite mit geschickt verpackten Unverschämtheiten. Von einem einfachen Modell, von Entlastungen und von fairen Regelungen war die Rede.

Ich konnte dem Schreiben nichts von alledem entnehmen: Ab 2013 muss ich eine deutlich höhere Gebühr zahlen. Bisher konnte ich die Zwangsgebühren durch den Verzicht auf ein Fernsehgerät reduzieren.


Möglicherweise ist es kein Zufall, dass die Post in einem anderen Umschlag kam. SPIEGEL-Online zitiert aus einer Agenturmeldung, nach der die GEZ offiziell in

ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice

umbenannt werden soll. Wenn es stimmt, dann wäre das einen Eintrag bei neusprech.org wert. Es ist eine dreifache Unverschämtheit: Erstens ist es kein Beitrag, sondern eine Zwangsabgabe. Zweitens bietet diese wuchernde bürokratische Einrichtung den Abgabenzahlern gar keine Dienstleistung an. Drittens wird die Umbenennung auch noch unser Geld kosten — und zwar nicht zu knapp.


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14 Antworten zu Post von der Beitragsservicezentrale

  1. Christiane sagt:

    Recht hast Du!

    • stefanolix sagt:

      Ich hätte lieber nicht recht. Sollen sie doch die Abgabe in der gleichen Art wie die Kirchensteuer über das Finanzamt einziehen und diese gesamte Behörde GEZ endlich schließen.

  2. Der Spiegel-Artikel ist recht witzig … „The Anstalt formerly known as GEZ – kurz TAFKAG.“ :) … nur dass Prince seine CDs mittlerweile (nahezu) kostenfrei dem „Rolling Stone“ beilegen lässt – im Gegensatz zur GEZ.

    Zur GEZ … laut Wikipedia arbeiten dort 1148 Bedienstete … Mann, überleg doch ma, Stefan … willste die arbeitslos ham??? Und dann drei Talkshows im ÖR à la „GEZ-Mitarbeiter – Auffanggesellschaft oder Straße?“ angucken??? :)

    Doch im Ernst … ich habe das Gefühl, dass der Deutsche sich irgendwie nicht ganz um den Zwang drücken kann. Der braucht das irgendwie als Erziehungsmaßnahme, sonst denkt am Ende ja jeder, dass er (oder sie) machen könne, was er (oder sie) will :)

    Alles in allem, denke ich, kann man einen ÖR wesentlich unkomplizierter finanzieren. Ich hätte mal gar nichts gegen eine Mehrwertsteuererhöhung um 1%. Auch wenn das natürlich Nebeneffekte hat (da wie immer alle ihre Preise „anziehen“) – doch da würde ich als ALG-II-Empfänger auch meinen Beitrag leisten und hätte auch ein gutes Recht dazu, das ÖR Programm zu kritisieren. Nebenbei könnte man sich den ganzen Schriftkram mit der GEZ sparen … und die GEZ gleich mit. Naja, … momentan ist’s halt Besitzstandswahrung … business as usual.

    • stefanolix sagt:

      Wenn man bedenkt, was die GEZ für einen Außendienst beauftragt hat und mit welchen Methoden sie über Jahrzehnte gearbeitet haben – ja, es tut mir leid, aber ich würde es begrüßen, wenn man diese Bürokratie schließen würde. Im Grunde sind natürlich andere dafür verantwortlich: Die öffentlich-rechtlichen Sender und die Politiker, die die Gesetze gemacht haben.

  3. carluv sagt:

    Ich weiß gar nicht, was du gegen den neuen Namen hast. „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“ steht für: Service für ARD, ZDF und Deutschlandradio. Den Beitrag zahlt der Rest.
    Wo steht übrigens, dass ein Beitrag per se freiwillig ist?
    Schöne Namen für die neue GEZ wären auch: ODWONDZ (Ob du willst oder nicht. Du zahlst.) oder auch „Service Team ARD und sonstige Institutionen“ (S. T. A. S. I.).

    • stefanolix sagt:

      Ich bevorzuge das Wort Zwangsabgabe, weil man ja ab 2013 endgültig die Entscheidungsfreiheit verloren hat.

      Die Abkürzung S.T.A.s.I. finde ich interessant. Eigentlich müssten sie ja jetzt nur noch alle Wohnungen registrieren und abkassieren. Ich fürchte aber, dass sich diese GEZ-Bürokratie noch mehr aufblähen wird.

  4. Christiane sagt:

    Ich kenne Menschen, die für die GEZ eintreiben und davon so sehr nicht leben können, dass sie aufstockend Leistungen vom Staat benötigen…
    *sprachlos*

    • stefanolix sagt:

      In der Wikipedia steht:

      Die vermeintlichen „GEZ-Kontrolleure“ (als Gesamtheit auch Beauftragtendienst genannt) sind selbstständig tätige Außendienstmitarbeiter der Landesrundfunkanstalten (bzw. deren Angestellte) ohne hoheitliche Befugnisse (wie beispielsweise den Zutritt zu Privaträumen). So etwa hatte 2006 der MDR 141 freiberufliche Gebührenfahnder, die im Schnitt ca. 30.000 € Provision pro Jahr bekamen. Die Gebührenbeauftragten arbeiten auf der Basis von Erfolgsprovisionen und haben sich durch einen Dienstausweis der Landesrundfunkanstalt auszuweisen.

      http://de.wikipedia.org/wiki/GEZ

  5. Christiane sagt:

    Hmmm, ich weiß… sinnloses System… kostet nur sinnlos viel Geld…

    • stefanolix sagt:

      Um Missverständnissen vorzubeugen: Es ist wirklich traurig, wenn jemand von seiner Arbeit nicht leben kann. Aber ich würde mich immer gegen diese Tätigkeit entscheiden.

      Mir haben viele Berichte in der F.A.Z. gezeigt, was sich dahinter verbirgt, darunter z.B. dieser.

      Wenn man auf der Seite der F.A.Z. nach der GEZ sucht, findet man noch viel mehr Artikel.

      Ergänzung: Hier ist der passende Google-Link.

      • Christiane sagt:

        Ganz ehrlich, was sind das für Menschen wie Peter L.? Schwer zu verstehen, wie man freiwillig diesen Beruf ausüben kann, oder?

      • stefanolix sagt:

        Du sagtest, dass Du jemanden kennst. Vielleicht sollte man mal ein Interview führen (natürlich anonymisiert) …

  6. E-Haller sagt:

    Ich bin ja mal gespannt, wie sich die Einführung der Haushaltsabgabe gestaltet. Es ist nämlich mitnichten so, dass hier die einfache Formel „Wohnung = Haushalt“ zum tragen kommen muss. Eine WG besteht i.d.R. aus sovielen Haushalten, wie es Mitbewohner gibt.

    Des weiteren existiert in D keine zentrale „Wohnungsübersicht“ – also muss sich die GEZ da auch erstmal dran versuchen…

    Wird also eher mehr als weniger Personal

    • stefanolix sagt:

      Soweit mir bekannt ist, gilt bei der GEZ die Formel: »eine Wohngemeinschaft zahlt eine Haushaltsabgabe«.

      Es wird definitiv mehr Personal aufgebaut. Damit kann man die nächste Gebührenerhöhung schon einplanen.

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