Ein neues Schwarz-Weiß-Buch

Die »Frankfurter Allgemeine« berichtet über merkwürdige Umstände einer Buchpremiere: Die bekanntesten und größten Buchhändler bieten das »Schwarzbuch WWF« von Wilfried Huismann nicht mehr an. Die Zeitung berichtet, der WWF habe versucht, den Verkauf des Buches zu stoppen.

In der Tat geht der Link von der Seite des Verlags zu Amazon ins Leere und das Buch ist auch bei anderen Händlern online nicht mehr verfügbar.

Seit dem Film »Der Pakt mit dem Panda« bin ich durchaus kritisch gegenüber dem WWF und ich hätte mir das Buch in der Buchhandlung gern mal angeschaut. Oft merkt man ja schon nach dem Querlesen einiger Seiten, ob sich der Kauf lohnt.

Immerhin gibt es beim Verlag eine Leseprobe und man kann sich zumindest über einen kleinen Teil des Buches ein Bild machen. Was ich dort gelesen habe, lässt mich allerdings nicht auf eine besonders differenzierte Auseinandersetzung mit dem WWF hoffen.


Das erste Kapitel heißt »DIE BRAUT TRÄGT PANDA«. Darin versucht sich der Autor an dem Kunststück, gleichzeitig die Coca-Cola-Company und den WWF so schlecht wie irgend möglich wegkommen zu lassen.

Zuerst zeichnet er nach der Erzählung eines Bekannten vom Öko-Markt das bizarre Bild einer Stadt in Mexiko, in der es sogar zum Abendmahl Coca-Cola gibt. Nun ist Mexiko offensichtlich eines der Länder mit einem recht hohen Pro-Kopf-Verbrauch an Coca-Cola. Aber das kann auch daran liegen, dass das Getränk dort schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts angeboten wird.

Dann stellt der Autor eine Partnerschaft zwischen Coca-Cola und dem WWF in der Größenordnung von 20 Millionen Dollar als anrüchige Ehe dar: Der WWF als willige Braut des »bösen Konzerns«. Die Darstellung des Konzerns und der Umweltorganisation in diesem ersten Kapitel scheint mir recht undifferenziert zu sein.


Im zweiten Kapitel geht es in diesem Stil weiter. Dort stellt der Autor den exklusiven Club der wichtigsten Förderer des WWF als »Allianz aus Geld- und Blutadel« dar. Er greift sich dazu die Person des Gründers Prinz Bernhard der Niederlande heraus und erwähnt dann etwas nebulös »einige seiner alten Kameraden aus der gemeinsamen Zeit bei der IG Farben und der Reiter-SS«. Wer das gewesen sein soll, bleibt im Dunklen.


Nach der Leseprobe (PDF) bin ich der Meinung, dass ich dieses Buch nicht unbedingt brauche. Polarisierende Schwarz-Weiß-Malerei gibt es schon genug. Im Sinne der Meinungsfreiheit sollte aber jeder die Möglichkeit haben, sich ein Bild über das gesamte Buch zu machen. Momentan gibt es (laut F.A.Z.) keine Verfügung gegen den Verkauf des Buches. Man kann es beim Verlag bestellen.


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3 Antworten zu Ein neues Schwarz-Weiß-Buch

  1. Ralf sagt:

    Ein nicht getroffener(WWF) reagiert anders, ein Schelm wer Böses denkt.

  2. BlogMemo sagt:

    […] BlogMemoMan kann sich ja nicht alles merkenEmbedded Link Ein neues Schwarz-Weiß-Buch Die »Frankfurter Allgemeine« berichtet über merkwürdige Umstände einer Buchpremiere: Die […]

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