Stoppt den Raab

Ich sehe sehr selten Fernsehsendungen, weil ich zu Hause gar keinen Fernseher habe und weil mir auf Reisen meist die Zeit zu schade ist.

Gestern wollte ich mir aber gern selbst ein Bild von Stefan Raabs Talkshow »Absolute Mehrheit« machen. Letztlich blieb schon eine halbe Stunde nach dem Start nur Mitleid.

Mit den Politikern: Aus dem bürgerlichen Lager kamen ein notorisch querschießender FDP-Politiker und ein CDU-Abgeordneter einer früheren Generation. Aus dem linken Lager kamen zwei Politiker der zweiten Reihe, die sich gegenseitig im Billig-Populismus übertrafen.

Mitleid auch mit der jungen Quoten-Unternehmerin, mit dem überforderten Moderator und mit einem Nachrichtenjournalisten, der sich augenscheinlich gerade um den Rest seiner Reputation brachte.

Die F.A.Z. hat eine sehr treffende Kritik – nicht nur an dieser Sendung. Ich könnte fast jeden Satz unterschreiben. Am Ende haben wirklich nur die gewonnen, die sich das nicht angetan haben.


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6 Antworten zu Stoppt den Raab

  1. Frank sagt:

    „Am Ende haben wirklich nur die gewonnen, die sich das nicht angetan haben“

    – also Leute wie ich. Allerdings sehe ich mir auch die Polit-Talkshows im ÖR kaum noch an, weil dort in den seltensten Fällen wirklich mal etwas vermittelt wurde (in den Sendungen, die ich sah). Man erfährt mehr, wenn man in der Zeit der Sendung Texte im Netz zu dem Thema liest.

  2. Frank sagt:

    Übrigens enthält diese Kritik viel Wahres:

    So ist auch die Aufregung zu verstehen, die vor dieser Sendung innerhalb der politischen Kaste herrschte. Dort nämlich weiß man, dass ein guter Teil des politischen Alltagsgeschäfts exakt so funktioniert: Vordrängeln, Anbiedern, Belohnung kassieren, alles fernab von inhaltlicher Kompetenz

    Genau das (und ähnliche Effekte) geben mir schon lange zu denken bei dem Thema: „Wie sollte Demokratie wirklich funktionieren“? So wie momentan jedenfalls nicht. Das hat aber nicht nur etwas mit – zumindest teilweise – inkompetenten Politikern, sondern auch mit dem – zumindest teilweise – inkompetenten Volk zu tun. Meine Lösung des Problems steht noch aus …

    • stefanolix sagt:

      Ich finde Debatten schon hilfreich, die gab es in der Demokratie ja immer. Aber dann im Fernsehen bitte auch mit festen Regeln, wie im Parlament – und nicht mit inkompetenten Moderatoren.

  3. FDominicus sagt:

    “Am Ende haben wirklich nur die gewonnen, die sich das nicht angetan haben”

    Endlich steh‘ ich auch mal auf der Gewinnerseite ;-)

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