Welche Gerechtigkeit?

Zettel zerlegt fachkundig eine Passage aus dem Programm der Piratenpartei und bescheinigt den Autoren »eine bemerkens­werte Unlogik«. Die Piraten wollen sich

dafür einsetzen, dass alle Menschen gerecht am Gesamtwohlstand beteiligt werden und werden dazu die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens prüfen.

Da hat sich doch das Wort »gerecht« eingeschlichen, das bisher noch jeder populistische Gleichmacher virtuos gehandhabt hat. Würden sie sich ein Mindestmaß an Differenzierung leisten, dann würden sie uns in ihrem Programm auch verraten, um welche Art der Gerechtigkeit es geht: Um die Verteilungsgerechtigkeit? Um die Leistungsgerechtigkeit? Um die Anforderungsgerechtigkeit?


12 Antworten zu Welche Gerechtigkeit?

  1. Erling Plaethe sagt:

    Das ist ja gerade das Praktische am Gerechtigkeitsbegriff dieser Art; jeder kann seinen ganz persönlichen Neid, seine Habgier und Missgunst hinter einem moralisch überhöhten Begriff verstecken und die gesamte Gesellschaft verantwortlich machen für das eigene hemmungslose Ausleben dieser niederen und unmoralischen Gefühle.
    Dem schlechten Gewissen welches andere erledigen in dem sie solche Gefühle unterdrücken, wird von den sozial Gerechten durch Weltrettung begegnet, was dann den Kreis schließt.

    • stefanolix sagt:

      Ich denke, dass diese Thema auch Hoffnungen anspricht. So wie sich vermutlich viele Leute Hoffnungen auf einen Geldgewinn machen oder vom Reichtum träumen, hoffen die selben (oder andere) Leute auf ein bedingungsloses Grundeinkommen.

      • Erling Plaethe sagt:

        Das sehe ich auch so, nur sind diese Hoffnungen keine, welche durch eigene Anstrengung erreicht werden könnten.
        Warum wird keine Verbindung hergestellt vom Gerechtigkeitsbegriff zur Bekämpfung von Banden und organisierter Kriminalität wie z.B. der Mafia? Diese Ungerechtigkeit ist seltsamerweise kein Thema für die Verfechter des BGU.
        Selbst der Geldgewinn setzt ja einen persönlichen Einsatz voraus, einen Versuch welcher auch im Verlust enden kann.
        Es ist unangenehmer sich mit den eigenen negativen Gefühlen auseinanderzusetzen, als zu behaupten man wäre so gut und so rein, dies nicht nötig zu haben. Was manche dann, und vor allem dann, die Berufung ableiten lässt, entscheiden zu dürfen, wem wie viel Reichtum zusteht.
        Allein diese Haltung halte ich für so anmaßend, dass ich von Zeit zu Zeit geneigt bin mal einen Spiegel hinzustellen.

      • stefanolix sagt:

        Ich dachte ja mit meiner Anmerkung eher an die Wählerinnen und Wähler solcher Parteien oder Politiker.

        Im Normalfall weiß man: Ohne Arbeit entsteht gar nichts. Und durch falsche Anreize kann viel Schaden angerichtet werden.

        Aber im Tagtraum weiß man das eben nicht ;-)

        Die beinharten Verfechter solcher Ideen wissen vermutlich sehr genau, dass es nicht funktioniert. Sie wollen im Grunde eine Vergesellschaftung der Produktionsmittel und eine De-Industrialisierung des Landes erreichen. Gemäß dem Spruch »Auf lange Sicht sind wir alle tot« kümmern sie sich auch nicht darum, wie schnell die Substanz verzehrt wäre …

  2. Lars Druff sagt:

    Motto: Wieviel Ungewogensein einer unverstandenen Welt kann man in möglichst boshafter Form so darlegen, dass man vom grösstmöglichen Halbkreis links von seiner eigenen Ideologie als Dummkopf angesehen wird.

    [Rest des Kommentars wegen Unflätigkeit gelöscht.]

    • stefanolix sagt:

      Bitte diskutieren Sie in einer höflichen und anständigen Art und Weise.

      • Lars Druff sagt:

        Der zensierte Teil war nun wirklich der ernsthaftere, aber es ist Ihr Journalismus, suchen Sie sich raus, was in Ihr Weltbild passt.

      • stefanolix sagt:

        Nein. Es ist mein Blog. Und ich dulde nicht, dass ein Stammkommentator hier persönlich angegriffen wird.

      • Lars Druff sagt:

        „Journalismus“ ist das, was sie hier die ganze Zeit vorgeben zu betreiben, Ihr Zitat..

        Ich kenne den Mann nicht und habe ihn nicht persönlich angegriffen, aber das zu belegen fällt natürlich schwer, wenn nur sie es belegen könnten. (Allerdings kenne ich die Sorte Mann, wenn sie diese zu Ihren offenbar geschätzten, Stammkommentatoren zählen, sagt das mehr über Ihr Blog aus, als Ihre Artikel)

      • stefanolix sagt:

        Sie müssen sich nicht mit weiteren sinnfreien Mutmaßungen befassen. Bitte gehen Sie einfach weiter, hier gibt es für Sie nichts mehr zu tun. Verbindlichsten Dank.

  3. Dissident sagt:

    Glücklich biss der kleine Agitator in sein Wurstbrot, es war Ruhe im Sandkasten eingekehrt.

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