Selbstironie von Journalisten für Journalisten

Viele Leute diskutieren zur Zeit über Qual und Qualität im Journalismus. Manche Blogger fragen sich, ob die Zeitungen noch vital genug sind, um gut zu recherchieren. Manche Politiker und manche Verbandsvertreter der Medienbranche suchen nach neuen Geldquellen für die Zeitungen.

In einem Artikel bei jetzt.de (Süddeutsche Zeitung) werden Pläne der Schwarz-Gelben Bundesregierung aufgedeckt, die noch einen Schritt weitergehen: Journalisten sollen zu Journalisten umgeschult werden.

Der Text ist zwar an einigen Stellen etwas verkrampft und man hätte aus der Idee eine ganze Serie machen können – aber so direkt werden die Qualitätsprobleme der Medien selten angesprochen. Fazit:

Der Plan von Ursula von der Leyen Journalisten zu Journalisten umschulen zu lassen, wird also weithin positiv angenommen. Wie immer steckt in jedem Ende auch ein Anfang oder besser gesagt Neuanfang: Vielleicht beginnen die Journalisten einfach mal wieder mit dem, was sie dann gelernt haben: Journalismus.

Mal sehen, ob der Artikel auch in Dresdner Redaktionen gelesen wird …


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7 Responses to Selbstironie von Journalisten für Journalisten

  1. Gutartiges Geschwulst sagt:

    Selten war ich so ratlos! Ist das nur eine Satire?
    Wenn nicht, in welchem Rahmen, sollten diese Umschulungen stattfinden?
    Würde die nächste Alphabetisierungskampagne ausreichen?

  2. club|debil sagt:

    Blöder Artikel. Viele Journalisten würden sicher ganz anders arbeiten, wenn die Bezahlung nicht so katastrophal wäre und man dann nicht noch ewig hinter seinem Geld hinterher rennen muss. Ganz zu schweigen von den Aufträgen, die man nach Gusto bekommt und dann am Besten schon gestern erledigt hat.
    Das Problem sind nicht die Journalisten, die umgeschult werden müssen. Da gibt es neben einigen Dummbatzen auch allerhand sehr fähige Leute, die gern vernünftig arbeiten und dafür auch entsprechendes Geld bekommen würden. Aber das gibt unsere Zeitungs- und Zeitschriftenlandschaft momentan offensichtlich nicht her. Das Internet und die entsprechenden Angebote da machen das auch nicht besser, weil jetzt jedr so viel Grütze von sich geben darf, wie er will. Bah, Journalismus? Kann ich viel besser…

    • Antifa sagt:

      Ein Bekannter von mir arbeitet in der Lokalredaktion einer bekannten sächsischen Tageszeitung und was er mir von seinen Erlebnissen schildert, kommt Deiner Aussage ziemlich nah. Sein Einkommen reicht wirklich gerade so zum Leben und Zeit für die Familie bleibt bei einer 6-Tage-Woche und 12 Stunden-Arbeitstagen so gut wie überhaupt nicht. Klar ist es richtig, journalistische Arbeit zu kritisieren, aber über die Hintergründe dieses Berufs und welche Artikel schlichtweg geschrieben werden MÜSSEN liest man leider (auch und gerade hier) überhaupt nichts.

      • stefanolix sagt:

        @Antifa: Natürlich habe ich kein Insiderwissen über die Arbeit in einer Redaktion. Ich verstehe deshalb die Anspielung nicht: Welche Artikel MÜSSEN geschrieben werden? Soll ich als Außenstehender über die Arbeitsbedingungen von Journalisten schreiben?

        Auch wenn ich das nicht tue, habe ich doch trotzdem das Recht, mich kritisch mit bestimmten Artikeln in den Zeitungen auseinanderzusetzen. Selbst wenn ich mir in Zukunft Satire und Sarkasmus völlig verbieten würde: Es gab 2011/2012 diverse Artikel in der Presse, die einfach nicht richtig waren. Warum sollte ich diese Fehler nicht benennen?

    • stefanolix sagt:

      @club|debil: Es ist klar, dass ein solcher Artikel nicht überall und bei jedem gleich gut ankommt. Er ist aber im Online-Angebot einer der bekanntesten überregionalen Zeitungen erschienen. Also scheint es eine »notwendige Satire« zu sein.

  3. Gutartiges Geschwulst sagt:

    „Viele Journalisten würden sicher ganz anders arbeiten, wenn die Bezahlung nicht so katastrophal wäre und man dann nicht noch ewig hinter seinem Geld hinterher rennen muss.“
    Als Medienschaffender, sind mir diese Zustände durchaus bekannt. Mehr als einmal, habe ich das vereinbarte Honorar nicht bekommen.
    Und weiter?
    Entfällt dadurch die Pflicht, den Leser oder Zuschauer, der dem Bericht vertraut, richtig zu informieren?

    „… welche Artikel schlichtweg geschrieben werden MÜSSEN …“
    Bevor wir darüber nachdenken, ob Artikel geschrieben werden müssen, sollte uns klar sein, welche Artikel geschrieben werden DÜRFEN. Ausschließlich solche, die sorgfältig recherchiert sind!
    Wer mit seinem Honorar unzufrieden ist hat das Recht den Auftrag abzulehnen, aber nicht das Recht ungenaue Informationen zu verbreiten.

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