Wenn der Spaß zu weit geht

Die »F.A.Z.« bringt ein beeindruckendes Stück Medienkritik zum Fall der Krankenschwester, die sich nach dem üblen Scherz-Anruf eines australischen Senders in England das Leben genommen hat.

Das ist alles richtig: Der Anruf löste eine tragische Kettenreaktion aus. Die Kettenreaktion führte zum Tod eines Menschen. Die Medien müssen Konsequenzen ziehen.

Aber diese Kettenreaktion hätte unterbrochen werden können: Die Führungskräfte und Personalverantwortlichen des Hospitals hätten in dieser Situation Gespräche mit den beiden betroffenen Krankenschwestern führen müssen [eigentlich hatte die zweite Krankenschwester auf der Station mindestens genauso falsch gehandelt].

Allen Beteiligten muss bekannt gewesen sein, welche Besonderheiten mit dem Fall verbunden waren: Die Krankenschwester hatte Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Sie hatte ein besonderes berufliches Ehrgefühl. Sie hatte Familie. Sie stand urplötzlich exponiert in der Öffentlichkeit.

Es hätte doch ein Personalgespräch gereicht, um der Krankenschwester Klarheit über ihre Zukunft im Job zu geben. Dabei hätte man auch erkannt, wie es um die Mitarbeiterin steht und ob sie eine psychologische Betreuung braucht.

In meinen Augen hat nicht nur der Sender aus Australien versagt, sondern auch die Führungsetage des Krankenhauses.


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3 Antworten zu Wenn der Spaß zu weit geht

  1. adam curry sagt:

    Bemerkenswert ist doch die Naivität mit der die Mainstreammedien die Story von der Krankenschwester fressen und verbreiten,die sich wegen eine Telefonanrufes umbringt. Mit der korrekten Anzahl von Abschiedsbriefen (die niemand gesehen hat), die die korrekte Hauptfarbe hat („[abwertende Formulierung gestrichen]“) in einer Privatklinik der Royals ohne staatliche Aufsicht.

    • stefanolix sagt:

      Was soll daran nicht plausibel sein? Wollen Sie eine Verschwörungstheorie konstruieren?

      Es war eben nicht irgendein Anruf. Über diese Frau und ihren kleinen, aber nicht wiedergutzumachenden Fehler ist weltweit in den Medien berichtet worden.

      • adam curry sagt:

        Und deshalb bringt man sich um? „Verschwörungstheorie“ ist natürlich ein Klasse Argument, wenn man nicht recherchieren will..

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