Das neue Online-Angebot der »Sächsischen Zeitung«

Ich hatte es im Blog »Flurfunk« gelesen und war sofort neugierig: Die »Sächsische Zeitung« hat einen neuen Online-Auftritt gestartet.

Der Artikel zu diesem Neustart ist am Mittag von der sz-online-Startseite verschwunden, nachdem es im Kommentarbereich massive Kritik der Leserinnen und Leser gab. Am Ende dieses Artikels heißt es:

Schreiben Sie uns oder kommentieren Sie hier unter dem Artikel, was wir besser machen können, wie Ihnen das neue Layout gefällt und was Ihnen im neuen Auftritt vielleicht noch fehlt.

Zunächst werden wir Ihre Anregungen sammeln – Anfang 2013 folgt dann die Auswertung und etwas später werden Programmierer und Redakteure die besten Ideen und Verbesserungswünsche umsetzen.

Das haben viele Kommentatoren getan. Man findet unsachliche Kritik und sachliche Hinweise. Etliche drohen mit Abo-Kündigung. Das Lob hält sich in engen Grenzen.


Gestaltung

Auch wenn ich damit in der Minderheit sein sollte: Ich finde die Gestaltung prinzipiell in Ordnung und sehe eine positive Entwicklung. Die Seite macht jetzt einen freundlicheren und offeneren Eindruck. Die (wenigen) frei verfügbaren Artikel sind gut lesbar.

Die Darstellung der Fotos aus der gedruckten Ausgabe wird sich sicher verbessern lassen. Aber das gehört zu den Startschwierigkeiten. Für die Gestaltung: Daumen hoch!


Werbung

Allerdings muss ich den Einsatz eines Firefox-Plugins zum Blockieren der Werbung dringend empfehlen. Ich habe mir die Seite mit dem Safari-Browser ohne Werbe-Blocker angeschaut: So hätte ich es keine fünf Minuten ausgehalten. Man kann sich wirklich nicht auf den Inhalt konzentrieren, wenn die (wahllos zusammengestellte) Werbung von allen Seiten blinkt.

Interessant ist: Die »Sächsische Zeitung« streut zwischen die Artikel Werbung ein und grenzt diese Werbung allenfalls symbolisch ab. Die Werbe-Artikel sind typographisch wie die redaktionellen Artikel gestaltet. Im Safari sehe ich ganz klein das Wort »Anzeige«, aber keine Abgrenzung.

Kaum abgegrenzte Anzeige …

Screenshot-Ausschnitt aus Safari: Kaum abgegrenzte Anzeige.
Oben ist das letzte Wort des vorhergehenden Artikels zu sehen.
Darunter geht es mit dem nächsten redaktionellen Artikel weiter …

Mit Firefox und Werbe-Blocker fällt die eingestreute Werbung übrigens weg. Dann sieht man nur noch an manchen Stellen das Wort »Anzeige«, aber man sieht diese Anzeigen-Artikel nicht mehr. Auch eine Lösung.


Funktionen

Im alten Online-Auftritt konnte man sehr bequem auf die Nachrichten der letzten Tage zugreifen. Somit fand man die meisten Artikel recht schnell. Das ist (bisher?) nicht mehr vorgesehen. Es gibt in keinem Bereich eine Möglichkeit, direkt auf die Nachrichten von gestern zuzugreifen.

Noch gravierender ist aber ein anderer Einschnitt: Eine Suchfunktion ist überhaupt nicht mehr erkennbar. Früher wusste man: rechts oben gibt es eine Suche. Heute sucht man vergebens danach. [Update: Suche ist jetzt vorhanden.]

Ich habe nicht den Eindruck, dass man die neue Website mit erfahrenen Nutzern getestet hat. Ich wage die Behauptung: Wenn man wirklich Usability-Tests durchgeführt hätte, wäre man mit dem Angebot in dieser Form nicht an den Start gegangen. Für die Funktionalität: Daumen ganz weit runter! Es kann nur besser werden.


Inhalt

Zum Zeitpunkt des Schreibens an diesem Artikel ist im Bereich Sport gar kein Artikel frei verfügbar. Alle Artikel weisen ein Euro-Symbol auf. In den anderen Bereichen sind nur ganz wenige Artikel frei verfügbar. Viele Kommentatoren geben den Eindruck wieder, dass der Anteil der frei verfügbaren Artikel drastisch gesunken sei.

Manche Artikel werden jetzt mit Symbolfotos versehen. Um es vorsichtig auszudrücken: Die Auswahl ist nicht immer glücklich. Wenn die Zeitung kein aktuelles Foto zu einem Sachverhalt hat, kann ich gern darauf verzichten. In dieser Form bietet die »Sächsische Zeitung« nur Material für Stefan Niggemeiers Serie mit super-sinnlosen Symbolfotos.

Für den Inhalt: Daumen waagerecht. Es kann besser werden, wenn man mehr Artikel freischaltet und auf offensichtlich sinnlose Symbolfotos verzichtet. Allerdings sollte man in Zukunft auch auf solche Einlagen verzichten:

Polizei nimmt achtfach gesuchten Mann fest

Dresden. Einen achtfach gesuchten Mann haben Beamte der Bundespolizei am Montag auf dem Dresdner Hauptbahnhof festgenommen. Der 68-Jährige war gleich zweimal zur Festnahme ausgeschrieben, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

Die Konkurrenz hat nämlich gleich einen draufgesetzt. Die DNN titelt:

Bundespolizei nimmt am Dresdner Hauptbahnhof neunfach gesuchten Mann fest


Dialog mit den Lesern

Der Artikel zum Neustart hatte bisher mehr als 140 Kommentare. Eine Antwort der Redaktion habe ich beim Überfliegen nicht gefunden. Man könnte sich ja vorstellen, dass ein Online-Redakteur schreibt: Wir arbeiten daran, die Suchfunktion bereitzustellen. Oder: Wir bereiten noch die eine oder andere Verbesserung vor.

Auch wenn das zusätzliche Arbeit ist: Für den Start des neuen Angebots hätte man zumindest am ersten Tag jemanden einsetzen sollen, der auf die Kommentare der Leser reagiert.


Fazit: Es kann besser werden. Es muss besser werden. Die »Sächsische Zeitung« sollte mit der Auswertung der Kritik und mit Verbesserungen nicht bis Anfang 2013 warten …


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24 Responses to Das neue Online-Angebot der »Sächsischen Zeitung«

  1. faherrmannFalk sagt:

    …die Suchfunktion gab es bereits zum Start. Deren Einschränkungsmöglichkeiten sind allerdings noch ausbaufähig, zumal man die erst erreicht, wenn man die Volltextsuche schon ausgeführt hat.

    Ansonsten gibt’s ein Update am Ursprungsartikel, das manche Frage beantwortet – oder zumindest die Zusammenhänge (hoffentlich) erhellt:

    http://www.sz-online.de/sachsen/das-neue-sz-online-ist-da-2461467.html
    cu,
    Falk

  2. […] den »Schlagzeilen des Tages« ist im neuen Online-Angebot der Sächsischen Zeitung momentan folgende Überschrift zu finden: Interne Extremismus-Plattform […]

  3. Sathiya sagt:

    Es wird leider überall gestümpert, was das Zeug hält. Kaum einer hat noch den Ehrgeiz, saubere zuverlässige hieb- und stichfeste Arbeit abzuliefern. Um Kritik wird zwar gern gebeten, aber offensichtlich nicht gern gelesen und noch weniger gern beherzigt.

    Ich frage mich, wieso man sich in Redaktionskreisen wundert, daß eine Zeitung nach der anderen untergeht… das kann auch ein derart dilettantisches Online-Angebot nicht mehr rausreißen, bei allem Respekt. Ich war auch nur am Kopfschütteln…

    Und Werbung – wird am besten geblockt. Kein normaler Mensch sieht sich das länger an, ohne wegzuklicken oder Adblock zu installieren… (mein adblock blockiert hier übrigens auch einige Elemente ;-) )

    • stefanolix sagt:

      Mal sehen, wie sich das entwickelt. Es muss ja nicht alles am ersten Tag klappen. Aber es wäre gut, wenn es bald funktionieren würde.

      Zur Werbung: Ja, es kommt vor, dass auch auf einem so kleinen Blog mal Werbung eingeblendet wird. Aber ganz sicher nicht in dem Umfang, wie man es dort bei szonline erlebt. Andere Blog-Plattformen sind in dieser Beziehung schlimmer.

      • Sathiya sagt:

        oh, das sollte keine Kritik sein :-). Ich wollte nur wissen, wieviele Elemente blockiert werden – dort waren es 15, hier 2. Bitte entschuldige.

        Und ich hoffe ja auch noch (bin halt Optimist) auf Besserung. Zum Glück ist Dein Blog ein hervorragender „Filter“ – wird etwas hier für gut befunden, kann man es ohne weiteres lesen… ;-)

        Viele Grüße, Sathiya

    • faherrmann sagt:

      Was genau ist den „derart dilletantisch“? Oder ist das auch einfach nur das Nachbrabbeln beliebiger buzziger Floskeln?

      Uebrigens: Noch einmal nachgezaehlt.- die Anzahl der von Werbemenschen „adslots“ getauften Bannerplaetze ist mit der neuen site um genau 0 Prozent angestiegen. Sicher, das momentan laufende ueberdimensionierte Videoad hat einen gewissen Nervfaktor. Sicher kann man argumentieren, dass das auch vorher zu viele waren, allerdings kostet der Betrieb, der natuerlich den Gesetzen des Marktes folgt, auch ein bisschen mehr, als ein wenig zu bloggen.

      Womit ich zu als Allerletzter die ueberfluessige Diskussion um „Qualitaetsjournalisten“ auf der einen Seite und „nur Bloggern“ auf der anderen wiederbeleben moechte. Fuer mich gibt’s schlicht lesenswerte Inhalte und Verzichtbares – auf beiden Seiten. Und manche mittlerweile oft auch befreundete Blogger verdienen die nicht geschuetzte Bezeichnung „Journalist“ manchmal mehr als die geschaetzten Kollegen aus dem Profilager.

      Die Selbstausbeutung eines guten Bloggers ist aber nun einmal stets billiger als eine feste Redaktion. Und da rede ich gar nicht einmal von dem nur Strom fressenden Rudel von loadbalancern, Web- Datenbank- und sonstigen Servern…;)

      BTW: Haette ich die Zeit zum Bloggen _und_ die Moeglichkeiten der Vermarktung, wuerde auch das Eine das Andere mitnichten ausschliessen, sonderm befeuern…;)

      cul,
      Falk

      • stefanolix sagt:

        Nüchtern betrachtet: Es gab beim Wechsel genug Pannen, die möglicherweise durch Tests und anschließende Nutzerbefragung vermieden worden wären (Usability-Test mit Nutzern des bisherigen Angebots). Ich bin gespannt, wann die Ansicht der letzten Tage nachgerüstet wird.


        Die animierte Werbung ist derart penetrant, dass man sich auf nichts konzentrieren kann. Vorhin ist eine Werbung am Fuß der Seite von rechts nach links gefahren. Mutet man das den zahlenden Nutzern auch zu? Wenn sie davon befreit bleiben, würde ich sogar einen Monatsbeitrag zahlen. Aber nicht für dieses Geblinke und Gezappel (gegen Werbung in Form von Bild und Text will ich gar nichts sagen, solange sie gekennzeichnet ist).


        Wird es denn in Zukunft einen Dialog mit den Lesern und die Berichtigung von Fehlern geben? Mein erster (sachlicher und kurzer) Kommentar wird seit gestern Abend geblockt.

        Denn über Inhalte würde ich auch lieber diskutieren. Zum Beispiel über den Umgang mit Statistiken:

        https://stefanolix.wordpress.com/2012/11/22/die-meisten-dresdner-wohnen-nicht-allein/

        Über Restaurant-Lobhundelei im redaktionellen Teil:

        https://stefanolix.wordpress.com/2012/11/06/ungekennzeichnet-restaurant-werbung-im-lokalteil-der-sachsischen-zeitung/

        Oder über tendenziöse Berichterstattung:

        https://stefanolix.wordpress.com/2012/11/10/meinung-oder-information/


      • Torben sagt:

        Danke faherrmann. Die unwissende Naivität eines marktwirtschaftstreuen Bloggers, der nichts davon weiss, wie es im Journalismus (und dem Drumherum) zugeht und trotzdem glaubt, seine Meinung wäre fundiert, ist zwar im Allgemeinen possierlich, aber manchmal nervt die Unfähigkeit doch sehr.

        Wenn jemand die Kausalkette: „Marktwirtschaft super -> Paywall Scheisse, Adblocker toll -> ++bezahlte++ Journalisten recherchieren schlampig/Onlineauftritt nicht auf nytimes.com Niveau“ intelektuell nicht durchschaut, tut das leider nur dem Leser weh, der Blogger scheint sich wohlzufühlen.

      • stefanolix sagt:

        Netter Trollversuch, Torben. Beweisen Sie mir, was Sie besser machen: Schreiben Sie besser? Verstehen Sie besser? Wenn Sie allerdings nicht geneigt sind, sachlich zu diskutieren, dann verschwinden Sie doch bitte wieder.

      • Torben sagt:

        Wenn der erste Kommentar schon als „Trollversuch“ bezeichnet wird, lehnt ja wohl eher der Blogbetreiber den Diskurs ab.

        Um Ihre Fragen dennoch zu beantworten: Ich schreibe wahrscheinlich besser (worum es hier nicht geht) und verstehe vor allem von der Sache (hier „richtiger“ Journalismus) mehr als „Sie“. Kurz, wenn Sie sich so viel Einblick in das Leben eines (bezahlten) Journalsten verschaffen würden (und dabei ganz nebenbei etwas über den Betrieb lernten), wie ich u.a. in das von Bloggern, würden Sie vielleicht Beiträge schreiben, die mehr als uninformierte Leserbriefe sind. (Aber wenn Sie im RL jedem Journalisten so kommen, wie in Ihren Blogbeiträgen, vergeben Sie sich da natürlich die Chance im ersten Anlauf, auch Journalisten haben Grenzen, was Trolle betrifft.)

      • faherrmann sagt:

        @Torben: Ganz großes Kino. Nur weil sich jeder Journalist nennen darf, ist er das ja nicht zwangslâufig. Falls Sie es dennoch sind, fremdschäme ich mich heute mal ein bisschen für Sie, sobald ich dazu komme.
        cu,
        Falk

      • Sathiya sagt:

        @ faherrmann:
        Verzeihung, wenn ich mich nicht journalistisch korrekt genug ausgedrückt haben sollte und überdies vom Journalismus keine Ahnung habe. Wie überhaupt der Großteil der Zeitungsleser keine Ahnung davon haben wird.

        Das Angebot der SZ-online richtet sich doch, wie ich zu verstanden haben glaube, an normale Menschen, die zuverlässig und fundiert informiert werden möchten. Dazu und zur Werbung habe ich meine Kritik geäußert – als Leser und Kunde. (Die bemängelten Zahlen hat mir der ABP gegeben, als ich nachsah) Das einfach als Nachbrabbeln abzuqualifizieren, finde ich – seltsam. Aber es sei gegönnt. ;-)

        Über Qualitätsjournalismus würde ich mich wie jeder andere auch freuen, wäre aber schon froh, wenn wenigstens die Informationen an sich zuverlässig wären (siehe das Beispiel vom 8fach, nein doch 9fach Gesuchten).
        So, und nun hoffe ich, daß die SZ ihr Online-Angebot bald so gestaltet, daß man sich dort zuverlässig informieren kann und dann eventuell und möglicherweise sogar bereit wäre, dafür etwas zu bezahlen.

        Grüße, Sathiya

        PS: Letzter Absatz: DAS würde ich interessant finden. Wo könnte man faherrmann finden, für eine Kostprobe?

      • stefanolix sagt:

        @Sathiya: Lassen wir es mal eine Weile ruhen. Ich werde mich noch in diesem Jahr entscheiden, ob ich zur digitalen »Sächsischen Zeitung« wechsle. Dann werde ich berichten, wie sich das Angebot aus der Sicht eines Digital-Abonnenten darstellt.

        So viel darf ich vielleicht jetzt schon andeuten: Es hat schon den einen oder anderen Kontakt per E-Mail mit Print-Journalisten gegeben. Ich habe mich über (inoffizielle) Zustimmung gefreut und nach (ebenso inoffiziellem) Einspruch auch die eine oder andere Bemerkung entschärft. Man kann miteinander reden.

        Ich würde mir allerdings wünschen, dass bei sz-online eine ähnliche Fehlerkultur einzieht, wie sie bei der »Süddeutschen Zeitung« inzwischen etabliert ist: Wenn sich ein Artikel nach Hinweisen von Bloggern oder anderen Lesern als fehlerhaft herausstellt, dann berichtigt man die Fehler transparent und dankt für den Hinweis.

        Das würde viele Ärgernisse ersparen. In der gedruckten Ausgabe mag das Berichtigen aus dem einen oder anderen Grund nicht möglich sein, aber online ist es meiner Ansicht nach heutzutage Pflicht.

  4. faherrmann sagt:

    Klitzekleiner Nachtrag: der I’m Ursprungsposting erwaehnte Beitrag ist nicht „nach massiver Kritik“ sondern schlicht nach 24 Stunden automatisch wegen nachlassender Aktualitaet von der Startseite „verschwunden“, wird aber im Zuge der anhaltenden Diskussion bestimmt ab und an wieder von der Online-Redaktion nach oben gehoben…;)
    cul,
    Falk

    • stefanolix sagt:

      Der erste Kommentar war vom 17.12.2012 um 18:45 Uhr. Der Artikel war am 18.12. schon mittags von der Startseite verschwunden, obwohl es schon mehr als 140 Kommentare gab und immer neue hinzukamen. Aktualität zeigt sich doch nicht am Datum oder an der Uhrzeit, sondern am Interesse …

      Ich will gar nicht, dass der Artikel nach oben gehoben wird.

      • faherrmannFalk sagt:

        …sorry, Missverständnis. Ich meinte das Ressort „Sachsen“, in dem der Beitrag platziert ist. Dort rutscht er aus Aktualisierungsgründen automatisch aus dem Focus.
        cu,
        Falk

  5. Falk sagt:

    @Sathiya

    Es geht ganz und gar nicht darum, wie sich jemand ausdrückt. Also noch einmal langsam und von vorn…;D

    Sathiya schreibt: „[…]das kann auch ein derart dilettantisches Online-Angebot nicht mehr rausreißen[…]“

    Meine Nachfrage lautete: Was genau ist den “derart dilletantisch”?

    Sprich: Ich wollte schlicht und ergreifend wissen, was Du / Sie denn an dem Angebot so furchtbar dilletantisch findest / finden. …und zwar – dem Anlaß gemäß (Es geht ja schließlich gerade um den Relaunch der Site und nicht um deren journalistische Wertigkeit…)
    – an Gestaltung, Umsetzung, Technik etc.

    Also: Kein Grund, sich persönlich angegriffen zu fühlen, sondern die Chance, der globalen Verbalkeule ein paar belastbare Fakten nachzuschieben.
    cul,
    Falk

    • stefanolix sagt:

      Ich möchte zur Beruhigung der Gemüter zuerst folgendes anmerken:

      Der Dilettant war ursprünglich ein Mensch, der eine Sache um ihrer selbst willen ausgeübt hat, also aus Interesse, Vergnügen oder Leidenschaft. In der Wikipedia wird weiterhin ausgeführt:

      Dabei kann er vollendete Kenntnisse und Fertigkeiten erlangt haben; solange er aber die Tätigkeit nicht beruflich für den Lebensunterhalt ausübt oder eine entsprechende, anerkannte Ausbildung absolviert hat, gilt er als Dilettant.

      Johann Wolfgang von Goethe ist einer der berühmtesten deutschen Dichter. Aber er war auf anderen Gebieten ein Dilettant im ursprünglichen Wortsinn – mit Scharfsinn, wissenschaftlichem Interesse und Leidenschaft.

      Vielleicht sollte man sich dann und wann an die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs erinnern.


      Nun gehe ich fest davon aus, dass die Umgestaltung des Online-Angebots der »Sächsischen Zeitung« von Profis erledigt wurde und dass diese Profis nach den Vorgaben anderer Profis gearbeitet haben. Aber niemand ist unfehlbar. Nur zur Einordnung: Es hat beim Relaunch solcher Angebote schon wesentlich schlimmere Pannen gegeben.


      Man kann den Journalismus und das Design des Online-Angebots nicht voneinander trennen – allein schon deshalb, weil zu den Regeln des Journalismus eine eindeutige Trennung des redaktionellen Teils von der Werbung gehört.


      Wenn man mir ein sz-online ohne Werbung, mit funktionierender Kommentarfunktion und natürlich mit guten Lokalnachrichten anbieten würde, würde ich im Monat 15 bis 20 Euro dafür bezahlen. Auch als entsprechenden Jahresbeitrag im Voraus.

      Alternativ könnte ich mir auch vorstellen, dass eine Art Pool aus seriösen Sponsoren das sz-online-Angebot präsentiert. Diese Werbung wäre dann zu verkraften.

      Aber so wie es sich im Moment darstellt, ist es für niemanden attraktiv. Die Werbung würde auf bild.de passen, aber eine seriöse Zeitung kann sich m. E. so nicht präsentieren.

      Die nicht zahlenden Nutzer ärgern sich über die Werbung und die vielen Euro-Zeichen. Die zahlenden Nutzer sehen offensichtlich nicht ein, dass sie die selbe Werbung ertragen müssen. Das Privileg, die Nachrichten nach 21.00 Uhr schon lesen zu können, ist auch weggefallen. So scheint es mir im Moment eine ganze Menge enttäuschte Kunden zu geben.


    • Sathiya sagt:

      Quelle wikipedia
      „In der heutigen Umgangssprache werden die Begriffe ‚Dilettant‘ und ‚dilettantisch‘ oft abwertend verwendet. Eine dilettantisch ausgeführte Tätigkeit wird dann gleichgesetzt mit: Unfachmännisch, unsachgemäß, fehlerhaft, stümperhaft oder oberflächlich ausgeführt.“
      (Ansonsten – Stefan zustimme und auch Dir/Ihnen (wie denn nu? kommt man ganz durcheinander ;-) ) Und danke für die Schützenhilfe Torben betreffend. )

      DAS meinte ich damit. Für meinen Geschmack nicht seriös genug, nicht gediegen genug, zu bunt und beliebig. Ah, vielleicht hätte ich besser sagen sollen – trifft nicht meinen Geschmack. Was es ja auch nicht tat. Stefans letzte 4 Absätze trefen es genau (aktueller Kommentar)
      Okay. alles klar.
      Verbalkeule … also echt… :-) war es so schlimm?

      Stefan, danke für die Vermittlung. Und entschuldige, daß Dein Blog wg. mir zum Schlachtfeld wurde, unabsichtlich. Ich werde meine Worte in Zukunft besser wählen. Obwohl mein Schreibstil sich immer auf Leserbriefniveau bewegen wird.

      Viele Grüße, Sathiya

      • stefanolix sagt:

        Mir war schon klar, dass die Fortsetzung des Artikels aus der Wikipedia nicht auf sich warten lassen würde ;-)

        Man könnte über den Bedeutungswandel dieses Wortes einen langen Text schreiben. Aber dazu gibt es sicher schon wissenschaftliche Abhandlungen.

        Den Amateur hat es übrigens nicht ganz so schlimm getroffen.


        Werte doch Deinen Schreibstil nicht selbst ab. Es gibt sehr gute Leserbriefe. Je nach Tagesform schreibt man manchmal besser und manchmal schlechter. Einige der knapp 6.000 Artikel und Kommentare auf diesem Blog würde ich heute ganz anders schreiben.

      • Sathiya sagt:

        *erleichtert seufzt und Laptop zuklappt* Danke.

        Ich frage mich, ob der Verriß (o nein, ein Wort aus dem Journalismus! am falschen Ort! zur falschen Zeit! Hilfe! :-) ) in dieser Form bzw. überhaupt erfolgt wäre, wenn ich wie der Großteil (der Kommentatoren, die ich gesehen habe) hier anonym unterwegs gewesen wäre. Oder ein anderes Bild (einen grünen Oger bspw.) oder einen männlich klingenden Namen verwendet hätte.
        Das nur in den Raum gestellt. Ist natürlich am Thema vorbei, bitte gegebenenfalls löschen (verstehe ich), aber das wäre doch ganz interessant, oder?

        … und jetzt halt ich den Rand, bis nächstes Jahr, versprochen. ;-)
        Sathiya

      • stefanolix sagt:

        Hier wird nichts gelöscht ;-)

        War das ernst gemeint: Du kannst den Rechner bis zur Jahreswende zuklappen? Das würde ich auch gern, aber es funktioniert schon seit Jahren nicht. Irgend etwas mache ich falsch …

        Was ich auf jeden Fall noch verbloggen werde: Eine Runde durch den Botanischen Garten am Tag der Wintersonnenwende oder am vierten Advent. Das Fotografieren beruhigt ungemein.

        Dann werde ich natürlich eine Weihnachtsmarmelade und diverse andere leckere Dinge kochen. Da muss der Rechner schon zum Abgleichen der Rezepte eingeschaltet bleiben.

        Eigentlich läuft hier immer ein Rechner, obwohl ich es schon lange etwas einschränken wollte …

      • Sathiya sagt:

        So ist das mit den guten Vorsätzen… und wenn man sich auch noch ungenau ausdrückt. Für Heute ist zugeklappt. ;-)
        *g* Sathiya

        Botanischer Garten-Runde schau ich mir an und sag vielleicht auch was. Mal sehen…

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