Ein klares Wort zum Leistungsschutzrecht

Der Heise-Verlag hat dankenswerterweise eindeutig klargestellt:

Daher legen wir Wert darauf, unseren Nutzern noch einmal klar öffentlich zu erklären, dass Links auf und kurze Textausschnitte/Snippets aus unseren Publikationen weiter höchst willkommen sind und dass dies weiterhin keiner Erlaubnis des Verlages bedarf oder gar Geld kostet.

Selbstverständlich werden wir auch niemanden deswegen abmahnen oder auf eine andere Weise dagegen juristisch vorgehen. Als Richtlinie hier gilt: Erlaubt ist zum Beispiel die Übernahme der Artikelüberschrift nebst Anrisstext oder eine vergleichbare Textlänge.

Sympathisch. Praktisch. Gut so.

Als Dresdner Blogger wünsche ich mir, dass sich die Dresdner Zeitungsredaktionen an diesem Verlag ein Beispiel nehmen und mit ebenso klaren Worten zeigen: Eine öffentliche Diskussion über (und mit) Medien soll nicht an einem handwerklich schlecht gemachten Gesetz scheitern.

Wir werden als Blogger mehr oder weniger mit dem #LSR zurechtkommen müssen. Ich schlage deshalb vor, dass wir uns als Dresdner Blogger an die vier Dresdner Redaktionen wenden und eine klare, zitierfähige, juristisch wasserdichte Stellungnahme erbitten.


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29 Responses to Ein klares Wort zum Leistungsschutzrecht

  1. leider hat der Heise-Verlag nicht wirklich etwas klar gestellt.
    “kurze Zitate“ sind erlaubt, so lange sie nicht etwa z.B. „zu Werbezwecken“ erfolgen.
    Sprich: keiner definiert was „kurz“ ist, keiner definiert was „Werbezweck“ ist.

    Damit steht man wie überall an genau der selben Stelle, man kann darauf hoffen dass das Zitat kurz genug ist (wobei Heise hier wenigstens die Einleitung als grobe Richtung angibt) und dass man selber nicht irgendwie als Werbung zählt.
    Mach ich mit meinem privaten Blog Werbung für mich selbst? Darf ich 10 Worte Heise-Kommentar zu meinem Produkt für Werbe-Zwecke verwenden?

    Nicht zu letzt ist das natürlich Bullshit wie sich Heise hier als Vorbildlich stilisieren will. Hätten sie bevor das LSR beschlossen wurde eindeutig Stellung bezogen, hätte ich sie vlt. ernst nehmen können.

    • stefanolix sagt:

      Ist es wirklich die Aufgabe von IT-Journalisten, zu diesem Gesetzesvorhaben Stellung zu nehmen? Ich meine, es ist ihre vorrangige Aufgabe, über die Entwicklungen zu berichten. Kommentare, Meinungsäußerungen und Stellungnahmen sind optional.

      • Ging es nicht um IT und Journalismus? Wer sollte sonst betroffen sein?

        Das ist aber auch nicht der Punkt. Der ist dass du es sympathisch findest dass der Heise-Verlag „eindeutig klarstellt“ wie er mit dem LSR umgehen will.
        Ich finde dass er eben genau nichts klar stellt, von eindeutig ganz zu schweigen.
        Was sie getan haben, ist zu bekräftigen dass man sich auch auf Heise-Dinge mit dem üblichen Zitatrecht bedienen darf. Das ist nichtssagend und hilft nicht wirklich weiter.

        Angefügt habe ich dann weiter dass ich sie als ernsthaft positiv hervorzuheben angesehen hätte, hätten sie vorher zum LSR Stellung bezogen. Das müssen Sie natürlich nicht, ich finde aber dass sie das als betroffene ruhig hätten tun können.
        Sprich: manchmal muss man auch das Optionale tun, wenn man vorbildlich sein will.

        PS: Hätten sie etwas klarstellen wollen, hätten sie z.B. einfach hinwerfen können „alles ist sofort unter „cc-by-nc-nd verfügbar“, dann bliebe zwar wie immer noch die Grauzone was denn nun wieder gewerblich sein soll, aber der Rest wäre klar. Über freiere Lizenzen hätte ich mich natürlich noch weniger beschwert.

      • stefanolix sagt:

        Ich habe hoffentlich mit Deinem Einverständnis einen Link zum entsprechenden Wikipedia-Artikel über die »cc-by-nc-dd«-Lizenz und verwandte Lizenzen eingefügt. Deinem Link fehlte die Adresse.

      • Rayson sagt:

        Hätten sie etwas klarstellen wollen, hätten sie z.B. einfach hinwerfen können “alles ist sofort unter “cc-by-nc-nd verfügbar”, dann bliebe zwar wie immer noch die Grauzone was denn nun wieder gewerblich sein soll, aber der Rest wäre klar.

        Ich bezweifle, dass der Heise-Verlag eine vollständige Übernahme seiner Texte in andere Angebote, ob kommerziell oder nicht, zulassen möchte. Was er also veröffentlicht hat, ist m.E. so ziemlich das Klarste, was man hinbekommen kann, wenn man eine teaser-ähnliche Übernahme dennoch zulassen möchte.

      • Ich habe hoffentlich mit Deinem Einverständnis einen Link zum entsprechenden Wikipedia-Artikel über die »cc-by-nc-dd«-Lizenz und verwandte Lizenzen eingefügt. Deinem Link fehlte die Adresse.

        Oh, da hab ich wieder mal geschludert. Der Link sollte eigentlich auf creativecommons.org verweisen, Wikipedia ist aber auch gut.

        Ich bezweifle, dass der Heise-Verlag eine vollständige Übernahme seiner Texte in andere Angebote, ob kommerziell oder nicht, zulassen möchte.

        Dass der Verlag möchte, glaub ich auch kaum. Als schönes Gedankenexperiment drängt sich aber die Frage auf: „Warum eigentlich nicht?“

      • Rayson sagt:

        Als schönes Gedankenexperiment drängt sich aber die Frage auf: “Warum eigentlich nicht?”

        Ich nehme stark an, dass die doch tatsächlich mit ihren Inhalten Geld verdienen möchten.

      • Als schönes Gedankenexperiment drängt sich aber die Frage auf: “Warum eigentlich nicht?”

        Ich nehme stark an, dass die doch tatsächlich mit ihren Inhalten Geld verdienen möchten.

        Genau mein Punkt: Gibt es Belege dafür dass das schwieriger/weniger wird wenn andere Personen diese Texte für nicht-kommerzielle Zwecke unverändert, mit Angabe der Originalquelle, verwenden dürfen?

        Alle Effekte die mir als möglich einfallen weisen eher in andere Richtungen.

        Natürlich ist das kein Experiment zu dem man Heise überreden können wird. :-D

      • Rayson sagt:

        Gibt es Belege dafür dass das schwieriger/weniger wird wenn andere Personen diese Texte für nicht-kommerzielle Zwecke unverändert, mit Angabe der Originalquelle, verwenden dürfen?

        Also mein Interesse an einem Abo der c’t ließe arg nach, wenn Kevin Obernerd die Texte des aktuellen Heftes auf seiner ganz privaten und nicht-kommerziellen Website veröffentlichte. Ob mit Quellenangabe oder ohne.

      • Also mein Interesse an einem Abo der c’t ließe arg nach, wenn Kevin Obernerd die Texte des aktuellen Heftes auf seiner ganz privaten und nicht-kommerziellen Website veröffentlichte. Ob mit Quellenangabe oder ohne.

        Ist das so? Und Kevin Obernerd setzt sich hin und tippt alles ab oder Scannt der das eher ein und lässt OCR drüber laufen?
        Liest du das dann als PDF am Rechner oder druckst du dir das aus?

        Nicht zu vergessen: Man KÖNNTE das auch auf die online-Texte reduzieren, diese Informationen kannst du bereits kostenlos bei Heise selber erhalten und das scheint dich auch nicht von einem Abo abzuhalten. (Nun.. mich schon, aber das ist ein anderes Thema.)

      • Rayson sagt:

        Ist das so? Und Kevin Obernerd setzt sich hin und tippt alles ab oder Scannt der das eher ein und lässt OCR drüber laufen?
        Liest du das dann als PDF am Rechner oder druckst du dir das aus?

        Zum Beispiel.

        Nicht zu vergessen: Man KÖNNTE das auch auf die online-Texte reduzieren, diese Informationen kannst du bereits kostenlos bei Heise selber erhalten und das scheint dich auch nicht von einem Abo abzuhalten. (Nun.. mich schon, aber das ist ein anderes Thema.)

        Die Hefte enthalten ja weit mehr als die online verfügbaren Texte. Wäre der Umfang identisch, würde ich nicht abonnieren.

        Was die Weiterverbreitung der Online-Texte selbst angeht: Heise möchte aus nachvollziehbaren Gründen mit den eigenen Online-Texten die Leser auf die eigene Website ziehen. Jedes zusätzliche Angebot durch jemand anderen verringert die Chance dazu.

        Mal ganz abgesehen davon frage ich mich, woher der große Bedarf nach Copy & Paste kommt, wenn nicht aus dem Wunsch, sich (grenz-)kostenlos zu bedienen.

  2. owy sagt:

    Im Gesetz steht wörtlich: „Jedoch ist ein Schutz nur vor systematischen Zugriffen auf die verlegerische Leistung durch die Anbieter von Suchmaschinen und Anbieter von solchen Diensten im Netz geboten, die Inhalte entsprechend einer Suchmaschine aufbereiten, da deren Geschäftsmodell in besonderer Weise darauf ausgerichtet ist, für die eigene Wertschöpfung auch auf die verlegerische Leistung zuzugreifen. Nicht erfasst werden deshalb
    andere Nutzer, wie z. B. Blogger, Unternehmen der sonstigen gewerblichen Wirtschaft, Verbände, Rechtsanwaltskanzleien oder private bzw. ehrenamtliche Nutzer.“

    Ich weiß nicht, wieso man sich als Blogger da Sorgen macht. Systematisch, Suchmaschine, sonstige gewerbliche Wirtschaft… ist doch ziemlich eindeutig, dass, sofern man nicht automatisiert auf Verlagsinhalte zugreift und Werbung drum drapiert, man nicht betroffen ist. Abgesehen davon, dass es ja auch noch ein Zitierrecht gibt.

    Ehrlich, so überflüssig und unsinnig ich dieses Gesetz finde, diese Panik(-mache) hintendran ist ebenfalls überflüssig.

    • stefanolix sagt:

      Das steht wörtlich so im Gesetz? Ich würde eher meinen, dass es in der (weitgehend unverbindlichen) Gesetzesbegründung steht. Im Gesetz steht nun (und das ist entscheidend):

      Der Hersteller eines Presseerzeugnisses (Presseverleger) hat das ausschließliche Recht, das Presseerzeugnis oder Teile hiervon zu gewerblichen Zwecken öffentlich zugänglich zu machen, es sei denn, es handelt sich um einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte. Ist das Presseerzeugnis in einem Unternehmen hergestellt worden, so gilt der Inhaber des Unternehmens als Hersteller.

      Zulässig ist die öffentliche Zugänglichmachung von Presseerzeugnissen oder Teilen hiervon, soweit sie nicht durch gewerbliche Anbieter von Suchmaschinen oder gewerbliche Anbieter von Diensten erfolgt, die Inhalte entsprechend aufbereiten.

      Ein Blogger ist allein schon deshalb „gewerblich“, weil er regelmäßig und nachhaltig publiziert. Eine (wie auch immer geartete) Gewinnerzielungsabsicht muss nicht bestehen.

      • Rayson sagt:

        Ein Blogger ist allein schon deshalb “gewerblich”, weil er regelmäßig und nachhaltig publiziert. Eine (wie auch immer geartete) Gewinnerzielungsabsicht muss nicht bestehen.

        Ja. Aber sorry, das ist doch nur das (adjektivische) Zweitkriterium. Das erste Kriterium lautet „Anbieter von Suchmaschinen“ oder „Anbieter von Diensten, die Inhalte entsprechend aufbereiten“. Blogs fallen nicht darunter.

        Mir scheint, als ob die Blogosphäre, wenn sie sich einmal zur Erregung entschlossen hat, nicht mehr damit aufhören kann, selbst wenn sich die Ausgangslage (hier der Gesetzestext) inzwischen geändert hat.

      • owy sagt:

        Du hast Recht: Das ist ein Zitat aus der Begründung. Ich würde aber nicht denken, dass die „weitgehend unverbindlich“ ist.

      • stefanolix sagt:

        Lassen wir die erste Bedingung vor dem »oder« einfach weg, dann wird der Satz klarer:

        Zulässig ist die öffentliche Zugänglichmachung von Presseerzeugnissen oder Teilen hiervon, soweit sie nicht durch gewerbliche Anbieter von Diensten erfolgt, die Inhalte entsprechend aufbereiten.

        Was würde nun mit dem BILD-Blog passieren? Es lebt von Medienkritik, also davon, dass es Inhalte entsprechend aufbereitet, dabei auch verlinkt und zitiert. Es ist gewerblich und es wäre juristisch gesehen auch ohne jegliche Werbung gewerblich.

        Ist das wirklich zu viel Aufregung, wenn ich mich frage, ob mit einem solchen Gesetz nicht auch die professionelle Medienkritik beeinträchtigt ist?

      • Rayson sagt:

        Lassen wir die erste Bedingung vor dem »oder« einfach weg, dann wird der Satz klarer

        … und verändert vor allem mal eben schnell seine Bedeutung, denn das „entsprechend“ zielt natürlich auf „Suchmaschinen“, bedeutet also „Suchmaschinen entsprechend“.

        Zusammen mit dem Verweis auf die Weitergeltung des Zitatrechts ist damit auch das Bildblog aus dem Rennen. Und ja, es ist daher immer noch zu viel Aufregung dabei…

        In Irland ist die Diskussion schon ein Stück weiter

        Nichts, aber auch gar nichts deutet darauf hin, dass es in Deutschland dazu kommen könnte. Der Verweis auf das Zitatrecht z.B. stand von Anfang an im Gesetzestext.

        Und wenn es »nur« Rivva wäre, das durch ein so schlecht formuliertes Gesetz untergeht: Das wäre schon ein Opfer zu viel.

        Mag sein, aber ich sehe nach der Last-Minute-Änderung die Gefahr für Rivva nicht. Die dort veröffentlichten Textteile könnten kleiner kaum noch sein.

        Dass diese Sache in das Jahr 2013 und den beginnenden Wahlkampf rutscht, war sicher nicht beabsichtigt.

        Machen wir uns nichts vor: Dieses Gesetz interessiert in der Welt da draußen keine Sau. Dazu sind viel zu wenig Leute betroffen. Was dem Wahlkampf allerdings wirklich geschuldet ist, ist, dass es das Gesetz jetzt als Zombie-Gesetz vermutlich ohne wesentliche reale Anwendungsfälle gibt, denn ein Zurückziehen wäre den (un)politischen Regeln entsprechend als Niederlage interpretiert worden. Also musste eben irgendwas raus.

        Die Welt ist mit dem Gesetz ein winziges Stückchen unschöner und unfreier geworden, weil nicht auszuschließen ist, dass sich wirklich mal jemand darauf beruft, der im vorherigen Urheberrecht keine Grundlage gefunden hätte. Es wird da aber höchstens Einzelfälle geben.

        Statt dass jetzt Leute wie Udo Vetter unberechtigte Panik verbreiten, die auch wieder vor allem dem Wahlkampf geschuldet ist, hätten die Kritiker des Gesetzes ja mal einen kleinen Fonds für den ersten Anwendungsfall einrichten können, der sich auf stinknormale Blogger bezieht, die nach herkömmlichen Maßstäben nicht gegen das Urheberrecht verstoßen haben. Ich bin mir sicher, das Geld hätte man nach fünf Jahren unversehrt wieder zurückzahlen können. Nicht nur, weil das Gesetz eh nicht durchgeht.

      • stefanolix sagt:

        Wenn sich »entsprechend« wirklich auf Suchmaschinen beziehen sollte, dann hättest Du recht. Dann ginge es in dem Gesetz in der Tat nur um Suchmaschinen, Nachrichtenweiterverbreiter und Aggregatoren. Wobei die Frage erlaubt ist: Aggregiert das BILD-Blog? Aggregiere ich Meldungen, wenn ich im Monat mehr als zehn Artikel über Medien schreibe? Man wird die Praxis der Rechtssprechung abwarten müssen.

        OK, Du hast in Deiner bekannt ruhigen Art die Wogen etwas geglättet. Der Hinweis auf einen Rechtsanwalt im Wahlkampf für sich und die Piraten ist auch nicht von der Hand zu weisen. Wer weiß, für welche Seite(n) andere Aktivisten kämpfen?

        Trotzdem bleibe ich dabei, dass ich den Vorstoß des Heise-Verlags als richtiges und klares Wort ansehe und für diese Klärung dankbar bin.

        Es hätte doch sicher einen Weg gegeben, dieses Zombie-Gesetz auf den St.-Nimmerleins-Tag zu verschieben. Das Gesetz wird nämlich trotz Ablehnung des Bundesrats in Kraft treten, weil der Bundesrat hier nicht zustimmen muss.

      • Rayson sagt:

        Wobei die Frage erlaubt ist: Aggregiert das BILD-Blog? Aggregiere ich Meldungen, wenn ich im Monat mehr als zehn Artikel über Medien schreibe? Man wird die Praxis der Rechtssprechung abwarten müssen.

        Das glaube ich nicht einmal. Sowohl das Bildblog als auch du, ihr aggregiert nicht, sondern ihr verarbeitet, indem ihr hinreichend eigene Gedanken hinzufügt, und seid damit durch das Zitatrecht abgesichert.

        Das Gesetz wird nämlich trotz Ablehnung des Bundesrats in Kraft treten, weil der Bundesrat hier nicht zustimmen muss.

        Der Bundesrat kann und wird es aber wohl verzögern, bis die Bundestagswahl vorbei ist. Und dann schaun mer mal…

      • Wird hier vielleicht „gewerblich“ und „geschäftsmäßig“ verwechselt?

        Hat jemand eine juristische Definition von gewerblich aus eine guten Quelle, am besten Gesetzestext, Urteil oder juristischer Fachliteratur?

  3. Eine irgendwie geartet Auseinandersetzung mit dem #lsr mit Bezug auf die Dresdner Presse- und Bloglandschaft würde ich mir schon wünschen. Die in anderen Blogs (habe leider gerade nicht die Links zur Hand, sorry) beschriebene Situation, dass man zunächst einmal den Fuss in der Tür hat und in den Folgejahren eine Verschärfung propagieren wird (gemeint ist Herr Keese etc.), halte ich nicht für unbegründet. Die Entwicklung des Urheberrechts über die letzten Jahre hinweg hat zumindest diesen Weg gezeigt.

    • stefanolix sagt:

      Ich kann Dir da nur voll und ganz zustimmen. Ich wette, dass es in den nächsten Jahren aufgrund dieses Gesetzes Gerichtsverfahren geben wird, die für den Beklagten richtig teuer werden können. Und der Beklagte wird nicht Google sein.

      • owy sagt:

        Wer denn? Ich würde die Wette vielleicht annehmen, wenn Du etwas konkreter wirst, wer deiner Meinung nach beklagt wird. Irgendwelche kleinen Blogs platt zu machen – das traue ich den Verlagen nicht zu.

      • stefanolix sagt:

        Wer verklagt wird? Das weiß ich nicht. Der Einfallsreichtum von Anwälten ist unendlich. Und nach dem Buchstaben des Gesetzes sind Klagen möglich.

        Ich habe übrigens noch eine ganz andere Befürchtung: Was ist eigentlich mit Links, die in der Vergangenheit gesetzt wurden? Immerhin hält der Betreiber das Angebot ja schließlich aufrecht.

        Wetten wir einfach um die Ehre (vielleicht fällt uns noch etwas Besseres ein). Ich bin überzeugt, dass es nach dem Inkrafttreten des Gesetzes Klagen gegen Betreiber geben wird oder dass mindestens einige Betreiber ihre Dienste nicht mehr weiterführen können.

    • owy sagt:

      Ich bin ausgesprochen skeptisch, dass man sinnvolle O-Töne bekäme, würde man die heimischen Verlage anfragen… Die Herrschaften werden sich kaum öffentlich gegen die Verbands-/Branchenlinie stellen, sollte sie eine solche Position haben.

      Ich meine mich zu erinnern, dass mal der Geschäftsführer eines großen Zeitungshauses hier aus der Stadt zu mir gesagt hat, dass man als vergleichsweise kleiner Verlag kaum Einfluss auf die ganze Geschichte hätte, ob man nun wolle oder nicht…

      Dann ist in meinen Augen ja auch hinlänglich bekannt, dass das LSR ein Springer-Projekt („Bild“) ist – und wir kurz vor der Wahl (= Wahlkampf) stehen. Damit ist klar, warum sich die Vernunft im BT nicht durchgesetzt hat.

      Aber: Dieser Pseudo-Kulturkampf, „Verlage“ gegen „das Netz“ bzw. „Verlage versuchen Kontrolle über die Informationen im Netz zu erlangen“ usw. halte ich – mit Verlaub – für totalen Schwachsinn. Da sind einfach ein paar (sehr mächtige) Leute frustriert, dass Google im Netz Geld verdient und sie selbst nicht. Die glauben jetzt, einen Teilsieg erlangt zu haben. Auch das ist in meinen Augen Unsinn. Es ist nichts gewonnen.

      Aber: Angenommen „die Verlage“ würden „nach dem ersten Fuß in der Tür“ versuchen, mehr zu bekommen – wie sähe dass dann aus? Was genau würde als Forderung folgen? Sollten Abmahnungen wirklich das neue Geschäftsmodell „der bösen Verlage“ werden? Und wäre dann immer noch Wahlkampf? Und würde ein Richter/die europäische Union usw. usf. das zulassen, dass Verlinkung auf Verlagsseiten kostenpflichtig würde? Und würde dann noch irgendwer auf die Verlagsinhalte verlinken?

      Vielleicht täusche ich mich ja, aber auch hier denke ich: keine Sorge.

      Ich denke, wir bekommen durch das LSR einige Jahre Unsicherheit für diverse Aggregatoren. Schade um Rivva, die anderen sind in meinen Augen weitesgehend verzichtbar. Meinetwegen muss Google etwas Geld abdrücken – falls sie sich nicht juristisch oder sonstwie wehren – aber die haben’s ja. Die Freiheit sehe ich dadurch nicht bedroht. Die Verlage werden meiner Meinung nach von der ganzen Geschichte kaum finanziell profitieren, dafür gibt es zu wenige potentielle „Geld-Geber“ in dem Bereich. Ansonsten bleibt alles beim Alten.

      Meine Meinung.

      P.S.: Zwischendurch finde ich den Gedanken ganz reizvoll, demnächst als Lizenzgeber Geld von Google überwiesen zu bekommen ;-)

      • stefanolix sagt:

        Es ist kein Teilsieg, der sich jetzt sofort finanziell auswirkt. Es ist in der Tat der »Fuß in der Tür«, der mir Sorgen bereitet. Ich befürchte, dass man eines Tages für jeden direkten Link (Deep-Link) zahlen soll oder keinen direkten Link mehr setzen kann. In Irland ist die Diskussion schon ein Stück weiter:

        https://www.unwatched.org/20130119_Irland_Verlage_und_das_Hin_und_Her_um_Link-Lizenzen

        Also: Dieses Ziel wird schon von Verlagen in mindestens einem EU-Land vertreten. Nur noch nicht in Deutschland.

        Wenn das Erfolg hat, werden die Verlage natürlich nicht das große Geld machen. Sie werden vermutlich auch nicht gegen kleine Blogger vorgehen, die einen zustimmenden Link auf einen Zeitungsartikel setzen. Aber sie können damit diejenigen ausschalten, die ihnen zu nahe treten. Denn fundierte Kritik ist ohne einen direkten Link gar nicht praktikabel.

        Und wenn es »nur« Rivva wäre, das durch ein so schlecht formuliertes Gesetz untergeht: Das wäre schon ein Opfer zu viel.

        Dass diese Sache in das Jahr 2013 und den beginnenden Wahlkampf rutscht, war sicher nicht beabsichtigt. Es liegt meiner Meinung nach an der mangelhaften Abstimmung innerhalb der Koalition und an mangelhafter Aufgabenplanung.

  4. owy sagt:

    In der taz teilt man meine Einschätzung – und wirft heise mit seinem Hinweis sogar Mitwirken an der Panikmache vor. Zitat aus dem „taz“-Artikel:
    „Blogger, Vereine, Unternehmen und alle sonstigen Nutzer können ihre Links weiterhin mit Snippets illustrieren. Sie brauchen dafür keine Genehmigung. Das gilt auch, wenn sie kommerzielle Zwecke verfolgen. Denn auch ein kommerzieller Blogger bleibt ein Blogger und wird keine Suchmaschine.“
    http://www.taz.de/Blogger-und-Leistungsschutzrecht/!112245/
    Das entkräftet nun natürlich nicht die These, dass ein Fuss in der Tür sei… allerdings bin ich da der Meinung, dass die vernünftigen Netz-Menschen inzwischen über eine ausreichende Lobby verfügen.

    • Frank sagt:

      Na gut, owy, ich lasse mich mal von Dir anstecken und schalte in meiner Panik ein wenig zurück. Und Blogger betrifft es wahrscheinlich wirklich nicht und das Zitatrecht bleibt uns tatsächlich erhalten. Für mich war das immerhin ein Anlass, mich damit auseinander zu setzen, wie korrekte Zitate eigentlich beschaffen sein müssen.

  5. Frank sagt:

    Rechtsanwalt Thomas Schwenke mit 22 Antworten rund um das Presse-Leistungsschutzrecht.
    http://rechtsanwalt-schwenke.de/faq-zum-presse-leistungsschutzrecht/

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