Anka und die bioveganen Reinigungsmittel

Seit einigen Stunden geistert eine Geschichte durchs Netz: Angeblich hat ein Paar aus Berlin seiner Putzfrau einen Brief geschrieben, der vor Arroganz nur so strotzt. Die einen nehmen den Brief wohl als Indiz für Alltagsrassismus, die anderen als Beweis für die Verkommenheit des Milieus der Ökospießer.

Ich lege mich fest und sage: Das ist Satire. Man kann es meinetwegen auch »Viral Marketing« nennen. Oder »Sau durchs Dorf treiben«. Oder »Erregungswellen aufschaukeln«. Das Rätsel wird sicher bald aufgelöst werden. Vielleicht ist es auch ein soziales Experiment: »Wie weit gehen die Leute, wenn sie solche Hassfiguren dargestellt bekommen?«

Jede gute Satire enthält einen gewissen Teil Wahrheit, aber diese Geschichte ist einfach zu dick aufgetragen und wirkt letztlich unplausibel. Ich habe schon sehr arrogante »Öko-Spießer*Innen« erlebt. Aber der Brief ist in Stil und Inhalt ganz untypisch.


21 Antworten zu Anka und die bioveganen Reinigungsmittel

  1. Muriel sagt:

    Du hast natürlich völlig recht.

  2. Frank sagt:

    Das fand ich auch, dass das ein Fake ist. Ich habe das aber nur auf Facebook geschrieben und zitiere mich selbst:

    Echt oder nicht? Ich habe auch einen Moment gegrübelt. Es ist gut geschrieben und könnte leider glatt wahr sein. Aber an der Stelle mit der Katze wurde ich doch skeptisch. Und ein Kommentator auf der FB-Seite des Autors meinte: „Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das echt ist. Wer bitte kündigt einer schwarz beschäftigten Putzfrau schriftlich?“

    • stefanolix sagt:

      Über die Frage »schwarz oder nicht schwarz?« kann man anhand des Briefes wohl noch nicht urteilen. Ich tendiere eher zu der Annahme, dass die Putzfrau als Selbständige beschäftigt wurde. Dann könnte man (theoretisch) auch so kündigen. Vielleicht hat es die Geschichte in ähnlicher Form wirklich gegeben und sie wurde jetzt phantasievoll ausgeschmückt.

  3. Muyserin sagt:

    Pff. Das riecht zehn Meter gegen den Wind nach Satire. Nächster Aufreger, bitte! ;)

  4. „Der Brief liegt uns aber nicht im Original vor, wir verlassen uns auf die Angaben des Kollegen Schack.“ Allein schon! Erstens ist es schlicht naiv, sich ohne jeden Beweis auf journalistische Angaben zu verlassen. Zweitens ist der Fall auf Ramon Schacks Homepage nicht erwähnt. Auf seiner facebook-Chronik schon – dort geht Schack auf Fragen nach der Quelle nicht ein und verweist nur immer wieder auf sein bald erscheinendes Buch.
    Ich halte das für eine um die Wahrheit unbekümmerte Art, ein Buch zu bewerben.

    • stefanolix sagt:

      Na ja, ich habe noch einen anderen Verdacht. Könnte es nicht auch ein Test sein? Ein großer Feldversuch?

      • Überschrift: „Wie leichtgläubig sind die Deutschen?“
        Schon möglich.

      • stefanolix sagt:

        Wir werden es sicher sehen. Auch wenn jetzt irgendwann ein Foto nachgereicht werden sollte: Ich habe schon zu viele Falschmeldungen gesehen, um ausgerechnet an diesen Brief in dieser Form zu glauben.

        Gab es nicht neulich noch die beeindruckenden Bilder vom verstrahlten Schwein? Das war ja dann auch eine virale Aktion …

  5. Das ist simples Grünen-/Linken-Bashing, Stimmungsmache. Ginge es um die FDP stünden dort 3 Euro Stundenlohn, heimlich ausgefressener Kaviar und Kratzer auf der Rolex und die Blogosphäre (gruseliges Wort, wer will da denn hingehören) ließe sich in die andere Richtung treiben.

    • stefanolix sagt:

      Der Begriff »Blogoshpäre« passt hier nicht, weil die meisten Reaktionen ja aus sozialen Netzwerken, via Twitter oder als Kommentare erscheinen. Bei rivva kann man sich anschauen, wie viele Reaktionen es schon gibt.

      Zweitens ist es kein »Bashing« gegen die Linken oder gegen die Grünen, sondern die Reaktionen richten sich gegen ein spezielles soziales Milieu. Die Plattform publikative.org (erster Link im Artikel) ist sicher nicht verdächtig, auf Rot oder Grün einzuschlagen oder Stimmung gegen diese Parteien zu machen.

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