Sind wir Teil eines großen Experiments?

Im Netz wird in diesen Tagen über zwei Berliner Geschichten diskutiert. Sind wir mit unseren Reaktionen Teil eines psychologischen Experiments?

Da ist zum einen die Geschichte von Anka und den Putzmitteln: Jemand hat einen Brief veröffentlicht, mit dem ein »Ökospießer«-Paar angeblich seiner polnischen Putzfrau gekündigt hat. Der Brief ist arrogant und chauvinistisch. Aber ist er auch echt?

Da ist zum anderen die Geschichte von den Schmierereien im Bezirk Prenzlauer Berg: Zugezogene werden für die Auswirkungen der sogenannten »Gentrifizierung« verantwortlich gemacht. Sie werden mit Parolen bedroht, die an Nazi-Propaganda erinnern. Aber wer hat sie gesprüht? Und wem nutzt es?

Wagen wir ein Gedankenexperiment: Könnten diese beiden Aktionen erdacht und inszeniert worden sein, um unsere Reaktionen zu testen? Der Brief könnte sehr gut aus dem Methodenkoffer des viralen Marketings stammen und auch die Parolen könnten als Provokation inszeniert worden sein.

Wie reagieren wir, wenn wir nicht ahnen, dass wir in einem Experiment beobachtet werden? Wie reagieren wir, wenn wir unterstellen, dass wir im Rahmen eines Experiments beobachtet werden?

Ich lasse das bewusst offen und gehe an meine Arbeit ;-)


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7 Responses to Sind wir Teil eines großen Experiments?

  1. Sathiya sagt:

    … könnte sehr wohl sein, in der heutigen Zeit halte ich nichts mehr für ausgeschlossen. Versteckte Kamera hat es als social-media-Avatar in die Moderne geschafft, das Verhalten einer bestimmbaren Gruppe von Menschen ist vorherseh- und manipulierbar, eine groß angelegte Feldstudie für das aktuelle Soziologie-Semester ;-) – wundern würde mich es nicht.

    Satire ist auch nicht mehr ohne weiteres als solche erkennbar, da das alltägliche Leben selbst schon in Teilen so widersinnig geworden ist, daß man mittlerweile fast alles glauben können muß.

    Aber, ich glaube eher, daß eine viel simplere Erklärung zutrifft: jemand oder mehrere Jemande haben sich einige Scherze auf Kosten anderer erlaubt, sitzen nun da, beobachten die Reaktionen im Web und lachen sich eins. Bestenfalls. Schlimmstenfalls haben sie es getan „weil sie es konnten“, ohne besonderen Grund, was ich viel bedenklicher finde.

    Back to work, Grüße, Sathiya

    • stefanolix sagt:

      Wie sich das trifft: Ich komme gerade »back from work«. Ich halte es zumindest für möglich, dass diese Aktion geplant wurde, damit um jeden Preis Aufmerksamkeit erregt wird.

      Aber auch wenn das nicht so sein sollte: Die vielen Reaktionen und Kommentare müssen doch geradezu eine Fundgrube für Psychologen und Soziologen sein ;-)

      Insofern wäre ich fast froh, wenn jetzt jemand das Spiel beenden würde. Er könnte er uns allen den Spiegel vorhalten: Schaut mal hinein und reflektiert, warum Ihr so oder so reagiert habt!

      Ich fände das spannend, denn wir sind ja inzwischen alle ein Teil des Spiels geworden …

  2. Rayson sagt:

    Ich weiß nicht, ob es das Alter ist, aber solche Nachrichten, denen man unmittelbar ansieht, was sie auslösen sollen, lasse ich erst einmal ein paar Tage abhängen und die Aufregung an mir vorüber rauschen. In den meisten Fällen zeigt sich dann, dass man entweder einem Hoax aufgesessen war, aus einer Mücke ein Elefant gemacht wurde oder ein kurioser Einzelfall vorlag, der zu keinen verallgemeinernden Reaktionen Anlass geben konnte.

  3. Andreas sagt:

    Ui, ui, ui – du weisst doch, dass eigentlich die Mäuse die Welt beherrschen und wir nur ein Teil eines biologischen Computers sind, um die Frage zur Antwort „42“ zu finden?

    P.S.
    Zum Nachdenken:
    M: 13. Buchstabe des Alphabets
    A: 1. “
    T: 20. “
    H: 8. “
    —————
    42 !

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