In sechs Schritten zur Premiumwerbung

1. In den gedruckten Zeitungen war und ist die Werbung eine Geldquelle: Auf begrenzter Fläche können nur wenige Anzeigen geschaltet werden. Damit sind bei stabiler Wirtschaftslage planbare Einnahmen zu erzielen. Die Devise lautet: Weniger ist mehr. Werbung stört nicht beim Lesen.

2. In den digitalen Ausgaben der Zeitungen ist Werbung für die Verlage keine Geldquelle: Die Preise für die aufdringliche und ungeliebte Digital-Werbung sind in den Keller gesunken. Die Devise lautet: Mehr ist weniger. Werbung stört die Nutzer erheblich beim Lesen.

3. Warum stört Werbung im Printprodukt nicht beim Lesen? Die Verlage fügen die Werbung im Print selbst in das Layout der Zeitung ein. Sie folgen dabei ihren eigenen Interessen und Qualitätsansprüchen. Gestaltung und Vermarktung sind getrennt.

4. Warum stört Werbung im Digitalprodukt erheblich beim Lesen? Im Web beziehen sie ihre Werbung von den Betreibern der Ad-Server. Diese folgen völlig anderen Interessen und Gesichtspunkten als die Verlage. Gestaltung und Vermarktung sind nicht getrennt, das Layout der digitalen Zeitung wird regelrecht zerstört.

5. Die Lösung ist: digitale Premiumwerbung. Sie wird von den Verlagen selbst verantwortet. Sie wird gestalterisch ins Layout eingepasst und sauber vom redaktionellen Teil abgegrenzt. Sie kommt ohne Animation, Audio, Scripte und Tracking. Sie lenkt nicht vom Lesen ab. Und das Beste: Man muss sie mit Ad-Blockern nicht herausfiltern. Weil sie die Nutzer nicht stört, nicht gefährdet und nicht ausspioniert.

6. Premiumwerbung kann und darf den Werbetreibenden niemals billig verkauft werden. Aber sie wird von den Leserinnen und Lesern eines hochwertigen Mediums auch nicht abgeblockt, sondern als notwendiger Bestandteil wahrgenommen. Damit entsteht ein Gewinn für alle Seiten: Der Verlag verkauft Anzeigen. Der Leser erhält ein ordentliches Produkt. Der Werbetreibende (und nur er!) kennt die Anzahl der abgerufenen Werbebotschaften.


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9 Antworten zu In sechs Schritten zur Premiumwerbung

  1. Manni sagt:

    Unterschreibe ich sofort.
    Ist der Beitrag eventuell motiviert durch die SPON-Kampagne „Bitte Adblocker deaktivieren, damit wir mit dem Online-BlahBlah jetzt endlich auch mal was verdienen“?
    Allerdings, DEN Anbieter „digitaler Premiumwerbung“ habe ich noch nicht entdeckt?!
    Und die Print-Werbung kann durchaus nerven, wenn ich z.B. an die kiloschweren Wochenend-Ausgaben einiger Tageszeitungen denke…

    • stefanolix sagt:

      So dick wie früher sind die Zeitungen nicht mehr: Bisher habe ich es noch immer geschafft, die F.A.S. ohne Muskelfaserriss vom Bäcker nach Hause zu bringen ;-)

      Mein Favorit an jedem Wochenende ist die F.A.S. – eine sehr schön gestaltete Zeitung mit sehr interessantem Inhalt, die sich bis heute als Printprodukt sehr gut verkauft. Ich kaufe sie also wirklich an nahezu jedem Sonntag und kann deshalb die Zeitung mit dem kostenlosen Angebot auf faz.net gut vergleichen.

      Die digitale Ausgabe auf faz.net enthält viele Artikel zeitversetzt. Man könnte die Artikel also eine Woche oder zwei Wochen später immer noch lesen, aber man hat keinen Anspruch darauf.

      Nein, es gibt keine Zeitung, die sich für dieses Modell entschieden hat, allerdings könnte ich es mir bei faz.net am ehesten vorstellen. Sie müssten eben auf das Tracking und die blinkenden Anzeigen verzichten. Aber im Print tun sie das ja gezwungenermaßen auch.

  2. Xeniana sagt:

    Das klingt richtig gut:) Es ist nur online verfügbar richtig? Nicht als Buch ?

    • stefanolix sagt:

      Die Werbung, die ich mir oben im Artikel vorstelle, wird es so vermutlich nie geben. Erfahrenere Leute als ich könnten sicher auch erklären, warum das so ist. Aber ich bin der Überzeugung, dass man mit Kompromissen weiterkäme.

    • stefanolix sagt:

      Aber ich glaube, Dein Kommentar sollte unter dem Artikel zu Don Vito stehen, oder? ;-)

  3. […] Meinetwegen können wir auch über Werbung innerhalb des Angebotes nachdenken – aber nur unter einer Bedingung: Werbung ausschließlich zu Festpreisen. Qualität hat ihren Preis und es nicht nötig, den Klicks hinterherzurennen. Wer in unserem Angebote werben will, muss dafür unseren Preis zahlen. Basta. Vielleicht würde es Sinn machen, über besondere Werbeformen nachzudenken, eine gesponserte Rubrik zum Beispiel – aber das ist ein Thema für sich (sehr lesenswert in diesem Kontext: stefanolix: “In sechs Schritten zur Premiumwerbung“). […]

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