Geladene Frage

Ich habe nur selten die Zeit und die Möglichkeit, das ARD/ZDF-Morgenmagazin anzuschauen. Vielleicht ist das auch gut so: Heute morgen im Hotel durfte ich mir wieder einmal anschauen, wie parteiliche Berichterstattung funktioniert. Der Reporter fragt den ver.di-Vertreter:

Inwiefern haben Sie den Eindruck, dass Amazon Ihre Forderungen völlig egal sind?

[aus dem Gedächtnis zitiert.]


5 Antworten zu Geladene Frage

  1. Muriel sagt:

    Och, das könnte schlimmer sein.
    Sie hätte auch fragen können „Was ist Ihr Eindruck, warum Amazon Ihre Forderungen egal sind?“ Oder so.
    Bei Fox News wurde vor einiger Zeit diskutiert „Why do atheists inspire such hatred?“

    • stefanolix sagt:

      Der Reporter hat dann auch noch betont, man habe die Amazon-Geschäftsführung ja um eine Stellungnahme gebeten, aber keine bekommen. Wen wundert es: Welcher Manager stellt sich montags zwischen sieben und neun Uhr in Bad Hersfeld vor die Kamera?

  2. Gutartiges Geschwulst sagt:

    „Der Reporter fragt den ver.di-Vertreter …“ Zum Küssen!

    Warum befragte dieser sogenannte Reporter den angeblichen Arbeitnehmer-Vertreter nicht nach den widerwärtigen Zuständen, im unmittelbaren Umfeld der Sendetätigkeit von ARD und ZDF?
    Hier werden nämlich, seit mehr als vier Jahrzehnten, genau jene ausbeuterischen Arbeitsbedingungen praktiziert, die unsere scheinheiligen TV-Journatollahs seriösen Firmen anlasten, wie Amazon oder auch Red Bull.
    Obwohl mit dem Geld der Gebührenzahler reichlich genug versorgt, um nahezu jede Sendeminute eigenständig zu erstellen, vergeben die öffentlich-rechtfreien Fernsehanstalten, spätestens seit Mitte der 1960ger Jahre, einen großen Teil ihrer Produktionen an freie Gesellschaften, heutzutage Subunternehmen genannt.
    Damit gehören gerade ARD und ZDF zu den Wegbereitern jenes Unheils, welches sie andererseits heuchlerisch beklagen.
    Jeder, der die Szene kennt, wird bestätigen, dass zahlreiche dieser Produktionsfirmen die Arbeitskraft ihrer Beschäftigten hemmungslos ausbeuten.
    Hauptsächlich Assistenten und Praktikanten werden, trotz 16-Stundentagen sowie Nacht- und Wochenend-Arbeit, mit Niedrigstlöhnen abgespeist, sofern sie ihre Gagen überhaupt erhalten, was allzu häufig nicht der Fall ist.

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