Blätter auf dem Seerosenteich im Botanischen Garten

30. September 2013

Blätter auf dem Seerosenteich im Botanischen Garten (29.09.2013).


Dresdner Verhältnisse (1)

15. September 2013

Beim Bau der Brücke A hat der Widerstand der grünen und roten Verhinderer viele Millionen Euro Mehrkosten verursacht. Dieses Geld ist für immer versenkt.

Bei der Sanierung der Brücke B werden Fehlentscheidungen der schwarzen und gelben Verhinderer vermutlich viele Millionen Euro Mehrkosten verursachen. Noch ist ein Umdenken möglich.

Das geht zu Lasten der Menschen, die diese Bauleistungen mit ihren Steuern und Abgaben bezahlen müssen. Und es geht zu Lasten fast aller Menschen, die täglich in Dresden im Verkehr unterwegs sind.


Ein anderes Beispiel: Vor dem Bau der Fundamentplatte einer Kindertagesstätte wurde auf der Fläche Asbest-Müll verscharrt. Jemand hat diesen Müll vor dem Betonieren der Platte fotografiert. Als die Kindertagesstätte fast fertig war, wurden die Fotos durch Lokalpolitiker der Grünen an die Öffentlichkeit gebracht. Jetzt rätseln viele Leute: Wer hat die Verzögerung zu verantworten?


Es stellt sich doch die Frage: Wem nutzt dieser permanente unfaire und unproduktive Streit in Dresden? Und: Warum werden solche Fragen in den Dresdner Medien weder gestellt noch beantwortet?


Wir können momentan kaum eine Straße entlang laufen, ohne an die Wahl erinnert zu werden. Vermutlich werden sich wieder etwa 75 % der Erwachsenen aufraffen und ihre Stimme abgeben. Doch die Demokratie muss vor allem an der Basis funktionieren. Durch sinnlose Streitereien in der Kommune scheint sie mir gefährdet zu sein …

Manchmal denke ich, dass es den Dresdner Lokalpolitikern und der Dresdner Stadtverwaltung einfach zu gut geht. Dresden hat nur wenig Schulden, Dresden ist attraktiv für junge Familien und Dresden ist eine der wenigen Großstädte mit relativ hoher Geburtenrate.

Aber man geht in der Lokalpolitik miteinander um, als ob es kein Morgen gäbe.



Ein neutraler Klimaschutzexperte?

14. September 2013

Die Linksfraktion im Sächsischen Landtag hat ein Gutachten gegen den Braunkohlenabbau in Auftrag gegeben. In einem Artikel der »Sächsischen Zeitung« kann man – dem ersten Anschein nach völlig wertneutral – lesen:

Darin kommt der von der sächsischen Landtagsfraktion beauftragte Klimaschutzexperte Hans-Jürgen Schlegel zu dem Schluss, dass es keinen Bedarf für eine weitere Braunkohleförderung gebe.

Es fehlt allerdings ein kleines Detail: Der »Klimaschutzexperte« hat ein vitales Interesse daran, Gutachten gegen den Abbau der Braunkohle zu schreiben. Hans-Jürgen Schlegel ist aktiv im VEE Sachsen e. V. und setzt sich in seinen Publikationen unter anderem für die Genehmigung wesentlich höherer Windkraftanlagen ein.

Im Präsidium dieses e. V. sitzen vor allem Vertreter der EE-Branche (Wind, Solar). Das Ziel dieses Vereins ist laut Eigenwerbung:

Das zentrale Ziel der Arbeit der VEE ist, die Förderung der Nutzung Erneuerbarer Energien durch aktives fachübergreifendes Handeln mit Kompetenz und Objektivität zu unterstützen und voranzutreiben. (…) Der Zweck der VEE ist die Förderung von Bildung und Erziehung sowie von Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Nutzung Erneuerbarer Energien, insbesondere aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse, Erdwärme und die Förderung des Umweltschutzes durch ihre Anwendung.

Es überrascht nicht, dass der VEE gegen den Abbau der Braunkohle ist. Es überrascht aber, dass die führende Dresdner Tageszeitung entweder nicht willens oder nicht in der Lage ist, den Hintergrund des Klimaschutzexperten zu hinterfragen und den Lesern darüber Auskunft zu geben.


Ergänzung: Frank denkt über die Forderungen einer Demonstration der Linkspartei gegen den Braunkohleabbau nach.



Um 1991

10. September 2013

war das Dresdner Schloss noch eine (notdürftig gesicherte) Ruine. Die sichtbare Sicherung der Wände in Richtung Theaterplatz begann um 1985, als die Semperoper und das Hotel Bellevue eröffnet wurden. An diese Zeit erinnert ein Video, auf das ich via Twitter aufmerksam gemacht wurde. Das Youtube-Video zeigt Ausschnitte aus einer DVD von »Dresden Edition«: Dresdner Interregnum 1991.



Tag des offenen Denkmals

8. September 2013

Wir haben heute noch einen Abstecher auf den Dresdner Neumarkt gemacht. Dort werden gerade in einem weiteren Quartier die Keller der alten Häuser freigelegt, die dort bis 1945 gestanden haben. Hier sind einige Bilder:

Brunnen (ca. 17. Jahrhundert).

Kellerfußboden aus Flusskieseln.

Mauerreste der Kellergeschosse, zum Teil mit Bögen.

Diagonaler Blick über einen Teil der Ausgrabungen.

Im Hintergrund: Die Neumarktbebauung.

Kellerfußböden mit Sandsteinplatten.

Öffnung aus der Zeit der Nutzung als Luftschutzkeller.


Als Ergänzung der Verweis auf weitere interessante Blog-Artikel aus Dresden zum Tag des Offenen Denkmals: von Kathrin, Frank und Torsten. Der Dresdner Statistik-Blogger Wolf Riepl veröffentlicht auch einige Zahlen zur Denkmalpflege.

Eine interessante Diskussion mit Bildern der Ausgrabungen habe ich auf der Seite stadtbild-deutschland.org in diesem Forums-Thread gefunden.



Das forcierte Missverständnis

5. September 2013

Was bisher passierte: Der Aktivist Anatol Stefanowitsch hat einen Artikel über den »Ferrero-Skandal« im Zusammenhang mit diesem Werbespot verfasst. Er hat darin zu Beginn zustimmend auf Asta-Aktivisten der Universität Duisburg-Essen verwiesen, die kraft ihres Amtes verkünden:

»Deutschland wählt weiß« – das wäre sicherlich ein guter Slogan für eine biologistisch-rassistische Neonazipartei.

Der Rest des Artikels enthält viel Agitation und wenige Argumente. Mit dem Spot hat er im Grunde gar nichts zu tun. Es ist eine willkürliche, einseitige Deutung: Alle aus Sicht der Asta-Aktivisten belastenden Aspekte werden auf absurde Weise dramatisiert. Ein entlastender Aspekt wird überhaupt nicht in Betracht gezogen.

Der Artikel erinnert fatal an den plumpen Versuch der »Mädchenmannschaft«, einen Spot mit Travestiekunst um jeden Preis als sexistisch zu diffamieren. Die Gemeinsamkeit: Eine Minderheit will ihre Moralvorstellungen anderen Menschen aufzwingen und ihre Vertreter maßen sich die Definitionsmacht über den Gegenstand der Betrachtung an. Dann ist es einfach:

Man kann den Werbespot als diskriminierend denunzieren. Man kann damit Aufmerksamkeit erregen. Man kann das Thema für eine Machtprobe nutzen.


Anatol Stefanowitsch nimmt die Stellungnahme des Unternehmens Ferrero zum Anlass, über das Phänomen der Nicht-Entschuldigung zu sinnieren. Das Unternehmen hatte ja zwischenzeitlich versucht, seine Position in einer Stellungnahme zu erläutern.

Natürlich gleicht eine solche Stellungnahme einem Eiertanz: Wofür und auf welche Weise soll man sich entschuldigen, wenn man gar nichts Böses getan hat? Anatol Stefanowitsch will Ferreros Argumente natürlich auch nach dem Lesen der Stellungnahme nicht verstehen und kommt zu dem Fazit:

Ich weiß nicht, ob man bei Ferrero wirklich ausschließlich gedankenlose Ignoranten beschäftigt, denen ernsthaft nicht rechtzeitig aufgefallen ist, was an dem Werbespruch »Deutschland wählt Weiß« problematisch ist. Aber spätestens als man die Firma darauf hingewiesen hat, hätte irgendjemand erkennen müssen, was man da angerichtet hat.

Nein. Das hätte »irgendjemand« eben nicht erkennen müssen. Wenden wir eine bewährte Methode an, um uns der Lösung des Problems zu nähern:

Von mehreren möglichen Erklärungen desselben Sachverhalts ist immer die einfachste Theorie allen anderen vorzuziehen: Eine Theorie mit wenigen Variablen und Hypothesen, die in klaren logischen Beziehungen zueinander stehen. (Ockham’s Razor)


Betrachten wir die Wahrscheinlichkeit der beiden Varianten:

(1) Dass ein Süßwarenhersteller bewusst mittels rassistischer Werbung alle Menschen mit einer anderen als der weißen Hautfarbe als Kunden verlieren will.

(2) Dass der Süßwarenhersteller ohne Hintergedanken ein Sprachspiel mit der Farbe Weiß (wie in »weiße Weihnacht«, »weißer Sandstrand« oder »Hochzeit in Weiß«) eingesetzt hat, um eine weiße Schokolade besser verkaufen zu können.


Ich würde mich mit dem gesunden Menschenverstand immer für die zweite Variante entscheiden. Tatsache ist doch: Nicht jede Wortkombination mit »weiß« ist rassistisch. Nicht jede Wortkombination mit »schwarz« ist rassistisch. Es kommt immer auf den Kontext an.

Im Kontext der Werbung für eine weiße Schokolade, die möglichst viele Kundinnen und Kunden kaufen sollen, ist vorsätzlicher Rassismus sehr unwahrscheinlich. Eine künstliche Aufregung über den Werbeclip nutzt allenfalls denen, die sich damit selbst überhöhen wollen. Es gibt unerträglichen Rassismus auf der Welt – aber dieser Spot ist wirklich kein Rassismus.


Der Publizist Wolfgang Michal bezeichnet Anatol Stefanowitschs Reaktion in einem Kommentar zu einem ähnlichen Artikel sehr treffend als Tremolo-Vorwurf und zitiert auch gleich ein weiteres typisches Stefanowitsch-Tremolo:

Wie selbstgerecht und wie unreflektiert in den Denkstrukturen der Mehrheitsgesellschaft verhaftet muss man sein …?

Natürlich kann man in jeder Kommunikation ein künstliches Missverständnis forcieren und sich dann mit Tremolo in der Stimme über das aufregen, was man verstanden zu haben glaubt – aber irgendwann wird das einfach nur noch lächerlich sein.