Reinhard Höppner

… war in der Zeit nach der friedlichen Revolution in der DDR Vizepräsident der ersten und einzigen frei gewählten Volkskammer der DDR. (Ja, damals haben Wahlen noch etwas geändert. Und es gingen sehr viele Menschen hin.)

Es ist ja in Parlamenten üblich, dass sich die Mitglieder des Präsidiums beim Leiten der Sitzungen abwechseln. Die Präsidentin der letzten DDR-Volkskammer vor der Vereinigung war Sabine Bergmann-Pohl von der CDU. Sie konnte die Volkskammer gut repräsentieren – aber was das Leiten von Debatten betraf, war Reinhard Höppner der heimliche Star der Volkskammer.

Der Stil seiner Moderation war durch die jahrelange Erfahrung mit den Synoden seiner Landeskirche geprägt. So lernten wir am Fernseher die Regeln der parlamentarischen Demokratie quasi von einem Vertreter der evangelischen innerkirchlichen Demokratie. (Ja, damals saßen wir manche Stunde vor dem Fernseher, wenn unser Parlament debattierte. Und es lohnte sich.)

Reinhard Höppner ist mir durch seine souveräne und faire Art des Leitens von Diskussionen nachhaltig in Erinnerung geblieben. Im Jahr 2011 habe ich ihn noch einmal bei einer Veranstaltung des Kirchentags in Dresden erlebt. Heute wurde bekannt, dass er nach langer, schwerer Krankheit verstorben ist.


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