Ein offener Brief an Herrn Pantelouris

Sehr geehrter Herr Pantelouris,

eben las ich Ihren aktuellen Beitrag. Gestatten Sie mir, einige Fakten zu Ursache und Wirkung in Erinnerung zu rufen:

1. Die griechischen Regierungen der letzten Jahrzehnte haben Klientelpolitik auf Kosten Dritter betrieben. Sie haben das Land hoch verschuldet, um jeweils ihre Klientel zufriedenzustellen. Es wurde also viel mehr Geld ausgegeben als eingenommen.

2. Die griechischen Regierungen der letzten Jahrzehnte haben es nicht im Ansatz geschafft, ein zeitgemäßes Steuersystem aufzubauen, in dem Transaktionen angemessen besteuert werden. Es fehlt also auch auf der Einnahmenseite.

3. Die griechischen Regierungen der letzten Jahrzehnte haben massiv Statistiken gefälscht und verzerrt. Mit realistischen Zahlen wäre Griechenland niemals in die Euro-Zone aufgenommen worden.

4. Als die Probleme aus den Punkten 1 bis 3 in Griechenland fast zum Zusammenbruch führten, mussten die »Institutionen« einspringen – also in Wahrheit die Länder, die ihre Bürger besteuern und mit ihrem Geld besser haushalten.

5. Die Institutionen haben eine Umschuldung vorgenommen: Die Schulden Griechenlands bei privaten Geldgebern wurden weitgehend abgelöst. Für 80 % der griechischen Schulden stehen heute die Bürger der EU-Länder gerade, die ihre Bürger besteuern und mit ihrem Geld besser haushalten.

6. Ja, ich habe mich in 5. wiederholt! Weil wir als Bürger der Bundesrepublik, Frankreichs, Spaniens, der Niederlande und anderer Euro-Staaten für die jahrzehntelange Misswirtschaft und den jahrzehntelangen Betrug einstehen müssen.

7. Das hat mit Ihrem Kampfbegriff »neoliberal« überhaupt nichts zu tun. Auch wenn Sie von meinen Argumenten keines akzeptieren können, notieren Sie sich bitte wenigstens diesen Satz: Liberale sind immer gegen Korruption und Staatsverschuldung – weil in der Endkonsequenz die Menschen draufzahlen, die ehrlich gewirtschaftet und ihre Steuern bezahlt haben.

Mit freundlichen Grüßen
Ein Bürger der ehemaligen DDR,
die durch Misswirtschaft und Staatsverschuldung untergegangen ist.

.


Ergänzung: Bei Herrn Pantelouris kann über das Thema diskutiert werden.


4 Antworten zu Ein offener Brief an Herrn Pantelouris

  1. Tom sagt:

    Wenn Liberale gegen Staatsverschuldung sind, dann müssen ja alle Banken die Griechenland und anderen hochverschuldeten Ländern Geld geliehen haben keine liberalen Mitarbeiter haben. Man kann zwar nicht ausschließen das bei der ein oder anderen Bank die Mitarbeiter für die Vergabe von Krediten an Staaten in der Hand von Nichtliberalen sind, aber die dürften irgendwann aufgeflogen sein, schließlich verschulden sich viele Staaten schon seit Jahrzehnten und die Höhe der Verschuldung wird schließlich nicht erst seit 2007/2008 kritisiert.
    Auf der anderen Seite widersprechen die permanent weiter steigenden Staatsverschuldungen der These das viele Banken liberal seien, dann stellt sich die Frage wo dann die Liberalen zu finden sind. Bei Goldman Sachs kommt noch hinzu das sie den Griechen geholfen haben ihre Statistiken zu fälschen.

    • Maesi sagt:

      Du hast vollkommen Recht, Tom. Die Führungsspitzen von sämtlichen grösseren Banken bestehen aus Antiliberalen; so wie auch die Führungsspitzen der Zentralbanken und Regierungen sämtlicher Länder. Liberale muss man – insbesondere in Deutschland – mit der Lupe suchen gehen.

      Das Geschwafel vom allgegenwärtigen Neoliberalismus ist nichts anderes als Propaganda von Etatisten, die am liebsten noch mehr Etatismus installieren wollen und deswegen den Teufel eines (inexistenten) Neoliberalismus in den Führungsspitzen von Wirtschaftsunternehmen an die Wand malen.

      Nüchtern betrachtet, herrscht heutzutage ein korporatistisches Wirtschaftssystem, in dem Politik, Zentralbanken, Hochfinanz und Grossindustrie zusammenspannen und so ein gigantisches Machtkartell bilden. Eine freie Marktwirtschaft herrscht schon lange nicht mehr, soweit sie überhaupt jemals geherrscht hat.

  2. Gerlinde sagt:

    … hat man wohl sicher Geld in Form von ‚Berater-Diensten‘ bei G.S. dafuer bekommen; DAS ist – u.a. – ‚Job‘ von denen: Interpretation einer Sache ^^ ? Heisst: zertifiziert (‚gelogen‘) sozusagen = KEIN Problem ? NUR Problem: ‚Das Aushalten‘ des Auffliegens der Luege ^^!

  3. Gerlinde sagt:

    Kopfkratz zum Thema Goldman Sachs: haben die wenigstens unterschiedliche Abteilungen, welche diese eigentlich ‚conflicting jobs‘ machen?
    Duerfen die sich eigentlich gegenseitig anzeigen, wenn dies gesetzl. gefordert waere?
    Warum duerfen ‚Otto-Normaverbraucher‘ (eigentlich nicht einmal Politiker – mW ^^!) eigentlich keine ‚conflicting jobs‘ machen/haben?

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