Tania Kambouri »Deutschland im Blaulicht«

Wenn ein Buch schon wenige Tage nach seinem Erscheinen polarisiert, kann das mehrere Ursachen haben. Es kann sich um ein hochbrisantes Thema handeln, für das die Zeit reif war. Das Buch kann von radikalen Interessengruppen vereinnahmt oder bekämpft werden. Nicht zuletzt kann der Konflikt auch in der Person des Autors oder der Autorin angelegt sein.

Tania Kambouris »Deutschland im Blaulicht« polarisiert zweifellos – und dabei spielen alle genannten Ursachen eine Rolle. Gerade deshalb sollte das Buch gelesen und diskutiert werden: Es ist sachlich geschrieben, es hat mehr Stärken als Schwächen, es bietet mehr richtige als falsche Lösungen an.


Glaubwürdigkeit


Wenn »Whistleblower« aus dem Inneren einer Organisation berichten, müssen wir ihnen bis zu einem gewissen Grad vertrauen. Wir vertrauen z B. Edward Snowdens Aussagen und Daten. Wir vertrauen den Inhalten der brisanten Dokumente, die bei Wikileaks zum Download angeboten werden. In beiden Fällen müssen wir uns darauf verlassen, dass keine gefälschten Daten hinzugefügt und dass die Informationen nicht verzerrt wurden.

Auch den Erfahrungsberichten in Tania Kambouris Buch müssen wir als Leser bis zu einem gewissen Grad vertrauen. Mein Eindruck: Im Buch, in der Talkshow und in den Interviews tritt sie sehr ruhig und sachlich auf. Sie verwendet keine polarisierenden Worte oder Parolen. Sie setzt auf Differenzierung und Deeskalation.

Tania Kambouri steht mit beiden Beinen auf dem Boden des demokratischen Rechtsstaats. Sie plädiert mehreren Stellen des Buches für einen ungeteilten Rechtsstaat und gegen eine separate Rechtsprechung in Parallelgesellschaften. Sie argumentiert mit den Werten unseres Grundgesetzes. Sie stellt sich gegen Doppelmoral und Diskriminierung. Deshalb halte ich sie für glaubwürdig, obwohl ich nicht alle Argumente und auch nicht alle Lösungsvorschläge unterschreiben würde.


Die Realität des Streifendienstes in Bochum


Stark ist das Buch überall dort, wo Tania Kambouri in sachlichen Sätzen und anhand vieler Beispielen beschreibt, was sie im Polizeidienst erlebt hat: Sie wird in Bochum aus bestimmten Migrantengruppen heraus offen verachtet und diskriminiert, weil Mitglieder dieser Gruppen eine Frau im Polizeidienst nicht akzeptieren.

Die Missachtung kann in der Verweigerung der Kooperation, in üblen Schimpfworten, im übergriffigen Anfassen, durch Anspucken oder in Form körperlicher Gewalt zum Ausdruck kommen. Tania Kambouri beschreibt menschenverachtende Verhaltensweisen, die sich in bestimmten Migrantengruppen gehäuft und wiederholt gezeigt haben.

Die Beschreibungen sind ausdrücklich nur ein Ausschnitt aus dem gesamte Polizeialltag in Deutschland. In anderen Bundesländern und in anderen Großstädten können die Schwerpunkte anders aussehen. Die Autorin konzentriert sich auf die Gebiete, die ihr vertraut sind.

Das Buch ist gerade in den persönlichen Erfahrungsberichten mutig: Es ist sehr schwer, offen darüber zu reden, wenn man als Mensch so missachtet und angegriffen wird. Damit ist ja seitens der Angreifer eine Erniedrigung beabsichtigt.

Es ist auch nicht einfach, zu beschreiben, wie man als Mensch wahrgenommen wird. Die Autorin könnte nach ihrem Aussehen aus Südeuropa, aus der Türkei oder auch vom Balkan stammen. Sie schreibt an einer Stelle über die Wahrnehmung von Migranten: »Dann gehen die Schubladen in unseren Köpfen schneller auf, als wir uns dagegen wehren können …«.


Eingrenzung der problematischen Gruppen


Problematische Gruppen in einer Gesellschaft müssen ohne pauschale Vorverurteilung beschrieben werden. Tania Kambouri betont an mehreren Stellen des Buches, dass sie gegen niemanden einen Generalverdacht in die Welt setzen will. Vor allem Selbst- und Paralleljustiz können aber aus ihrer Sicht in unserer Gesellschaft nicht akzeptiert werden.

Sie grenzt die problematischen Gruppen so gut wie möglich ein – es sind vor allem stark patriarchalisch und traditionell geprägte Zuwanderer muslimischer Prägung. Probleme gibt es in ihrem Arbeitsbereich auch mit einer Minderheit der Zuwanderer vom Balkan und aus Osteuropa. Die Autorin schreibt im Vorwort [Hervorhebung von mir]:

Das soll keine Pauschalverurteilung sein und schon gar keine rassistische Vorverurteilung aufgrund der Herkunft oder des Glaubens, aber es ist schlichtweg eine Tatsache, dass manche Bevölkerungsgruppen bei bestimmten Verhaltensmerkmalen und Straftaten überrepräsentiert sind. […] Die erste Frage lautet jedoch immer, warum es zu einer Straftat kam und wie man sie in Zukunft verhindern kann. Und wenn der Migrationshintergrund bei der Beantwortung dieser Fragen von Bedeutung ist, wird er erwähnt.

Dieses Versprechen löst die Autorin in der Tat ein, wenn sie im Buch das Verhalten der problematischen Gruppen bewertet. Sie sucht nach Ursachen und findet sie in (zum Teil) archaischen Vorstellungen von Ehre, Männlichkeit, Patriarchat und Familie. Sie konstatiert eine »Verachtung des Staates« und weist darauf hin, dass diese Verachtung auch bei »Neonazis und anderen Extremisten« zu finden sei.

Die Autorin geht sehr ausführlich auf das Problem der Paralleljustiz ein. Sie beschreibt, wie sogenannte Friedensrichter auch Fälle des Strafrechts beeinflussen: durch eigenmächtige Urteile, Beeinflussung von Zeugen oder Schweigedruck.

Die Erlebnisse aus dem Polizeialltag werden ergänzt durch Berichte aus dem täglichen Leben in Bochum – mit traditionell-muslimisch geprägten und zum Teil archaisch denkenden Menschen. An mehreren Stellen des Buches kommen bizarre und inakzeptable »Normen« des Zusammenlebens in traditionell-muslimisch geprägten Gemeinschaften an den Tag: Jungen dürfen ihre Schwestern schlagen, Lehrerinnen haben Jungen nichts zu sagen, eine Mutter musste sich sogar vom eigenen Sohn (der noch ein Kind war) maßregeln lassen. Zitat:

Ganz abgesehen davon, dass es schwer ist, mit solchen Kindern Unterricht für eine ganze Klasse zu gestalten: Was soll aus diesen Kindern werden, wenn sie mit solchen Ansichten ganz selbstverständlich aufwachsen?

Wichtig ist mir der Hinweis: Es geht aus dem Buch zwar hervor, dass es moderne, gebildete, aufgeklärte Muslime gibt. Es wird aber zu wenig darauf eingegangen, wie man sie vielleicht als Verbündete gegen die Rückständigkeit gewinnen kann.


Abgrenzungen


Tania Kambouri grenzt sich namentlich gegenüber der AfD, gegenüber Pegida und gegenüber Thilo Sarrazin ab. Die Abgrenzung gegenüber Sarrazin glückt nicht ganz überzeugend:

Ich bin wahrlich kein Befürworter von Sarrazins Thesen, die zum Teil richtig bizarr sind, wenn sie mit ihren Intelligenz-Vererbungstheorien mehr oder weniger stark an Eugenik oder Rassenlehre erinnern – dennoch spricht er negative Entwicklungen an, die schlicht und ergreifend wahr sind.

Die Frage der Vererbung von Intelligenz wird wissenschaftlich untersucht und es spricht einiges dafür, dass Begabungen und Fähigkeiten vererbt werden. Diese Frage hat aber nichts damit zu tun, dass Sarrazin bestimmten ethnischen Gruppen pauschal eine höhere Intelligenz oder einen größeren Fleiß zuschreibt.

Direkt nach dieser Abgrenzung schreibt sie, dass ihr der ehemalige Berliner Lokalpolitiker Heinz Buschkowsky »wesentlich näher« stünde und dass sie ihm am liebsten antworten würde: »Bochum ist überall«. Das ist allerdings zu hinterfragen: Neukölln und Bochum »sind« z. B. nicht Dresden oder Leipzig. In den beiden sächsischen Großstädten gibt es schwerpunktmäßig ganz andere Probleme – auf der einen Seite die gewalttätigen Teile der Pegida und auf der anderen Seite die gewalttätigen Linksautonomen.


Tania Kambouris Bewertungen und Schlussfolgerungen


Viele der Tatverdächtigen und Täter sind noch sehr jung – ob es nun um Bochum, Berlin, Dresden oder Leipzig geht. In Sachen Jugendstrafrecht steht Tania Kambouri am ehesten der ehemaligen Jugendrichterin Kirsten Heisig nahe. Sie plädiert für ein zeitiges Einbeziehen der Eltern und der Schulen und gegen langes Abwarten.

An einigen Stellen des Buches werden Statistiken zitiert, aber es fehlen leider die Quellenangaben. Wenn »die Zahl gefährlicher und schwererer Körperverletzungsdelikte von 2003 bis 2012 um 24 % zugenommen hat«, »die Hälfte der Tatverdächtigen unter 21 Jahre alt ist« und »Männer türkisch-arabischer Herkunft dominieren« – dann hätte ich als Leser gern eine nachprüfbare Quelle.

Wenn Tania Kambouri eine Stärkung des gesamten Rechtsstaats, mehr Zivilcourage, eine neue Integrationspolitik, eine bessere personelle und materielle Ausstattung der Polizei und eine bessere Bildung fordert, kann man ihr nur zustimmen. Sie begründet diese Forderungen sachlich mit den Ergebnissen ihrer eigenen Beobachtung. Sie grenzt sehr gut ab, wo Toleranz notwendig und wo Null-Toleranz angebracht ist.

Wenn sie allerdings für die Vorratsdatenspeicherung plädiert, wird nicht deutlich, wie man damit auch nur eines der angesprochenen Probleme lösen soll. Die folgende Argumentation ist leider eine der Schwächen des Buches:

Auch beim Thema Vorratsdatenspeicherung sollten wir nicht auf eine Katastrophe warten. Wenn im Verdachtsfall auf Telefonverbindungen und andere Informationen (etwa der Migrationshintergrund) zurückgegriffen werden könnte, wäre das für die Ermittlungsarbeit sowie das Vermeiden weiterer Straftaten oft von großer Hilfe. […] Für einen günstigeren Handytarif geben jedoch viele Bürger freiwillig mehr Daten preis, als für eine bessere Präventionsarbeit und Strafverfolgung nötig wäre.


Tania Kambouris Auftritt in der Sendung »Maischberger«


Bis Anfang Oktober 2016 wird die Sendung »Maischberger« mit Tania Kambouri noch in der ARD-Mediathek verfügbar sein. Die Autorin wird nach 31:15 min als Gast in die Sendung eingeführt. Auch wenn Jakob Augstein ihr und anderen Beteiligten auf sehr unangenehme Weise ins Wort fällt: Es lohnt sich, Tania Kambouris ersten Auftritt anzuschauen.

In einem Bericht aus »Der Westen« wird Tania Kambouri zu ihrem Auftritt und zu Jakob Augsteins Dazwischenreden mit dieser kühlen Antwort zitiert:

Dass der linke „Spiegel“-Kolumnist Jakob Augstein sie da anging, hat sie indes weggesteckt. „Er kennt die Straße nicht. Deswegen kann ich ihn in dieser Sache nicht ernstnehmen“, entgegnet sie trocken. Sie selbst sei couragiert. „Ich kann mich durchsetzen auf der Straße“, versichert sie mit einer Überzeugung in der Stimme, die etwaige Zweifel sofort erstickt.


Die Reaktion der Bochumer LINKEN


Die LINKE in Bochum lehnt das Buch mit Hilfe billiger Strohmann-Argumente ab. In ihrer Mitteilung wird der Inhalt des Buchs stark verzerrt und simplifiziert. Man wirft Tania Kambouri offenen Rassismus vor. Zitat aus der Mitteilung der Bochumer LINKEN:

Ihre Aussagen, nach denen es besonders Muslime seien, denen es an Respekt vor der Polizei fehle, ist eine pauschale Verunglimpfung der etwa 30.000 Bochumer Muslime, darunter AkademikerInnen, ArbeiterInnen, SchülerInnen und Selbstständige.

Ich habe das Buch ja nun sehr gründlich gelesen – eine Pauschalverurteilung der 30.000 Bochumer Muslime oder der Bochumer Migranten insgesamt kommt definitiv nicht vor. Im Gegenteil:

Die meisten hier lebenden Migranten sind hart arbeitende Menschen. Sie haben sich vorbildlich integriert, respektieren das Land und die Gesetze, Regeln und Normen, ohne dabei ihre Herkunft und Identität zu verleugnen. So soll es auch sein. [Zitat vom Beginn des ersten Kapitels.]

Für die LINKE hat der Einsatz der »Rassismuskeule« den Vorteil, dass man über das Buch nicht mehr reden muss. Das können wir uns als Gesellschaft aber nicht leisten. Wenn wir den demokratischen Rechtsstaat aufrechterhalten wollen, darf es keine Parallelgesellschaften geben, in denen unser Recht gar nicht mehr oder nur noch teilweise akzeptiert wird.


Tania Kambouri und der feministische Buchversand


Zum Schluss noch eine Ironie der Geschichte. Das Buch »Deutschland im Blaulicht« ist ja das Werk einer engagiert berufstätigen Frau, die selbstbestimmt und selbstbewusst auftritt. Eigentlich müsste doch nun eine große Solidarität aus dem feministischen Lager spürbar sein – geradezu ein #Aufschrei gegen die Diskriminierung Tania Kambouris als Frau und Migrantin.

Bei der Recherche für diesen Beitrag am Morgen des 11. Oktober fand Google das Buch noch auf der Seite eines feministischen Buchversands. Eingeordnet war es beim feministischen Buchversand laut Googles Cache noch am 09. Oktober unter:

  • Arbeit & Beruf
  • Frauenleben weltweit
  • Feminismus & Emanzipation
  • weitere Themen: Sexismus

Wenn Sie den folgenden von Google gefundenen Link anklicken oder bei dem Buchversand nach dem Namen der Autorin suchen, werden Sie sehen, dass es dort nicht mehr verfügbar ist. Der Buchversand lehnt nach eigener Aussage im Bestellgeschäft ausschließlich »sexistische, rassistische oder Gewalt verherrlichende Publikationen« ab. Das offensichtliche Auslisten des Buchs ist dann wohl die Anwendung des Prinzips »feministische Filterblase« …


Ein sehr persönliches Fazit


Ich wünsche dem Buch eine weite Verbreitung und ich wünsche mir, dass es die richtigen Leute lesen. Ich wünsche mir, dass die Autorin (vielleicht mit einem berufsbegleitendem Studium) aufsteigt – damit sie mehr Überblick und mehr Einfluss bekommt. Sie kann sich sicher auch im höheren Dienst oder in der Politik durchsetzen, wenn sie es will – und das kann ein Gewinn für unsere Gesellschaft sein.


Fortlaufend ergänzt: einige weitere Stimmen zum Buch.

  1. Bericht in der »WELT«
  2. Bericht über Buch und Talkshow in »Der Westen«
  3. Vorstellung der Autorin im WDR
  4. Ein Interview im DLF als MP3-Podacst
  5. Ein aktuelles SAT1-Interview zu Flüchtlingen via Youtube

33 Antworten zu Tania Kambouri »Deutschland im Blaulicht«

  1. Schöne Rezension. Das Buch ist bestellt.

  2. PolizeiMensch sagt:

    Eine gute und ausgewogene Kritik. Ich bin es auch gerade am Lesen, es interessiert mich schon berufsbedingt, aber auch, weil ich den Leserbrief schon kannte.

  3. Antifa sagt:

    Gibt es in dem Buch eigentlich auch ein Abschnitt, in dem sich kritisch mit der eigenen Rolle als Polizistin auseinandergesetzt wird?

    • stefanolix sagt:

      Einen speziellen Abschnitt nicht – aber sie reflektiert durchaus kritisch. [Ergänzung: die Polizeiarbeit und auch ihre Rolle dabei.]

      • Antifa sagt:

        Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass das als wichtiger Baustein in der Fremdwahrnehmung in einer eher migrantisch geprägten Stadt wie Bochum mindestens ebenso relevant sein dürfte, wie die Möglichkeiten für gesellschaftliche Teilhabe, zumal die finanziellen Aussichten in Bochum offenbar alles andere als rosig sind.

      • stefanolix sagt:

        Tut mir leid wenn ich Dir da nicht zustimmen kann – aber kein Problem mit »gesellschaftlicher Teilhabe« berechtigt jemanden zu eklatanter Frauenverachtung, zum Anspucken, zum Angriff auf eine Polizistin oder zur Beschimpfung einer Polizistin, die den demokratischen Rechtsstaat vertritt.

    • PolizeiMensch sagt:

      Ein Buch, das sich kritisch mit der eigenen Rolle der Antifa befasst wäre bestimmt lesenswert ;)

      • @PolizeiMensch
        … böse … böse …

        Welche Antifa meinst Du?

        Die humanistischen Antifaschisten, die im Rahmen der Bürgerrechte mit Argumenten kämpfen (und mit denen ich gerne zusammenarbeite)?

        Die Antifa, die vor allem alles zerredet, fast ausschließlich aus einem Realitätstunnel heraus argumentiert und im Allgemeinen nur ihre Vordenker zitiert, ohne selbst einen eigenen originellen Gedanken fassen zu können … und die auch noch unfähig ist, konstruktive Selbstkritik Aufgrund von Fakten zu betreiben?

        Die Antifa, die sich im „schwarzen Block“ organisiert hat und selbst auf Rechte pocht, die sie anderen nicht zugestehen will?

        Die Antifa, die sich in ihren Methoden nur marginal von den Rechtsextremisten unterscheidet und „Abweichler“ und „Andersdenkende“ nicht selten bedroht oder sogar physisch angreift?

        Alle diese Gruppierungen subsummieren sich unter dem Begriff Antifa. Ich differenziere da inzwischen stark ;-)

    • Frank sagt:

      @antifa: Warum soll sie sich denn „kritisch mit der eigenen Rolle als Polizistin“ auseinandersetzen? Das ist doch gar nicht Thema das Buches.

  4. Antifa sagt:

    Ich habe auch nicht von einer „Berechtigung“ geschrieben. Die genannten Sachen sind aber kein migrantisches Problem, sondern ein generelles Integrationsdefizit unserer Gesellschaft.

    • stefanolix sagt:

      Möglicherweise. Nur gibt es aus diesen Gruppen eben gehäuft Angriffe gegen die Polizei und sie sind für einen nicht geringen Teil der Kriminalität verantwortlich.

      Ein weiteres Problem ist die Paralleljustiz. Es kann in einem Staat nur ein Strafrecht und eine Strafjustiz geben. Das Gewaltmonopol muss beim Rechtsstaat liegen. Meinetwegen sollen Migranten zivile Konflikte in ihren Kreisen beilegen, das wäre zu regeln. Im Strafrecht ist das absolut inakzeptabel …

      • Antifa sagt:

        Auch Parallel“justiz“ ist kein alleiniges Problem irgendwelcher Migrantengruppen, es wird nur zu dem gemacht.

      • stefanolix sagt:

        Nein, das Problem wird eben nicht durch Bücher wie »Blaulicht« oder durch die Berichterstattung »gemacht«. Es existiert und es wächst.

      • Antifa sagt:

        So lange wichtige Zahlen nicht mit Quellen hinterlegt sind, werden sie sehr wohl gemacht. Ich bestreite nicht, dass es gesellschaftliche Integrationsdefizite gibt, aber das betrifft eben sehr viele Gruppen von Menschen. Mit der Realität in den neuen Bundesländern hat das jedoch kaum etwas zu tun.

      • Antifa sagt:

        Der letzte Satz bezieht sich auf „integrationsunwillige“ Migrantengruppen.

      • stefanolix sagt:

        Frau Kambouri schreibt vorwiegend über ihre Erlebnisse in Bochum. Das liegt in der Tat eher nicht in den neuen Bundesländern ;-)

  5. Xeniana sagt:

    Schließe mich PolizeiMensch an : obwohl ich das Buch noch nicht gelesen habe, ändere ich jetzt Eine gute Buchbesprechung. Danke

  6. Beobachter sagt:

    Tania Kambouri

    Kinderprostitution in Flüchtlingslagern, rechtsfreie Zonen, der Abschied vom Rechtsstaat…

    http://sr-mediathek.de/index.php?seite=7&id=15794&pnr=0

  7. Antifa sagt:

    Die gute Frau scheint mit ihrer Meinung aber nicht nur Freunde bei der Polizei zu haben: Eine Polizistin im Zwielicht

    • stefanolix sagt:

      Nach wie vor bin ich der Meinung: Wer das Buch kritisiert, sollte es vorher gelesen haben. Die Autorin hat darin Muslime definitiv nicht pauschal verurteilt oder diskriminiert. Der Artikel in der taz ist doppelt parteilich: (a) Meinungsäußerung und Bericht sind nicht sauber getrennt. (b) Die Stimmen zur Person T. Kambouri Buch sind gemäß der Meinung des Autors gefiltert.

      Das Verhalten von Whistleblowern wird immer politisch instrumentalisiert. Wenn sich linke kritische Polizisten äußern, dürfte von taz, Linken und Grünen wohl große Zustimmung zu erwarten sein. Wenn sich Frau Kambouri äußert, wird sie mit Vorwürfen konfrontiert, die man aus demselben Lager den links orientierten Kritikern nie machen würde.

      Ähnliches sieht man im Übrigen auch bei der Bewertung der Taten und Äußerungen Edward Snowdens. Whistleblower sind also in der Regel Personen, die man sehr differenziert beurteilen muss. Sie machen Fehler, sie erregen Aufmerksamkeit, sie lassen sich instrumentalisieren, sie nehmen manchmal auch Honorare entgegen – oder sie verkaufen gar Steuerdaten an Regierungsbehörden.

      Auf einer Skala zwischen »sehr gut« und »sehr böse« kann man Frau Kambouri somit nicht einordnen. Es scheint so, als ob sie mit einigen ihrer Aussagen nach Erscheinen des Buches am üblichen Rahmen vorbeigeschossen hat. Ich konnte zum Zeitpunkt meiner Lektüre nur das bewerten, was in dem Buch stand. Dazu gibt es nichts hinzuzufügen, daraus gibt es auch nichts zu streichen …

    • Beobachter sagt:

      Als Ossi haben wir ausgiebig Zeitung lesen im totalitären Umfeld gelernt. Die Veröffentlichungen nimmt man zur Kenntnis, das wichtige jedoch ist das nicht publizierte.

      „Das BKA hat erst im November Zahlen veröffentlicht, wonach es keinen überproportionalen Anstieg der Kriminalität durch Flüchtlinge gegeben habe.“
      schreibt Edelfeder Daniel Bax. Den Link zu diesen Zahlen bringt sie nicht.
      Sie weiß schon, warum sie nicht zu den Zahlen verlinkt. Und ich weiß es auch.

      Natürlich hat Kambouri recht wenn sie sagt, die wahren Zahlen werden nicht veröffentlicht. Das heißt ja nicht, dass gelogen wird. Man kann, wir Ossis erinnern uns an die sozialistische Statistik, auch durch geschicktes Weglassen und Umetikettieren, durch Vergleichen von Äpfeln mit Birnen, das gewünscht politisch korrekte Bild vermitteln.

      Nun haben wir gelernt, dass Kambouri „schlechtes Benehmen“ und Respektlosigkeit mit Gewalt und Kriminalität gleichsetze. Und dass das so nicht geht. Das ist neu für mich, ehrlich. Wo doch die Dauerhetze gegen Pegida das ganze Gegenteil vermittelt.

      Ganz große Klasse die Reaktion des wenig reflektierten Verbandsfunktionärs. Es fordert ein Disziplinarverfahren. So soll es sein, stopft ihr endlich das Maul.
      Oder am besten gleich heisigen. Ach so, das ist ne Verschwörungstheorie.

      Vorige Woche wurde in Herborn ein Polizist ermordet, der zweite schwer verletzt. Der Pegida-Gewalt muss ein Ende gesetzt werden. Das heißte müsste, denn der Täter war ein … nein, ich sag es lieber nicht, denn Islamophobie ist eine große Sünde. Außerdem soll man nicht von einem Einzelfall auf das Gesamtbild schließen, denn da zeigt sich, und das ist ja klar, Kambouri blaimiert.

      Bevor ichs vergesse, in NRW gibt es keine No-Go-Areas. Jedenfalls keine für Ausländer.

    • Michael_DD sagt:

      Man lese diese Antifa-Hähme und den üblen TAZ-Artikel

      BERLIN taz :
      Mit negativen Pauschalurteilen über Muslime lässt sich Kasse machen. Das hat auch die Bochumer Streifenpolizistin Tania Kambouri verstanden.

      noch einmal mit den Kölner Silvester-Ereignissen im Hinterkopf.

      • Man will es einfach nicht wahr haben. Das Idealbild, das sich viele Leute im Kopf montiert haben, darf auf keinen Fall beschädigt werden. Dogma und damit Meinungshoheit müssen erhalten werden, selbst wenn die Realität eine andere ist.

      • Spaziergänger sagt:

        Im antifaschistisch verlinkten taz-Artikel hat Bax die klaren Worte des Nazi-Jägers rausgestellt: In NRW gibt es keine No-Go-Areas. Ja klar, wenn der Genosse Minister das sagt …
        Ein paar Tage später hat sogar der hartgesottene Laschet zugegeben, was ohnehin schon jeder weiß: „Es gibt in Nordrhein-Westfalen No-go-Areas.“
        http://tinyurl.com/hdxgc29

      • Antifa sagt:

        Antifa-Hä(h)me? Silvester-„Ereignisse“? Hä?

      • Antifa sagt:

        Welches „Idealbild“, welches „Dogma“ und vor allem welche „Meinungshoheit“?

  8. Beobachter sagt:

    Als Ossi haben wir ausgiebig Zeitung lesen im totalitären Umfeld gelernt. Die Veröffentlichungen nimmt man zur Kenntnis, das wichtige jedoch ist das nicht publizierte.

    „Das BKA hat erst im November Zahlen veröffentlicht, wonach es keinen überproportionalen Anstieg der Kriminalität durch Flüchtlinge gegeben habe.“
    schreibt Edelfeder Daniel Bax. Den Link zu diesen Zahlen bringt sie nicht.
    Sie weiß schon, warum sie nicht zu den Zahlen verlinkt. Und ich weiß es auch.

    Natürlich hat Kambouri recht wenn sie sagt, die wahren Zahlen werden nicht veröffentlicht. Das heißt ja nicht, dass gelogen wird. Man kann, wir Ossis erinnern uns an die sozialistische Statistik, auch durch geschicktes Weglassen und Umetikettieren, durch Vergleichen von Äpfeln mit Birnen, das gewünscht politisch korrekte Bild vermitteln.

    Nun haben wir gelernt, dass Kambouri „schlechtes Benehmen“ und Respektlosigkeit mit Gewalt und Kriminalität gleichsetze. Und dass das so nicht geht. Das ist neu für mich, ehrlich. Wo doch die Dauerhetze gegen Pegida das ganze Gegenteil vermittelt.

    Ganz große Klasse die Reaktion des wenig reflektierten Verbandsfunktionärs. Es fordert ein Disziplinarverfahren. So soll es sein, stopft ihr endlich das Maul.
    Oder am besten gleich heisigen. Ach so, das ist ne Verschwörungstheorie.

    Vorige Woche wurde in Herborn ein Polizist ermordet, der zweite schwer verletzt. Der Pegida-Gewalt muss ein Ende gesetzt werden. Das heißte müsste, denn der Täter war ein … nein, ich sag es lieber nicht, denn Islamophobie ist eine große Sünde. Außerdem soll man nicht von einem Einzelfall auf das Gesamtbild schließen, denn da zeigt sich, und das ist ja klar, Kambouri blaimiert.

    Bevor ichs vergesse, in NRW gibt es keine No-Go-Areas. Jedenfalls keine für Ausländer.

  9. UweC sagt:

    Als Illustration zu Tania Kambouris Buch

    https://www.welt.de/vermischtes/article159524378/Wir-beobachten-diese-Respektlosigkeit-seit-Langem.html

    @Antifa
    Du musst nicht noch mal sagen, dass in Wirklichkeit die Deutschen schuld sind, wenn die ähemähem unsere Rechtsordnung bekämpfen. Das wissen wir auch so.

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