So täuscht man mit Statistik

Ein »Mediendienst Integration« hat heute zwei Kennzahlen zur Flüchtlingskrise ausgewählt und in grafischer Darstellung veröffentlicht: die Anzahl der Asylbewerber pro 1.000 Einwohner und die Anzahl der Flüchtlinge in ausgewählten Ländern.

Eine dieser Zahlen ist irrelevant und die andere ist schon lange nicht mehr aktuell. Beide Zahlen sind zwar für sich genommen nicht falsch. Sie sind aber irreführend, denn sie verschleiern die Folgen der Flüchtlingskrise.

Online-Leitmedien wie die ZEIT bringen diese irreführenden Zahlen in ihren Artikeln, viele Aktivisten geben sie bei Twitter weiter. Morgen werden sie gedruckt in manchen Zeitungen stehen.


Die Anzahl der Asylbewerber pro 1.000 Einwohner

Zur Darstellung der Zahl der Aufgenommenen pro 1.000 Einwohner wird lediglich die Anzahl der Asylanträge im Jahr 2015 herangezogen. Damit hätte Deutschland in der Tat »nur« 5 Flüchtlinge pro 1.000 Bürger aufgenommen. Ich habe schon heute Mittag auf den gröbsten Fehler in dieser Darstellung hingewiesen:

.@MDIntegration Das ist falsch, weil »Aufnahme« nicht gleich »Asylanträge« ist. 400.000 Menschen durften 2015 gar keinen Antrag stellen.

Es ist gesichert, dass im Jahr 2015 etwa 400.000 Menschen registriert und versorgt wurden, die gar keinen Asylantrag stellen durften – weil das Amt überlastet ist. Hintergrund: Die Laufzeit der Asylverfahren beginnt erst, wenn das BAMF zur Entgegennahme eines Antrags bereit ist.

Meine Quelle für diese Zahlen ist die F.A.Z. von Ende November. Man darf also konservativ mit 400.000 Menschen mehr rechnen, die Deutschland aufgenommen hat, wie auch aus einem sehr aktuellen Artikel der F.A.Z zu den Asylanträgen hervorgeht.

Addiert man die Zahl dieser Menschen zu den 477.000 registrierten Asylbewerbern, kommt man bei 80.000.000 Deutschen auf mehr als 10 Aufgenommene pro 1.000 Einwohner. Somit ist die Grafik des Mediendienstes eine grobe Irreführung, denn man ignoriert darin fast die Hälfte der tatsächlich Aufgenommenen.


Die Flüchtlingsbevölkerung weltweit

Auch die zweite grafisch aufbereitete Kennzahl ist für den März 2016 irrelevant und irreführend. Es handelt sich um die Säulengrafik der Flüchtlingsbevölkerung unten im »Mediendienst«-Artikel.

Jeder weiß, dass die wirklich große Menge der Flüchtlinge erst im zweiten Halbjahr nach Deutschland kam und dass dafür viele Flüchtlinge andere sichere Staaten verließen.

Eine Grafik aus dem ersten Halbjahr 2015 ist heute völlig irrelevant, wenn etwa eine Million Menschen noch im zweiten Halbjahr 2015 das Land gewechselt haben und die meisten davon nach Deutschland kamen.

In den beiden Zahlen in meiner Berechnung im oberen Teil sind die nicht registrierten, illegalen Migranten noch gar nicht enthalten. Viele von ihnen enthalten vermutlich Hilfe von Freiwilligen.


Der Rest des Artikels komplettiert die Verwirrung. Der Artikel ist zwar in einem betont nüchternen Ton gehalten. Beispiel:

Will man allerdings die Auswirkung der Flüchtlingsmigration auf die Gesellschaft messen, muss man die Asylbewerberzahlen im Verhältnis zur Größe der Bevölkerung betrachten. Hier ändert sich das Ranking deutlich: Dann steht Deutschland mit seinen 81 Millionen Einwohnern im europäischen Vergleich lediglich auf Platz sechs.

Aber die Zahlen klären nicht auf, weil sie einen sehr wichtigen Teil der Realität ausblenden. Hier noch ein Zitat, das ebenfalls ungeprüft weiterverbreitet wird:

2015 erhielten hier lediglich 141.000 Menschen einen Schutzstatus, weil ihr Antrag bewilligt wurde. Das entspricht ungefähr der Hälfte aller Anträge, die gestellt wurden.

Die verlinkten Artikel aus der F.A.Z. zeigen, wie irrelevant diese Zahlen sind: 400.000 Menschen sind 2015 noch nicht einmal bis zur Antragstellung vorgedrungen. Erst danach kann man entscheiden, ob sie einen Schutzstatus erhalten. Außerdem liegen über 300.000 Anträge unerledigt im BAMF.

Damit wären wir bei der entscheidenden Frage: Warum redet man die großartige humanitäre Leistung unseres Landes im Jahr 2015 klein? Wir haben nicht nur die Antragsteller im Land – wir haben insgesamt über eine Million Menschen aufgenommen und versorgt. Warum macht man unser Land schlechter, als es ist?


Aktualisierung 1: Ich darf natürlich nicht Don Alphonsos Artikel aus dem FAZ-Blog zu diesem Thema unterschlagen.


34 Antworten zu So täuscht man mit Statistik

  1. Paul sagt:

    Hallo Stefanolix,
    mich interessieren nur diese Zahlen des Statistischen Bundesamtes:
    https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2016/03/PD16_105_12421.html;jsessionid=D0319712659C3576A91F52A8765D7DBF.cae3
    (Am Thema interessierte sollten das schon lesen.)

    Wir hatten also 2015 den registrierten Zuzug von fast 2(!) Millionen ausländischen Personen.
    Registrierten!
    Wir wissen aber, dass sich auch noch unregistrierte in unbekannter Höhe bei uns aufhalten.

    Das ist die Zahl die vom normalen Bürger wahrgenommen wird. Das Herausrechnen der 860 000 Ausländer, die unser Land verlassen haben, ist eigentlich uninteressant. Denn es wird sich dabei im wesentlichen nur um einen verschwindend geringen Teil der neu gekommenen handeln.

    Übrig bleiben also fast 2 Millionen Ausländer, die unseren Finanzhaushalt belasten.
    Das ist es, was „Otto Normalverbraucher“ interessiert.

    Ich bin mir dessen bewusst, dass dies nicht alles „Flüchtlinge“ sind, sondern dass auch welche aus dem EU-Raum kommen. Das interessiert den „Otto“ aber auch nicht. Für den ist Ausländer=Ausländer, egal wo er herkommt. Als Inländer fühlt er sich von denen in die „Zange genommen“.

    Herzlich, Paul

  2. Max sagt:

    „Übrig bleiben also fast 2 Millionen Ausländer, die unseren Finanzhaushalt belasten.“
    Nein, übrig bleiben 2 millionen potentielle Steuer- und Sozialversicherungszahler, die unser demographisches Aussterben verhindern könnten.

    „mene mene tekel up’harzin“ ist natürlich einfacher und adnn fühlt man sich moralisch auch besser, ne?

  3. Leser sagt:

    Selbst Arbeitsministerin Nahles hat zugegeben, dass weniger als 10% der hochmotivierten und hochqualifizierten Ärzte, Naturwissenschaftler und Ingenieure (gibt es in Arabien keine Genderwissenschaftlerinnen und Ökotrophologinnen?) in Arbeit zu bringen sind.
    Und falls es Max nicht mitbekommen haben sollte, die „potentiellen Steuer- und Sozialversicherungszahler“ haben es heute wieder mal krachen lassen. Selbstverständlich differenzieren wir zwischen Steuerzahlern und Steuerzahleristen.

    • Peter Macheli sagt:

      Nun, @Leser, sie sind wahrscheinlich motivierter mit der Situation umzugehen und zu lernen als Sie. Perspektivisch ziemlich riskant, auf abgedroschenen „Witzen“ hängenzubleiben.

      • stefanolix sagt:

        Gibt es für diese Behauptung auch Quellen? Es braucht eine Menge Motivation und ein sehr hohes Bewusstsein, um in diesem Land eine Beschäftigung aufzunehmen. Ich erkläre es mal an einem Beispiel:

        Ein Unternehmen hier in Sachsen hat Mitarbeiter eingestellt, die mit Familie aus Afghanistan nach Deutschland umgesiedelt wurden. Die Männer hatten dort für unsere Bundeswehr bzw. für technische Hilfsorganisationen als Dolmetscher gearbeitet. Die Frauen waren nie berufstätig und wollen es auch hier nicht sein.

        Die afghanischen Mitarbeiter haben keine formale Qualifikation mitgebracht und erst einmal als Ungelernte begonnen. Man hat ihnen kostenfreie Weiterbildungen angeboten (unsere Sprache beherrschen sie ja). Es war alles perfekt geplant und die Integration war von Seiten des Unternehmens und des deutschen Staates vorbereitet.

        Aber dann haben sie sich ihre Lohn- und Gehaltsabrechnungen angeschaut. Sie bekommen als Ungelernte mit 10-12 Euro pro Stunde eine Aufstockung von der Bundesagentur für Arbeit, weil sie ja Frau und Kinder haben. Die Qualifizierung würde sich für sie also nicht lohnen: Dann wäre der Anteil der Bundesagentur nur etwas geringer und der Eigenanteil höher.

        Das bedeutet im Klartext: Wenn sie so weitermachen, werden sie niemals netto in unser Sozial- und Steuersystem etwas einzahlen.

        Es ist ein gravierender kultureller Unterschied: In Deutschland arbeiten wir zu einem großen Teil für die soziale Absicherung und haben auf der anderen Seite Ansprüche gegenüber den Sozialsystemen. In Afghanistan kennt man das so nicht. Die Absicherung erfolgt über die Familie oder/und über die Stammesorganisation. Wer in dem afghanischen System aufgewachsen ist, versteht unser System völlig falsch …

      • Peter Macheli sagt:

        Die Behauptung, sie seien motivierter als „Leser“, lässt sich durch Lesers Kommentar einerseits und die hohe Auslastung verschiedener Informationsveranstaltungen mit dem Themenspektrum „Lernen und Studieren in Deutschland für Flüchtlinge“ andererseits nicht hieb- und stichfest belegen, daher nur das „wahrscheinlich“.

  4. Dirk sagt:

    Tolle Vorrede, Peter Macheli. Nun warten wir auf das Argument. Mal sehen, ob da noch was kommt.

    Bis dahin, irgendwie muss man ja die Zeit rumkriegen, ein Artikel der FAZ, der beschrieben, wie die hochqualifizierten und hochmotivierte Ärzte, Naturwissenschaftler und Ingenieure uns die Rente erarbeiten
    http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/ausbildung-von-fluechtlingen-in-rosenheim-14092678.html

    dazu ein Kommentar von Hadmut Danisch
    http://www.danisch.de/blog/2016/03/10/nicht-mal-am-horizont/

    • Peter Macheli sagt:

      Haste auch selbst was erlebt, @Dirk? Ich war bei den genannten Veranstaltungen zum Teil selbst vor Ort, warum sollte ich riesiges Interesse kleinreden müssen? Damit es Dir passt? Auf welches Argument wofür/wogegen wartest Du denn?

      Ich war übrigens nicht alleine dort, die Rektoren von HTW und TU Dresden sowie die Präsidentin der DIU waren zum Teil auch da, flankiert von spezialisierten Studienberatungen. Sicherlich wird es einige, vielleicht riesige Probleme geben, aber Flüchtlinge der Altersklasse 16-40 erkennen ihre Chancen sehr wohl und werden, ob es Dir passt oder nicht, nach diesen Strohhälmen greifen. Das ist mein eigenes Beobachten, nichts, was ich Dir hier verlinken kann oder muss, da wirste schon selbst gucken gehen müssen.

      Nur am Rande, würde ich übrigens mit Sicherheit, würdest Du hoffentlich auch tun, nach Strohhälmen greifen.

      Genau diese Motivation habe ich in meinem ersten Posting angesprochen, von dieser berichtet selbst Dein verlinkter FAZ-Artikel. Ich habe weder behauptet, dass alles wie am Schnürchen funktionieren wird, noch dass hochausgebildete Leute zu uns kommen, nein, nochmal, ich habe von der Motivation, es schaffen zu wollen, geschrieben. Die vermisse ich sowohl bei Dir als auch bei ‚Leser‘. Sie ist aber eine Grundvoraussetzung. Dabei haben wir es sogar noch einfacher, wir haben die Abschlüsse schon, ich zumindest, außerdem geht es uns in der Masse gesehen gut.

      Ich hätte gern von Dir mal eine Alternative gelesen, die über „alle wieder rausschmeißen“ hinausgeht. Also los, was schlägst Du vor? Jammern, Meckern, AfD wählen und dann wird alles besser? Ich fürchte, _das_ wird auf jeden Fall nicht reichen, am Ende mehr kaputt machen.

      Kurz:
      Ich finde, wir sollten in Anbetracht der Realität weniger darüber lamentieren, dass irgendwas nicht funktionieren wird, sondern eher diskutieren, wie es funktionieren kann. Die Menschen sind ja nun mal da.

  5. Dirk sagt:

    Peter Macheli, Du liegst sicherlich leicht neben der Mitte, doch garantiert nicht außerhalb des Mainstream.
    Was zur Frage führt, was die Ursache ist für diese massenhafte ideologische Verblendung.

    Irgendwie ahnst Du ja schon, dass da was nicht stimmt. Kraftausdrücke wie „ob es Dir passt oder nicht“ erklären allenfalls, dass Du argumentativ nicht gerade gut aufgestellt bist.
    Auch der Eintrag der „Rektoren von HTW und TU Dresden sowie die Präsidentin der DIU … flankiert von spezialisierten Studienberatungen“ wirkt mehr wie das Pfeifen im Wald.

    Wir importieren ein Millionenheer von funktionellen Analphabeten, denen auch die „Rektoren von HTW und TU Dresden sowie die Präsidentin der DIU … flankiert von spezialisierten Studienberatungen“ das Lesen und Schreiben nicht beibringen werden.
    Diese Analphabeten sind darüberhinaus davon überzeugt, intellektuell und moralisch haushoch über ihren Gastgebern, den Kartoffeldeutschen, zu stehen und sehen deshalb keinen Anpassungsbedarf.
    Seinen Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen ist in dieser Community eine Minderheitenmeinung. Die Mehrheitsmeinung zu ändern ist noch keinem gelungen, weder in Deutschland noch sonst irgendwo auf der Welt. Aber Du, Peter Macheli, Du wirst das Wunder vollbringen.

    Und ja, ich sehe keine Alternative, die über „alle wieder rausschmeißen“ geht.
    Zu Hause ist es doch am schönsten.

    +

    Zwar OT, muss trotzdem sein.
    Habe gerade mit Mediathekview die MRD-Sendungen der letzten 2 Tage anzeigen lassen. Außerordentlich aufschlussreich die Sendefolge vom 1. April.
    20:15:00 Sport im Osten
    21:20:00 MDR aktuell
    21:30:00 Sport im Osten
    Weiter am 02.04.
    00:28:00 MDR aktuell

    Noch Fragen?

    • Peter Macheli sagt:

      Och nö, denk doch was Du willst, Rumpelstil… , äh, Dirk.

    • Antifa sagt:

      Schon lange nicht mehr hier gewesen, aber krass zu sehen, wie offen und unwidersprochen hier inzwischen gehetzt wird.

      • stefanolix sagt:

        Was meinst Du damit?

        PS: Könnte es sein, dass nicht jede Meinungsäußerung per se Hetze ist, nur weil sie Dir nicht gefällt?

      • Antifa sagt:

        „Wir importieren ein Millionenheer von funktionellen Analphabeten, denen auch die „Rektoren von HTW und TU Dresden sowie die Präsidentin der DIU … flankiert von spezialisierten Studienberatungen“ das Lesen und Schreiben nicht beibringen werden. Diese Analphabeten sind darüberhinaus davon überzeugt, intellektuell und moralisch haushoch über ihren Gastgebern, den Kartoffeldeutschen, zu stehen und sehen deshalb keinen Anpassungsbedarf. Seinen Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen ist in dieser Community eine Minderheitenmeinung.“

        Mal ganz abgesehen davon, dass es auch in Deutschland Millionen von Analphabeten gibt (die scheinbar aber nicht sein Problem sind), ist das einfach nur substanzlose Hetze.

      • stefanolix sagt:

        Es gibt in Deutschland zweifellos funktionale Analphabeten. Ich durfte in mehreren Fällen im Unterricht hospitieren, in dem man ihnen grundlegende Kenntnisse beibringen will. Bei den meisten gibt es noch deutlich mehr Probleme als nur das Problem mit dem Lesen und Schreiben.

        Zur »Flüchtlingskrise«, die eigentlich zu großen Teilen eine Migrationskrise ist: Seit Ende 2015 ist eine große Ernüchterung eingezogen. Niemand vertritt mehr ernsthaft die Auffassung, dass durch die 2015 angekommenen Migranten irgendein demographisches Problem gelöst werden kann.

        Es ist eine große humanitäre und organisatorische Leistung Deutschlands, die tatsächlichen Bürgerkriegsflüchtlinge und die tatsächlich Verfolgten aufgenommen zu haben. Das werden wir auch »schaffen« (A. Merkel). Wenn der Bürgerkrieg in Syrien und im Irak weitergehen sollte, müssen wir im Rahmen der EU auch weitere Flüchtlinge von dort aufnehmen.

        Es ist aber völlig unmöglich, die illegalen Migranten aus Nordafrika oder anderen Ländern aufzunehmen, in denen kein Bürgerkrieg herrscht. Es ist tragisch, dass sie sich aufgrund falscher Versprechungen schwerkrimineller Schlepper nach Europa aufmachen. Es ist tragisch, dass hunderte von ihnen sterben.

        Aber wir können sie in unserem Land nicht alle aufnehmen, ohne binnen kürzester Zeit unseren Sozialstaat zu zerstören. Sozialstaat bedeutet u. a. auch: den Kreis der Empfangenden und den Kreis der Arbeitenden in Balance zu halten. Deshalb versucht man ja auch, den funktionalen Analphabeten noch etwas beizubringen …

        Wenn wir überhaupt Migranten aus (Nord)Afrika aufnehmen können, dann nach einer abgeschlossenen Schulausbildung und kompatibler Berufsausbildung. Dann wäre es aber im Endeffekt fairer, wenn wir die Staaten direkt mit Schule, Ausbildung und freiem (fairen) Handel unterstützten. Denn wenn wir die Besten dort weg holen würden, wäre es der »brain drain«, den wir an den USA früher kritisiert haben.

      • Paul sagt:

        Hallo Stefanolix,
        interessant in welche Richtung sich eine Diskussion über täuschen mit Statistik entwickeln kann.

        Habe hier keine Hetze wahrgenommen, sondern einen Meinungsaustausch zwischen Peter und Dirk, den ich aktzepdabel finde. Warum soll man nicht unterschiedlicher Meinung sein dürfen und trotzdem miteinander sprechen können?

        Antifa ist natürlich eine derartige Denkweise fremd. Er wird auch nie bereit sein, darüber nachzudenken, ob Andere eine Meinung vertreten dürfen, die von seiner abweicht.

        Ach so, lieber Stafanolix, beinahe hätte ich es vergessen: Deine Meinung ist für mich überzeugend.

        Herzlich, Paul

      • stefanolix sagt:

        Danke für die Zustimmung ;-)

        Man muss ja bei aller Bewertung von Wortbeiträgen auch sehen, dass es unterschiedliche Temperamente, einen unterschiedlichen Wissensstand, unterschiedliche Wertvorstellungen usw. gibt. Das ist Pluralismus. Nichts wäre doch langweiliger, als alle über einen Kamm zu scheren …

      • Antifa sagt:

        @stefanolix: Keine Ahnung was der Verweis auf Nordafrika soll, aber er hat nichts mit dem von mir kritisierten Teil zu tun. Btw. gibt es sehr wohl Länder in Nordafrika, in denen Bürgerkrieg herrscht (zum einen Libyen und Ägypten fällt sicher auch darunter).

        Nochmal in Kürze:

        Wir importieren ein Millionenheer von funktionellen Analphabeten, denen auch die „Rektoren von HTW und TU Dresden sowie die Präsidentin der DIU … flankiert von spezialisierten Studienberatungen“ das Lesen und Schreiben nicht beibringen werden.

        Also, was tun?

        Diese Analphabeten sind darüberhinaus davon überzeugt, intellektuell und moralisch haushoch über ihren Gastgebern, den Kartoffeldeutschen, zu stehen und sehen deshalb keinen Anpassungsbedarf.

        Ich weiß nicht genau auf wen sich das jetzt bezieht (Deutsche, Nichtdeutsche, Migranten in der ersten oder zweiten Generation etc. pp.). Aber diese Aussage ist mindestens pauschalisierend, wenn nicht diskriminierend.

        Seinen Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen ist in dieser Community eine Minderheitenmeinung.

        Das ist ebenfalls pauschalisierend, wenn nicht diskriminierend.

        @Paul: Kennen wir uns?

      • stefanolix sagt:

        Noch mal: Es gibt unterschiedliche Meinungen zur derzeitigen Einwanderungskrise und zur gesellschaftlichen Situation. Nicht alle diese Meinungen werden akademisch gesetzt vorgetragen und nicht alle Menschen drücken sich nach den gleichen Regeln aus.

        Die »Antifa« ist in ihrer Wort- und Methodenwahl übrigens auch nicht immer ganz sauber, wie neulich sogar der Thüringer Ministerpräsident von der Linkspartei erkennen musste. Ich sage das selbstverständlich, ohne Anwesende mit solchen Gruppen assoziieren zu wollen ;-)


        Dass es unter den (zum Teil illegalen) Einwanderern einen signifikanten Anteil an Analphabeten und Unqualifizierten gibt, ist ja auch offiziell bestätigt (durch BAMF, Arbeitsagentur etc.). Das kann man nun in diesem oder jenem Ton sagen, aber mit Diskussionen über den Ton ist noch nie ein Problem gelöst worden.

        Wir müssen die tatsächlichen Bürgerkriegsflüchtlinge und Verfolgten unter ihnen bis zum Ende der jeweiligen Kriege hier versorgen (das halte ich für unsere Pflicht).

        Aber wir müssen auf der anderen Seite auch niemanden versorgen, der gar nicht von Krieg oder Verfolgung betroffen ist. Darunter gibt es einen gewissen Anteil nordafrikanische junge Männer, die sich hier inakzeptabel aufführen und unserer Bevölkerung (aber auch den tatsächlichen Flüchtlingen aus Syrien) eine aus meiner Sicht unerträgliche Arroganz entgegenbringen.


        Der Ton in den Auseinandersetzungen ist in den Krisen dieser Zeit rauer geworden und mir gefällt das auch nicht. Wir haben ja gerade in den letzten Wochen erstaunt gelernt, welche Ausdrucksformen sich z.B. ein türkischer Staatspräsident gefallen lassen soll.

        Da habe ich nur ganz leise einige nachdenkliche Menschen raunen hören, dass Böhmermann eindeutig sexistische und rassistische Töne angeschlagen hat. Die herrschende Meinung (gerade auch unter Grünen/Linken) war: Erdogan habe sich das gefallen zu lassen. Wenn Böhmermanns Ziel eine Satire gegen einen Mächtigen war, hätte es dazu weder Brachial-Sexismus noch Menschenverachtung gebraucht …


      • Antifa sagt:

        Ich meine dargelegt zu haben, an welchen Stellen ich den Beitrag als Hetze empfunden habe und halte pauschale Diskriminierung weder für zielführend, noch für diskussionswürdig. Damit bin ich raus, das schweift mir dann doch zu sehr ab.

      • Peter Macheli sagt:

        Der Kommentar Dirks hat für mich auch deutlich rassistische Untertöne, sicherlich besser verpackt als bei den Maurern beim Studentenjob vor 20 Jahren.
        Und natürlich bilde ich mir auch eine Meinung aus Ihren Kommentaren, @stefanolix. Nicht nur was den Inhalt betrifft, sondern auch, welchen Kommentaren Sie beflissen widersprechen und welchen eben nicht:

        Es kommt keine Antwort von Ihnen zu Dirks Millionenheer funktionaler Analphabeten, aber hätte Antifa oder irgendjemand anders vom Millionenheer ausgewiesener Rassisten geschrieben, wäre wahrscheinlich mit Gegenargumentation zu rechnen gewesen, vielleicht sogar mit Gegenfrage zur Statistik und Auseinanderpflücken derselben.

        Das ist nur mein Eindruck, unterm Strich bleibt bei mir hängen: Lohnt sich nicht, vergeudete Zeit, immer dasselbe.

      • stefanolix sagt:

        Die Aussage über ein »Millionenheer« führt sich doch selbst ironisch ad absurdum. Es ist jedem aufmerksamen Zeitungsleser bekannt, in welcher Größenordnung Migranten 2015 und zuvor nach Deutschland gekommen sind. Außerdem kann auch jeder ungefähr den Anteil abschätzen, der aufgrund der Bildungsdefizite nicht in den Arbeitsmarkt integrierbar ist. Das gehört zur Kompetenz im Umgang mit Informationen.

        Die Übertreibung »Millionen« zeigt, wie es in Teilen der Bevölkerung wahrgenommen wird. Deshalb habe ich keinen Grund das zu löschen: Die Zahlen sind bekannt und die persönliche Wahrnehmung einer Überforderung mit Migranten steht beispielhaft für viele Menschen in unserer Bevölkerung.

      • Löschen würde ich auch nicht, das meine ich nicht. Mir ging es nur um die Beobachtung, dass Dirks Kommentar Sie nicht zum Widerspruch reizt, Antifas oder meiner schon.
        Is aber wurscht.

      • Werwohlf sagt:

        Mir ging es nur um die Beobachtung, dass Dirks Kommentar Sie nicht zum Widerspruch reizt, Antifas oder meiner schon.
        Is aber wurscht.

        Ich weiß nicht, wie Du diskutierst, aber ich melde mich in meinem Blog vor allem dann auf Beiträge, wenn ich der Meinung bin, dass mir die Antwort des Kommentators u.U. weiterhelfen könnte. Offensichtlich falsche Behauptungen sind eher uninteressant, aber wenn ich der Meinung bin, der Schreiber hätte womöglich Informationen, die mir nicht zugänglich sind oder wäre auf eine Herleitung gekommen, die mir nicht einfiel, dann frage ich auch mal nach. Gerne mit Untermauerung der eigenen Sichtweise, damit der Andere auch weiß, wogegen er anreden müsste, wenn er dies wollte.

        Und man nimmt natürlich eher Stellung zu einer Behauptung, die eine der Begründungen im eigenen Beitrag in Frage stellt – da fühlt man sich halt als Autor angesprochen. Am weiteren Verlauf Eurer Diskussion hat sich Stefanolix im Übrigen nicht mehr beteiligt.

        Aber vielleicht – ich weiß es nicht – gehörst Du ja auch zu jenen, die formale Assoziationen gerne in Anspruch nehmen, um sich nicht mit Inhalten auseinandersetzen zu müssen. Dann wäre mein Kommentar hier für die Mülltonne.

      • Jane sagt:

        Dass ich das noch erleben würde – aber ich muss dir zustimmen, Antifa. Mir ging es nach längerer Abwesenheit beim ersten Reinschauen genauso: Schreck lass nach… der gute Stefanolix ließt sich streckenweise wie Pegida für Bildungsbürger oder wie ein Parteiorgan der AfD. Aber nun gut. Jedem seine Meinung, und auch AfD-Inhalte zu promoten ist ja schließlich nicht illegal, auch wenn es mir nicht gefällt. Nachdenklich macht es mich trotzdem.
        Wenn ich genau darüber nachdenke, schließt sich hier aber irgendwie auch ein Sinnkreis. Schon früher stand Stefanolix ja für das unverrückbare Bekenntnis zur christlich-jüdischen Kulturdominanz, wie sie sich unter anderem bei Politically Incorrect und nun auch in den Pegida-Thesen vom christlich-jüdischen Abendland, das es zu bewahren gilt, wiederfinden. So gesehen wundert mich dieser Schwenk hin zum Radikalen unter dem Deckmantel vermeintlicher Sachlichkeit nicht wirklich.

      • stefanolix sagt:

        Damit ich die Kritik einordnen und ernst nehmen kann: Diese unterstellte Nähe zu Pegida oder der AfD lässt sich sicher an Zitaten von mir und an konkretem Inhalt festmachen?

        Vorausschauend gesagt: Ich habe weder mit Bachmann noch mit Höcke oder irgendjemandem aus der AfD-Führung das geringste gemein. Ich sehe keine Schnittmenge mit ihnen.

      • Werwohlf sagt:

        Schon früher stand Stefanolix ja für das unverrückbare Bekenntnis zur christlich-jüdischen Kulturdominanz, wie sie sich unter anderem bei Politically Incorrect und nun auch in den Pegida-Thesen vom christlich-jüdischen Abendland, das es zu bewahren gilt, wiederfinden.

        Was für ein peinlicher Troll-Versuch ist das denn?

      • stefanolix sagt:

        Ja. Das macht mich auch etwas ratlos, denn wir haben ja viele Jahre einen nicht geringen Teil unserer Energie darauf verwendet, uns als Liberale inhaltlich und grundsätzlich von PI & Co. abzugrenzen.

        Vielleicht ist es dieser alte linke Reflex: Alles, was den Linken nicht gefällt, ist wahlweise rechtsextrem, rechtsradikal, Pegida oder AfD. Da ist ja sogar der Ministerpräsident Thüringens inzwischen einen Schritt weiter ;-)


        PI oder ähnliche Seiten habe ich seit Jahren nicht besucht und zu Pegida halte ich größtmögliche Distanz.

        Der Artikel oben über diesen Kommentaren soll unter anderem zeigen, dass die Leistung dieses Landes bei der Aufnahme von Bürgerkriegsflüchtlingen durch das Verbreiten falscher Statistiken diskreditiert wird. Wir haben 2014/15 sehr vielen Menschen geholfen – ein gewisser Anteil davon wird aber nicht hier bleiben können.

        Das Wichtigste ist: Klarheit und Transparenz der Zahlen und Fakten. Diese Klarheit und Transparenz wollen folgende Interessengruppen aus unterschiedlichen Gründen verhindern:

        – Pegida und andere Rechtspopulisten
        – grüne Fundamentalisten
        – Teile der LINKEN und andere Linkspopulisten

        Von der Lobby der Geschäftemacherei mit Flüchtlingen und von den Profiteuren des Flüchtlingselends gar nicht zu reden.

  6. Dirk sagt:

    Voriges Jahr sind mehr als eine Million illegale Einwanderer nach Deutschland gekommen.

    Von denen können weniger als zehn Prozent in Arbeit gebracht werden. Nicht meine … doch meine Meinung. Aber viel wichtiger: Die Meinung von Bundesministerin Nahles.

    Wovon lebt die zusätzliche Million von Nichtarbeitenden?
    Meine Vermutung:
    Von dem Geld, das die 25 Mio Nettosteuerzahler erarbeiten.
    Pauschalierung, Pauschalierung.

    Was die Kriminalität betrifft, reicht eigentlich ein Hinweis:
    Partei und Regierung sind nicht bereit, die Daten über das tatsächliche Ausmaß der Ausländerkriminalität zu veröffentlichen. Ganz besonders nicht über die Kriminalität der offiziell „Flüchtlinge“ genannten illegalen Einwanderer.

    Dass die Muslime in ihrer Wahrnehmung uns haushoch überlegen sind, sollte sich eigentlich bis zur größten Schlafmütze herumgesprochen haben.
    Steht so in ihrem Statut, dem in ihrem Selbstverständnis unveränderlich letzten Wort Gottes. Deshalb leben die das aus. Warum nicht, wenn die höchste Autorität das ausdrücklich fordert?

    Ja, das ist pauschalierend, so wie wir generell pauschalieren. Alle. Anders geht es gar nicht.
    Ich habe keine Lust, die Texte durch das Voranstellen eines „im statistischen Mittel“ oder anderen Antipauschalierungsphrasen vor jede Tatsachenfeststellung unlesbar zu machen.
    So was ist nicht nötig. Jeder verständige Leser weiß ohnehin, dass es so gemeint ist.

    Zu dem lächerlichen „es gibt auch deutsche Analphabeten“ sage ich nichts, das ist einfach zu blöd.
    Andersrum wird ein Schuh draus.
    Wer aus dem Vorhandensein deutscher Analphabeten die Notwendigkeit des Imports von ein paar Millionen weiterer Bildungsunfähiger ableitet, der ist in der Beweispflicht.

    Im Übrigen wäre es nicht verkehrt, wenn die Marxisten mal ihren Marx lesen würden. Der hat zwar viel Blödsinn verzapft. Doch immerhin hat er verstanden, dass Reichtum nicht durch Grundrechtsexzesse, Umverteilungsorgien oder Sprachregelungen zustande kommt, sondern durch wertschaffende Arbeit.

  7. SpaziergaengerDD sagt:

    „Diese Klarheit und Transparenz wollen folgende Interessengruppen aus unterschiedlichen Gründen verhindern:

    – Pegida und andere Rechtspopulisten“

    Das kannst Du sicherlich belegen. Oder?

    • stefanolix sagt:

      Alle Arten der Populisten arbeiten mit verzerrten Zahlen. Soll ich jetzt wirklich Beispiele von Lutz Bachmann heraussuchen oder ist das auch so verständlich?

      Wenn ich jetzt aus den Presseberichten über Pegida zitiere, wird mir wohl jeder Pegida-Anhänger sagen, dass es eine Lügenpresse sei.

      Auch dieser Vorwurf enthält ja leider einen wahrheitsgemäßen Kern: Es gab in den Medien durchaus falsche und tendenziöse Berichte.

      Was aber an meinem Kernpunkt nichts ändert: Alle Populisten reißen Zahlen aus dem Zusammenhang und/oder verzerren diese Zahlen. Sonst wären es keine Populisten …

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: