Zwei Kandidaten im Deutschlandfunk

Am frühen Morgen des 21.05.2016 hat der Deutschlandfunk zwei Porträts gesendet: Eines war Alexander van der Bellen gewidmet, das andere Norbert Hofer. Beide stehen sich morgen im entscheidenden Wahlgang gegenüber.


Wie steigt der DLF in die beiden Porträts ein? Der Einstieg in das van-der-Bellen-Porträt fasst in einem Absatz die wichtigsten Lebensdaten des Kandidaten zusammen. Das geschieht sehr sachlich und seriös:

Er ist bedächtig, sachlich, macht in seinen Sätzen auch mal ein paar Sekunden Pause zum Nachdenken. Und ist die Hoffnung all derer, die einen Präsidenten der FPÖ, Parteifarbe blau, verhindern wollen. Alexander van der Bellen, 72, früher Wirtschaftsprofessor, elf Jahre lang Parteichef der Grünen.

Der Einstieg ins Hofer-Portrait ist ein ganz anderer: Die Autorin beschreibt weder die politische Laufbahn noch die berufliche Position Hofers. Sie konzentriert sich auf den äußeren Eindruck und dann auf die Mitgliedschaft in irgend einer Burschenschaft:

Norbert Hofer wirkt wie der nette Blaue von nebenan, die sanfte Stimme der FPÖ. Doch er kann auch anders. Ganz anders. Der gebürtige Steirer wuchs im burgenländischen Pinkafeld auf. Sein Vater war ÖVP-Gemeinderat. Sohn Norbert wurde in Pinkafeld Ehrenmitglied der »Marko Germania«, einer schlagenden deutschnationalen Burschenschaft.

Den ersten Eindruck von einem Radiobeitrag kann man nicht wiederholen. Der Einstieg ist ein klarer Punkt für den Kandidaten van der Bellen. Er wird beruflich und politisch sehr ernst genommen. Beim Kandidaten Hofer zählt dagegen 1:20 min lang nur der Eindruck (inklusive der sehr langen Assoziation mit der »deutschnationalen« Burschenschaft).


Nächste Frage: Mit wem werden die beiden Kandidaten assoziiert? Auch hier zeigt sich ein gravierender Unterschied:

Norbert Hofer wird in erster Linie mit seiner Burschenschaft und mit dem Hobby Schießen in Verbindung gebracht. Beides wird in der öffentlichen Meinung kontrovers diskutiert, ist aber eher negativ besetzt.

Alexander van der Bellen wird dagegen rundum positiv assoziiert:

Vor der ersten Wahlrunde galt Van der Bellen lange als Favorit. Vor allem, weil er, ähnlich Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg, als Grüner auch im bürgerlichen Lager viele Anhänger hat.

Und am Ende kommt die Aussage, die beim Zuhörer hängen bleiben soll:

Er hat ein Menge prominente Unterstützer aus Kultur und Politik, von André Heller bis zum neuen Kanzler Christian Kern. Die große Frage ist, ob das am Ende reicht.

Anderthalb Punkte für van der Bellen, ein halber Punkt für Hofer. Denn am Ende des Hofer-Porträts kommt wieder nur das bereits bekannte Ton-Argument:

Hofers Lebensphilosophie: Hart in der Sache, verbindlich im Ton.


Was erfahren wir über die Berufe der Kandidaten? Alexander van der Bellen war Wirtschaftsprofessor. Das wird schon in der Einleitung hervorgehoben. Norbert Hofers Beruf wird dagegen nach mehr als zwei Minuten ganz am Rande erwähnt:

Hofer ist Vater von vier Kindern aus zwei Ehen, schon mit Anfang 20 war der gelernte Bordingenieur FPÖ-Stadtparteiobmann in Eisenstadt.

In der Wikipedia sieht Hofers beruflicher Werdegang doch etwas umfangreicher aus.

Fazit: Der Kandidat van der Bellen wird korrekt mit seiner höchsten beruflichen Position vorgestellt. Zum Kandidaten Hofer wird nur gesagt, dass er irgendwann mal etwas gelernt hat. Wieder ein Punkt für Alexander van der Bellen, wieder allenfalls ein halber Punkt für Hofer.


Was wird zu den politischen Zielen der beiden Kandidaten gesagt? In beiden Porträts werden die Ziele korrekt und sachlich dargestellt: Unentschieden, jeweils ein Punkt.


Liebe Leserinnen und Leser: Machen Sie sich selbst ein Bild. Ich habe heute am frühen Morgen den Eindruck gehabt, dass Norbert Hofer in seiner Vorstellung deutlich schlechter wegkommt als sein Kontrahent Alexander van der Bellen. Ich sehe mindestens vier Punkte für van der Bellen und maximal zwei für Hofer.

Der Aufbau des Beitrags über Alexander van der Bellen ist stringent, es gibt keine Redundanz, die Sprache ist prägnant. Das Porträt Norbert Hofers nimmt mehr Sendezeit ein, sagt aber sachlich deutlich weniger aus. Das liegt daran, dass in Norbert Hofers Porträt viel mehr Nebensächlichkeiten enthalten sind als in Alexander van der Bellens.

Keiner der beiden Beiträge rechtfertigt die pauschale Beschimpfung »Lügenpresse«. Aber eine Tendenz für den Kandidaten van der Bellen ist m. E. deutlich zu erkennen. Sie können die beiden Beiträge nachhören: Norbert Hofer und Alexander van der Bellen.


33 Antworten zu Zwei Kandidaten im Deutschlandfunk

  1. Jane sagt:

    Möglicherweise liegt der Unterschied in der schreiberischen Darstellung ja darin begründet, dass die Porträts mit einem zeitlichen Abstand von fast einem Monat entstanden und von zwei verschiedenen Journalisten verfasst wurden, die logischerweise zu zwei verschiedenen Darstellungsweisen kommen werden?

    Im Übrigen kann ich deine Kritik nicht nachvollziehen. Nur, weil der eine Redakteur die beruflichen Daten am Anfang ansiedelt und der andere in der Mitte – soll man darin wirklich Tendenziosität erblicken? Jaja, ich weiß, du selbst hast diesen Begriff nicht gebraucht. Aber er schwingt eben unübersehbar als Grundtenor mit. Mir scheint vielmehr, du konzentrierst dich auf die Formalitäten, statt auf die tatsächlichen Inhalte. Denn dass auch im Hofer-Porträt dessen politische Stationen angesprochen werden (und das keinesfalls weniger ausführlich als im van-der-Bellen-Porträt, sondern eher ausführlicher), ist unübersehbar, wenn man den gesamten Artikel liest.

    Das wird zum Werdegang Hofers gesagt:

    „Sohn Norbert wandte sich recht früh den Freiheitlichen zu. Schon mit Anfang 20 war der gelernte Flugtechniker Stadtparteiobmann in Eisenstadt. Nur ein Jahr später stieg er zum FPÖ-Landesparteisekretär auf und wurde der blaue Hoffnungsträger im Burgenland schlechthin. …“

    Das wird zum Werdegang van der Bellens gesagt:

    „Alexander van der Bellen, 72, früher Wirtschaftsprofessor, elf Jahre lang Parteichef der Grünen … “

    Auch Redundanzen kann ich in keinem der beiden Artikel mehr erkennen als im anderen. Insgesamt arbeiten beide ein ähnliches inhaltliches Schema ab:

    – Typ/Einstellung
    – Herkunft
    – politische Inhalte
    – politische Laufbahn
    – Privates

    Daher – keine Ahnung, wo du hier eine Benachteiligung Hofers erkennen willst.

    • stefanolix sagt:

      Beide Porträts sind gestern in den »Informationen am Morgen« im Abstand von wenigen Minuten /gestern/ gesendet worden. Damit hat der DLF dem Anspruch zu genügen, über beide Kandidaten fair zu informieren.

      In der Radiosendung hat niemand gesagt, wann die Porträts entstanden sind. Woher sollte ich das bitte wissen? Ich habe vom DLF via Twitter den Link zu der MP3-Datei mit dem Porträt über Hofer bekommen, weil es offiziell bei der Sendung »Informationen am Morgen« nicht verlinkt war. Auch dabei gab es keinen Hinweis auf Aktualität.

      Die Darstellung der politischen Stationen und Ziele habe ich nicht bemängelt. Ich bleibe dabei: Das Porträt über A. van der Bellen ist deutlich besser gemacht, es hört sich an wie eine vorsichtige Werbung für den Kandidaten.


      Überflüssig ist, dass bei Hofer lang und breit auf dessen Mitgliedschaft in der Burschenschaft eingegangen wird. In welchen Kreisen Herr van der Bellen in diesem Alter verkehrt hat, wird gar nicht thematisiert. Entweder es ist bei beiden interessant oder es ist bei beiden wegzulassen.

      Überflüssig ist weiterhin, dass bei Hofer auf Äußerlichkeiten wie den Ton eingegangen wird, bei van der Bellen jedoch nicht.


      Jetzt eine Überraschung: Als Bürger würde ich lieber Herrn van der Bellen als Präsidenten sehen. Mir ging es nicht darum, etwas pro Hofer zu schreiben. Mir ging es nur um eine Analyse der beiden Porträts, in der natürlich auch ein Teil Subjektivität mitschwingt.

  2. Gerlinde sagt:

    Wenn die Presse/Medien ihre eigene Freiheit mis(t)brauchen?
    (und versuchen Politik zu spielen ?)
    Tjaaa, DESwegen sind sie ja in Mis(t)credit gekommen, oder?
    (und kriegen mitunter auch die Unterstuetzung grosser Mehrheiten des Vokes entzogen, oder? Bei uns in Australien zumindest – mM)

    • stefanolix sagt:

      Es ist m. E. nichts Neues, dass sich Medien auch in die Politik einmischen. Nur müssen Meinung und Bericht getrennt sein.

      Es gibt mit gutem Grund in Medien die Rubrik »Meinung«. In dieser Rubrik ist nichts gegen subjektive Einschätzungen des Redakteurs einzuwenden. Es gibt auch die Reportage – da sieht eine Reporterin sicher andere Dinge als die Einheimischen.

      Wenn der DLF aber den Anspruch hat, beide Kandidaten vorzustellen (also: über sie zu berichten), dann kann man nicht zwei Beiträge so unterschiedlicher Qualität ausstrahlen.

      Ich musste/durfte am Samstag arbeiten und habe frühmorgens natürlich mit etwas müden Ohren zugehört. Ich hatte aber sofort das Gefühl: da stimmt was nicht. Das dürfte anderen auch so gegangen sein. Aber kaum jemand macht sich ja die Mühe und hört die Beiträge noch mal nach. Die Unzufriedenheit bleibt im Unterbewusstsein.

      • Jane sagt:

        Ich sehe keine Meinungsäußerung darin, wenn man über Tatsachen berichtet. Die Redaktion hat sich dazu entschieden, Porträts der beiden Kandidaten zu veröffentlichen. Wenn der eine Kandidat nun mal kein so schillerndes Privatleben vorzuweisen hat, wird das Porträt auch entsprechend weniger farbig ausfallen. Ein Porträt soll ja gerade – anders als die sachlich-nachrichtliche Berichterstattung – den Zweck erfüllen, den Kandidaten auch als Mensch und Persönlichkeit, nicht nur als Politiker, näher vorzustellen, ein Bild zu zeichnen, hinter die Fassade zu blicken. Der Wähler soll eine Idee davon bekommen, wen er wählt. Dafür ist nicht nur die politische Laufbahn ausschlaggebend.
        Und natürlich erwarte ich da als Leser auch Informationen, die all das, was dieser Tage um Hofer zu sehen und zu lesen ist (Waffen-Lobbyismus, rechtspopulistische Äußerungen, Leute, die mit Hitler-Grüßen auf seinen Reden glänzen usw.), irgendwie einordnen.

      • Jane sagt:

        Um das noch mal am Beispiel zu verdeutlichen: Sollte man wirklich in einem Porträt nicht darauf hinweisen, dass der Mann, den ich möglicherweise im Begriff bin, ins Bundespräsidentenamt zu hieven, mit einer Waffe unterm Jackett herumläuft, als wäre es nichts?

      • Gerlinde sagt:

        Ja, ich stimme Dir zu, dass ‚da‘ auch mho nicht immer alles gleich und neutral behandelt wird.
        Die ‚Unter-den-Teppich-Manier‘ von Jane bzgl. eben ‚verschiedener Journos mit unterschiedlichen Stilen‘ mag ich in so einem Zusammenhang auch nicht gerne gelten lassen, weil man eben auch nicht beweisen kann, ob dies absichtlich so gehandhabt wurde oder voll wissentlich WEGEN der unterschiedlichen Stile (= auch ‚Schwaechen‘ genannt!) Ein Medien-Chef weiss das mM auch und wenn nicht, kriegt er sein Geld umsonst, denn auch ICH kann einfach nur ‚Buerokram und Zuteilung‘ machen = kein too big deal, aber einfach besser bezahlt als ’simple Sekretaerin‘.
        Im Falle eines Wahlkampfes erwarte ich von den Medien – wenn schon ‚Eigen-Mist‘ und nicht Mistschleuder der Kandidaten spielen (muessend/wollend) eine BESSERE Leistung, als ich ‚Otto-Arm-Wuerstchen‘ mir mit egal welchen Sucharbeiten besorgen kann = sonst brauch‘ ich ‚Den Laden‘ erst gar nicht !!!
        … und JA, sie duerfen eigene Meinungen haben und Du hast recht mit ‚derem mitunter tieferen Einblick‘ – ABER bitte wirklich kennzeichnen; bitte/danke!

        LG, Gerlinde
        als nur ‚lausiger Kunde‘

        PS: werde mir dann jetzt Euren ‚prolific‘ Schlagabtausch zu dem Thema jetzt hinterher erst lesen – sorry; wie gesagt: Kunden-Meinung!
        Und mit ‚u/hauseigenem Amerkaner‘ ( ;-) !) welcher in ‚Politik-Biegung‘ auch oefter eine Watschen kriegt, haette ich zuuu gerne auch einmal mehrere Tassen Kaffee getrunken um ihn wenigstens ein WENIG verstehen zu lernen!

  3. Jane sagt:

    Übrigens hast du ja immerhin – als korrekter Blogger der du bist – den Weg zu den entsprechenden online-Artikeln gefunden, um deine Aussagen noch mal zu überprüfen und mit Zitaten zu belegen. Da hätte dir das dort stehende Erscheinungsdatum ja auch ins Auge fallen können (oder müssen?).

    Was wäre denn „fair“ in deinen Augen? Dass man für das Erschließen einer Politiker-Persönlichkeit durchaus wichtige Informationen, die sich aber eher negativ auf die Imagebildung auswirken könnten, einfach weglassen? Sorry, aber DAS wäre tendenziös.

    • stefanolix sagt:

      Moment! Beide URLs der MP3-Dateien tragen beim DLF dasselbe Datum. Das kannst Du prüfen, wenn Du in meinem Artikel mit der Maus über die Links gehst (oder die Links aufrufst).

      Zeitstempel Hofer:
      /file/dradio/2016/05/21/dlf_20160521_0615

      Zeitstempel van der Bellen:
      /file/dradio/2016/05/21/dlf_20160521_0621

      Am Ende sind die Sendezeiten: 06.15 Uhr und 06.21 Uhr. Was möchtest Du mir mit diesem Einwand also sagen? Ich habe die Beiträge live gehört und die Zeitstempel in den URLs gesehen. Mangelnde Sorgfaltspflicht?

    • stefanolix sagt:

      PS: Wie kommst Du überhaupt auf die Idee, dass ich Beiträge zum Vergleich verwendet hätte, die an unterschiedlichen Tagen gesendet wurden? Bezweifelst Du, dass ich sie am Samstag selbst gehört habe?

      Zusatz zum besseren Verständnis: Ich habe die Zitate aus dem Hofer-Beitrag aus dem MP3 transkribiert. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keine Kenntnis von dem ähnlichen, aber nicht identischen Beitrag des DLF aus dem April 2016. Der Hofer-Beitrag ist für den 21. Mai neu gefasst worden, was man an den beiden Einstiegen sieht:

      Aktueller Radiobeitrag vom 21. Mai 2016:

      Norbert Hofer wirkt wie der nette Blaue von nebenan, die sanfte Stimme der FPÖ. Doch er kann auch anders. Ganz anders. Der gebürtige Steirer wuchs im burgenländischen Pinkafeld auf. Sein Vater war ÖVP-Gemeinderat. Sohn Norbert wurde in Pinkafeld Ehrenmitglied der »Marko Germania«, einer schlagenden deutschnationalen Burschenschaft.

      Dagegen der archivierte Beitrag vom 26.04.2016:

      Norbert Hofer wirkt wie der nette Blaue von nebenan, die sanfte Stimme der FPÖ. Der 45-Jährige gilt als deren Chefideologe und nicht umsonst ließ man ihn das neue freiheitliche Parteiprogramm schreiben. Er ist einer der Stellvertreter von Heinz Christian Strache, der Hofer drängte zu kandidieren. Denn Hofer wollte gar nicht als FPÖ-Kandidat in der Bundespräsidentenwahl antreten, tat es dann aber doch, zögerlich:

  4. Jane sagt:

    Okay, dann liegt das Problem hier wahrscheinlich darin, dass sich das gesprochene Porträt und jenes, das im Online-Bereich erschien, tatsächlich ein wenig voneinander unterscheiden. Das fiel mir zunächst nicht so auf, weil die Einstiege ja teilweise wörtlich wirklich dieselben waren.

  5. Jane sagt:

    Und ansonsten: Reg dich wieder ab. Ich „bezweifle“ gar nichts. Ich habe die Online-Porträts gelesen, die wahrscheinlich ohnehin eine sehr viel größere Reichweite haben als die Radio-Porträts. Diese sind mir in ihrer Gänze unbekannt, und auch du hattest ja hier nur Exzerpte daraus veröffentlicht. Was nun die Online-Porträts betrifft, konnte ich keinerlei Unsachlichkeiten oder Tendenziositäten erkennen. Was ich sagen wollte: Man muss eben nicht erst zur Wikipedia googeln, um endlich auch mal ein paar erhellende Fakten zu Hofers beruflichem Werdegang zu finden, es reicht, wenn man beim kritisierten Medium bleibt ;-)

    • stefanolix sagt:

      Ich musste mich hier weder auf- noch abregen. Ich habe völlig korrekt über das berichtet, was gesendet wurde. Ich habe auch korrekt transkribiert.

      Die im Radio gesendeten Porträts sind die ganze Zeit oben verlinkt gewesen und es war gerade mein Anliegen, dass man sie sich anhört. Was etwa sechs oder sieben Minuten kostet.

      Bevor man also meine Arbeit kritisiert oder in Frage stellt, sollte man sich auch ein Bild vom Gegenstand der Betrachtung machen …

      Radio ist ein Nebenbei-Medium und wirkt entsprechend. Um so wichtiger ist die Analyse der Wirkung.


      Die Einschaltquoten im Radio werden im Rahmen einer Medienanalyse geschätzt.

      http://www.radioszene.de/88151/deutschlandradio-programme-konstant-auf-hohem-niveau.html

      Für das Informationsangebot (also den klassischen Deutschlandfunk) geht man dort von 1.54 Millionen Hörerinnen und Hörern pro Tag aus. Das Informationsangebot in den »Informationen am Morgen« hat also mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Hörer als die Beiträge auf der Website Leser finden.

      • Jane sagt:

        Meine Güte, das Ego…

        Ich habe nicht deine Arbeit kritisiert, sondern ich war anderer Meinung als du. Das war zumindest meine primäre Intention. Wenn das schon zu viel ist – gut, dann lass ich das Kommentieren hier eben wieder. Du machst hier aus einer Fliege einen Elefanten, Stefan. Ich finde trotzdem nicht, dass man den Redakteuren Tendenziosität oder Verzerrung vorhalten kann, auch nicht, was den Radio-Spot betrifft.
        Es bleibt dabei: Es geht darum, ein Persönlichkeitsbild eines Präsidentschaftskandidaten zu erstellen – und dazu gehört die politische und ideologische Einstellung des Kandidaten sehr wohl dazu. Wenn dem Kandidaten van der Bellen solche Merkmale einfach fehlen und entsprechend wenig Angriffsfläche bietet – dann ist das schlicht mal so.

        Was die Quoten betrifft: jetzt mal ganz ehrlich: Wir beide wissen, wie diese Schätzungen laufen. Hier wird davon ausgegangen, dass 1,54 Millionen Menschen mindestens einmal am Tag irgendwann die Frequenz des Deutschlandradios treffen. Du willst uns jetzt nicht allen Ernstes weiß machen, dass 1,54 Millionen Hörer die Porträts im Radio gehört haben. Die Beiträge stehen zudem ein bisschen länger im Internet und werden auch häufiger verlinkt, sodass sich dort täglich die Klicks summieren. Diese Diskussion ist somit absolut müßig.

      • Jane sagt:

        Und an dieser Stelle wiederhole ich auch gern noch mal meine Frage von oben, auf die du nicht eingegangen bist vor lauter Selbstverteidigung:

        Was wäre denn „fair“ in deinen Augen? Dass man für das Erschließen einer Politiker-Persönlichkeit durchaus wichtige Informationen, die sich aber eher negativ auf die Imagebildung auswirken könnten, einfach weglässt?

        Sorry, aber DAS wäre meiner Ansicht nach erst recht tendenziös.

      • stefanolix sagt:

        Was ich fair fände, ist ganz einfach: dass man beiden Kandidaten einen qualitativ gleichwertigen Beitrag gewidmet hätte.

        Der Radiobeitrag über Hofer ist deutlich schlechter gemacht, als der Radiobeitrag über van der Bellen. Meine Argumente stehen im Artikel – die wiederhole ich nicht.

      • Jane sagt:

        Das war nicht meine Frage. Die Frage war, ob du es fair fändest, Informationen zum Kandidaten dessen Persönlichkeit und Geisteshaltung betreffend einfach unter den Tisch fallen zu lassen, nur um den Anschein zu erwecken, beide Kandidaten seien völlig „gleichwertig“.
        Sie sind es NICHT, und genau dem tragen die Beiträge auch (völlig zu Recht) Rechnung.
        Gleichwertig heißt nicht Gleichmacherei. Wenn ein Kandidat eine rechtsnationale Vergangenheit schon seit Jugendtagen hatte, dann gehört das auch in solch ein Porträt. Das das Hofer-Porträt „deutlich schlechter gemacht“ sei als das Bellen-Porträt, ist deine rein subjektive Einschätzung, in die sehr viele Faktoren hineinspielen. Es sind sehr unterschiedliche Porträts, da stimme ich dir zu. Aber das ist vor allem auch den äußerst unterschiedlichen Persönlichkeiten der beiden geschuldet.

      • stefanolix sagt:

        Es geht nicht nur um das, was gesagt wird. Es geht auch um die Fakten, die weggelassen werden:

        Die problematischen Unterstützer des Kandidaten Hofer wurden (zu recht!) deutlich benannt. Dazu gehören grenzwertige Burschenschaftler und sehr weit rechts stehende Radikale.

        Die problematischen Unterstützer des Kandidaten van der Bellen werden überhaupt nicht thematisiert. Er wurde z. B. von der KPÖ unterstützt, die in Teilen kommunistisch und stalinistisch ist.

  6. Gerlinde sagt:

    Ja, fair waere auch mM: einheitliches Frage-Register/-Liste f. alle und notfalls mit ‚trifft nicht zu/nicht zu beantworten‘ zu deklarieren!
    … wobei bitte sexuelle Praeferenzen schnuppe sein sollten – zumindest aus meiner Sicht; sorry!
    Auch wenn dies ausnahmsweise in einen b-analen Lese-Job f. die Journos und Hoer-Job f. die Kunden hinauslaeuft; die Arbeit hierzu machen dankbarerweise denn doch die Journos, denn ich wuerde vermutlich als Sucher/Interviewer schon gar nicht akzeptiert von den entsprechenden Kandidaten, da kein (‚Droh-‚) Wert ;-) !

    • Jane sagt:

      Sie sind offenbar kein Journalist, und das ist Ihnen ja auch keinesfalls vorzuwerfen. Aber das erklärt halt auch, dass Sie nicht wissen, wie ein Porträt aufgebaut ist. Es ist nicht zu verwechseln mit einem Steckbrief oder einem Interview. Ein Porträt ist eine menschliche und häufig auch zutiefst persönliche Einführung in eine Persönlichkeit. Es soll die Perspektive öffnen für das Wesen einer Person, nicht nur Fakten abarbeiten.
      Und von „sexuellen Präferenzen“ hab ich in keinem der vier Porträts etwas gehört oder gelesen.

      • stefanolix sagt:

        Gerlinde lebt seit sehr langer Zeit in Australien und spricht/schreibt ein anderes Deutsch als wir. Ich bitte, das zu berücksichtigen. Das Wortspiel war sicher nicht böse gemeint.

      • Frank Nagel sagt:

        Ach, Jane mal wieder mit ihren seit Jahren üblichen Bemerkungen wie: „Sie sind offenbar kein Journalist … aber … das erklärt auch …“. Ich halte mich raus, wie üblich. Bitte beachten: Jane hat grundsätzlich immer mit allem Recht ;-)

      • stefanolix sagt:

        Ich bin zwar kein Journalist, aber ich merke, wenn jemand vorgefasste Meinungen im Stehsatz hat:

        Schon früher stand Stefanolix ja für das unverrückbare Bekenntnis zur christlich-jüdischen Kulturdominanz, wie sie sich unter anderem bei Politically Incorrect und nun auch in den Pegida-Thesen vom christlich-jüdischen Abendland, das es zu bewahren gilt, wiederfinden. So gesehen wundert mich dieser Schwenk hin zum Radikalen unter dem Deckmantel vermeintlicher Sachlichkeit nicht wirklich.

        Im Original aus diesem denkwürdigen Kommentar von Jane.

      • Frank U.F. sagt:

        Ergänzen möchte ich Jane’s Journalistenwissen um den Punkt Erziehungsauftrag.

      • Jane sagt:

        Sicher, dass du das immer merkst, Stefan? Oder nicht doch eher bevorzugt bei anderen, die nicht deiner Meinung sind? Was ist eigentlich eine „vorgefertigte“ Meinung? Interessanter Begriff. Ich wundere mich hier immer mehr. Eine vorgefertigte Meinung übernimmt man einfach. Ich hingegen bilde mir meine für gewöhnlich selbst – und das anhand dessen was ich höre, sehe, erlebe.

      • stefanolix sagt:

        Da steht »vorgefasst«.

    • stefanolix sagt:

      @Gerlinde: Jetzt, wo Du es sagst: Ein Schema für beide Kandidaten. Das wäre es gewesen.

      In Dresden gibt es seit diesen Pegida-Demonstrationen einen »Bürgerdialog« in einer großen Kirche im Stadtzentrum. Dort haben Bürgerinnen wie Du und Bürger wie ich die Chance auf kurze Wortbeiträge und Fragen. Das wird auch genutzt, leider nicht so ausgewogen, wie ich mir das wünschen würde …

  7. Jane sagt:

    Frank, solltest du um 9.30 Uhr nicht eigentlich arbeiten?

    • Jane sagt:

      Und auf die Gefahr hin, dass ich wie „grundsätzlich immer recht“ behalte: „Raushalten“ geht anders.

      • Frank sagt:

        Schön, dass Du Dich so mit meinen Arbeitszeiten auskennst. […]

        [Ein Teil dieses Kommentars ist auf Wunsch der angesprochenen Person nicht mehr sichtbar. Eine Stellungnahme von Frank ist angefragt. ]

      • stefanolix sagt:

        Das ist jetzt doch schon ein kleines Stück vom Thema des Artikels entfernt.

  8. Gerlinde sagt:

    ;-) – Dreckschleuderei OHNE Wahlkampf?
    Aber BITTE meine Damen und Herren !!!
    Frau Jane kann einfach auch nicht anders als sich selbst sein – schliesslich kann man nicht wahlweise in eine ‚andere Haut‘!
    Ihre Aussage mir ggue. wird als (richtige) Feststellung gesehen und Stefanolix hat dies netterweise auch beiden Seiten Genuege tuend erklaert – Danke!
    Jedoch bleibe ich – zu Wahlkampfzeiten und speziell wenn’s darum geht, div.’s Kandidaten GLEICHzeitig von ‚ein und demselben Laden‘ zu b zu ‚portraetieren‘ – bei meinem evtl. auch einsamen, alleinigen Kundenwunsch:

    – bleibt zu Wahlkampfzeiten neutralST !!!
    – behandelt alle gleich; Schablonen-Gleich !!!
    – steckt – vorruebergehend – Euer verbales kuenstler. Koennen weg
    – macht mir als Kunde mit Eurem ‚kuenstler. Koennen‘ ( = auch Einwickelei-Vermoegen genannt) das Leben nicht noch unnoetig schwerer!

    Ich persoenl. weiss, was ich will – versuche dies auch zu kriegen. Dabei fallen schon mal eiiinige Medien-Vertreter mitunter aus dem vorherigem Fan-Club (= schwer wieder auf ‚Den Wagen‘ zu kommen = samt deren Firma dazu ^^!)
    Ausserdem bitte zu bemerken:
    Die EINZIGE Schnur, welche ich einmal als sinnvoll tolleriert habe, war meine Nabelschnur, aber NIE ‚Marionetten-Schnuere‘ (von egal wem an mir anzuwenden versucht!) – egal wie fein gesponnen (= kommen doch sehr oft an die Sonnen!)!

    LG, Gerlinde

  9. Gerlinde sagt:

    PS:
    Ich finde es schlimm genug, dass das Rechts-System leider die Moeglichkeit bietet, dass der ‘schlimmste Boesewicht’ (= eben deswegen auch meist mit mehr Geld bestueckt ^^!) sich oft ‘meeehr Recht’ kaufen kann, indem er sich den besseren Rechtsanwalt leisten kann (= als manchmal wohl ein Staat selbst ^^!).
    Wenn das jetzt auch noch auf Journalisten-Seite einreisst; bzw. diese aus entweder Eigenmotiven oder ‘firmentechnisch diktiert’ Landesgeschehnisse ‘lenken’ wollen, dann sehe ich auch keinen Sinn mehr, deren ‘Recht auf freie Meinungs-Aeusserung’ zu verteidigen, wenn bei evtl. ‘Falsch-Interpretierung/Interpretierungs-Differenzen‘ in Probleme in anderen Laendern geraten!
    Es gibt sog. ‘Spezialisten/Sparten’ – aber bitte nicht als generell ‘von allem ein wenig’ sondern zuerst einfach: neutraler Sammler/Sucher und Weitergeber = hoechsten Dank dafuer! Auch wenn mein eigenes mikriges Gehirn vielleicht wirklich manchmal Fremd-Denkhilfe braeuchte, es ist EINES MEINER Rechte, NICHT ‘herumgeschubbst’ zu werden – nicht einmal ‘auf geistiger Basis’!
    Es sei denn: gegen guuute Bezahlung – so ich mich DAmit einverstanden erklaere – auch ungeschriebener Weise (= mitunter einfaches Abeitsverhaeltnis auch als ‘Art Prostitution’ aus Brutal-Sicht zu sehen ^^!) ;-) !

    LG, Gerlinde

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