Frauen frieren anders. Männer auch.

Mit einem Artikel der Zeitschrift Spektrum soll bewiesen werden, dass die Normung von Klimaanlagen nach dem Stoffwechsel von Männern für überflüssigen Energieverbrauch und Kohlendioxid-Ausstoß sorgt.

Die Autorin meint auf der Grundlage einer Studie an immerhin 16(!) jungen Frauen, die bei leichter Büroarbeit beobachtet und untersucht wurden: Würde man die Klimaanlagen am Temperaturempfinden der Frauen ausrichten, könnte man Energie sparen und den Kohlendioxid-Ausstoß senken. Sie stellt fest:

Seither geht man bei der Errechnung der optimalen Bürotemperatur vom Stoffwechsel eines 70 Kilogramm schweren, 40-jährigen Mannes aus.
[…]
Würden [Frauen] in die Gesamtberechnung der optimalen Temperatur miteinbezogen, ließe sich Energie sparen und der CO2-Ausstoß verringern – und somit das Klima schonen, so die beiden Studienautoren.

Das ist aber zu kurz gedacht. Ein »weiblicher« Stoffwechsel führt dazu, dass die Frau im Sommer weniger Kühlung und im Winter mehr Heizung als ein Mann braucht. Ein »männlicher« Stoffwechsel führt dazu, dass der Mann im Sommer mehr Kühlung und im Winter weniger Heizung als eine Frau braucht.

Wenn wir also durch einen Ausgleich beiden Geschlechtern gerecht werden wollen, würde sich die Energiebilanz im Laufe eines Jahres wieder ausgleichen (wenn man davon ausgeht, dass die Bemessung der Klimatisierung im Winter ebenfalls an Männern ausgerichtet ist).

Aber der Artikel ist noch aus einem weiteren Grund zu kurz gedacht: Klimaanlagen lassen sich heute normalerweise durch die Nutzerinnen und Nutzer regeln und ihr Energieverbrauch hängt auch sonst stark vom Nutzerverhalten ab. Der tatsächliche Energieverbrauch dürfte also deutlich mehr von den Präferenzen und vom Verhalten der Personen im Büro als von der ursprünglichen Bemessung der Klimaanlage beeinflusst werden.


6 Antworten zu Frauen frieren anders. Männer auch.

  1. Hapi sagt:

    Die Energiebilanz würde sich im Jahr nicht ausgleichen. Erstens ist die Heizperiode meist länge als die Kühlperiode, zweitens verbrauchen Heizungen mehr Energie als Kühlungen.

  2. Gerlinde sagt:

    Schau mir in die Augen ‚Kleiner‘ – tief = ich glaub‘ ich hoer‘ hier schlecht, was Du da gerade wieder Seltsames gefunden hast.
    Aber ich glaube, es ist hierzu keine eindeutige Aussage zu machen, wenn ich das Gefaelle/Unterschiede in der eigenen Familie so ansehe und dann – vor allem im Sommer guuut hoerbar/kontrollierbar wegen deren Laerm – die sommerliche Klima-Anlagen-Benutzung der Nachbarn:
    Wir Zweie sitzen seelig in der schon kuehleren Åbendluft in u/’Blasen-/Eier-Sesseln‘ – Tuer und Tor weiiit offen, weil einfach schon angenehm kuehl und schneller und vor allem leiser als mit jeder Air-Condition – und die nachbarlichen Air-Cond’s laufen auf Teufel komm‘ heraus = ’sehen/fuehlen die den Temperatur-Umschwung nicht vor ihrer Tuere‘ fragen wir uns dann oefter einmal schwer irritiert ???
    Aber bitte: wer will, der kann – aber eben GsD auch bezahlen.
    Hinzu kommt: austral. Frauen LIEBEN die Air-Cond., weil damit der
    ‚landeseigene Sommer-Strassen-Staub‘ nicht so sehr sich im Hause breit machen kann durch deren Filterfunktion und TROTZDEM kuehl = ohne ‚Dreck-hereinlassen-durch geoeffnete Tueren und Fenster.
    Weiters: glaube nicht, dass eine ‚allg. Buero-Durchschnitts-Findung‘ an akzeptabler Temperatur hier einfach ist und als ‚gut gelungen‘ bezeichnet werden kann. Wer direkt unter oder sehr in der Naehe eines ‚Outlets‘ sitzt, wandert mitunter auch im Sommer in ‚austral. Winterklamotten‘ durch den Rest des Tages NUR weil man am eigenen Sitzplatz besser Eisbaer sein sollte ^^!
    Umgekehrt: die ‚Nackebatzen‘, wenn zuuu weit weg vom Outlet.
    In generell: Frauen und Maenner scheinen wirklich unterschiedlich zu frieren, deswegen gibt’s auch hierzulande – aufgrund von ueblicherweise 2 1/2 x deutsche Einzel-Zudecke als EINE Gemeinsame – Kombinationen von ‚dicker und duenner‘ obwohl trotzdem zu EINER gemeinsamen Zudecke verarbeitet = wer immer auch WAS ist/braucht = GsD, dass es diese Kombo gibt – ersparten schon gar maaanche Scheidung ;-) (= inkl. Plastik-Tuben, wo das ‚Falsche Wuergen‘ derselben der frueheren unflexiblen Tuben auch wohl oefter zu Scheidungen fuehrte ^^ + ;-) ! )

    LG, Gerlinde
    Dich sehr moegend, Du ‚Monaco-Franze von gesellschaftl. Trueffelschwein‘ im Finden von Seltsamkeiten :-D !

    • stefanolix sagt:

      Die Seltsamkeit von Begebenheiten drängt sich auf, man muss nur hinschauen. Ich mag ja Deine immer etwas kryptischen Kommentare. Es muss lustig zugehen bei Euch ;-)

      Die individuellen Unterschiede sind natürlich in der Studie zu Frauen und Klimaanlagen nicht berücksichtigt. Außerdem hat man nur junge Frauen getestet (vielleicht waren gerade Studentinnen als Testpersonen verfügbar?). Der Stoffwechsel und das Temperaturempfinden verändern sich ja mit dem Lebensalter.

      Was ich im Studium und vorher schon in der Berufsausbildung so spannend fand: die regionalen (»autochtonen«) Bauweisen. In den Zeiten ganz ohne Klimaanlagen hatten sie es in heißen Gebieten in den Bauwerken trotzdem kühl, weil sie Luftkanäle, Verdunstungskälte etc. genutzt haben.

      • Gerlinde sagt:

        … und – lt. Dubai moderner Bauweise – sich dann gegenseitig Schatten boten bzw. ‚Hitze-Faenge‘ wie in D. ‚Windfaenge’/Dielen hatten.
        Bei uns war das sog. Coolgardie-/’Meat-Safe-System existent: Verdunstungskaelte*.
        Habe hier am einstigen alten Grundstueck und ein altes Haus neu renoviert (OHNE seine Optik zu brechen) einst DEN grossen Treffer gelandet, indem ich dem zuerst geheuertem Architekten eeetliches abstrich, was er als ‚hinfaellig‘, alt und unnoetig bezeichnete. Ich hab’s dann durchgekaempft, eeetliche dieser Altmodischkeiten behalten zu duerfen (= notfalls spaeter/nachtraeglich zu aendern) mit meinem Verdachts-Satz von ca. „wer weiss, wozu das einst gut war und die Altvorderen sich DAbei gedacht hatten. EINIGES, denn DIEse Dinge funktionierten auch OHNE technische Hilfe (= Strom o.ae.) = was da mitunter SOfort weg ist, wenn’s hier brennt. ‚Neumodernerweise‘ ist der Strom mitlerweile auch schon mal weg wegen schlicher Ueberlastug des Netzes ^^!
        Stefan, das waere eine laaange Geschichte und trifft f. Euch gar nicht richtig zu; sorry.
        Obwohl; Umkehr vom ‚ww-Klima‘: Euer ‚austral.-queenslaendischer‘ Regen (+ Schwuehle!) vs. unserem derzeit ungewohntem ‚deutschen Land-Schnuerl-Regen‘ – seit einer Woche im Umkreis Melbourne zumindest ^^!

        LG, Gerlinde
        = Gute Nacht von hier; verdaechtige ausserdem, dass ich mit dieser Studie – wieder – einen Durchschnitts-Mass-Stab vor die Nase gehalten bekomme, um – wieder einmal – diesem nicht passend zu sein (seufz) = studieren/’verdurchschnitten‘ wir uns zur Unguecklichkeit ;-) ?

        * habe hier auch schon oefter den Trick laenger Eingesessener im Landeszentrum angewandt und bin mit feuchtem (= voll ausgeschleudertem) Schlafanzug ins Bett gegangen = heeeerrlich, obwohl gegen JEDE deutsche gesundheitliche Erziehungsregel. ABER: Andere Laender – andere Sitten (mitunter sinnvoll)

  3. Gerlinde sagt:

    PS:
    Das ‚Verdunstungskaelte-Prinzip‘ wurde in frueheren Zeiten auch wie nachfolgend beschrieben angewandt, um Kinder – vor allem die Allerkleinsten durch die heissen Sommer zu kriegen:
    Tisch umdrehen und ueber die Beine desselben feuchte Tuecher haengen und die Kinder unter dieses ‚feuchte Zelt‘ .

    Beim alten Grundstueck mit starker bewaldeter Hanglange haben wir auch – GsD – guuut mit ‚catarpatischer* Kuehlung**‘ arbeiten koennen. Das ersparte uns den ‚Aussen-Kasten‘ f. die Air-Cond., welcher in dieser bewaldeten Gegend ansonsten eine ziemliche Feuergefahr dargestellt haette: die immergruenen Baeume werfen auch IMMMMER Laub ab – vermehrt im Sommer zum Selbstschutz – welches sich gernest staendig in den Schlitzen dieser Ansaug-Kaesten faengt = sooo oft kann man gar nicht saubermachend hinter denen herklettern = ich habe schon aus gaaanz einfacheren Gruenden bzgl. Laubwerk ‚wo und wie‘ mein greises Haupt verbluefft geschuettelt ^^!

    LG, Gerlinde

    * vermeintlicher Fachbegriff; nicht kontrolliert/bestaetigt gefunden = heisst vermutlich ’slightly different‘ = bin schon zu muede f. laengeres Suchen; sorry!

    ** wenn jemand selbst suchen will: ‚wenn die kalte Luft den Berg hinunter rutscht‘. In u/Falle haben wir eben im zuuufaellig dazwischen stehendem Haus alles sperr-angelweit offen gelassen, was nur irgendmoeglich war um diese Kaelte abkuehlend, aehem, ‚durchschleichen‘ zu lassen.

  4. Gerlinde sagt:

    Btw, lustig: bei ‚katarpatisch‘ in der search engine kriegt mein Mann auf seinem Computer dieses ‚Wort‘ erklaert; bei mir heisst’s „nix zu finden, versuche …“

    … und ja und echt zum Thema: Maenner und Frauen frieren wirklich unterschiedlich. Jedoch scheint es mir einfach zuuu schwierig zu sein, dies ‚technisch‘ auch nur halbwegs auf Durchschnitt zu kriegen. U.a., da mM bei juengeren Frauen der wegen ‚chic-aussehen/Schlankheits-Wahn‘ Kalorien-Haushalt vs. ausgerechnet in DIEsem Alter den Maennern ggue. gestellt schon aaaarg unterschiedlich ist = junge Maenner (fr)essen in dieser Alterskategorie fast wie Pferde – lt. div.’s Aussagen v. Muettern – sorry.
    In Firmen hat man aber meist eine gute Mischung aller Alters-Stufen. Inkl., dass mitunter durch Um-/Einbauten (=meist Trennwaende in Bueros) die im original berechnete Leistung einer Air-Cond. dann mitunter ziemlich leidet bzw. fast hinfaellig wird!

    Was MEINE Feststellung war: Maenner scheinen toleranter bzw. viiiel leidensfaehiger ggue. klimatischen Unbils zu sein; zumindest Meiner! Wie oft ‚krachte‘ es bei uns frueher vorm Einschlafen beim Streit um das ‚welche Zudecken-Konfiguration‘; hier die sich steigernden Moeglichkeiten: Bettlaken only; Bettlaken mit leichter Decke bis zu den Knien oder entsprechend griffbereit; dickerer Comforter oder wenigstens griffbereit; dickere Zudecke insgesamt.
    Von ihm gab’s da immmmer nur das devote „mach keinen Fuss – es ist recht so wie’s ist.“ Dabei war das aber einfach nur die Konfiguration des Vorabends von evtl. gaaanz anderem Wetter und Temperaturen.
    Schweisstriefende Schlafzeug-Oberteile zeugten f. mich aber dann NICHT unbedingt von ‚angenehmen Schlaf‘ = also ’schrie/kaempfte‘ ICH … fuer IHN; denn ich bin ja offiz. nicht in einen verantwortungsvollen Ausser-Haus-Job eingebunden, zu welchem ich ‚best case of mine‘ einbringen muss ^^!

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