Kritik an der linken »Mitte-Studie« (Teil 2)

In den letzten beiden Tagen haben sich einige Fragen zu der Studie angesammelt. In diesem kurzen Artikel geht es um die Repräsentativität.


Repräsentativität

Eine repräsentative Studie soll die Teilnehmer so auswählen, dass sie wesentliche Merkmale der Bevölkerung repräsentieren. In dieser Studie wurden z. B. als wesentlich angesehen:

  • Geschlecht
  • Altersgruppe
  • Einkommen
  • Bildungsabschluss
  • Wohnort Ost/West

Im Gegensatz zu anderen Kritikern der Studie sehe ich in der Auswahl der Merkmale kein Problem. Bei einer so großen Befragung muss man sich auf einige Merkmale konzentrieren.

Idealerweise würde die Stichprobe also 50 % Frauen und Männer enthalten. Sie würde die Altersstruktur und den Bildungsstand der Bevölkerung repräsentieren. Es wären Menschen mit hohem, mittleren und niedrigen Einkommen entsprechend ihren Anteilen an der Bevölkerung enthalten.

Die Meinungsforscher stellen ein Konzept auf, um diese Stichprobe aus der Bevölkerung auszuwählen. In der Studie wird auf den Seiten 25 und 26 erläutert, auf welche Weise die Befragung konzipiert wurde. Das Konzept umfasste 4.902 Personen.

Eine Stichprobe kann niemals so perfekt zusammengesetzt sein, dass alle Eigenschaften in der Stichprobe gleichwertig abgebildet sind. Das betrifft jede Studie. Man kann es dieser Studie nicht anlasten, wenn die Stichprobe nicht perfekt ist.

Auf S. 27 ist die soziodemografische Beschreibung der Stichprobe mit den tatsächlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern dargestellt. Es fällt ins Auge, dass Frauen deutlich überrepräsentiert sind: 55,3 % sind Frauen und 44,7 % sind Männer. Es stimmen auch einige andere Anteile nicht mit den Anteilen in der gesamten Bevölkerung überein.

Das liegt daran, dass von den ursprünglich 4.902 Personen nur 2.420 Personen bereit waren, an der Studie teilzunehmen. Die Befragung war vermutlich richtig konzipiert, aber dann haben z. B. weniger verheiratete Männer im mittleren Alter daran teilgenommen. Ergebnis: sie sind unterrepräsentiert.

Leider erfahren wird nicht, wie viele Personen von vornherein abgelehnt haben und wie viele Personen die Befragung abgebrochen haben. Wir müssen die Daten also so nehmen, wie sie sind. Bessere Daten sind nicht greifbar.

Ich sehe die Repräsentativität nicht als den größten Schwachpunkt der Studie. Viel größere Schwachpunkte ergeben sich aus der Voreingenommenheit der Ersteller der Studie und aus ihrem ideologisch geprägten Weltbild. Darauf soll der dritte Artikel eingehen.


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