Das Klima in Dresden

Die Dresdner Neuesten Nachrichten (DNN) haben heute in einem Artikel über die Klimaziele der Stadt Dresden berichtet. Den Artikel kann man auch online lesen, das dazugehörige Diagramm fehlt dort leider. Dazu später mehr.

Es geht im Kern darum, dass die Stadt Dresden den CO2-Ausstoß pro Einwohner und Jahr verringern möchte. Um so mehr verstört ein Zitat aus dem DNN-Artikel (Hervorhebung von mir):

Obwohl die Einwohnerzahl seit Jahren wächst, sind die Privathaushalte nicht die Verursacher der hohen Werte, rechnete Korndörfer vor. Den entscheidenden Anteil an der miesen Bilanz hat nach den Zahlen der Stadt die Industrie.

Wenn es um den CO2-Ausstoß pro Einwohner und Jahr geht, sollte man doch meinen, dass eine höhere Bevölkerungszahl eher leicht positiv wirkt. Ein bestimmter fixer Anteil des Energieverbrauchs verteilt sich dann auf mehr Einwohnerinnen und Einwohner, also wirkt sich eine leicht gestiegene Einwohnerzahl eher entlastend als belastend aus.


Aber wir waren ja gerade bei der Industrie. Umweltamtsleiter Korndörfer weiß, warum in Dresden so viel Energie verbraucht wird:

»Dresden wird von der Mikroelektronik dominiert, diese Betriebe benötigen viel Strom«, so der Umweltamtsleiter. Diesen würden sie an der Strombörse einkaufen. Da wegen der großpolitischen Wetterlage Kohlekraftwerke wieder lukrativ seien, sei auch der von der Dresdner Industrie verbrauchte Strom nicht sauber und verhagele so die Bilanz.

Auch hier erschließt sich die Logik der Aussage nicht: Der Anteil der »Erneuerbaren« am Strommix nimmt doch seit Jahren zu. Gerade bei einem Überangebot ist der Strom an der Energiebörse EEX auch billiger als sonst. Und wir kennen den konkreten Strommix der Dresdner Industrie nicht – alle Schätzungen beruhen auf Kennzahlen für den Strommix in Deutschland.


Korndörfers Angaben sind also zumindest kritisch zu hinterfragen – aber das ist gar nicht der entscheidende Punkt. Der entscheidende Punkt ist, dass Dresden keinen Einfluss auf die Energieanbieter hat, an denen die Stadt nicht beteiligt ist. Dresden kann aufgrund der Eigentumsverhältnisse allenfalls den Strommix der DREWAG und der ENSO beeinflussen.

Dresden hat aber keinen Einfluss auf die Verträge, die etwa Infineon oder Globalfoundries (ehemals AMD) mit anderen Anbietern abschließen. Insofern muss sich die Stadt Dresden den Strom-Mix der hier ansässigen Unternehmen auch nicht zurechnen lassen.

Dazu kommt: Gerade Infineon oder Globalfoundries stellen energiesparende Bauteile her, die überall auf der Welt für eine Reduzierung des Energieverbrauchs sorgen. Bevor diese Bauteile veraltete Technik ablösen können, benötigt man für ihre Herstellung im Reinstraum aber zunächst einmal Energie.

Es erschließt sich nun überhaupt nicht, warum sich Dresden den Stromverbrauch negativ zurechnet, der für die Herstellung modernerer Technik notwendig ist. Wenn diese Werke geschlossen würden und sich außerhalb Dresdens ansiedelten, hätten wir weniger Stromverbrauch, aber auch einige tausend Arbeitslose mehr. Das kann ja wohl nicht Sinn und Zweck der Sache sein.


Eher eine lustige Anekdote ist diese Maßnahme der Stadtverwaltung, die von der »obersten Klimamanagerin« der Stadt Dresden vorgestellt wurde:

Der Fuhrpark der Stadt werde Schritt für Schritt elektrifiziert, kündigte sie an. Verrichten jetzt noch vier E-Pkws ihren Dienst für die Verwaltung, so sollen es bis Ende des nächsten Jahres zehn mehr sein.

Es wurde in weiser Voraussicht darauf verzichtet, diese Maßnahme in CO2-Äquivalente umzurechnen. Das war der Stadtverwaltung dann wohl doch zu peinlich. In Dresden gibt es etwas mehr als 240.000 angemeldete Fahrzeuge.


Auch die Umweltbürgermeisterin Jähnigen wird in dem DNN-Artikel zitiert. Sie hat in der Stadtverwaltung einen neuen Bürokratiezweig einen Stab für Klimaschutz aufgebaut.

»Damit ist das Thema jetzt der zentrale Schwerpunkt meiner Arbeit«, kündigte sie an. Stadtverwaltung und städtische Unternehmen könnten unter fachlicher Aufsicht des Stabes gemeinsam ihren Anteil zur Reduzierung der Treibhausgase leisten.

Das ist interessant. Zu den Klimazielen und zur notwendigen Reduzierung gibt es nämlich sehr unterschiedliche Aussagen der Stadtverwaltung. Als Ziel wird in einer Pressemitteilung vom September 2016 z.B. das Jahr 2020 und eine Reduktion um 30 % angegeben:

Etwa zehn Tonnen klimaschädliche Treibhausgase wurden 2014 pro Dresdnerin bzw. Dresdner ausgestoßen. Bis 2020 sollen diese Emissionen um 30 Prozent reduziert werden.
[Quelle: Pressemitteilung des Amtes für Wirtschaftsförderung]

Bis 2020 sind es wohlwollend gerechnet fünf Jahre. Dann müssten die Emissionen also »nur« um 6,9 % pro Jahr sinken, nachdem sie trotz aller Klima-Bemühungen zehn Jahre lang auf konstantem Niveau geblieben sind. Das ist völlig illusorisch: Sie können bis 2020 nicht plötzlich so stark sinken. Wer setzt solche völlig unrealistischen Ziele in die Welt?


Wenn Ihnen das Ziel auch etwas zu ambitioniert vorkommt, habe ich hier zum Trost eine ganz andere Zahl aus derselben Stadtverwaltung:

Mit dem Beitritt zum Klimabündnis europäischer Städte hat sich Dresden bereits 1994 verpflichtet, den CO2-Ausstoß aller zehn Jahre um fünf Prozent zu senken. [Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung vom 10.10.2016]

Eine Senkung aller zehn Jahre um fünf Prozent entspräche einer kontinuierlichen Senkung pro Jahr um etwa ein halbes Prozent. Da wundert sich der Dresdner: Sollen wir die Emissionen nun um fast sieben Prozent oder um ein halbes Prozent pro Jahr senken? Oder lassen wir einfach alles, wie es ist? Hat ja in den letzten zehn Jahren auch niemanden gestört.


Offenbar weiß in der Stadtverwaltung die rechte Hand nicht, was die linke veröffentlicht. Was sagt eigentlich der Chef des Dresdner Umweltamts dazu?

»Künftig müssten pro Jahr drei bis vier Prozent CO2 eingespart werden, um das Dresdner Ziel von sechs Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr und Einwohner im Jahr 2030 zu erreichen«,  rechnet Korndörfer vor. Bisher sei man von einer notwendigen Reduktion von zwei Prozent jährlich ausgegangen. [Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung vom 10.10.2016]

Wenn Sie aufmerksam mitgelesen haben, werden Sie feststellen, dass es in ein und derselben Pressemitteilung zwei Zahlen gibt: das Ziel von 1994 und das Ziel von 2016. Es wird in der Pressemitteilung nicht angegeben, was »bisher« bedeutet: Wann ging man von »zwei Prozent jährlich« aus?


In diesem Zusammenhang ist eine Präsentation der Stadt Dresden [PDF] interessant, die ebenfalls von Herrn Dr. Korndörfer verantwortet wird. Auf Seite 3 ist das Diagramm zu finden, das in dem DNN-Artikel (schlecht und recht) aktualisiert und »nachgezeichnet« wurde.

Exakt wäre nach Korndörfers Rechnung für das Ziel von 6 Tonnen CO2 bis 2030 eine Reduzierung um 3,35 % jährlich notwendig. Das ist aber eine exponentielle Reduzierung und eine solche Reduzierung kann natürlich nicht mit einer Geraden (wie im Diagramm der DNN und des Umweltamts) dargestellt werden.


Insgesamt gewinnt man den Eindruck, dass das Thema völlig falsch vermittelt wird. Die Stadt Dresden begibt sich freiwillig in eine Falle, wenn sie die hier angesiedelte Industrie in die Rechnung einbezieht. Wir brauchen die Industrie und sie braucht uns. Die Unternehmen müssen selbst entscheiden, wie sie mit Energie umgehen.

Es kann sinnvoll sein, die CO2-Emissionen der öffentlichen Einrichtungen, der stadteigenen Unternehmen und des städtischen Verkehrs zu senken – nicht um jeden Preis, aber mit Augenmaß. An diesen Maßnahmen kann sich eine Stadt messen lassen, hier kann sie sinnvolle Maßnahmen ergreifen oder fördern.

Aber es ist völlig kontraproduktiv, sich von Jahr zu Jahr unrealistischere Ziele zu setzen und dazu auch noch unterschiedliche Zahlen zu kommunizieren. Es ist jeweils ein riesengroßer Unterschied, ob man von 30 % in fünf Jahren, 5 % in zehn Jahren oder 40 % in den verbleibenden 15 Jahren bis 2030 spricht.


Ergänzungen: Ich bekam gerade via Twitter einen Hinweis. AMD/Globalfoundries wird stabil mit »sauberem Strom« versorgt (Quelle). Und nach etwas Nachschlagen: Auch Infineon ist Kunde der DREWAG (wobei hier die Energie immer noch durch Dritte eingespeist werden könnte und DREWAG »nur« als Netzbetreiber fungiert).

Lasst alle Hoffnung Fahrrad fahren: Die Stadtverwaltung Dresden hat noch 2015 die völlig fiktiven CO2-Einsparungen der Aktion »Stadtradeln« für bare Münze genommen. Das ist hart.


17 Antworten zu Das Klima in Dresden

  1. Fidel sagt:

    Der Pressemitteilung per Mail war ein Downloadlink zu einer zip-Datei beigefügt, die ich sonst nirgends als Quelle gesehen habe. Irre ich mich, oder sind sowohl Stadtverwaltung, als auch Presse nicht in der Lage diesen Link mitzuverbreiten?

    https://www.dresden.de/media/zip/Treibhausgasbilanz.zip

    Gruß Fidel

  2. E-Haller sagt:

    Machen wir uns nichts vor: dieses ganze Gerechne und Vergleiche und Zielgesetze bringt nichts. Dresden muss trotzdem so tun, als ob. Und, als ob die Stadt etwas unternimmt. Stimmen die Zahlen nächstes Mal, klopft man sich auf die Schulter/ stimmen sie nicht, dann zeigt es nur, wie wichtig das Thema ist.
    Die Sz hat es doch in ihrem Artikel „Treibhaus Dresden“ auch schön umschrieben: „Das [Klimaschutz-]Büro hat aber nicht nur einen neuen Namen bekommen,… Der Klimaschutzstab habe geänderte Zuständigkeiten und mehr Durchsetzungskraft. Das sei ein Signal, dass dem Thema eine hohe Priorität beigemessen werde. Was der Klimastab genau tun wird, ließ sie jedoch offen.“
    Das Thema ist so komplex und müsste noch viel mehr auseinandergenommen werden. Schon das Thema Elektro-Kfz als Heilsbringer zu feiern: darüber gab es letztens einen Artikel, der einen mit konzventionellem Strom betriebenen Pkw einem Euro-6-Diesel gegenübergestellt hat. CO2-bilanztechnisch: Augenwischerei.

    • stefanolix sagt:

      Danke für den Tipp. Dann sollte man das auch verlinken ;-)

      http://www.sz-online.de/nachrichten/treibhaus-dresden-3513649.html

      Die DNN haben ja wieder mal nur den Inhalt von Pressekonferenz und Pressemitteilung der Stadtverwaltung wiedergegeben.


      Der Klimastab schafft es ja nicht einmal, alle Behörden auf dieselben Ziele zu verpflichten.

      Die Zahlen KÖNNEN bei gleicher Berechnungsgrundlage nicht stimmen. Dresden kann sich doch nicht innerhalb von 15 Jahren deindustrialisieren.

      Man darf nicht das Stadtgebiet zur Grundlage machen, sonst würde doch eine komplett wirtschaftsfreie Stadt jeden Wettbewerb gewinnen.

      Was man machen kann: einen Wettbewerb um den besten Nahverkehr. Da liegen wir in DD gut.

      Einen Wettbewerb um den effizientesten städtischen Energieversorger. Da liegen wir auch nicht schlecht.

      Einen Wettbewerb um die besten Fahrradlösungen. Da liegen wir ganz weit hinten …

      Ziele müssen spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert sein. Das einzige, was bei den Klimazielen der Stadt Dresden stimmt: sie haben einen Termin. Zumindest vorläufig.

      • E-Haller sagt:

        Zum Verlinken war ich zu faul. ;)
        Tja, ein typisches Beispiel für Aktionismus. Dem Klimaschutzziel beizutreten, ist schnell gemacht und von positiver Außenwirkung – die Realisierung läuft ja noch ein paar Jahre.
        Im Prinzip ist ja schon die Festlegung des Basisjahres 1990 für Deutschland positiv: mit Zusammenbruch der DDR-Industrie war ja schonmal ein riesen Batzen weg…
        Ich kenne kleinere Gemeinden im ländlichen Raum ohne nennenswerte Industrie, aber mit vielen Windrädern/ Biogasanlagen, die sich als rechnerisch klimaneutral darstellen. DAS kann eine Großstadt nie erreichen und zeigt den Nonsens der Bilanzierung recht deutlich.
        Im Verkehrsbereich hat sich Bad Schandau ja mal als Vorzeigegemeinde etabliert: anteilig solarbetriebene Straßenbahn (ohne Alltagsverkehrsrelevanz), gigantische Radverkehrsmengen (Elberadweg/ ohne Alltagsverkehrsrelevanz), eigenen Fernzughalt (damit die Zöllner ein- und aussteigen können).
        Letztlich kommt es doch heute genau darauf an: vermeintliche „Erfolge'“ verkaufen. Keine Ahnung, ob der Klimaschutzstab realisitisch ist (und eben nur nach außen so tut, als ob), oder ob sie tatsächlich daran glauben, dass z.B. Stadtradeln Effekte hat. Ich glaube eher an ersteres.

        Was die Ziele angeht: die Messbarkeit ist ja eben eines der Hauptprobleme. Wie will ich „beste Fahrradlösung“ denn messen? Oder „besten ÖPNV“?

      • stefanolix sagt:

        Ich finde ja: Es ist noch nicht mal richtiger Aktionismus. Es ist reine Symbolpolitik. Die relevanten Verbesserungen kann die Verwaltung auch ohne Zusatzbürokratie schaffen.

        Man könnte das Beispiel einer exponentiellen Reduzierung gut in der Bildung einsetzen: Je später man mit Veränderungen beginnt, desto schmerzhafter oder/und anstrengender sind sie ;-)


        Einen guten ÖPNV würde ich im Vergleich Dresdens mit anderen Großstädten(!) schlicht an seinem Marktanteil messen. Beim Fahrradverkehr ist es doch ähnlich: Die Leute steigen im Alltag aufs Fahrrad, wenn sie sich sicher fühlen und wenn die Rahmenbedingungen zumindest einigermaßen stimmen. Da kann ich Dresden mit Leipzig vergleichen, aber eben nicht mit Bad Schandau.

        Man wird ländliche Gebiete niemals mit einer Großstadt vergleichen können. Man sieht am Beispiel Bad Schandau und Dresden, warum es nicht zielführend ist, allen Kommunen die gleichen Vorgaben zu machen (oder aus Dresdner Sicht: den bundesweiten Vorgaben 1:1 zu folgen).

      • E-Haller sagt:

        Symbolpolitik trifft es besser, stimmt. Aber dafür braucht man auch jemanden, der die zur positiven Selbstdarstellung geeigneten Beispiele identifiziert und verkauft. ;)

        Naja, aber Marktanteil ist auch so eine Sache: ich halte die immer wieder hochgehaltenen Verkehrsmittelanteile auch für Augenwischerei, weil die wichtige Stadt-Umland-Beziehung vollkommen ausgeblendet wird.

  3. Dirk sagt:

    „Dresden hat aber keinen Einfluss auf die Verträge, die etwa Infineon oder Globalfoundries (ehemals AMD) mit anderen Anbietern abschließen.“

    Noch weniger Einfluss haben wir darauf, dass die Konzerne ihre eigenen Kraftwerke betreiben. Wie z.B. Globalfoundries.
    Mal sehen, was passiert, wenn das Rathaus Wind davon kriebt, Man kann ja die Auflage erteilen, dass die xx% aus Solar- und Windkraft beziehen.

    Davon ab, der Klimastab ist wieder mal ein typischer Fall, wie der Staat die Bürger ausbeutet. Die schaffen nichts, außer auf unsere Kosten zu leben.

  4. Frank Nagel sagt:

    Kleiner Nebansapekt: Obwohl im DNN-Artikel beschrieben wird, dass Privatleute gar nicht das Problem sind, wird zur Illustrierung ein (sicher privater) KFZ-Auspuff gezeigt. Und obwohl CO2 als das Problem beschrieben wird, sehen wir auf dem Bild alles mögliche aber kein CO2. Zu blöd aber auch, dass man dieses unsichtbare Gas so schlecht fotografieren kann. Eigentlich hätte das übliche Bild von gefährlichen Wasserdampfschwaden aus einem Kohlekraftwerk hierher gehört ;-)

  5. Michael_DD sagt:

    Klimarettung durch die Stadtverwaltung
    oder
    Produktion im Eimer
    Es ist schon lustig, daß eine Stadtverwaltung ein Klimaschutzbüro zum Klimaschutzstab auftakelt, welches dann mit eigenen Zahlen nicht klarkommt. Statt Umweltschutz, sparsamen Einsatz von Finanzen und Ressourcen will man gleich das Klima retten. Ich habe an Frau Jähnigen, Chefin vom´s Janzen, eine eMail geschickt mit der Anfrage, ob und wie sich die Inbetriebnahme der Waldschlößchenbrücke auf die Klimabilanz der Stadt ausgewirkt hat.
    Ich möchte aber noch auf ein eventuelles Mißverständnis hinweisen.

    stefanolix sagt: Ergänzungen: Ich bekam gerade via Twitter einen Hinweis. AMD/Globalfoundries wird stabil mit »sauberem Strom« versorgt (Quelle).

    Auch Strom aus Braunkohlekraftwerken ist sauber im Sinne der Emissionsgesetze. Nur der Umgang mit Kohle und Asche ist dreckig und aufwendig, deshalb stehen diese Kraftwerke auch neben der Grube. Aber noch aus einem anderen, wichtigeren Grund betreibt Globalfoundries eigen Gaskraftwerke. Dirk hat den Finger drauf:

    Dirk sagt:
    Ich weiß nur, dass die zumindest einen Teil des Stroms selbst produzieren, wegen der Produktionssicherheit. Wenn dort mal die Lampen ausgehen (egal wie lange), sind gleich mal ein paar Millionen im Eimer.

    Die DREWAG spricht sogar von hochreiner Energie. Im Sinne der Chiphersteller meint saubere Energie vor allem Versorgungssicherheit, Spannungs- und Frequenzstabilität.

    energie-und-management :. Air Liquide und Drewag betreiben inzwischen schon zwei Energiezentren, aus denen sie die Dresdner Werke des Prozessor-Produzenten präzise mit Strom, Wärme und Kälte beliefern. Die Betriebserfahrungen der ersten Anlage zahlten sich bei dem zweiten Blockheizkraftwerk (BHKW) in einem „Bilderbuchstart“ aus. … Diese Stromqualität ist nötig, weil der Produktionsprozess bei AMD vollständig automatisiert abläuft und extrem anfällig gegen Spannungs- und Frequenzschwankungen ist.

    Ein grobes Anschauungs-Beispiel dazu : Die Durchlaufzeit der Chipherstellung, von der Einspeisung der blanken Silizium-Scheibe bis zum fertigen Chip, immer noch auf der Scheibe, der sogenannte Zyklus1 beträgt ca. 30 Tage. Die Scheiben durchlaufen zahlreiche automatisierte Fertigungsschritte, darunter Hochtemperatur-Behandlung, Sputter-Prozesse, Ionen-Implantationen. Fällt da der Strom aus, ist die behandelte Charge im Eimer. Fällt also in der Chipfabrik der Strom aus, ist ca. die Hälfte der im Zyklus befindlichen Scheiben Ausschuß; ein vierundzwanzigstel der Jahresproduktion.
    Noch mal zur Klimarettung durch die Stadtverwaltung. Der behauptete monokausaler Zusammenhang >menschgemachtes CO2 erwärmt die Erde< ist nicht bewiesen, funktioniert bestenfalls unterhalb einer bestimmten CO2-Konzentration.

    • stefanolix sagt:

      Selbst wenn das globale Ziel sinnvoll wäre: Die Stadtverwaltung kann sich selbst nur Ziele setzen, die überhaupt erreichbar sind. Das sind: Ziele im eigenen Verantwortungsbereich, eventuell im auch im Stadtverkehr. Bei der DREWAG wird es wiederum schwierig, weil sie über die Jahre bis 2030 schon geplant und investiert hat.

      Die Art der Energieversorgung der Dresdner Halbleiterindustrie wird sich auch nicht so schnell ändern und wenn (was wir alle hoffen) die Jobs in diesen Unternehmen erhalten bleiben, wird auch CO2 ausgestoßen. Im Grunde sind die Ziele völlig illusorisch.

      • Michael_DD sagt:

        Dresden hatte sich mit der Waldschlößchenbrücke ein beziffertes Ziel, den Verkehr betreffend, gestellt.
        Habe heute folgende eMail losgelassen:

        Michael Xyz Dresden, 11.11.2016
        Xyz@gmx.net

        Sehr geehrte Frau Jähnigen, sehr geehrter Herr Dr. Christian Korndörfer,
        am 12.10.2016 schrieb ich Ihr per eMail Ihr Amt wie folgt an:
        Dresden, 12.10.2016
        Sehr geehrte Frau Jähnigen,
        in der DNN vom 12.10.2016 las ich, daß die Stadt Dresden ihre selbstgesteckten Klimaschutz-Ziele verfehlt hat: „Seit 2003 stagniere der Kohlendioxyd-Ausstoß pro Einwohner und Jahr bei etwa zehn Tonnen.“ Sie haben das Klimaschutzbüro mit ausdrücklicher Billigung von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) in einen Klimaschutzstab umgewandelt. Dieses und Ihren Ausspruch lt. DNN „Damit ist das Thema jetzt der zentrale Schwerpunkt meiner Arbeit“ begrüße ich ausdrücklich, ebenso die Handlungsfeld des Klimaschutzstabes gehört. Im Jahre 2013 wurde die Waldschlößchenbrücke (WSB) für den Verkehr freigegeben. Gründe für deren Bau waren bessere Verbindung der Stadtteile rechts und links der Elbe und damit Einsparung von Fahrzeit und Treibstoff, vulgo CO2. Die Grünen waren gegen den Bau, u.a. mit der Begründung die Brücke würde Verkehr in die Stadt locken bzw. induzieren.
        Jetzt meine Fragen :
        1. Hat die WSB Verkehr in Dresden induziert?
        2. Hat die WSB Auswirkungen auf die Umweltbilanz Dresdens?
        3. Sind die Auswirkungen der WSB in die Umweltbilanz eingeflossen?
        Danke im Voraus für die Antwort. Darf ich diese in Internet-Blogs verwenden?
        Freundliche Grüße
        Michael Xyz

        Von no-reply@eforms.dresden.de kam am 13.10.2016 folgende Antwort:
        „Vielen Dank für Ihre Nachricht.
        Alle Anregungen und Anmerkungen werden von uns aufgenommen und geprüft. Bitte haben Sie aber Verständnis, dass nicht jede Nachricht beantwortet werden kann.
        Auf konkrete Fragen erhalten Sie natürlich schnellstmöglich Antwort.

        Auf dresden.de wurde folgende Anfrage eingereicht:
        (Es folgen meine Kontaktdaten und meine Anfrage)“
        Leider wurden meine Fragen bisher nicht beantwortet.
        Mit den interaktiven Karten http://stadtplan.dresden.de/(S(wc5nw3wddo0tonmz30qpfbjw))/spdd.aspx?TH=UW_PM10_F|UW_PM10_L
        http://stadtplan2.dresden.de/(S(t2gogabsnhe5ucu21bsn4ydn))/spdd.aspx?TH=UW_NO2_F%7CUW_NO2_L
        habe ich mich über die PM10- und NO2-Belastung an der WSB informiert. Leider beantwortet das nicht meine o.s. Fragen.
        Warum fehlt bei den >Informationen zum Ort< in obigen Karten der Name der Waldschlößchenbrücke?
        Die Brücke wurde am 24.8.2013eingeweiht, die Kartenlegende gibt an: Stand 2016.
        Für eine informative und zeitnahe Antwort dankt im Voraus mit freundlichen Grüßen
        Michael Xyz

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