Wahltag

Herr, es ist Zeit. Der Wahlkampf war nicht groß.
Leg Deine Hand nun an die Wahllokale,
und in den Urnen lass bald Stimmen sein.

Befiehl den Briefwahlkästen voll zu sein;
gib Wählern noch zwei nachdenkliche Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzten Stimmen ins Kuvert hinein.

Wer jetzt nicht wählt, der kann es lang nicht mehr.
Wer jetzt nicht abstimmt, wird sehr ratlos bleiben,
wird fernsehn, lesen, in sein Blog was schreiben
und wird doch in den Straßen hin und her,
unruhig wandern, wenn ihn Skrupel treiben.


Ich bitte vorsorglich Rainer Maria Rilke und alle »Herbsttag«-Fans um Entschuldigung.

PS: Ich werde keine weiteren Gedichtparodien mehr veröffentlichen. Der Wahlkampf 2017 ist in weiten Teilen eine Farce – eigentlich hat es kein Gedicht verdient, mit ihm in Verbindung gebracht zu werden.


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One Response to Wahltag

  1. Demonstrant sagt:

    Stefanolix, im Grunde sehe ich das wie Du.

    Aber für uns als gelernte DDR-Bürger ist das doch nichts Neues, dieser Gleichklang der im undemokratischen Blog der Nationalen Front gleichgeschalteten Parteien und Massenorganisationen.

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