Warum ich gern im Buchhaus Loschwitz einkaufe, obwohl ich die Ansichten der Eigentümerin nicht teile

Der MDR hat an diesem Wochenende einen Beitrag veröffentlicht, in dem die Dresdner Buchhändlerin Susanne Dagen zu Wort kommt. Sie ist über die Stadtteile Loschwitz und Blasewitz hinaus eine bekannte Dresdner Persönlichkeit, weil sie gemeinsam mit ihrem Mann das mehrfach ausgezeichnete Buchhaus und Kulturhaus Loschwitz führt.

In dem MDR-Beitrag geht es unter anderem um Susanne Dagens Wahlentscheidung für die AfD. In einem früheren Interview zeigte sie Verständnis für die Pegida-Bewegung:

Susanne Dagen: Ich sympathisiere mit denen, die seit zwei Jahren auf die Straße gehen. Wenn die Auseinandersetzung mit diesem Phänomen und das Ringen um Verständnis Pegida-nah ist, dann bin ich es. 2011 ist »Empört euch« von Stéphane Hessel erschienen, da haben alle gejubelt.

Die Zustimmung zur AfD und zu Pegida kann ich nicht teilen: Die AfD ist für mich nicht wählbar und die Reden der Pegida sind für mich erst recht nicht akzeptabel. Doch in einer freien, demokratischen Gesellschaft ist Frau Dagens Meinung so legitim, wie es jede andere Meinung auch ist. Die AfD ist eine zu Wahlen zugelassene demokratische Partei und die Pegida hat das Demonstrationsrecht.


In der zivilisierten Kommunikation stehen die Argumente einer jeden Person gegen die Argumente der Kontrahenten – Kontroversen müssen im fairen Wettkampf ausgetragen werden. Verpönt sind hier Angriffe gegen die Person: gegen die Hautfarbe, die Figur, das Geschlecht oder das Alter.

Diese Regeln sind nicht immer leicht einzuhalten: Kontrahenten werden zuweilen auch als Ideologen, Demagogen, Lobbyisten oder »alte weiße Männer« bezeichnet. Das geht dann an die Grenze zwischen der Argumentation in der Sache und der Argumentation gegen die Person.

Eine gravierende Grenzverletzung war in der Kommunikation bisher immer die Argumentation gegen die Existenz. Don Alphonso schreibt im Blog der FAZ:

Es wird gefährlich, wenn es nicht mehr um politische Argumente und Lösungen für das Land geht, sondern um die verbale Ausgrenzung der Feinde, die Verleumdung ihrer Geschichte, Herkunft und ihres sozialen Umfelds, das in Kollektivhaftung genommen wird.

Boykottaufrufe und Boykotte sind Äußerungen und Handlungen gegen die berufliche oder gesellschaftliche Existenz eines Menschen. Wenn wir allgemein akzeptieren, dass eine Diskussion nicht bis zum Angriff auf den Kernbereich des Menschen getrieben werden darf, dann ist auch der Boykottaufruf gegen eine Buchhandlung keine einfache Meinungsäußerung mehr.

Gegen den Boykottaufruf führe ich deshalb nicht das Argument an, dass die Buchhandlung ein unglaublich breites kulturelles, politisches und gesellschaftliches Sortiment anbietet. Gegen den Boykottaufruf spricht vielmehr schon das Prinzip, dass Reaktionen auf unliebsame Meinungsäußerungen nicht den Kernbereich der Existenz treffen dürfen.


Ergänzung 1 (Quelle: FAZ, Ende des Artikels):

Eine große Mehr­heit der Deut­schen von 73 Pro­zent ist dafür, die AfD im Bun­des­tag wie jede an­de­re Par­tei zu be­han­deln. Das zeigt eine Um­fra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts Emnid für „Bild am Sonntag“. 25 Pro­zent der Be­frag­ten spra­chen sich da­ge­gen aus


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36 Responses to Warum ich gern im Buchhaus Loschwitz einkaufe, obwohl ich die Ansichten der Eigentümerin nicht teile

  1. Paul sagt:

    Warum fällt mir in diesem Zusammenhang Akif Pirinçci ein?

    PAul

    • Paul sagt:

      Noch ein Nachtrag:
      Sarrazin hat zur Meinungsfreiheit in Deutschland ein, wie ich meine, sehr gutes Buch geschrieben: „Der neue Tugendterror: Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland.“

      Das Buch sollte man unbedingt gelesen haben.

      Zur Information die Rezension:
      „Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht. Doch im Alltag begegnet man so manchem Denk- und Redeverbot. Thilo Sarrazin analysiert in seinem neuen Buch den grassierenden Meinungskonformismus. Wer Dinge ausspricht, die nicht ins gerade vorherrschende Weltbild passen, der wird gerne als Provokateur oder Nestbeschmutzer ausgegrenzt.

      Mit gewohntem Scharfsinn prangert Thilo Sarrazin diesen Missstand an, zeigt auf, wo seine Ursachen liegen, und benennt die 14 vorherrschenden Denk- und Redeverbote unserer Zeit.“

      Paul

  2. Hendrik sagt:

    Lieber Stefanolix,

    ich lese ja hier mittlerweile passiv mit. Wir kennen uns nicht persönlich, dennoch decken sich viele Einschätzungen. Über viele Jahre und verschiedene Themen. (so auch hier besonders). Wenn auch natürlich nicht jedes Deiner Themen mein Thema ist.

    Bei diesem Artikel stolpere ich bereits bei der Überschrift „Warum ich gern im Buchhaus Loschwitz einkaufe….“ Die Antwort hätte mich interessiert, nur finde ich sie im Artikel nicht. Oder ist sie verklausuliert im letzten Absatz versteckt?

    Und falls ich mal eine dezente Kritik üben darf: Recherche, Quellenprüfung und unaufgeregte Objektivität sind oft
    schmerzlich vermisste Tugenden redaktioneller Arbeit. Aber manchmal (wie hier in diesem Artikel) klingst Du wie ein unemotionaler Bot oder das inoffizielle Bundesverfassungsgericht. Der nüchterne Erklärbär ist sicher ein anerkanntes Stilmittel, aber geht das auch anders? So bissl menschelnder formuliert und nicht wie ein Blog-Schreibendes-Lexikon? ;)

    [Im Zweifel schreib einfach weiter wie bisher. Aber schreib.]

    LG, Hendrik

    • stefanolix sagt:

      Ja, ich klinge so und ich kann das jetzt auch emotional beschreiben: Weil meine Finger beim Schreiben gefroren haben.

      Weil ich mir vorgestellt habe, wie es ist, wenn jemand wegen seiner offenen Wahlentscheidung für die FDP, für die CDU oder meinetwegen auch für eine linke Splitterpartei in der Existenz getroffen werden soll. Wenn ein Angestellter seinen Job verliert, wenn mir die Aufträge ausblieben oder einem Einzelhändler die Kunden.

      Dem muss man nüchterne Prinzipien entgegenhalten. Emotionen reichen nicht. Das »gern« war nicht primär als Werbung für die Buchhandlung gedacht, sondern im Sinne des Einstehens für das Prinzip »ich kaufe trotz Boykottaufruf weiter dort ein«. Dass die Buchhandlung ganz nebenbei auch sympathisch geführt wird und ein ungewöhnlich interessantes Sortiment hat, ist politisch zweitrangig.

      Frau Dagen ist in den sozialen Netzwerken als Rassistin und Schlimmeres dargestellt worden. Ich habe auf Twitter mehrfach in die Diskussion eingegriffen und durchaus auch emotional bezeugt, dass ich in der Buchhandlung noch nie ein rassistisches Wort gehört habe. Man hört ja in diesem kleinen Raum die Gespräche beim Warten und Stöbern. Ebenso habe ich dort nie ein rassistisches oder antisemitisches Buch gesehen.

      Das reicht aber nicht. Das ist letztlich auch nur eine subjektive Wahrnehmung. Und deshalb muss man m. E. mit großer Nüchternheit und Sachlichkeit aufs Prinzip zurückkommen.


      Demokratische Politiker werden heute in einem bisher nicht gesehenen Maße niedergebrüllt und diffamiert. Das geschieht von links und von rechts. In der Ära Helmut Kohls wurde ja auch mal protestiert, es gab auch die berüchtigten Eierwürfe. Heute geht es um die verbale Vernichtung des Gegners, man macht während der ganzen Wahlkampfrede sinnlosen Lärm.

      Demokratisch engagierte Menschen wie Frau Dagen werden boykottiert und offenbar auch gemobbt. Sie ist in einem Dilemma: Wenn sie ihre Bühne für Kontroversen freigibt, macht sie sich angreifbar. Im anderen Fall ist sie aus ihrer Sicht nicht engagiert.

      Bei diesem Dilemma darf die Erwägung keine Rolles spielen: Bin ich jetzt persönlich gefährdet, weil ich einer radikalen Position oder zwei radikalen Gegenpositionen Raum gebe?

      Wenn es so weit kommt, enden wir wieder im Totalitarismus.


      • Michael_DD sagt:

        Ein Gesetz als ABM

        stefanolix : Frau Dagen ist in den sozialen Netzwerken als Rassistin und Schlimmeres dargestellt worden.

        Gerade lese ich in der DNN, daß Justizminister Heiko Maas beim Bundesamt für Justiz 50 neue Mitarbeiter ansiedeln will, zur Umsetzung seines Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG).
        Ob sich einer davon des Falles Dagen annimmt?!

      • Paul sagt:

        „Ob sich einer davon des Falles Dagen annimmt?!“

        Hallo Michael,
        nur das nicht, dann kann sie ihren Laden auch gleich zu machen?

        Herzlich, Paul

      • stefanolix sagt:

        Natürlich nicht. Die Maas-Beauftragten werden eher denjenigen den Rücken freihalten, die für die gute Sache Boykottaufrufe in die Welt setzen …

  3. UweC sagt:

    Aus dem verlinken MDR-Beitrag:

    Es geht hier darum, dass wir in unserer Existenz als Familie gefährdet werden sollen. Möglichst ausgelöscht.

    Das betrifft nicht nur Dagen. So geht das Regime gegen alle vor, die sich abweichend positionieren.
    Und dann stellen sich die CDU-Fatzkes hin und beschweren sich, dass die Andersdenkenden nicht mit ihnen reden wollen.

    Deshalb, Stefanolix, wähle ich AfD. Und war schon mehrmals bei Pegida dabei.
    Egal was Du an denen schlechtes findest (was ich nicht abstreiten will), schlimmer als unsere gleichgeschaltete Nomenklatura können die gar nicht sein.
    Und ohne Opposition haben wir demnächst nicht mehr DDR 1.x, sondern DDR 2.0.
    Willst Du das wirklich?

    Leicht weg vom Thema …
    Sicher hast Du auch dieses Interview mit Tillich gelesen.
    Ob es noch erbärmlicher geht?

    http://www.sz-online.de/nachrichten/hier-hat-sich-etwas-aufgestaut-3782084.html

    • stefanolix sagt:

      Das Interview am Sonntag im DLF habe ich nachgehört (ganz furchtbare Gesprächsführung des Moderators). Das Interview in der SäZ gerade erst gelesen.

      Ich bin mit der Meinungsbildung zur Zukunft der Sachsen-CDU noch nicht fertig. Ich wünsche mir inständig, dass sie die Kurve kriegt. Ich lese aber immer wieder dieselben Themen. Die Sicherheit in den Grenzregionen ist ein Thema seit zehn(?) Jahren. Der ländliche Raum. Die Stärkung der Polizei und Justiz …

      Vieles steht also seit Jahren auf der Liste und den Bürgern wird nicht vermittelt, was schon geschafft wurde und was noch zu schaffen ist. Es ist ja nicht so, dass Sachsen gar nichts vorzuweisen hätte.

      Dann kam aber die Migrationskrise und die Bürger bekamen angesichts der Organisations-, Verwaltungs- und Sicherheitsprobleme richtig Angst. Sachsen kann diese Krise nicht allein lösen, aber die Bürger erwarten es. Das ist ein furchtbares Dilemma für eine langjährige Regierungspartei, deren Koalitionspartner sich viel zu oft wegduckt.

      Ich las eben den großen SPIEGEL-Beitrag zu Martin Schulz zu Ende. Es ist erschreckend und berührend zugleich, wie hilflos und abhängig so ein Spitzenpolitiker sein kann? Verdacht: Sind sie alle so oder ähnlich? Brauchten wir vielleicht doch eine Amtszeitbegrenzung?

  4. Antifa sagt:

    Mich würde mal interessieren, wo und von wem es die dem Artikel zugrunde liegenden Boykottaufrufe gegen den Buchladen gegeben hat.

    • Dirk sagt:

      Mich würde mal interessieren, wo und von wem es die dem Artikel zugrunde liegenden Boykottaufrufe gegen den Buchladen gegeben hat.

      Was für eine Frage. Selbstverständlich gab es diese Boykottaufrufe nicht, die existieren nur in der Fantasie von Frau Dagen.
      So wie alle Reden über die brutale Unterdrückung Andersdenkender in Deutschland nichts weiter sind als haltlose Unterstellungen.
      Das Antifa genannte Sammelsurium von Brandstiftern, Kinderfickern [gestrichen: für diese Ausfälligkeit gibt es keinen angemessenen Grund], Schlägern und Steinewerfern ist keine Verbrecherbande.
      Die Zensur ist abgeschafft.
      Und die Erde ist eine Scheibe.

      • stefanolix sagt:

        @Dirk und @Antifa: Hier ist nicht die Rede von brutalen Maßnahmen oder Drohungen. In Loschwitz/Blasewitz läuft so etwas viel subtiler.

      • Dirk sagt:

        „In Loschwitz/Blasewitz läuft so etwas viel subtiler.“

        Ist zwar eklig, wäre vielleicht noch verkraftbar.
        Leider ist das Subtile nicht der Kern, sondern die Ergänzung zur Brutalität.

        Vielleicht sollte man das Positive hervorheben, Frau Dagen wird schon bevorzugt behandelt. Nach den ersten Veröffentlichungen hatte ich mehr damit gerechnet, dass die Antifa die Buchhandlung oder Frau Dagen zu Klump schlägt. Wäre nicht das erste mal im Tillich-Land.

      • Antifa sagt:

        „In Loschwitz/Blasewitz läuft so etwas viel subtiler.“

        Das ist der Gradmesser für den von der Frau empfundenen Boykott?

      • Klaus sagt:

        Genau, das muss nicht belegt werden. Wenn sie andersdenkt wie Dirk, dann wird sie brutal unterdrückt. Ist ein Fakt, Dirk liegt auch in Ketten. Klingt btw wie Tourette.

        [Von mir als Distanzierung durchgestrichen: Pathologisierung von Diskussionspartnern gibt es hier nicht. – Der Autor.]

        Ich gehe auch sehr gern in diese Buchhandlung, habe auch vor etlichen Jahren schon mit ihr oder einer Verkäuferin dort gesprochen. Damals schienen ihre wirtschaftlichen Probleme übrigens an den Geschäftspraktiken einer großen Buchhandels-Kette zu liegen. Ohne ihr zu nahe treten zu wollen, mir kommt das alles reichlich merkwürdig vor.

      • stefanolix sagt:

        @Antifa: Das bezog sich auf Dirks Anmerkungen zu den Aktionen militanter Linker.

        In der Tat ist es schwer, subtile soziale Konflikte und die damit verbundenen Boykotte nachzuweisen. In diese Hinsicht sind die Milieus in Loschwitz/Blasewitz und Umgebung wie eine Art Dorf. Es klingt aber plausibel.

        Selbst wenn ich mich jetzt täuschen lassen hätte(!): Der Artikel ist trotzdem eine allgemeine Stellungnahme für Meinungsfreiheit und für die Begrenzung eines Konfliktes auf den Meinungsstreit. Ich würde definitiv auch dort kaufen, wenn sich Frau D. zur Wahl der LINKSPARTEI bekannt hätte. Und ich würde auch in diesem Fall einen Boykott ablehnen.


        @Klaus: Ich musste oben etwas durchstreichen, Begründung steht direkt dabei.

        Ich persönlich sehe wenig Konkurrenz zwischen der Filiale der Kette am Schillerplatz und der Buchhandlung unterhalb des Körnerplatzes. Der Großhandel sollte eigentlich beide gleichberechtigt beliefern, sodass es keine unfairen Vorteile der Kette bei den Lieferfristen gibt. Darüber hinaus haben wir ja Buchpreisbindung.

        Nach meinem persönlichen Eindruck läuft das Geschäft seit den ersten Informationen über mögliche Boykotte durchaus weiter. Es liegt eventuell das eine oder andere Buch mit konservativem (aber nicht rechtsradikalem!) Inhalt zusätzlich aus. Aber es ist nach wie vor ein breites Spektrum.

      • Beobachter sagt:

        Solche Sachen verlaufen fraktal. Es dreht sich im Kreis. Man geht immer wieder über Los. So wie hier.
        Das folgende hatte ich hier alles schon mal abgeladen, und wenn es sein dann eben noch mal.

        Es gibt verschiedene Strategien zur Schuldabwehr. Eine ist das „Ihr könnt nichts beweisen“.
        Das funktioniert zum Beispiel bei jedem einzelnen Fall der besagten Einzelfälle, wo man den Zusammenhang mit dem Islam nur selten wird beweisen können.
        Ganz anders sieht es aus, wenn man die Gesamtbilanz auf den Tisch legt und „Womit sonst?“ fragt. Dann stehen die Einzelfallapologeten auf dem Schlauch.

        Genauso beim hier angerissenen Thema.

        Wenn es nur die Aussage von Susanne Dagen wäre, würde ich das in meiner persönlichen Sammlung auf Warteposition legen. Gejammert wird viel und ihr Geschäft läuft offenbar. Außerdem gibt es keinen handfesten Beweis.

        Wenn da nur nicht das Gesamtbild wäre.
        Es sind viele Fälle bekanntgeworden, wo der Couragemob die Lokale zerstört hat, deren Wirte ihre Räume den Andersdenkenden für ihre Versammlungen vermietet haben. Oder wo die Geschäftsleute auf andere Weise genötigt wurden, ihr Geschäft aufzugeben.

        Auch die ekelhafte „Kein Geld für Rechts“ Boykotthetze ist kein Hirngespinst, sondern traurige Realität.

        Darüber hinaus die Unmenge von Gewalttätigkeiten gegen Abweichler, von Fensterscheibe einwerfen, über Auto anzünden bis hin zu Knochenbrechen. Zu denen man im Nachgang nicht mehr weiß welche geistigen Klimmzüge man machen muss um sich einzureden, dass die 100%ige Nichtbestrafung dieser Verbrecher nicht von Partei und Regierung orchestriert wird.

        Vor diesem Hintergrund sind die Einlassungen von Susanne Dagen glaubhaft.
        Was man über die Postings von Antifa und Klaus leider nicht sagen kann.

      • stefanolix sagt:

        Guten Abend, Beobachter. Ich bitte um eine moderate Ausdrucksweise – es reicht, Argumente zu bringen, man muss nicht die Kontrahenten gleich persönlich angreifen.

        Es gibt unumstritten Bedrohungen gegen Wirte und Händler, Vermieter und Journalisten, Lokalpolitiker und Wahlkämpfer. Aber es gibt sie von weit links UND von weit rechts außen. Im aktuellen Wahlkampf hat man mehr links- als rechtsmotivierte Taten gezählt. Aber beide sind gefährlich für die bedrohten/betroffenen Menschen, für unsere Freiheiten und für die Demokratie.

        Die Quote der ermittelten Tatverdächtigen und letztlich verurteilten Straftäter ist auf beiden Seiten gering. Das liegt an Ausführung der Taten, an der zu schwach besetzten Polizei und an der zu schlecht ausgestatteten Justiz. Dass es eine wie auch immer geartete Dienstanweisung zur Nichtbestrafung von Tätern geben soll, halte ich für extrem unwahrscheinlich. So etwas kann nicht verborgen bleiben.

      • Antifa sagt:

        Es sind viele Fälle bekanntgeworden, wo der Couragemob die Lokale zerstört hat, deren Wirte ihre Räume den Andersdenkenden für ihre Versammlungen vermietet haben. Oder wo die Geschäftsleute auf andere Weise genötigt wurden, ihr Geschäft aufzugeben.

        Auch die ekelhafte „Kein Geld für Rechts“ Boykotthetze ist kein Hirngespinst, sondern traurige Realität.

        Darüber hinaus die Unmenge von Gewalttätigkeiten gegen Abweichler, von Fensterscheibe einwerfen, über Auto anzünden bis hin zu Knochenbrechen. Zu denen man im Nachgang nicht mehr weiß welche geistigen Klimmzüge man machen muss um sich einzureden, dass die 100%ige Nichtbestrafung dieser Verbrecher nicht von Partei und Regierung orchestriert wird.

        Weil nichts davon passiert ist, ist ihre Aussage glaubhaft?

      • stefanolix sagt:

        Wie soll ich das verstehen – all das sei »nicht passiert«? Die Anschläge von Extremisten auf Parteibüros, Läden und Wohnungen sowie die Bedrohungen und Boykotte usw. sind ja wohl dokumentiert.

        Und darf man erst über das Schlimmste reden, wenn es eingetreten ist? Oder sollte man nicht schon der Hetze vor der Gewalttat entgegentreten? Und zwar ohne Doppelstandards gegen Rechts bzw. Links.

      • Beobachter sagt:

        “Die Quote der ermittelten Tatverdächtigen und letztlich verurteilten Straftäter ist auf beiden Seiten gering.“

        Gegen Rechts wird mit maßlos überzogener Härte „ermittelt“. Und von den echten rechten Straftaten werden fast alle aufgeklärt. Was wiederum keine große Kunst ist bei der geringen Menge.

        Gegen linke Straftäter findet faktisch keine Strafverfolgung statt. Hatte ich hier schon mehrfach gepostet, muss man nicht wiederholen. Auch seitens der Politik sieht man die linken Gewaltstraftaten sehr gelassen. Wenn man das aktive Wegsehen überhaupt als sehen bezeichnen kann.

        Das ist die Sachlage. Es deutet sich nicht an, dass sich das ändern würde. Die Gewaltorgie aus Anlass G20 in Hamburg ist schon wieder vergessen. Das politische Nachspiel Null. Das strafrechtliche Nachspiel, wie in allen Fällen Linker Gewalt, faktisch Null. Und das mediale Nachspiel ist auch schon wieder bei Null angelangt.

        Aber wenn Gauland Jehova sagt …

        Ist jetzt dezent neben dem Strangthema. Doch die Frage war die Glaubwürdigkeit von Dagens Behauptung, und da gehört das eben doch wieder dazu.

      • Antifa sagt:

        Wie soll ich das verstehen – all das sei »nicht passiert«? Die Anschläge von Extremisten auf Parteibüros, Läden und Wohnungen sowie die Bedrohungen und Boykotte usw. sind ja wohl dokumentiert.

        Und darf man erst über das Schlimmste reden, wenn es eingetreten ist? Oder sollte man nicht schon der Hetze vor der Gewalttat entgegentreten? Und zwar ohne Doppelstandards gegen Rechts bzw. Links.

        Was hat denn das alles noch mit dem Buchladen und dem vermeintlichen Boykott dieses Buchladens zu tun? Ich habe nach einer Quelle für den Artikel und die Behauptungen der Frau gefragt und durfte mich dafür von jemandem, dem ich pathologisch auch so einiges vorwerfen könnte, völlig kritiklos als Brandstifter,Schläger und Steinewerfer bezeichnet. Ich klinke mich hiermit wieder aus.

      • Antifa sagt:

        Das ist die Sachlage. Es deutet sich nicht an, dass sich das ändern würde. Die Gewaltorgie aus Anlass G20 in Hamburg ist schon wieder vergessen. Das politische Nachspiel Null. Das strafrechtliche Nachspiel, wie in allen Fällen Linker Gewalt, faktisch Null. Und das mediale Nachspiel ist auch schon wieder bei Null angelangt.

        Diese Behauptungen sind einfach kompletter Unsinn: Erstens gab es bereits erste Gerichtsurteile, was angesichts der aktuellen Überlastungssituation an Hamburger Gerichten vermuten lässt, dass es da von welcher Seite auch immer Druck gegeben hat. Zweitens wird gerade wegen der Vorfälle anlässlich des G20 seit Monaten mit einer riesigen Sonderkommission ermittelt und es gab bereits erste Durchsuchungen. Für die Soko „Schwarzer Block“ wurden sogar Beamtinnen und Beamte aus in meinen Augen deutlich wichtigeren Kriminalitätsbereichen abgezogen; und drittens, was den Vorwurf der politischen Untätigkeit angeht: in Hamburg wurde dazu eigens ein parlamentarischer Sonderausschuss eingerichtet, der sich ausschließlich mit den Julitagen beschäftigt.

      • stefanolix sagt:

        @Antifa: Die »Untätigkeit« bezog sich m. E. auf die Vergangenheit vor dem G20-Gipfel. Bei all den Gewaltexzessen vorher (etwa im Februar 2011 in Dresden) gab es im Verhältnis zu den verletzten Polizisten und angerichteten Schäden nur sehr wenige Verurteilungen.

        Für Dresden habe ich es jahrelang beobachtet: Vor 2011 wurden die Ereignisse in den Medien meist verharmlost. Es wurden von den Sicherheitskräften eher die gewaltlosen Blockierer festgenommen und später zu Geldbußen verurteilt. Erst 2011 konnte man die Gewaltausbrüche nicht mehr verschweigen. Übrigens gab es im Februar 2011 Gewaltausbrüche von links und rechts – beide wurden beschämend schlecht aufgearbeitet. Wir haben ja in diesem Blog eine lange Geschichte dieser Ereignisse …

        PS: Eine Verurteilung ist erst dann eine Verurteilung, wenn sie rechtskräftig ist. Das steht im Fall G-20 noch aus.

      • Beobachter sagt:

        “ Diese Behauptungen sind einfach kompletter Unsinn“

        Nein. Die Wahrheit.

        “Erstens gab es bereits erste Gerichtsurteile,“

        Habe ich nicht abgestritten. Das ändert nichts daran, dass eine Strafverfolgung gegen die gewalttätigen Antifa-Horden faktisch nicht stattfindet. Die paar Alibi-Aktivitäten haben ja nur den Sinn, das „keine“ zu parieren.
        Ob 0 oder 0,1% der Täter bestraft werden, das ist kein wirklicher Unterschied.

        “was angesichts der aktuellen Überlastungssituation an Hamburger Gerichten“

        Natürlich sagen die nicht explizit, dass die die Bestrafung der Antifa vereiteln. Was an der Sachlage nichts ändert.

        “Zweitens wird gerade wegen der Vorfälle anlässlich des G20 seit Monaten mit einer riesigen Sonderkommission ermittelt und es gab bereits erste Durchsuchungen.“

        Wie oben gesagt, die Behörden machen gerade so viel, um revisionssicher zu sein und den Vorwurf der Untätigkeit zu parieren.
        „Erste Durchsuchungen“, das ist angesichts der Gewaltorgie eine schöne Umschreibung für „nichts außer ein paar Scheinaktivitäten“.

        „Für die Soko „Schwarzer Block“ wurden sogar Beamtinnen und Beamte aus in meinen Augen deutlich wichtigeren Kriminalitätsbereichen abgezogen;“

        Mit dem vorhersagbaren Ergebnis faktisch Null.

        “in Hamburg wurde dazu eigens ein parlamentarischer Sonderausschuss eingerichtet,“

        Es ist seit jeher die vornehmste Aufgabe der Sonderausschüsse, alles in die Länge zu ziehen und ins Ungefähre zu heben, bis in ein paar Jahre Gras über die Sache gewachsen ist.
        Wird diesmal genauso ausgehen.

        —————————————————————

        Aktuell:
        Die Antifa hat gerade einen Angriff gegen den AfD-Politiker Georg Pazderski exekutiert.
        Auch in diesem Fall werden die sog. „Strafverfolgungsbehörden“ die Bestrafung der Täter vereiteln. Natürlich mit „Grund“.

      • stefanolix sagt:

        Noch mal @Antifa: Diese Meldung ging vor einigen Tagen durch die Medien und zeigt, dass man linksextremistische Straftaten nicht verharmlosen darf:

        http://www.focus.de/politik/deutschland/straftaten-zur-wahl-drei-mal-so-viele-linke-wie-rechte-straftaten-zur-wahl-besonders-oft-war-die-afd-opfer-von-uebergriffen_id_7658444.html

      • Demonstrant sagt:

        “völlig kritiklos als Brandstifter, Schläger und Steinewerfer bezeichnet.

        Wenn hier einer unter dem Nickname „Schutzstaffel“ gegen Juden hetzten würde, könnte es durchaus passieren dass er, und zwar kritiklos, als Verbrecher bezeichnet wird.
        Du hast Dich hier offen als Mitglied einer Bande von Brandstiftern, Schlägern und Steinewerfern eingeführt. Und Du wunderst Dich über das Echo?

        Im Übrigen ist das mit der Frage nach den Belegen ein ziemlich mieses Spiel. Grundsätzlich ist diese Frage angemessen, in Kenntnis der staatlichen Propagandatechniken würde ich mich auch nicht darauf einlassen.

        Wenn die Antwort lautet „Ich habe keinen Beleg“, kommt das Triumpfgeheul „Ihr Rechten lügt“.
        Und wenn ein Beleg beigebracht wird, macht Ihr ja keinen Rückzieher. Im Gegenteil, dann wird von Dir und Deinesgleichen gehöhnt: „Selbst schuld. Wer sich mit der Obrigkeit anlegt, der soll sich dann nicht wundern wenn er plattgemacht wird.“

        Darauf kann ich verzichten. Und wie es aussieht andere auch.

      • stefanolix sagt:

        Hier muss ich jetzt ein STOP setzen: Es gibt militante Antifa-Linksautonome, die immer wieder Gewalt eskalieren lassen und Anschläge verüben. Aber es gibt auch pazifistische Vertreter der Antifa, die nur bei gewaltfreien Demonstrationen mitmachen. Da ich nicht weiß, zu welcher Gruppe der Gast A. gehört, möchte ich keine Unterstellung stehen lassen.

      • Antifa sagt:

        Bei dem was hier geschrieben wird könnte glatt meinen, Antifaschismus wäre ein Grundübel unserer Zeit und keine aus historischer Verantwortung gewachsene Notwendigkeit. Diskutiert mal schön unter euch weiter.

      • stefanolix sagt:

        Militanz unter dem VORWAND des Antifaschismus ist sehr wohl ein Problem: Anschläge auf Politiker, Polizisten, Journalisten und andere Menschen. Angriffe auf die Infrastruktur. Blindwütige Zerstörung. Alles kein Problem?

        Dass man als Demokrat gegen Faschismus ist, ist ja wohl eine Selbstverständlichkeit …

      • Werwohlf sagt:

        Militanz unter dem VORWAND des Antifaschismus ist sehr wohl ein Problem: Anschläge auf Politiker, Polizisten, Journalisten und andere Menschen. Angriffe auf die Infrastruktur. Blindwütige Zerstörung. Alles kein Problem?

        Wenn es für die richtige Sache ist…

        Dass man als Demokrat gegen Faschismus ist, ist ja wohl eine Selbstverständlichkeit …

        Wer Faschist ist, bestimme ich.

      • Werwohlf sagt:

        Militanz unter dem VORWAND des Antifaschismus ist sehr wohl ein Problem: Anschläge auf Politiker, Polizisten, Journalisten und andere Menschen. Angriffe auf die Infrastruktur. Blindwütige Zerstörung. Alles kein Problem?

        Wenn es für die richtige Sache ist…

        Dass man als Demokrat gegen Faschismus ist, ist ja wohl eine Selbstverständlichkeit …

        Wer Faschist ist, bestimme ich.

  5. Klaus sagt:

    Doch doch, darüber soll und muss man reden. Auch der Linken haftet eine große Blindheit auf dem linken Auge an, auf jeden Fall. Diese Fälle gibt es viel zu häufig, sie müssen besser aufgeklärt und die Täter bestraft werden.

    Was aber bei einem so gebildeten, verständig wirkendem Menschen wie Dir auffällt, ist, dass Du die Verrohung des Anstandes von rechter Seite (Kinderficker, links/grün/versifft e.t.c.) zumindest in Deinem Blog recht schweigend hinnimmst, von Dir liest man ja hauptsächlich – salopp gesagt – Schüsse gegen links.

    Die sogenannte Mitte hat aber weder Bock auf linke Steinewerfer und staatlich organisierte Demos, noch auf entmenschlichendes Vokabular oder, zumindest im Raum stehende, Verbindungen zwischen Freitaler Kameradschaften, Polizei, Pegida (und damit evtl AfD). Was sagt denn Deine auf objektive Ausgeglichenheit abzielende Attitüde zu einem Richter wie Jens Maier? Können denn solche Vorgänge überhaupt noch adäquat aufgeklärt werden…

    • stefanolix sagt:

      Guten Morgen! Um mit dem unangenehmsten Thema zu beginnen: Ich sehe Jens Maier politisch in der AfD sehr weit rechts(radikal) und wenn ich der Buchhändlerin Frau Dagen eine Frage stellen könnte, dann wäre es die Frage nach ihrer Begründung für die Erststimme. Denn das kann ich bei allem sonstigen Verständnis nicht nachvollziehen.

      Letztlich habe ich spontan in der Wahlkabine doch noch Andreas Lämmel (CDU) gewählt, obwohl ich eigentlich ein Zeichen für einen aussichtslosen Kommunalpolitiker einer anderen Partei setzen wollte.

      Bei allen Bauchschmerzen, die ich mit dem bisherigen und neuen MdB Andreas Lämmel habe: Jens Maier für meinen Wahlkreis hätte ich als Katastrophe gesehen. Einige Zeit sah es ja am Wahlabend nach einem sehr engen Ergebnis aus.


      Ich sehe die AfD sehr kritisch, aber ich sehe falsche Argumente gegen die AfD und Doppelstandards im Umgang mit der AfD noch kritischer.


      Zum Extremismus: In der Öffentlichkeit mangelt es sicher nicht an Aufklärung über und Stimmen gegen den Rechtsextremismus. Da braucht es keine weiteren Beiträge. Was ich immer wieder betone, ist die Äquidistanz gegen ALLE grundgesetzfeindlichen Kräfte.


      PS: Zur Verrohung des Anstands – jeder Mensch muss selbst wissen, was er mit seiner Person oder seiner virtuellen Identität verbindet. Ich kann nur mit meinen Beiträgen Vorbild sein, weiß natürlich dabei um meine Grenzen und meine Unvollkommenheit.


    • Dirk sagt:

      Du die Verrohung des Anstandes von rechter Seite (Kinderficker, …“

      War ein kleiner Test.
      Kinderf. hast Du moniert (zu Recht).
      Gegen Brandstifter, Schläger und Steinewerfer kamen keine Einwände.
      Dafür viele Dank.

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