Wahlplakate in Dresden (4): CDU und CDU-Parodie

4. Juni 2009

Im Grunde liefert die CDU hier schon den Kommentar zum gesamten Wahlkampf: Symbole und Null-Aussagen ad nauseam. Die Grünen haben in den letzten Tagen wenigstens etwas Originalität bewiesen und die CDU noch ein wenig veräppelt. Aber dazu später mehr.

Stark im symbolischen Aufkrempeln: CDU

Stark im symbolischen Aufkrempeln, schwach in der praktischen Kommunalpolitik: CDU

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Nachhaltigkeit ad absurdum geführt

2. Juni 2009

Stephan schreibt in den Umgebungsgedanken über nachhaltige Gesetzgebung und sieht die Opel-Rettung im Widerspruch dazu. Das muss man so verstehen: bei der Opel-Rettung geht es nicht um Gesetzgebung, sondern um Wahlkampf. Da darf man nicht nachhaltig handeln.

In Dresden werden gerade mit staatlichem Fördergeld tausende Quadratmeter Einkaufsfläche gebaut und gleichzeitig steht die »Rettung« von Karstadt mit ebensolchem Geld unmittelbar bevor. Es ist klar, dass das völlig irre ist. Nur aus Interesse: wofür werden wohl mehr Millionen ausgegeben?

Nachhaltigkeit bedeutet in einem Wahljahr: Das Geld ist weg und die Schulden bleiben uns nachhaltig.


Wahlplakate in Dresden (3): Die SED-Nachfolger

1. Juni 2009

Auch hier muss ich eine Bemerkung vorausschicken: Die Linkspartei/PDS wird für mich als 89er-Demonstranten immer die SED-Nachfolgepartei bleiben. Das liegt nicht nur daran, dass zwei Drittel ihrer Mitglieder immer noch seit SED-Tagen Mitglied sind. Das liegt auch an der Schönfärberei der DDR-Zustände, an der Kommunistischen Plattform und an der Wiederaufstellung eines schon lange enttarnten Stasi-IM für den Sächsischen Landtag (klar, die alten Herrschaften unter den Mitgliedern brauchen ihre Identifikationsfiguren). Das passt alles so wunderbar zusammen …

Nichtsdestotrotz ist die Linkspartei/PDS eine demokratische Partei und hat in Sachsen eine Zustimmungsquote von etwa 20 Prozent. Sie werben in Dresden gleichzeitig für die Europawahl und für die Kommunalwahlen. Auf kommunaler Ebene liegen sie in Dresden sehr weit unter dem Landesdurchschnitt, weil sich mehrere Stadträte von ihr abgelöst haben. Hier haben sie folgendes Plakat:

Mit alter Straßenbahn in die Zukunft ...

Mit alter Straßenbahn in die Zukunft ...

Auf dem Plakat ist eine alte, umgespritzte Tatra-Bahn aus DDR-Zeiten zu sehen. Inzwischen hat die Marktwirtschaft bessere Straßenbahnen hervorgebracht …

Zum Inhalt des Plakates: Die Stadtwerke Dresden führen jährlich Millionen an eine Art Holding der Stadt ab, die mit diesem Geld dann den Verlust der chronisch defizitären Verkehrsbetriebe ausgleicht. Die Preise des Versorgers könnten also durchaus günstiger sein. Im übrigen sind derzeit überhaupt keine Privatisierungen geplant.

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Wahlplakate in Dresden (2): Die Grünen

1. Juni 2009

Auch die Grünen bemühen sich in Dresden um die Stimmen der Bürger. In den Umfragen stehen sie momentan ziemlich gut da, weil die beiden anderen linken Parteien in Dresden ziemlich schwach sind. Die Linkspartei/PDS liegt hier deutlich unter dem Landesmittel und die SPD war schon immer sehr schwach.

Die Grünen nutzen auch die Unzufriedenheit über den drohenden Verlust des Welterbe-Titels für sich aus und haben einen prominenten Welterbe-Befürworter aufgestellt. Das könnte funktionieren, weil die meisten Wähler nicht überprüfen, welche Alternativen die Grünen eigentlich anbieten. Auf diesem Bild sieht man den Kandidaten (noch):

Grünes Plakat auf der Prager Straße

Grünes Plakat auf der Prager Straße

Wenn ich all die zerfetzten und besudelten Plakate in unseren Straßen sehe, weiß ich ganz genau, warum ich niemals bei einer Wahl kandidieren wollte.

Auf dem folgenden Bild tun vier Grüne, was sie am besten können: sie blockieren die Straße;-)

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Galerie des Grauens: Wahlplakate in Dresden (1)

28. Mai 2009

Wir haben 2009 in Sachsen insgesamt vier Wahlen. Als verständiger und grundsätzlich demokratisch gesinnter Wähler will ich also von demokratischen Parteien angesprochen werden. In den nächsten Tagen und Wochen werde ich in einer kleinen Serie die Wahlplakate und Wahlaussagen der Dresdner Parteien unter die Lupe nehmen.

Ich kenne aus allen (demokratischen) Dresdner Parteien jeweils mindestens einen Kandidaten oder eine Kandidatin, die für mich persönlich wählbar wären. Meine Kritik ist nicht persönlich oder verletzend oder antidemokratisch gemeint. Aber ich kann auch nicht mit ansehen, wie wir als Wähler täglich für dumm verkauft werden.

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