Warum der Weihnachtsmann noch nicht gegendert wurde

25. Dezember 2013

Christian befasst sich im Blog »Alles Evolution« mit der Frage: Was hat Gendermainstreaming mit dem Weihnachtsmann zu tun? Warum gibt es keine Weihnachtsfrauenquote? Hier ist der Versuch einer pragmatischen Erklärung:

Als diese Tradition entstand, haben sich (vorwiegend) die Frauen um den Haushalt gekümmert und der Mann hat das Geld nach Hause gebracht. In bürgerlichen Haushalten hatte die Hausfrau Dienstboten oder Dienstleister, in den Haushalten der Arbeiter musste sie den größten Teil der Hausarbeit selbst erledigen. Manche Frauen haben für andere Haushalte genäht oder gewaschen.


Damals haben die berufstätigen Männer bis relativ nahe ans Fest gearbeitet, oft bis zum Nachmittag des 24. Dezember. Sie trafen zu Hause auf Frauen und Dienstboten, die aufgrund der hohen Ansprüche ans Fest unter großer Spannung standen. Schließlich musste man sich im Verlauf der Feiertage in der Kirche und in der Öffentlichkeit als glückliche Familie zeigen.

Also haben sich die Männer um den Weihnachtsbaum gekümmert und die Verteilung der Geschenke organisiert, damit die Frauen Ruhe für die Vorbereitung hatten ;-)

Außerdem war der Mann damals die (Amts)Autorität in der Familie. So lag es nahe, einen scheinbar allwissenden Mann mit Bart und tiefer Stimme auftreten zu lassen. Letztlich steckt im traditionellen Weihnachtsmann auch noch ein Stück Autorität der Kirche und der Schule: Er »weiß«, was die Kinder in der letzten Zeit getan haben, er gibt ihnen wertvolle moralische Hinweise, er nimmt ihnen Verse und Versprechen ab.


Damals muss es wohl oft zu Fehleinschätzungen gekommen sein. Die Kinder haben sich in der Zeit vor Weihnachten sehr viel Mühe gegeben, die Eltern haben vor allem in dieser Zeit genauer hingeschaut. Nicht ohne Grund wird ein spezieller Beurteilungsfehler bis heute als Nikolaus-Effekt bezeichnet: Der Vorgesetzte beobachtet den Mitarbeiter nur in einer kurzen Zeitspanne vor dem Jahresgespräch – im übertragenen Sinne also: in der kurzen Zeit vor Weihnachten.


Bleibt die Frage: Warum gibt es im Weihnachtsgeschäft keine Frauenquote? Warum gibt es keine Weinachtsfrauenbeauftragte? Eine erste Erklärung könnte lauten: Weil die radikalen Gender-Aktivist*Innen kaum einen Bezug zum klassischen Weihnachtsfest haben. Weihnachtsmann und Christkind sind ihnen fremd und gleichgültig.

Andererseits hat Weihnachten eine große Öffentlichkeitswirkung. Es ist also durchaus möglich, dass eines der nächsten Weihnachtsfeste mit Femen-Protesten, Mädchenmannschafts-Artikeln und einer Alice-Schwarzer-Kampagne bereichert wird …