Der Büchersucher

Eine Meldung und ihre Verbreitung

Die Nachrichtenagentur ddp veröffentlicht einen Artikel, in dem ein Traumjob für Studenten beschrieben wird: Der Büchersucher. Ein Büchersucher soll in einer großen Universitätsbibliothek nach Büchern suchen, die versehentlich oder absichtlich falsch eingeordnet wurden. Die Tätigkeit der beiden Büchersucher an der Duisburger Uni-Bibliothek wird wirklich anschaulich beschrieben. Man würde sich fast wünschen, an der Uni mal einen solchen Job gehabt zu haben.

Bis dahin ist alles in Ordnung. Stutzen lässt der letzte Absatz:

Um in Zukunft den Bücherverlust noch weiter einzudämmen, setzt die Bibliotheksverwaltung auf neue Technologien. So soll ein elektronisches Sicherungssystem, der sogenannte Radiotransponder, den Ort eines Buches per Signal melden. Der Bibliotheksmitarbeiter kontrolliert mit einem Detektor die Regale, die dann ein Signal aussenden. Zugleich können Bücher bei der Ausleihe schneller verbucht werden und die Exemplare sind besser vor Diebstahl und dem Verstecken geschützt. Das sei, so Bibliotheksdirektor Albert Bilo, die Zukunftstechnologie.

Wenn Sie jetzt stutzen und sagen: »Das ist doch keine Zukunftstechnologie, das wird doch schon seit Jahren eingesetzt …«, dann haben Sie recht. Die Wikipedia weiß mehr:

Transponder in Form von Etiketten, die beispielsweise die Mediensicherung und Verbuchung in Bibliotheken erleichtern, werden erst seit dem Jahr 2000 in großen Stückzahlen hergestellt. [Quelle (siehe dort auch unter dem Gliederungspunkt »Einsatz«)]

Aber unsere Presse schreibt natürlich lieber Agenturmeldungen ab und deshalb ist RFID in der Bibliothek eben immer noch Zukunftstechnologie. Ganz vorn dabei: das ehemalige Nachrichtenmagazin aus Hamburg. Früher habe ich mich mal gefragt: Ja, schreiben die alle voneinander ab? Heute weiß ich, wo sie abschreiben ihre Meldungen beziehen …

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