Guten Appetit!

In der Diskussion um die Kampagne »Goldener Windbeutel« schrieb casus in der Nacht:

Warum sollte Wahrhaftigkeit falsch sein? Warum sollte eine »Ampel« falsch sein? Auch (unbewusste) Falschernährung (Fett, Zucker, …) verursacht Kosten für die Allgemeinheit für die KV-BEiträge oder gar aus Steuermitteln.

Stellen wir uns mal einen Augenblick lang vor, dass eine allwissende Bürokratie unseren eigenen Produkten eine rote »Ampel« aufdrückt, weil sie aus irgendeinem Grund nicht gut genug für das »Allgemeinwohl« seien. Ich halte das für keine schöne Vorstellung. Wäre das nicht ein Beispiel für die Anmaßung von Wissen?

Und zur Wahrhaftigkeit: Welchen Einfluss hat es eigentlich auf den Wettbewerb, wenn ein einziges Produkt in die Öffentlichkeit gezerrt wird, während sich die Hersteller der gleichartigen Produkte die Hände reiben? Hat es keinen Einfluss? Dann ist die Kampagne sinnlos. Hat es Einfluss? Dann müsste man doch kritisch hinterfragen: Warum gerade dieses Produkt?

Organisationen wie Foodwatch suchen sicher auch Aufmerksamkeit aus Finanzierungsgründen. OK. Aber haben sie nicht auch eine gesellschaftliche Funktion? Die Gruppe der informierten Verbraucher von 7% auf 8% zu erhöhen?

Die Nahrungsmittel-Industrie wird sicher gern behaupten: Die gleiche Aufgabe hat unsere Lobby-Organisation auch ;-)


Ich sehe die Ampel auf den ersten Blick kritisch: komplexe Zusammenhänge können nicht mit drei Signalfarben vermittelt werden. Die Ampelkennzeichnung ist eine grobe Vereinfachung. Frage des Tages: Welche Vorteile hat Eurer Meinung nach eine Ampelkennzeichnung für Lebensmittel?


69 Responses to Guten Appetit!

  1. Vereinfachung? Stimmt.
    Komplexe Zusammenhänge können so nicht vermittelt werden? Stimmt teilweise, aber immerhin hat man eine „Leitlinie“.

    In der Tat sind manche Dinge bei der „Ampel“ falsch, so bekäme …. light oder … Zero ein GRÜN, in Wahrheit aber ist es ein Dickmacher.
    Aber wer will das schon wissen?

    Wer will wissen, dass ich, wenn ich ein Rindersteak esse, gleichzeitig meinen Körper übersäuere, den Hunger in der Welt vergrößere, die Abholzung der Wälder dieser Welt unterstütze und Methangas produziere? Wer will das wirklich wissen … ?

    Fakt aber ist, dass die Menschen immer dicker werden und dass die aktuelle Verordnung über die Benennung der Zutaten falsch und unzureichend ist.
    Falsch, weil die Zutaten nur in der Reihenfolge der Menge aufgelistet werden müssen, konkrete Prozentangaben aber freiwillig sind. (Da passiert es schon mal, dass man den Zucker aus dem Focus nehmen will und ihn partiell durch Glukosesirup ersetzt – schwupps, jetzt fällt der Zucker ein paar Positionen nach hinten)
    Unzureichend, weil die Wirkung eben die ist, dass die Zivilisationskrankheiten zunehmen.

    Wenn dem Konsumenten hier durch ein einfaches Regelwerk oder eben eine einfache Grafik (Ampel) wenigstens ein wenig gezeigt werden kann, was er da kauft, dann kann das doch nicht schlecht sein, oder?

    Und seien wir doch mal ehrlich: manches kaufen wir, obwohl wir wissen, dass es nicht gesund ist, aber eben einfach schmeckt. Oder glaubst Du im Ernst, dass der Absatz von Tafelschokolade davon abhängt, ob da eine rote Ampel aufgedruckt ist?

    • stefanolix sagt:

      Wenn der Absatz nicht beeinflusst wird, dann könnten wir uns die Kennzeichnung auch sparen? ;-)

      Das Rindersteak wäre von der Ampelkennzeichnung überhaupt nicht betroffen. Es wäre Sache der Eltern und der Schule (Ausbildung), den Leuten die Zusammenhänge zu vermitteln.

      Richtig ist, dass durch Verbesserung der Pflichtangaben der Inhaltsstoffe viel erreicht werden könnte. Die Tabelle mit den prozentualen Anteilen gehört auf jedes Produkt! Was Zucker und Glukosesirup bedeutet, muss man aber auch dann noch selbst wissen …

      Die »Leitlinie« kann mit drei Farben niemals ausreichend sein. Schon im Mittelalter wusste man, dass die Menge entscheidet, ob etwas giftig oder gut für den einzelnen Menschen ist. Wollen wir dahinter zurückfallen?

      • Stephan sagt:

        Vielleicht sind wir es schon. Heutzutage scheinen wir ja eben nicht mehr zu wissen, was gut und schlecht ist. Deshalb die Ampel.

        Polemisch gesagt: Die Dummen sollen ohne viel Aufwand Schaden von sich fernhalten, für den die Allgemeinheit via Krankenkasse teuer zu zahlen hat.

      • henteaser sagt:

        „Die Dummen sollen ohne viel Aufwand Schaden von sich fernhalten, für den die Allgemeinheit via Krankenkasse teuer zu zahlen hat.“

        Als ob das eine reine Kostenfrage wäre. Und als ob ‚rote Produkte‘ nicht ebenfalls wichtig wären für ihre Käufer – und sei es nur als Droge Zucker. Und wen hälst du für so dumm, dass ihn/sie erst Ampelsignale vor falscher(?) Ernährung zu schützen vermögen.

      • stefanolix sagt:

        Aber wenn man das verallgemeinern würde, dann bestünde das ganze Leben nur noch aus Ampeln, jede Entscheidung würde uns schon vorgegeben.

        Stellt Euch doch mal vor, an allen Läden für Geschenke oder an allen Restaurants würden rote Ampeln prangen, weil Schenken und Essen gehen doch eigentlich nicht notwendig sind und man sein Geld besser sparen soll!

        Ich wehre mich dagegen, dass große Gruppen von Menschen als so dumm deklariert werden sollen, dass sie nicht zu eigenen Entscheidungen in der Lage sind. Ich habe da einfach ein anderes Menschenbild.

      • Dein „anderes Menschenbild“ in Ehren, aber verliere doch nicht die Fakten aus dem Blick:

        Fakt ist, dass die Menschen nicht unserem super guten Menschenbild entsprechen. Zwar ist Eigenverantwortung besser als eine „Ampel“, aber die ist besser als das, was wir zurzeit haben.
        Mit Bevormundung hat das wenig zu tun, ich sehe das eher wie die Anschnallpflicht und manch andere Regelungen, die nur zu einem dienen: den Menschen vor sich selbst zu schützen.

        Der Tenor dieses Artikels gefällt mir nicht, ich könnte eine Fast-Food-Steuer lieben lernen, aber er zeigt, was zu diesem Thema aktuell passiert:

        Na dann: GUTEN APPETIT!

        TOM

      • Stephan sagt:

        Und wen hälst du für so dumm, dass ihn/sie erst Ampelsignale vor falscher(?) Ernährung zu schützen vermögen.

        Denjenigen, der es aus welchen Gründen auch immer nie gelernt hat, die Güte eines Nahrungsmittels ohne Ampel zu bestimmen. Wer da dran schuld ist, kann sich jeder selbst überlegen.

        Aber mir geht es gar nicht nur um den Bildungseffekt für andere. Sondern alle haben was von der Ampel, wenn im Gesundheitssystem Kosten für Diabetesbehandlungen gar nicht erst anfallen. Und was für alle gut ist, ist auch für meinen Geldbeutel gut. ;-)

      • stefanolix sagt:

        Worin liegt eigentlich der Vorteil der Ampelkennzeichnung? Kann man mit Hilfe der Ampelkennzeichnung die Güte von Lebensmitteln bestimmen? Ich bezweifle das ganz entschieden.

        Waren die Horror-Sprüche auf den Zigarettenschachteln erfolgreich? Nein, die Leute haben sich Abdeckpappen gekauft.

        Die Personen, die Du etwas polemisch als »Dumme« bezeichnest, begreifen es mit oder ohne »Ampel« nicht. Auf freiwilliger Basis wird durch die »Ampel« niemand seinen Speiseplan verändern.

        Das Gesundheitssystem würde möglicherweise dann entlastet, wenn wir den »Dummen« die Freiheit nehmen würden, sich ihre Lebensmittel selbst auszuwählen. Das verstößt aber gegen das Grundgesetz und jeder überzeugte Demokrat sollte derlei Zwang von vornherein ablehnen.

    • henteaser sagt:

      @marathonundlaenger: „Oder glaubst Du im Ernst, dass der Absatz von Tafelschokolade davon abhängt, ob da eine rote Ampel aufgedruckt ist?“

      Ich nehme mal an, dass weitaus mehr Menschen wissen, was un-/gesund ist. Und wenn der Zigarettenabsatz zurückgeht, liegt das vermutlich in erster Linie an der Preissteigerung und nicht an allgemeinplätzigen Warnhinweisen. (Außerdem: Autofahrer sterben auch früher ;) )

      Was es also meines Erachtens braucht, sind Strafsteuern auf Discountdreck. Es darf eben nicht länger der Eindruck aufrechterhalten werden, Bioprodukte wären unverhältnismäßig teuer. Viele ’normale‘ Nahrungsmittel sind ja nur deshalb so billig, weil sie unethisch produziert wurden; etwa, indem ihre Grundstoffe von Kinderarbeitern geerntet werden.

      • henteaser sagt:

        Schlimm wird’s übrigens, wenn nicht einmal mehr Beiträge wie Greenpeace-Magazin namens „Kinderschokolade“ dazu in der Lage sind, das Konsumverhalten zu ändern, weil man ‚da ja eh nix machen kann‘. Bzw., weil man’s garnicht so genau wissen will – Hauptsache, es schmeckt.

      • henteaser sagt:

        […Beiträge wie “Kinderschokolade” im Greenpeace-Magazin…]

      • @henteaser: wir sind da gar nicht so weit von einander entfernt. Leider sind die Preise von Lebensmitteln nicht „ganzheitlich“.

        Faktoren wie Landschaftsverbrauch u.ä. fließen nicht in die Berechnung ein.

        Wenn wir alle nur etwas weniger, dafür aber besser und biologischer essen würden …

        Danke für den Hinweis!

        TOM

  2. dd-jazz sagt:

    Wer wirklich KONSEQUENT selbst-bewusst leben WILL, braucht keine eine optische Irreführung („Ermunterung zum Trägheitsgesetz“) der komplexen Zusammenhänge, wobei eine transparente Angabe der Inhaltsstoffe unverzichtbar ist. (Es gibt schon zu viel verordnete „Ampeln im Kopf“, die Sicherheit und achtsame Selbstbestimmung vortäuschen). Viele Essensarten und Auswirkungen sind Körper-Geist-und Seelen-Körperverletzung und Staat und Krankenkassen könnten effektiver aktive Ernährungslehre (Körper-Geist und Seele) von klein auf unterstützen, als später chronische Krankheiten zu therapieren (was nütze es einem Kind, im Kindergarten gesund zu speisen und sich daheim gegen Fett-und Zuckerübermaß nicht wehren zu können.. Wobei sich manchmal die abstruse Frage stellt, ob der Menschheit wirklich damit gedient ist, noch länger, noch fitter (oder selbst-gequälter) zu bleiben..;-) Alles Übermaß ist ungesund, ob bequeme Ernährung oder „kriminell geduldeter und vorgetäuschter Gesundheit“ (siehe Pharmaindustrie: Vitaminpräparate, Lachsölkapseln aus medikamentierter Fischzucht etc.) bishin zum (teils exzessiven und umweltschädlichen) Sport. Wer allerdings ein Törtchen mit der „Schere im Kopf isst“, macht sich auch schon wieder Stress..Nach längerfristigen Übertreibungen ist es ein harter und unbequemer Anfang zur Eigenverantwortung, mit Aussicht auf um so gemüsslicheren Selbst-Erfolg. Was nützen hundert Sachbücher, die mit man mit Chips-Verzehr und gutem Vorsatz liest oder beim Dauer-Bier über das Fasten palavert…
    HALTE MAß IN ALLEN DINGEN, SO KANN DAS LEBEN AUCH MIT ABWECHSLUNGSREICHEM SPAß GELINGEN ;-)

    • Lina sagt:

      Wobei sich manchmal die abstruse Frage stellt, ob der Menschheit wirklich damit gedient ist, noch länger, noch fitter (oder selbst-gequälter) zu bleiben..;-)

      eine ‚abstruse‘ frage? : mir gefällt sie ;)) …

    • stefanolix sagt:

      Genau, der einzig richtige Ansatz zur Ernährung ist das eigenverantwortliche Maßhalten. Wer die Balance hält zwischen Energieaufnahme und Energieverbrauch, der wird damit relativ wenig falsch machen. Und um diese Balance zu halten, muss man eigentlich nicht unbedingt rechnen (obwohl Überschlagsrechnungen natürlich helfen).

  3. Lina sagt:

    Frage des Tages: Welche Vorteile hat Eurer Meinung nach eine Ampelkennzeichnung für Lebensmittel?

    keine. und das gute daran: ‚brüssel‘ hat entschieden, dass sie (so) nicht kommt ;) …

    schlecht nur, dass ‚es‘ überhaupt darüber nachdenkt, wie ‚es‘ uns weiter unter ‚freiwillige‘ (also gesetzliche) selbst_kontrolle stellen könnte ;) …

    • stefanolix sagt:

      Brüssel hat gegen die Ampelkennzeichnung entschieden? Das wäre mir neu. Allenfalls haben sie die Kennzeichnung noch nicht zur Pflicht gemacht.

      • Lina sagt:

        ja, entschieden. die vorgesehene form einer ampel sei ‚definitiv vom tisch‘, hiess es jedenfalls vor tagen beim ö/r_staats_tv zdf …

  4. dd-jazz sagt:

    Satirische These: Essen = Frustverdrängung, vielleicht war das der „verordnete Ansatz“, denn mit vollem Mund widerspricht sich schlecht? ;-)
    Aber, mit Verlaub: (Noch) Mehr „bequemer + getäuschter (FR)Essen“, bleibt eben doch eine ungesunde „Milchmädchenrechnung“.

    • stefanolix sagt:

      Das ist aber eine ganz private Milchmädchenrechnung und eine ganz private Selbst(ent)täuschung. Da sollte sich der Staat nicht einmischen ;-)

      Die logische Konsequenz aus all diesen Ampel- und Steuervorschlägen wäre doch, dass uns der Staat irgendwann in allen Lebenslagen vorgibt, was gut und böse ist. Das hat noch nicht mal die DDR geschafft …

      • Lina sagt:

        … nicht geschafft? eine mangel_wirtschaft wie die der ex_ddr hatte wohl kaum eine veranlassung dazu … erst konsumistischer über_fluss macht so ‚erfindungsreich‘, scheint mir ;) …

  5. tigger sagt:

    Aber haben sie nicht auch eine gesellschaftliche Funktion? Die Gruppe der informierten Verbraucher von 7% auf 8% zu erhöhen?

    Viel sinnvoller wäre es die Gruppe der „sich informierenden Verbraucher“ zu erhöhen. An einer Gesellschaft aus ampeldressierten Schafen haben höchstens diejenigen Interesse, die die Ampeln vergeben. Der bis auf die Farbgebung unkritische Verbraucher ist höchstens für Lobbygruppen und Bürokraten ein erstrebenswertes Ziel, weil er sich leichter lenken lässt.

    • dd-jazz sagt:

      Ja, „Pädagogik“ (Manipulation) dieser Art führt leider nicht zur geistigen Ampelschaltung..;-)/ Ich wäre ja auch für „Spielplätze für Erwachsene“ (gibt es teilweise für Senioren/ in Litauen ist Schaukeln Volkssport.., so an den Elbwiesen entlang../ Förderung von Schwimmhallen, statt Dynamo-Sumpf../ Aber was für ein Szenario, wenn sich das Volk nicht mehr täuschen lassen will ;-))

      • henteaser sagt:

        Selbst schlechte Architektur ist noch für free running und ähnliche Sportarten gut; auch Spaßguerilla-Aktionen wie ‚illegale‘ Schaukeln, angebracht in Wartehäuschen, bieten sich an.

        Von offizieller Seite würde es schon reichen, parallel zu Rolltreppen auch Rutschen, Leitern und Kletterstangen anzubieten. Kommt schon, ihr Centermanager, traut euch!

  6. dd-jazz sagt:

    Und weil Lachen auch gesund sein soll: In Indien war die Elite-Armee überernährt und jedem wurde Bauchtanz (inkl. Wettkampf, der Witz: Preis war ein Kühlschrank!)verordnet: Fazit, durchschnittlich 8kg weniger pro Mann und (nachhaltige) Energie hätte man damit auch erzeugen können…;-)

  7. stefanolix sagt:

    Man soll aber nicht lachen, wenn überernährte Soldaten Bauchtänze vollführen ;-)

    Obwohl, wenn man beide Konfliktparteien (Indien, Pakistan) zum Bauchtanzen bringen würde, könnte man den Konflikt vielleicht viel friedlicher lösen …

  8. Lina sagt:

    … btw., zur unterfütterung staatlich gewollter, liberalerweise ungewollter, weil entmündigender intervention in des bürgers ernährungsfragen:

    in den usa, stammland des gesundheits_bewussten, gibt es – als gegenbewegung zur diskriminierung fettleibiger – inzwischen eine ’national association to advance fat acceptance‘ … nicht zu unrecht (wenn auch nicht aus p.c._gründen), wie mir ein biochemiker kürzlich sagte: ordentlich was auf den rippen zu haben, sei nach neuesten wissenschaftlichen erkenntnissen gesünder und würde besser vor den sozialen herausforderungen der zeit schützen.

    politically incorrect (?) zur gegenprobe gefragt: sind es nicht tatsächlich über_wiegend die wirtschaftlich schlechter gestellten (und deshalb frustrierten), die sich durch exorbitant hohe und unkontrollierte nahrungsaufnahme so etwas wie ein ‚dickes fell‘ zulegen ;) … ?

    was das für eine ja durchaus wünschenswerte verschlankung des sozial_staats bedeuten könnte, will ich mal lieber in der sog. ‚hängematte‘ lassen; das ist mir dann doch zu brisant ;)

  9. tigger sagt:

    sind es nicht tatsächlich über_wiegend die wirtschaftlich schlechter gestellten (und deshalb frustrierten), die sich durch exorbitant hohe und unkontrollierte nahrungsaufnahme so etwas wie ein ‘dickes fell’ zulegen

    Trägheit hat eben neben körperlichen, auch karrieretechnische Auswirkungen.

    • dd-jazz sagt:

      OH:VORSICHT! VORURTEILE! (wie Sir Peter Unstinov richtig bemerkte) DAS wiederum kippt aber vorschnell in die KLischee-Falle und es gibt gleichviele Gegenbeweise;
      …und Manche/r, die/der sich DENNOCH bewusst gegen Karriere-Rangelei entscheidet, bleibt oftmals auch langfristiger gesünder (sh. klassisches Manager-Syndrom, Burnout u.d.m, da hilft dann die verteuerte LOHAS-Attitüde und überteuerter Fitnesscoach auch nicht weiter);-)

    • stefanolix sagt:

      @Tigger: Jetzt könnte man über Ursache und Wirkung philosophieren.

      Ich habe heute irgendwo das Stichwort »super-size me« gelesen [dieser Film]. Es ist doch so: hätte Spurlock das gleiche Experiment in Gourmet-Restaurants gemacht, wäre er für sehr viel mehr Geld genauso dick geworden. Unsinnig viel aufgenommene Nahrung bei gleichzeitiger Bewegungsarmut lässt sich nicht wegdiskutieren. Weder bei einem Manager noch bei einem Arbeitslosen.

      Ich glaube, dd-jazz hat mit ihrem Hinweis auf die vielen einzelnen »Gegenbeweise« recht und pauschalisieren bringt uns nicht wirklich weiter.

      • tigger sagt:

        Stimmt, ihr habt recht. Ich muss Lina recht geben und meine Aussage revidieren. Es sind „tatsächlich über_wiegend die wirtschaftlich schlechter gestellten (und deshalb frustrierten), die sich durch exorbitant hohe und unkontrollierte nahrungsaufnahme so etwas wie ein ‘dickes fell’ zulegen“

        Das wäre dann nämlich nicht pauschalisiert, das wären keine Vorurteile, und bestimmt keine Klischees.

        Ironiedetektor und Lesebrille billig abzugeben :-)

      • Lina sagt:

        >> „Ironiedetektor und Lesebrille billig abzugeben :-)“

        was verlangst du, @ tigger? ich würde sie nehmen, da sie ganz offenbar über weitere (hier) zuweilen sehr nützliche detektor_funktionen verfügt :) – wenn du verstehst, was ich meine ;) …

  10. henteaser sagt:

    Ich mag die Ampel-Idee allein schon deshalb nicht, weil bei dem ihr zugrundeliegenden Lichtleitzeichen spätestens die Rotphase ’ne härtere Bedeutung hat: sie ist ein unbedingtes Stopp und die Übertretung mind. eine Geldbuße wert.

    (So ähnlich lautete übrigens eines der Argumente gegen Internet-Stoppschilder.)

    Aber abgesehen von der Ampel-Diskussion: Würdet ihr sagen, dass Menschen hierzulande das Recht zugestanden werden sollte, sich ungesund zu ernähren oder gar bis zum Herzinfarkt zu fressen?

    Denn andererseits können die meisten zwar hoch angesehenen, aber genauso ’sinnlosen‘ Tätigkeiten zu Versehrtheit oder Tod führen und ‚die Allgemeinheit‘ muss dann dafür aufkommen.

    Zum Beispiel Treppenmarathonlauf ;)

    • stefanolix sagt:

      Nein, beim Internet-STOP-Schild war die Argumentation: der Autofahrer hält kurz am Schild oder am Streifen und fährt dann weiter. Die Symbolik war falsch gewählt.

      Bei der Ampel ist der Einwand ein anderer: ROT bedeutet in jedem Fall, dass der Autofahrer warten muss. ROT bedeutet nicht, dass man ein wenig fahren kann, solange es in Ordnung zu sein scheint. Dagegen darf man ein wenig Zucker (Nahrungsampel: ROT) am Tag essen, solange man sich an gewisse Regeln hält. Insofern halte ich die Symbolik für ungeeignet.

      Die Frage müsste anders gestellt werden: Kann man den Leuten das Recht entziehen, sich ungesund zu ernähren und es dabei sogar bis zum Herzinfarkt zu treiben?

      Und wenn man könnte: was soll die Ampel dabei helfen?

      Zum Treppenmarathon: Es gab bei den bisherigen Veranstaltungen mit meiner Beteiligung keine Verletzten (und soweit ich weiß, gab es auch in den Vorjahren keine). Man kann die Spitzhaustreppe auch herunterfallen, wenn man sie als Tourist einmal im Leben begeht.

      Müsste die Allgemeinheit dafür aufkommen, wenn ich beim Treppenmarathon umkommen würde? Vermutlich nicht. Irgendwie würde man mich schon unter die Erde bringen. Allerdings würden hier im Blog dann wohl die Lichter ausgehen ;-)

      Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehören (soweit ich sehen konnte) durchaus zu dem Teil der Bevölkerung, der sich sehr gesund ernährt. Mit oder ohne »Ampel«. Man verbraucht allerdings je nach Körpergröße und Gewicht in diesen 24 Stunden durchaus mal 12.000 bis 16.000 Kilokalorien.

      • henteaser sagt:

        Ja gut, es war der Zugspitzmarathon. Alles Verrückte ;)

        Aber selbst, wenn die Leute dort besser trainiert sind als ein Durchschnittsmensch, können ihnen dennoch mit hoher Wahrscheinlichkeit fiese Körperschäden zustoßen, die direkt mit der Tätigkeit zusammenhängen.

        Sinnhaftigkeit und Wertvorstellungen wiederum hä#ngen immer mit dem Gesellschaftssystem zusammen. Und da bekommt man hier z. Zt. eher vorgelebt, doch bitte mit den Ellenbogen zu denken. (Oder so.)

        Also noch einmal: Eigentlich sollte es egal sein, wovon man ein Pflegefall werden kann, aber Uunfälle beim Freizeitsport sind ehrenvoller als Couch-Herzinfarkte. Warum? Beides war schließlich gleich ’sinnlos‘ für die Mitversicherten.

      • stefanolix sagt:

        Beim Laufen denken wir nicht mit den Ellenbogen.

        Ist es ehrenvoll, jahrzehntelang in die Krankenkasse eingezahlt zu haben? Ich denke, das sieht heute kaum noch jemand so, am wenigsten die Krankenkassen …

        Ich gehe jetzt schlafen ;-)

      • henteaser sagt:

        „Beim Laufen denken wir nicht mit den Ellenbogen.“

        Andererseits untergräbt die Berichterstattung einzig über die (Herkunft der) Top-10-LäuferInnen und maximal noch die Zwischenfälle den „Dabeisein ist alles“-Gedanken.

      • stefanolix sagt:

        »Wir« bezog sich auf den Treppenlauf und auf das Laufen im Breitensport.

      • henteaser sagt:

        Würdet ihr auch ohne verlierer-diskriminierende Publicity in solchen Massen laufen (können)?

      • stefanolix sagt:

        Ich verstehe die Frage nicht. Beim Treppenlauf wird niemand diskriminiert. Es gibt ein Angebot für die Einzelkämpfer (100 Runden), eines für die Staffel»sprinter« (3 Leute bewältigen 100 Runden) und eines für Amateure (100 Leute bilden eine Staffel). Von Massen kann da auch keine Rede sein.

        Und falls Du den Oberelbe-Marathon meinst: da gibt es auch mehrere Streckenangebote von 42km über 21km und 10km bis zu einer Einsteiger-Strecke. Wer laufen kann und laufen möchte, wird auch nicht diskriminiert. Wer die jeweilige Strecke überhaupt schafft, wird auch wie ein Gewinner behandelt. Wer die Strecke nicht schafft, wird ermutigt, es noch mal zu versuchen. Es gibt ganz viele Einsteiger-Angebote und Laufgruppen. Das ist Breitensport …

      • Oh Gott, wo diskutiert Ihr alle hin?
        Von der staatlich sanktionierten Erlaubnis, Dinge zu produzieren, denen ich nicht gerne den Titel „Lebensmittel“ geben würde jetzt hin zum Laufen.

        @henteaser: Gerne bist Du eingeladen, bei einem Laufevent teilzunehmen oder zuzusehen. Ich muss ja gestehen, niemals auf dem Treppchen ankommen zu können, aber ich fühle mich nicht diskriminiert. Natürlich steht mein Name nicht auf der Titelseite der New York Times, aber ich bin irgendwo als Platz 6.500 von 38.000 erwähnt.

        Laufen ist vor allem ein Breitensport. Nur wenige, ganz wenige, können vorne mitlaufen. Und ich sage Dir noch etwas: oft will ich das auch gar nicht. Da trabe ich einen Marathon mit jemandem, den ich mag und habe viel Zeit, mich über Gott und die Welt auszutauschen.

        Ach – noch etwas: es war auch nicht der ZUGSPITZ-MARATHON (da wäre nicht so viel passiert), sondern ein kurzer, rund 16km langer Berglauf (Zugspitz ExtremBerglauf).

        @alle: ich finde, Ihr überstrapaziert die sogenannte Freiheit. Niemand will anderen etwas vorschreiben. Wer sich fett essen will, der soll das tun. Aber Menschen, die sich nicht mit den Problemen der Ernährung auskennen, muss geholfen werden. Ob mit einer Ampel oder dezidierten und vollständigen Inhaltsangaben auf den Lebensmitteln.

        Wenn jemand sich auf die Bildung der Menschen verlässt, dann ist er verlassen und verurteilt diese Menschen dazu, dauerhaft Diät auf Diät auszuprobieren, dauerhaft unglücklich zu sein und dauerhaft im Jo-Jo-Spiel gefangen zu sein.

        Ich verstehe nicht, warum man McDoof und Konsorten Dinge zugesteht, die in anderen Branchen reglementiert sind.
        Die „Bösen“ sind dabei nicht unbedingt die wenig belesenen Hungerattacken-Opfer, sondern die, die Müll (Molke wurde früher entsorgt) so lange mit Zucker und Farbstoffen versetzen, bis sie „schmecken“. Und ab in die Hälse der Menschen!

      • dd-jazz sagt:

        @marathonundlaenger
        1.sollte man nicht alles so bierernst verstehen
        2.wer grobe Ernährungsprobleme hat (die oft gekoppelt an andere Lebens-Probleme sind), braucht nur zur Krankenkasse zu gehen und erhält umfangreiche Beratung und Betreuung
        3.meine Befürchtung ist, dass viele Menschen mit generellem(!) Falschessen irrtümlich glauben, dass sie nun noch mehr von dem Grün-Gepunktetem essen können! Und das erzeugt nicht nur mehr Müll.
        4.bei manchen (Gammelfleisch-)Skandalen kann ich nur mitleidig grinsen, wer glaubt, noch billiger noch mehr…, dem ist wohl nicht mehr zu helfen;
        Nahrungsmittelkriminelle bedienen Nachfrage, solange sie vorhanden ist. Die Entscheidung liegt beim aufgeklärten Konsumenten und Zusammenhänge lassen sich bestimmt auch ohne Ampeln vermitteln. Bspw. bekämen viele Light-Produkte einen grünen Punkt und erzeugen dennoch mehr Hunger… Für mich wäre es eine neuerliche Bevormundung und die Konsequenz müsste dann eine fatale Lebens-Rundum-Beampelung sein. Volle Bäckerei: „Ah, Frau Meier, wollen Sie heute wider ein Stück Kuchen mit roten oder grünem Punkt?“;-)

      • Lina sagt:

        Aber Menschen, die sich nicht mit den Problemen der Ernährung auskennen, muss geholfen werden.

        das tun verbraucherschutz_organisationen, auch solche, die windbeutel in die redaktionen werfen. der staat hat durch seine aufsichtsbehörden herstellerangaben und herstellungsbedingungen zu kontrollieren. politiker würde ich gern ausschliesslich mit wichtigerem beschäftigt sehen, und zwar marathon_mässig ;) …

      • stefanolix sagt:

        Ehrlich gesagt: ich glaube nicht, dass mit dem Windbeutel viel Aufklärung verbunden ist. Ich habe mir mal einige Erfrischungsgetränke angeschaut, die nicht dort erwähnt wurden. Im Grunde waren sie nicht wesentlich anders zusammengesetzt. Und ich habe so meine stillen Vermutungen, warum ausgerechnet diese Getränke ausgewählt wurden.

      • henteaser sagt:

        @marathon…: „Oh Gott, wo diskutiert Ihr alle hin?“

        Alles meine Schuld, ich hätte das Beispiel nicht bringen dürfen, sondern maximal flächenversiegelnden, und meines Erachtens saudummen Spitzensport (z.B. Olympiaden, Autorennen,…) erwähnen.

        Denn mir ging es, wie geschrieben und dann abgelenkt worden, einzig darum, dass man in unserer Gesellschaft zwar absurd ’sportlich‘ sein kann, aber nicht absurd verfressen. Und dass, obwohl beide Extreme (wie immer) ähnliche Ressourcenvergeudung sowie Gefahrenquellen sind.

      • stefanolix sagt:

        Man könnte sich ja daran orientieren, ob es nutzt oder schadet. Die großen Marathonveranstaltungen und die längeren Läufe gehören zum Breitensport. Breitensport hat insgesamt einen großen gesellschaftlichen Nutzen. Ich sehe nicht, dass dabei Schaden an der Gesundheit, an der Natur oder an der Infrastruktur entsteht. Im Gegenteil: für die Umwelt ist es doch ganz gut, wenn manche Innenstädte mal für einen Tag für den Autoverkehr gesperrt werden ;-)

        Wenn bei einigen Laufwettbewerben das Attribut »extrem« verwendet wird, scheint mir das eher der Werbung (»extrem« erzielt Aufmerksamkeit) zu dienen. Ich würde es persönlich so bezeichnen: einige Breitensportler betreiben ihren Sport in Bereichen, die eigentlich zum Leistungssport gehören.

        Der doppelte Treppenmarathon Mitte April ist der Lauf auf der Welt, auf dem die meisten Treppenstufen bewältigt werden müssen. Auf hundert Runden sind es 39.700 Stufen. Insofern könnte man sagen: »extrem!« — aber es gibt auch andere (kürzere) Wettbewerbe an diesen beiden Tagen und für die Gesundheit aller Teilnehmer ist die monatelange Vorbereitung entscheidend.

    • @henteaser: Na ja, Du kannst Spitzensport aber nicht mit persönlicher Fress-Sucht vergleichen. Spitzensport übernimmt eine Funktion in der Gesellschaft, ob Du das magst oder nicht.
      Aber schon die Römer wussten, dass „Brot und Spiele“ die Menschen bewegt.
      Dass ich persönlich die Formel 1 für ökologischen Unsinn halte und da wohl mit Dir einer Meinung bin, ist ein anderes Thema. Aber Millionen von „Möchtegern-Schumis“ begründen die Notwendigkeit solcher Veranstaltungen.

      Manchmal habe ich bei einzelnen Kommentaren den Eindruck, dass es gar nicht um die Sache geht. Oder dass die Fälle bis zum Exzess übertrieben werden, um dann als „Retter der Freiheit“ einzuspringen.

      Keiner will dem Menschen das Recht absprechen, sich mit Nahrung zu vergiften. Niemand soll zu Sport gezwungen werden oder von extremem Sport abgehalten werden. Aber so wie mir bald jeder im Umfeld sagt, dass das, was ich tue, nicht gesund ist – und ich entscheide mich doch immer wieder für extreme Läufe – so sollen die Menschen wissen, was sie essen.

      Und eines ist leider klar: wenn jemand an den „gesunden Menschenverstand“ in Sachen Essen appelliert, dann funktioniert das nicht.
      Zusammenhänge sind teils so komplex, dass ein paar „Wissen vor Acht“ Sendungen nicht ausreichen, um dieses Thema zu behandeln.

      Also finde ich, dass die Ampel eine Hilfe sein kann, ohne dass die Ampel etwas verbieten will. Wenn jemand Probleme mit der Ampel hat und Vergleiche mit dem Autoverkehr anstellt, dann könnte die Ampel auch eine Anzeige sein, die das Verhältnis von Kalorien zu dem Gewicht der Speisen anzeigt („hoch komprimiert“, „niedrig komprimiert“ usw.)

      In vielen Teilen der USA musst Du jetzt bei McTotfleisch und anderen angeben, wie viele Kalorien ein Artikel hat. Ich finde das gut, sehr gut sogar.
      Nur so siehst Du, dass ein Apfelsaft mehr Kalorien hat als eine Cola und Du entdeckst viele Fehleinschätzungen, denen Du bisher erlegen bist.
      Wir können nicht alles wissen, Du nicht, ich nicht – und die Menschen, die sich verdammt wenig um sich und um Ernährungsfragen kümmern, schon gar nicht – also brauchen wir Hilfe.

      Und wenn Du jetzt denkst, dass das der Tod mancher Artikel wäre, dann irrst Du auch: im Moment bin ich auf der Suche nach hoch komprimierten Nahrungsmitteln, weil ich viele Kalorien in leichter Form mit in die Wüste nehmen will.

      Spätestens da beschäftigst Du Dich mit der Kalorienanzahl von Artikeln und das nicht in Richtung „Kalorien sparen“.

      Noch einmal auf Deinen Beitrag: „absurd sportlich“ finde ich interessant, vielleicht laufe ich bei Dir auch darunter. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Ob Du frisst wie ein Scheunendrescher oder rauchst oder Alkohol trinkst bis zum Abwinken – eine freie Gesellschaft muss das tolerieren, solange die Menschen wissen was sie tun und andere damit nicht schädigen.

      • stefanolix sagt:

        Zu den langen Läufen muss man aber noch ergänzen: die Teilnehmer gehören nach meiner Erfahrung eher zu den am meisten gesundheitsbewussten zehn Prozent der Bevölkerung. Für mich ist ja der Treppenmarathon momentan noch der einzige lange Lauf dieser Art, aber schon dafür tue ich sehr viel.

        Ich verstehe Dein Argument mit der Konzentration der Energie, aber warum schreibt man dann nicht einfach »hoch komprimiert« oder »niedrig komprimiert« auf die Lebensmittel? Oder warum wird nicht die Pflicht vorgeschrieben: Energie pro 100 Gramm muss auf allen Packungen stehen?

      • henteaser sagt:

        @marathonundlaenger: Bis auf die Bemerkung, „keiner will dem Menschen das Recht absprechen, sich mit Nahrung zu vergiften“ stimme ich dir zu, denn dies passiert meines Erachtens täglich.

        Zum Beispiel bei der Diskussion, wieviel Euro/Tag Hartz4empfänger für Nahrung (der gar *gasp* Zigaretten und Alkohol ausgeben dürfen, und ob es bald Gutscheine, Wertmarken oder sowas statt Geldmittel geben sollte, um den ‚Missbrauch‘ der Stütze zu verhindern.

        Die Motive mögen da durchaus edel wirken, aber eigentlich ist es eine Neiddebatte vom Hässlichsten mit Untertönen vom gesunden Volkskörper.

      • henteaser sagt:

        „Aber Millionen von “Möchtegern-Schumis” begründen die Notwendigkeit solcher Veranstaltungen.“

        Hier musst du aber schon unterscheiden, ob ein Angebot die Nachfrage befriedigt, oder erst erfindet.

        Noch dazu ist Autorennsport (im Unterschied zum Treppenlauf) nicht für jedermensch bezahlbar; das Publikum kann seinen gebremsten Schaum vorm Mund höchstens wochenends auf Landstraßen im getunten Kleinwagen rauslassen.

        Was ich vorhin übrigens noch vergessen hatte ist, dass sich beide Extreme gegenseitig ergänzen: Da machen Rennfahrer Werbung für koffeinhaltige Schokoklümpchen, Fußballkommentatoren erzählen was von Joghurtkulturen, und Sportevents werden von Brauereien gesponsort.

  11. henteaser sagt:

    „Man verbraucht allerdings je nach Körpergröße und Gewicht in diesen 24 Stunden durchaus mal 12.000 bis 16.000 Kilokalorien.“

    Auch ein Grund, weshalb die Ampel keinen Sinn ergibt. (Schrieb er und kaute währenddessen „Alnatura“-Vierkornwaffeln.)

  12. dd-jazz sagt:

    Unabhängig davon beweist es vor allem die Idiotie, ein Lebensmittel als „riskant“ deklarieren zu müssen! WIESO wird es dann hergestellt und zugelassen? Bekomme ich demnächst Ampeln für meine Balkonkräuter = Drogen..Dann bitte doch erstmal Ampel-Trinkhalme beim Servieren von Alkoholica, Raucher-Tüten für die RaucherInnen auf dem Fußweg vor den Kneipen, damit die Passanten nicht mehr angequalmt werden und demnächst werden offiziell zu tragende Schämampeln verordnet…;-))Ganz subtile „Kundenbindung“ habe ich bei Bäcker Reimann entdeckt: einen „verdeckten“ Schieber an der Theke in Kinderhand-Höhe entdeckt, gefüllt mit Bonbons…Wer das Verbots-Kinder-Geschrei ertragen will, bitte vortreten..Aber warum sich die sonst „so Alernativ-Eltern“ nicht um andere Werbe-Lösung (Malzettel o.Ä., bemühen, verstehe ich nicht ;-))

    • stefanolix sagt:

      Auf die Schnelle: Gratulation zur Zahl 4.444 — diese Zahl der Kommentare wurde heute mit Deinem erreicht ;-)

      Inhaltliches später in einer Pause …

    • stefanolix sagt:

      Wenn wir nicht aufpassen, bekommen wir Ampeln für alles — und das ist keine Verschwörungstheorie.

      Dein Begriff »Schäm-Ampel« trifft es ganz gut. Die wollen an den Produkten nichts ändern, die wollen nur, dass wir uns beim Kaufen und Nutzen schlecht fühlen.

      Diese Bäcker-Schublade habe ich leider beim Bäcker Wippler auch schon gesehen. Dabei haben die das doch gar nicht nötig! Warum geben sie den Kindern nicht ein Stück Gebäck in die Hand oder einen Kuchenrand wie früher.

      Kennt überhaupt noch jemand »Kuchenränder« in Tüten?

    • henteaser sagt:

      So verdeckt ist der Schieber nicht immer; manchmal ist der Griff wie ein Marienkäfer oder so geformt. Ganz toll. Und anscheinend haben einige Einzelhändler Beutel mit kleinen Gummibärchen-Müllverpackungen unterm Ladentisch.

      Ich bin da immer dankbar, wenn die Verkaufenden ersteinmal fragen, anstatt das Zeug gleich dem weinenden Kleinkind zu reichen.

      • dd-jazz sagt:

        @stefanolix
        Kuchenränder erbitten war doch die größte Naschfreude (der Bäckermeister v.d. „Sch..Galerie“ war mit mir im Geräteturnen..;-)
        @henteaser
        Genau DIESE beabsichtigte Rücksichtslosigkeit meine ich (in der Kaufhalle wäre es Diebstahl, bzw. vereinfachte Urteils-Version: wenn ein Kind die an der (Markt-)Kasse mund-und-greifgerecht platzierte Ware „sachwertig benutzt“= AUFREISST+VERSCHLINGT, muß KEIN „Schadensgeld“ geleistet werden);
        Wenn ich meinen kleinen „Paten-Piraten“ etwas mitbringen möchte, frage ich VORHER die „Oldies“. Und Kummer mit Essen „betäuben“, fördert eher erneuten Absichts-Konflikt, meint meineeine, die wirklich keine Gesundbeterin ist..;-))

      • stefanolix sagt:

        So, jetzt bekomme ich so starken Appetit, dass ich erst mal etwas zu Essen besorgen muss. Und nein, es steckt kein Kummer dahinter ;-)

        Wenn ich Kummer habe, dann muss ich aktiv etwas tun: Laufen hilft meist ganz gut.

  13. googlehupf sagt:

    Die Ampel auf der Packung sorgt für die Ampel im Kopf und ist nur der Anfang eines Ernährungspaternalismus den ich zum Aufstoßen finde.

    Ich hab mir eben zwei Einheiten Fast-Food reingezogen (Dunkelrot) und mein seit Jahren amtierendes Idealgewicht ist dadurch nicht in Gefahr. Das einzige was mich übersäuert sind Leute die mir vorschreiben wollen wie, wann und in welcher Menge ich die von ihnen für gut befundenen Lebensmittel in meinen eigenen Körper aufnehmen darf.

    • stefanolix sagt:

      Was mich im Laufe der gesamten Ampel-Diskussion verwundert hat: dass so viele Leute an einen messbaren Erfolg dieser Kennzeichnung glauben. Es kann natürlich auch sein, dass mit meinem eigenen Menschenbild etwas nicht stimmt ;-)

      Ich habe heute eine Gruppe von Leuten erlebt, die sich jeden Samstag eine richtig große Kiste mit Portionen von einer bekannten Fastfood-Kette holen, obwohl sie eigentlich in der benachbarten Betriebskantine diverse Mittagsgerichte günstiger und gesünder bekommen würden.

      Inzwischen optimiert die Gruppe natürlich auch den Einkauf mit diversen Rabatt-Coupons — wie auch immer: in der Gruppe waren schlanke und »normale« und dicke Menschen etwa gleich verteilt, obwohl sie alle etwa die gleichen Menüs gegessen haben. Und die Menüs hätten natürlich alle ein DUNKELROT bekommen.

      Die Gesundheit hängt doch nicht davon ab, ob das samstägliche Mittagessen von einer Fastfood-Kette, aus der Betriebskantine oder aus einem Feinschmeckerlokal kommt. Es gibt so viele Einflussfaktoren auf die Gesundheit und sicher steckt der wichtigste im Kopf.

      Ich erzähle im privaten Kreis gern von meinem eigenen Sport, vom Kochen und Genießen, weil mich viele Leute gezielt danach fragen, die mich noch aus der Zeit kennen, bevor ich wieder mit dem Sport begonnen habe. Aber ich würde nie »missionieren«. In einer freien Gesellschaft muss Essen Privatsache bleiben.

      Die »Ampel« ist im Grunde das nutzlose Symbol einer placebo-politischen »Fürsorge« des Staates. Würde sie eingeführt, dann wären damit hohe Kosten und ein sehr niedriger Nutzen verbunden.

      • googlehupf sagt:

        Ich meine es gibt natürlich Ernährungsratschläge die man als „gesichert“ betrachten kann (wie die Binse, dass man nicht mehr Energie aufnehmen sollte als man verbraucht oder das zu viel Fleisch und Zucker ungesund sind) aber dennoch bin ich ziemlich sicher, dass unterschiedliche Menschen auch bestimmte Unterschiede in ihren Stoffwechseln haben. Dein Beispiel spielt ja auch darauf an. Auch deinen Hinweis auf die verschiedenen Einflussfaktoren finde ich richtig und wichtig.

        „Gute“ Ernährung besteht in meiner Sicht aus einer Kombination von gesundem Menschenverstand, abwechslungsreichem Essen und dem Hören auf den eigenen Körper. Der letzte Punkte wird einem häufig aber nur als reine Gefahrenquelle verkauft.
        Ich versuche natürlich auch eher frisches und abwechslungsreiches Essen zu bekommen aber ich weiß genau, dass wenn ich zur schnellen Alternative greife mein Körper weder explo- noch implodiert. Und n‘ bisschen Sport schadet ja auch nicht.

        „In einer freien Gesellschaft muss Essen Privatsache bleiben.“

        Das kann ich nur unterschreiben. Der Staat darf über bestimmte Hintergründe und den Stand der Wissenschaft aufklären (OHNE sie zum Dogma zu erheben) und Inhaltskennzeichnungspflichten vorgeben. Darunter fällt die Ampel sicher nicht. Und gegen nicht-staatliche Ampelsysteme (da gibt’s ja wohl eines) spricht per se auch nichts. Außerdem möchte ich mal den sehen der eine Schokoladenprohibition durchsetzt. :)

        Ich gönne mir jetzt mit Freunden ein Getränk, dass sehr viele Kalorien und ein süchtig-machendes Nervengift enthält. Ich hoffe, dass solche Flaschen dann irgendwann auch Dunkelrote Kennzeichnungen haben. ;)

  14. casus sagt:

    Nachdem ich nun (unbewusst) Auslöser von 1 Artikel und 60 Kommentaren war, halte ich nun auch das Schlusswort ;-)

    Ich resumiere: 1 Artikel und 60 Kommentare (@marathonundlaenger muss ich da für seine differenzierte Betrachtung ausnehmen) mehr oder minder gegen die Ampel. Zuletzt leider etwas polemisch, auch von mir sonst geschätzten Kommentatoren. Gern beuge ich mich den Spielregeln der Demokratie, überzeugend fand ich die oben gebrachten Gegenargumente nicht.

    Meine Grundüberzeugung: Ein Staat (respektive Land/Kommune) sollte sich so wenig wie möglich in die Belange seiner Bürger (und Unternehmen) einmischen. Ohne die Vorgabe von Regeln geht es jedoch nicht, das wäre Anarchie. Die Frage ist philosophisch, wo hier in den einzelnen Bereichen die Grenzen zu setzen sind.

    Es gibt viele Menschen, die stark übergewichtig sind, sich völlig falsch ernähren, keinen Sport treiben. Ein gesellschaftliches, aber auch volkswirtschaftliches Problem, weil die Folgekosten vergesellschaftet werden. Aufklärung, Bildung und Information tut Not.

    Vielen wird diese Aufklärung nicht im Elternhaus gegeben. Schule ist in diesem Bereich ein unterschätzte bzw. zu wenig beachtete Quelle von Information. Hier wären verstärkte Anstrengungen in so banalen Dingen notwendig, genauso wie der Umgang mit Geld, mit Informationsüberfluss und -auswahl etc. Neben Goethe auch praktische Lebenshilfe und Werte-Vermittlung.

    Die Schule besuchen wir im Allgemeinen maximal bis zum 18. Lebensjahr. Einkaufen gehen wir fast bis ans Lebensende. Bildung heisst lebenslanges Lernen. Gerade mit einfachen Lösungen erreichen wir IMMER effizientere Lösungen. Gilt für Werbung in der freien Wirtschaft über Steuergesetze bis hin zur Ampel.

    Ich sage nicht: Der Staat soll „korrekte“ Lebensmittel herstellen. Ich sage nicht: Lebensmittel mit der roten Ampel sollen verboten werden (ich würde sicher selbst das eine oder andere „Leckerli“ weiterhin kaufen), wobei ich durchaus die Gefahr sehe, dass die Ampel genau der Einstieg für ein Verbot sein könnte.

    Mir würde eine Ampel sehr helfen, meine Einkaufszeit zu verkürzen. Im Supermarkt studiere ich jede Zutatenliste und entscheide dann. Die Ampel würde viel Zeit sparen (bei mir). Bei der Bio-Gemüse-Kiste muss ich ausnahmsweise mal nicht studieren…

    Der letzte Satz (mein scheinbarer Tribut an „Ich bin doch genauso ernährungsbewusst wie Ihr!“, „Ich bin doch genauso wie Ihr“) verdeutlicht mir noch einmal einen Kritikpunkt an dieser Diskussion. Etwas abgehoben. Zu sehr von sich selbst ausgegangen (Welche Leute lesen denn einen solchen bzw. überhaupt einen blog?), zu wenig Blick auf die Gesamtheit der Bevölkerung. Wenn wir 100% informierte Verbraucher hätten, bräuchten wir definitiv keine Ampel.

    Staatliche „Leitlinien“ und ungeliebte Regulierung haben funktioniert und Ihre Wirkung entfaltet beim „Dosenpfand“. Bei allen Kosten für die Volkswirtschaft der einzige Grund, Herrrn Trettin zu danken. Es liegt kaum noch eine weggeworfene Einwegflasche etc. herum. Und wenn doch, dann nicht lange. Ich find das gut.

    Eine Überregulierung findet beim Rauchverbot statt. Hier hätte der Staat eine weniger restriktive Lösung finden und den Akteuren mehr Freiheit zubilligen können. Rauchverbot wie in der Theorie find ich nicht gut.

    Die Ampel ist ein Informationsangebot. Man kann es nutzen oder auch nicht. Eine positive Wirkung auf die Ernährung und die Volkswirtschaft hätte es auf jeden Fall. Auch bei mir. Alter Ego.

    • stefanolix sagt:

      Ich möchte gern später ausführlich antworten, für jetzt nur ganz wenige Punkte zum Thema Information:

      Jede Zeitung hat mehr oder weniger gelungene Ratgeber- und Rezeptseiten, die jeweils jahreszeitlich aktuell immer wieder Hinweise zur Ernährung geben. Etwas vereinfacht ausgedrückt:

      Jedes Jahr erfährt man vor Beginn des Frühjahrs alles über schlankmachendes Essen, zu Ostern alles über Eier, zu Weihnachten alles über gesundes Braten und zum Jahreswechsel alles über die Folgen des Vollrauschs.

      Frauen sind auch heute noch die Bevölkerungsgruppe, die sich am meisten für das Essen interessiert. Wann immer ich durch Zufall eine Frauenzeitschrift in die Hand bekomme, überfliege ich die Rezept-Seiten. Sehr viele Empfehlungen sind durchdacht und eher »leicht« orientiert.

      Man muss also keine Blogs wie dieses lesen, in denen über Essen diskutiert wird. Man kann sich eigentlich vor Informationen kaum retten ;-)

      • Naive und Alternative …

        … lieber Stefanolix, ich schätze stets Deine Beiträge, aber bei Deinem letzten Kommentar wundere ich mich schon ein wenig über Dich.

        Die Ratgeber- und Rezeptseiten in den Frauenzeitschriften sind gerade die Basis dafür, warum sich viele Menschen so schlecht fühlen.
        Die „Informationen“, die Du da bekommst, sind von der Industrie gekauft (wie auch die Tipps in der „Apotheken-Rundschau“ und all den anderen Medien, die das System, in dem wir leben, stabilisieren wollen).

        Da gibt es keine Hinweise auf Laktose-Intoleranzen, auf Fraßgifte bei Weizen, darüber, dass wir Kaukasier (nein, wir sind keine Arier) zu über 30% genetisch allergisch auf Weizen reagieren.

        Es wird nicht über Wirkkomplexe informiert und niemand nimmt sich die Zeit, zu erklären, was die gedankliche Basis der Trennkost ist.

        Richtig ist, mein lieber Stefanolix, dass man sich vor „Informationen“ kaum retten kann. Aber zu selektieren, welche Information real, ehrlich und wahr ist und welche „gesponsort“, welcher „Experte“ auf welcher Gehaltsliste steht und welches Interesse er verfolgt, das setzt so viel einschlägige Bildung voraus, dass Du das den meisten Menschen nicht zumuten kannst.

        Zwei Beispiele über „Informationen“. Ich will nicht immer auf dem „organisierten Verbrechen“ (McDoof und Co.) herumhacken, sondern schauen wir uns mal ACTIMEL an.

        „ACTIMEL kann helfen, …“ und „ACTIMEL aktiviert die Abwehrkräfte …“ heißt es so schön. Nonsense! ACTIMEL ist ein Joghurt-Getränk, das übersüß und überteuer ist.
        Es ist ein Artikel, der jedem hausgemachten Joghurt unterlegen ist und die viel beschworenen „Defensis“-Joghurtkulturen sind ein Werbeerfindung, die nicht nur mit 60 Mio. EUR pro Jahr in Deutschland finanziert wird, das großzügige Sponsoring von Wissenschaflern führt dazu, dass man nur eines sagen kann:
        „ACTIMEL aktiviert Wissenschaftler!“ – ACTIMEL bekam zu Recht den Titel „Windbeutel 2009“.

        Oder das Thema MOLKE. Dieser Milchabfall wurde früher kostenträchtig entsorgt, bis MÜLLERMILCH und Co. auf die Idee kamen, so viel Zucker und so viel Farbstoffe in die Molke zu tun, damit wir das Zeug trinken. Auch hier werden Werbe-Informationen produziert, die dann als „Informationen“ in die Frauenzeitschriften gelangen. Gift aber bleibt Gift, ob mit Werbe-Millionen oder ohne.

        Und nun, lieber Stefanolix, sage mir: wer kann und wer will sich mit all dem beschäftigen, wo doch gleich im Fernsehen die nächste Staffel von DSDS beginnt …

        Ein letzter Gedanke zu „Informationen“: weder gibt es Danones „Cabua-Kakao“ noch Rochers „Byzantinische Königsnüsse“ … und 1/3 Liter entrahmte Milch trinken ist trotz aller Bedenken besser als ein Glas Nutella zu leeren.

        Ach ja, wir waren auch auf dem Mond und 9/11 war keine Inzenierung. Hamlet lässt grüßen!

  15. Lina sagt:

    Die Ampel ist ein Informationsangebot.

    richtig, aber dabei kann es, sofern staatlicherseits auflagen_frei verbreitet, imho auch bleiben. es fragt sich ohnehin, wer hier den ‚bevormunder‘ spielt: vater staat oder freie wirtschaft?

    deshalb, falls ergänzend von interesse: wie eine neue (‚gutmenschen‘-?)software ganz ohne staatliche einflussnahme ihre ‚ampel‘ propagiert:

    „Die Idee der Jungunternehmer: Verbraucher sollen erfahren, ob ein Produkt unter fairen Bedingungen hergestellt wurde, indem sie per Handy dessen Strichcode scannen. Angezeigt werden dann Preis, Inhaltsstoffe und seit dieser Woche auch, ob sich das Unternehmen sozial verantwortlich verhält (Corporate Social Responsibility) – also wie gut es mit Mitarbeitern umgeht und wie stark es die Umwelt belastet.“

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,686186,00.html

    • stefanolix sagt:

      War doch klar, dass auf dem Markt eine Lösung gefunden wird ;-)

      Leider muss man das etwas genauer hinterfragen. Woher kommen die Informationen über die Inhaltsstoffe, den Energiegehalt und die Produktionsbedingungen? Es dürfte sehr teuer sein, das alles zu recherchieren. Die Finanzierungspläne des Unternehmens finde ich auch etwas wolkig dargestellt.

  16. Lina sagt:

    … ‚wolkig dargestellt‘ muss ja nicht heissen, dass sie auch wolkig sind ;) … ich könnte mir durchaus vorstellen, dass mostly grün_beampelte food_hersteller auf diesen seiten werbung machen.

    apropos markt_lösung: hast du nicht auch den eindruck, dass gerade in sog. lifestyle_fragen die veröffentlichte meinung, also der meinungs_markt (und nicht etwa väterliche für- und vorsorge) den staat zu gesetzgeberischem aktionismus stimuliert, ja, ihn geradazu dazu treiben könnte?

    wird er hier aktiv, kann er sich noch weiter aufblähen, aufblasen, als er’s ohnehin schon tut, und sich (un_demokratisch, wie ich finde) zum macht_vollen (!) dienst_leister an mehrheiten machen, denen minderheiten in ihren bezügen + zusammenhängen immer weniger gelten; er hat dazu kein recht, finde ich.

    • tigger sagt:

      ich könnte mir durchaus vorstellen, dass mostly grün_beampelte food_hersteller auf diesen seiten werbung machen

      Ich könnte mir auch durchaus vorstellen, dass mostly ebendiese food_hersteller ein deutliches Wörtchen mitreden durften, ab welchen Werten genau die Ampel auf grün umschalten darf :-)

      Das ist wie mit dem BIO-Siegel. Eine Werbemasche.

      • Lina sagt:

        eine werbemasche? gut möglich. und wenn du doch diesen durch_blick hast: was hält dich aufrecht? oder anders gefragt: was hältst du davon, dass es so ist, wie es (wahr_scheinlich) ist? macht dich das nicht sauer (wie mich), mostly ;)) ?

      • tigger sagt:

        Warum sollte es mich sauer machen ? Ich bin ja nicht derjenige, der darauf reinfällt. Und wenn ich darauf reinfallen würde, würde es mich auch nicht sauer machen, weil…ich es ja nicht bemerkte :-)

        Sauer machen mich nur die Dinge, an denen ich wider besseren Wissens gezwungen werde, mitzumachen.

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