Was für ein Klick!

Manchmal findet man bei SPON auch ein wahres Wort. In einem Artikel über die Gutti-Fans steht:

Die Antwort ist einfacher, als sie auf den ersten Blick scheint: Es ist ein weiter Weg von einem Klick zu politischem Engagement.

Da hat der Autor recht. Auf diese Stimmen kann man so wenig zählen wie auf die Ergebnisse jeder anderen Abstimmung im Web. Der zitierte Satz könnte übrigens auch auf Webseiten zutreffen, wo man nur einen Namen und eine Adresse in ein paar Felder eintragen muss, um einer Petition zuzustimmen …


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15 Responses to Was für ein Klick!

  1. fränk sagt:

    schon klar, ein kleiner sidekick auf die „einmal-im-jahr-empörten“, die verfassungs-zersetzer.

    • stefanolix sagt:

      Zuerst: »sidekick« ist ein Kumpan, Handlanger oder auch Stichwortgeber in einer Talkshow.

      Was Du vermutlich meinst, ist ein Seitenhieb. Meinetwegen kann man meine Bemerkung als Seitenhieb verstehen.

      Petitionen an Stadtrat oder Landtag oder Bundestag gehören zum parlamentarischen System. Petitionen kann ich als Bürger für mehr oder weniger sinnvoll halten. Ich habe auch schon Petitionen unterstützt, wenn ich sie für sinnvoll hielt.

      Es gibt aber Petitionen, die ich als nicht zu Ende gedacht ansehe und die mit hoher Wahrscheinlichkeit folgenlos bleiben werden. Wer eine folgenlose Petition unterschreibt, ist natürlich kein Verfassungszersetzer, aber ich sehe den Klick auch nicht als politisches Engagement.

  2. fränk sagt:

    auch zuerst: thema sidekick. du hast das telefon und die software vergessen aufzuzählen, wenn du schon bei wikipedia guckst.

    doch aufgemerkt: nicht alles, was NICHT bei der wikipedia nachzulesen ist, gibt es auch nicht nicht.
    dessen sei stets eingedenk. ;-)

    ich meinte das schon so mit dem sidekick.

    kostprobe? http://www.youtube.com/watch?v=7sdsLhHG-PE
    alles natürlich rein metaphorisch.

    zum thema:
    ich gehe davon aus, dass die meisten der petenten am 13./19.02. mit gegen die naziaufmärsche demonstriert haben und sich somit -neben der petition- politisch engagiert haben.
    und -ich wiederhole mich da gern- eine menge leute davon arbeiten haupt-, neben- oder gar nicht beruflich an der aufklärung junger leute über rechtextremismus.
    und selbst die „einmal-im-jahr-empörten“, wie du sie ein wenig abschätzig bezeichnest, sind (zumeist) nicht nur zum spaß angereist, sondern ein (politisches) zeichen gegen rechts zu setzen.

    und das sollte auch m.e. mehr anerkennung im stadtparlament finden.

    • stefanolix sagt:

      Die wichtigsten Maßnahmen gegen Rechtsextremismus sind Bildung und Aufklärung und dass möglichst ein sehr hoher Anteil junger Menschen in bezahlte Arbeit kommt.

      Trotzdem werden sich einige Leute auch auf der rechten Seite radikalisieren. Für mich ist klar, wer sich dann vornehmlich mit Rechtsextremismus befassen sollte: der Rechtsstaat, um über Delikte zu urteilen, der Strafvollzug, um die Urteile zu vollziehen und parallel natürlich die Bewährungshelfer, um die Resozialisierung anzubieten.

      Daneben gibt es sehr viele Maßnahmen unter dem Label »Gegen Rechts«, die mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen. Gerade in der Zeit der Rot/Grünen Koalition wurde viel Geld auf falsche Weise für die (vorgebliche) Bekämpfung der Rechtsextremen ausgegeben. Ein Beispiel: Ich hatte mal eine Art Zeitung in der Hand, die mit Staatsgeld unterstützt wurde und auch den Rechtsextremismus bekämpfen sollte. Zielgruppe waren junge Leute. Diagonal über die erste Seite gelesen: Es begann mit Sätzen gegen Rechts und endete mit einem flammenden linksradikalen Aufruf gegen die Marktwirtschaft. Die restlichen Seiten waren bösen Konzernen, bösen Banken und der ganzen bösen Wirtschaft gewidmet.

      Später begann man gegenzusteuern. Die Extremismusklausel ist letztlich nur ein Versuch, bestimmte linksextreme Kräfte von den Fördertöpfen des Staates fernzuhalten. Sie kommt viel zu spät.

      Gegen Rechts zu sein ist nicht unbedingt ein Qualitätskriterium. Natürlich sind radikale Linke gegen radikale Rechte, alles andere wäre eine große Überraschung. Aus meiner Sicht sind aber beide auf ihre Weise gefährlich für Rechtsstaat und Demokratie.

      Über die Anerkennung für gewaltfreie Proteste sind sich ja wohl alle demokratischen Kräfte einig. Das ist fast schon trivial. Wem würde es denn helfen, wenn der Stadtrat beschließen würde: »Wir halten uns alle mal ganz fest an der Hand und erkennen den gewaltfreien Protest gegen Rechtsextreme an«? Dass gewalttätige Ausschreitungen keine Anerkennung finden, darf nach dem 19. Februar auch niemanden überraschen.

      Die dargestellte Bedeutung von Sidekick kannte ich wirklich noch nicht, aber jetzt ist mir natürlich klar, dass es z.B. beim Kickboxen auch solche Fachbegriffe geben muss. Meine Zeilen zu der Petition sind aber bei weitem nicht als solch ein Tritt gemeint …

  3. fränk sagt:

    „Gegen Rechts zu sein ist nicht unbedingt ein Qualitätskriterium. Natürlich sind radikale Linke gegen radikale Rechte, alles andere wäre eine große Überraschung.“

    so, da haben wir ihn wieder, den salat.

    genau darum geht es doch:
    darum, dass leute wie du die proteste gegen rechte aufmärsche „linksradikalisierst“.
    natürlich sind diese kollegen auch am start, „alles andere wäre eine große Überraschung.“
    und das ist natürlich ein problem.
    problem dahingehend, dass skeptiker wie du sich in ihrer ablehnenden haltung bestätigt fühlen. und noch schlimmer ist natürlich das medieninteresse, welches sich in erster linie auf die krawallmacher bezieht.

    also nochmal: der grösste teil der „blockierer“ ist garantiert nicht linksradikal, sondern sind „normale“ linke oder gar bürgerliche leute so wie du und ich.

  4. Micha W. sagt:

    Kurzer Einwurf von mir … kommt man irgendwann mal von dem „Gegen“ weg? ;)

    Ein „Gegen“ erzeugt ein nächstes „Gegen“. Das kann man dann bis zum bekannten „Gegen alles“ kultivieren. Am Ende gibt es viele bzw. mehr und mehr Leute, die gegen etwas sind … und immer mehr vergessen oder noch nicht mal drüber nachgedacht haben, woFÜR sie eigentlich sind.

    Jedes Unternehmen würde durch so eine Politik (die eigenen Stärken, Ziele usw. als sekundär anzusehen) innerhalb eines Jahres pleite gehen, in Gesellschaften hält ich so etwas offenbar länger :)

    Noch ein Tipp … schaut euch mal „Leroy“ an … den Film kann ich nur empfehlen … http://de.wikipedia.org/wiki/Leroy_%28Film%29

    • stefanolix sagt:

      Das ist ein sehr interessanter Aspekt. Man sollte im nächsten Jahr viel deutlicher sagen, /wofür/ man eintritt. Damit kann man auch gut ausdrücken, wogegen man ist. Natürlich darf das Dafür-Argument keine Verneinung enthalten, wie in »Für ein nazifreies Dresden« ;-)

      Man kann mit »Gegen Neonazis« gleichzeitig Propaganda verbreiten. Kein Wunder, dass sich dadurch auch Extremisten der anderen Seite angezogen fühlen. Dieser Tendenz muss entgegengewirkt werden.

      Prinzipiell muss sowieso jede staatliche Förderung auf den Prüfstand gestellt werden: ist es überhaupt effizient, ist es FdgO-vereinbar, ist es noch zeitgemäß? — Aber ganz genau muss hingesehen werden, wenn Linksextreme und Linksradikale mit staatlichem Fördergeld ihr eigenes Süppchen kochen wollen.

      • Micha W. sagt:

        Ein „nazifreies“ Dresden zu fordern ist genauso wie „Dresden soll staubfrei werden“ ;)

        Doch sei’s drum, Dumme gibt’s überall … da unterscheidet sich der (sog.) rechte wenig vom linken Rand … man braucht unbewusst einander ja auch.
        Und die sog. Mitte ist ja manchmal auch ganz froh, denn wie heißt’s so schön „Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte.“ ;)

        Mit (geistiger) Freiheit hat das alles für mich wenig zu tun … ebensowenig mit Gleichheit und Brüderlichkeit (nennen wir es mal Mitmenschlichkeit oder Solidarität o.ä.)

  5. fränk sagt:

    stefanolix, bei allen respekt: du kannst oder willst es nicht verstehen. in deinem letzen kommentar pauschalisierst du schon wieder alle nazigegner zu linksextremisten. du fängst schon wieder damit an, polarisierst, gehst nicht auf argumente ein, die sagen wollen, dass nicht jeder nazigegner ein chaot ist.
    das blendest du augenscheinlich aus.
    für dich ist es aber anscheinend so. da kann man nichts machen.

    übrigens: auch dein geistiger kollege tellkamp war mit am start. bei „uns“.

    • stefanolix sagt:

      Wo steht bitte in irgendeinem meiner Artikel oder Kommentare: »alle Nazigegner sind Linksextremisten«? Das ist eine fixe Idee, in die Du Dich gern hineinsteigern kannst, aber dann spekulierst Du ohne jegliche Grundlage.

      Solchen Unsinn habe ich nie geschrieben und ich muss mich eigentlich auch nicht zu Aussagen äußern, die ich nie gemacht habe.

  6. fränk sagt:

    micha w.:
    ich sah den film und fand in ganz gross!

  7. fränk sagt:

    „allem“ respekt…

  8. fränk sagt:

    okay, noch einmal zum mitmeisseln…

    „Wo steht bitte in irgendeinem meiner Artikel oder Kommentare: »alle Nazigegner sind Linksextremisten«?“

    richtig. das schreibst du nicht so explizit.

    auffälligerweise argumentierst du aber in deinen kommentaren ausschliesslich mit dem thema linksextremismus, wenn sich jemand anschickt, etwas gegen nazis zu unternehmen. in keinem deiner beiträge lese ich etwas von „normalen“ leuten, die sich gegen rechtsextremismus engagieren. du scheinst gegen andersartige argumente immun zu sein.
    stattdessen bringst du immer wieder beispiele, welche du aus deinem extremistenbeutel hervorkramst.
    lies dir das ruhig nochmal durch und dann behaupte mir das gegenteil.

  9. stefanolix sagt:

    Das schreibe ich weder explizit noch implizit.

    Ich halte es für selbstverständlich, dass alle Bürger, die auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, gegen Neonazis sind. Ich habe in der ganzen Diskussion auch nie den friedlichen bzw. gewaltfreien Protest kritisiert.

    Im Laufe der Zeit habe ich aber auch gelernt, dass man differenzieren muss. Nicht alle Bürger auf der „rechten“ Seite des politischen Spektrums sind Neonazis oder Rechtsradikale. Die engagierte und differenziert argumentierende Website

    http://endstation-rechts.de/

    bietet dafür eine Menge Stoff (z.B. in der Rubrik „Neue Rechte“). Wer sich im nationalkonservativen Bereich politisch betätigt und sich an die geltenden Gesetze hält, hat alle demokratischen Rechte, z.B. auch das Recht auf eine Demonstration in Dresden. Auch wenn ich persönlich die meisten ihrer Argumente ablehne und ihnen keinen Einzug in ein Parlament wünsche, haben sie das Recht, ihre Argumente auch in Wahlkämpfen darzustellen.

    Deshalb ist die Parole „Dresden nazifrei“ im Grunde sinnfrei, denn auch in Dresden gibt es einen geringen Prozentsatz an Wählerinnen und Wählern, die Programmen der „Neuen Rechten“ zugeneigt sind. Diese Bürger kann man ja nun nicht deportieren.

    Wenn ich die rechte Seite differenziert betrachte, muss ich das auch mit der linken Seite tun. Es sind viele, aber nicht alle Neonazi-Gegner auf dem Boden des Grundgesetzes, wie man am 19.02. auch in Dresden sehen konnte.

    Gerade noch auf dem Boden des Grundgesetzes ist nach meiner Auffassung demokratisch legitimierter gewaltfreier Widerstand. Problematisch ist er deswegen, weil er das Recht auf Meinungsfreiheit einschränkt, indem er einen Demonstrationszug verhindert. Aber immerhin bleibt den rechten Demonstranten noch die Form der Kundgebung.

  10. fränk sagt:

    es erleichtert mich, zu lesen, dass du doch nicht so konservativ -im sinne von „alles links von uns sind extremisten“- zu sein scheinst, wie man es hätte vermuten können. das meine ich jetzt ernst.

    die sache mit den „guten“ rechten bereitet mir trotzdem bauchschmerzen.
    sie scheinen ganz gut, wenn auch angeblich völlig unbemerkt, in eine grosse volkspartei integriert zu sein:

    Link zu einem Youtube-Video über Weikersheim

    auch, wenn sich das alles im verfassunsmässigen rahmen abspielt, versteh mich bitte, da schwillt mir der sprichwörtliche kamm.

    und ja, falls du vorhast, zu relativieren: bei den linksautonomen wächst mir auch die wurst…

    :)

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