Beim Umgang mit kleinen Zahlen …

Heute mussten sich die übriggebliebenen Dresdner Piraten mal so richtig selbst auf die Schultern klopfen: Bei der U18-Wahl am Ende der vergangenen Woche haben sie unglaubliche 21.5 Prozent der Stimmen geholt.

Da kann man schon mal die Sitze im Stadtrat neu verteilen und den Sachsen-Hype hochleben lassen – einige bizarre Tweets zum Thema findet man mit dieser Twitter-Suche.

Über die Wahl berichtete ein kostenlos verteiltes Anzeigenblättchen – und es stellte aus den paar Stimmen sogar einen Stadtrat zusammen. Das hat sich bis Berlin herumgesprochen und Frau Helm hat ihren Dresdner Anhängern gratuliert …

Was die Piraten wohl nicht so gern twittern: Die U18-Wahlen waren in Sachsen eine Farce. In Dresden gab es ganze 107 gültige Stimmen – in Leipzig etwa 50 und in Chemnitz ganze 12.

Die 107 gültigen Stimmen in Dresden sind schnell relativiert, wenn man weiß, dass in unserer Stadt im Jahr 2013 immerhin 6.000 Babys geboren wurden und dass es hier etwa 65.000 Schülerinnen und Schüler gibt.

Landesweit wurden übrigens knapp 800 gültige Stimmen gezählt. Es gibt in Sachsen etwa 330.000 Schülerinnen und Schüler. Die U18-Wahl ist somit völlig belanglos – und auf die Stimmenanteile dürfte noch nicht einmal der »Wochenkurier« reinfallen.


8 Antworten zu Beim Umgang mit kleinen Zahlen …

  1. Hucky sagt:

    Tja, eingie Piraten hängen sich eben am letzten fadenscheinigen „Argument“ auf, ist so pfeiffen im dunklen Walde. Ist im Moment schwierig einzuschätzten denke allerdings es wird so ein Ergebnis irgendwo zwischen 1,5-1,9%, wenn es gut läuft vielleicht noch so ein Ergebnis wie zur Bundestagswahl wäre super aber der laue Wahlkampf wenn er überhaupt stattfindet läßt nicht auf gutes hoffen. Bei der Liste und den ganzen Vorkommnissen in letzter Zeit verkneifen es sich viele die Piraten zu wählen (EU). Die nähere Zukunft wird sich eh Ende Juni entscheiden, aber auch da wird es sehr schwer werden, einige haben nichts als verbrannte Erde hinterlassen und können auch als „Nichtpirat“ nicht davon lassen. So eine Partei braucht kein Mensch. Fazit die Themen bleiben die Partei vergeht.

  2. klar, repräsentativ ist das nicht. die deutschlandweite u18 pseudowahl mit 36000 abgegebenen stimmen schon eher, da bekommen piraten gut 7% – in größeren städten erfahrungsgemäß mehr und dresden is sowieso ne piratenhochburg. http://www.u18.org/europawahl-2014/ergebnisse/deutschland/

  3. stefanolix sagt:

    @Korbinian: Bitte schau selbst mal nach, wie viele Schülerinnen und Schüler es in Deutschland insgesamt gibt. Nein, die abgegebenen Stimmen sind statistisch in keiner Weise repräsentativ. Alle weiteren Spekulationen damit nutzlos.

    Ja. In Dresden gab es mal ca. 5% Wählerstimmen für die Piraten. Ich glaube aber nicht, dass es nach #Bombergate, #Flaggengate und bei dem desolaten Zustand der Partei noch so viele sind.

    Repräsentative Umfragen sagen: 1.5% bis max. 2%. Die Piraten haben keinen Wert mehr als Protestpartei und sie haben an den Aufgaben der letzten Zeit politisch versagt.

  4. Antifa sagt:

    „sie haben an den Aufgaben der letzten Zeit politisch versagt“

    Wo haben sie versagt?

    Ja. In Dresden gab es mal ca. 5% Wählerstimmen für die Piraten. Ich glaube aber nicht, dass es nach #Bombergate, #Flaggengate und bei dem desolaten Zustand der Partei noch so viele sind.

    Wieviel Prozent haben sie denn in Dresden bei der jungen Wählerschaft bekommen?

  5. Antifa sagt:

    Zeitungsartikel (wie im Wochenkurier oder in der DNN) muss man daran messen, was zu diesem Zeitpunkt bekannt war. Damals war eine Beteiligung der Schülerinnen und Schüler von 0.25% bekannt. Damit sind alle Kennzahlen, die aus dem »U18-Wahl«-Ergebnis abgeleitet werden, einfach nur Bogus.

    Das beantwortet ja meine Frage nicht? Es wäre doch jetzt interessant zu sehen, wieviel Stimmen die Piraten bei jungen Wählerinnen und Wählern bekommen haben, nur um Deine These zu untermauern selbstverständlich.

    • stefanolix sagt:

      Interessant wären viele Zahlen. Aber sie sind nicht vergleichbar.

      An der U18-Wahl beteiligen sich Kinder und Jugendliche meist im Alter zwischen 10 und 17 Jahren.

      An der Europawahl und der Kommunalwahl beteiligen sich Wählerinnen und Wähler im Alter von größer oder gleich 18 Jahren.

      Daraus ergeben sich große Unterschiede in der Reife, Erfahrung, Vorbereitung auf die Wahl etc. Deshalb sehe ich wenig Sinn darin, die Zahlen der U18-Wahl mit den Ergebnissen der 18- bis 21-Jährigen zu vergleichen.

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