Die Statistik der politisch motivierten Straftaten lesen

Wenn Sie aufmerksam Zeitung lesen, wird Ihnen sicher die Berichterstattung über die Kriminalstatistik nicht entgangen sein. Interessant sind dabei vordergründig drei Dinge: Was gezeigt wird, was verglichen wird, und was weggelassen wird. Entscheidend ist allerdings: Was bleibt in den Köpfen der Bürger hängen?

Die meisten Menschen haben wenig Zeit. Sie lesen die Überschriften und die Anreißer der Artikel, sie lassen sich von Diagrammen und Bildern beeinflussen. Komplexe Artikel werden oft nicht zu Ende gelesen.

Schauen wir uns den Artikel aus der ZEIT zur aktuellen Kriminalstatistik an. Bereits die Überschrift soll die Aufmerksamkeit der Leserinnen und Leser nach rechts richten:

Zahl rechter Straftaten so hoch wie nie

Das Bild unter der Überschrift soll diesen Eindruck verstärken. Es trägt den Titel: Polizisten nehmen im sächsischen Freital einen betrunkenen Rechtsextremen nahe einer Flüchtlingsunterkunft fest.

Wenn jemand wie auf diesem Bild von mehreren Einsatzkräften festgenommen werden muss, liegt wohl aus Sicht der meisten Leser mutmaßlich eine Gewaltstraftat oder massiver Widerstand gegen die Polizei vor.

Was bleibt also beim eiligen Leser im Gedächtnis? Die Zahl rechter Straftaten ist so hoch wie nie und die Polizei muss immer mehr gewalttätige rechte Straftäter festnehmen.


Diesen Eindruck unterstreicht die ZEIT mit einem Diagramm, in dem scheinbar rechte und linke politisch motivierte Kriminalität verglichen werden. Ähnliche Diagramme setzen die öffentlich-rechtlichen Sender ein. In Wahrheit handelt es sich bei 53 % der rechts motivierten Kriminalität um Propagandadelikte, die ein Linker gar nicht begehen kann:

So ist es nach unseren Gesetzen strafbar, den Holocaust zu leugnen. Es ist aber nicht strafbar, die Verbrechen des Stalinismus zu leugnen, der ebenfalls Millionen Menschen getötet hat. Ähnlich verhält es sich mit den Symbolen des NS-Regimes und den Symbolen der kommunistischen oder stalinistischen Diktaturen.

Es ist außerdem irreführend, Propagandadelikte und Gewaltstraftaten in einem Diagramm gemeinsam aufzuführen. Ein Hakenkreuz an der Wand ist unerträglich – aber man kann es meist schnell entfernen. Dagegen haben Gewaltstraftaten gravierende Folgen für das Opfer: Schmerz, bleibende Narben, Traumatisierung, Verdienstausfall.


Was ist also in der Statistik der politisch motivierten Verbrechen tatsächlich vergleichbar? Vergleichbar ist die Anwendung von Gewalt gegen Menschen. Dazu schreibt die ZEIT an prominenter Stelle des Artikels folgende Sätze:

Besorgniserregend ist vor allem der Anstieg rechter Gewalttaten, die einen traurigen Rekordwert erreichten. Die Zahl stieg um mehr als 44 Prozent auf 1.485 Fälle.

In der Tat finden Sie die Zahl 1.485 in der Statistik wieder. Darunter steht aber eine andere Zahl (Klick auf die Tabelle vergrößert):

pmk_links_rechts

Ausriss: PMK 2015, Seite 3, Quelle: BMI.


Es gibt also tatsächlich mehr links motivierte Fälle von Gewaltkriminalität und deren Anstieg ist auch nicht wirklich gering. Die ZEIT lässt diese Tatsache nicht weg. Sie positioniert die Fakten aber viel weiter unten im Artikel und sie zieht bewusst keinen Vergleich.

Aber auch die von linken Gruppen verübte Gewalt stieg auf einen neuen Höchstwert. Die Polizei registriert hier eine Zunahme um 35 Prozent auf insgesamt 2.246 Delikte. Vor allem Polizisten und Rechtsextremisten seien das Ziel der Angriffe gewesen. Allein sieben versuchte Tötungsdelikte linker Extremisten gegen Polizisten zählt die Statistik.

Diese Angaben zur links motivierten Gewalt sind zudem auch noch unter der Zwischenüberschrift:

Zahl der Hasskommentare im Netz steigt um 176 Prozent

eingeordnet. Dort würde ich beim Querlesen sicher nicht nach Informationen über linksextreme Gewalttaten suchen. Die Information wird nicht weggelassen, aber sie wird bewusst weit von der rechtsextremen Gewalt positioniert, damit der Leser nicht den direkten Vergleich hat.


Insgesamt nimmt »rechts« im Artikel nicht nur einen weitaus größeren Raum ein als »links«. Der Artikel ist vom Beginn bis zum Ende so angelegt, dass »rechts« als bedrohlicher dargestellt wird. Zum einen wird der Anstieg rechter Delikte an mehreren Stellen prominent betont, bei den linken Delikten nur an einer ziemlich versteckten Stelle. Insgesamt werden folgende Methoden angewandt:

  1. die Reihung der Informationen
  2. unterschiedlich viel Raum für Informationen
  3. die grafische Visualisierung
  4. die Positionierung der Fakten
  5. der Verzicht auf den direkten Vergleich

Überzeugen Sie sich selbst und lesen Sie den ZEIT-Artikel. Ich bin sicher, dass ein Großteil der Leser eine halbe Stunde nach dem Lesen die rechte Kriminalität für doppelt so bedrohlich hält wie die linke. Indiz:

Der Artikel wurde mir mehrfach als Beleg für die viel höhere Bedeutung der rechten politischen Kriminalität angeboten. Dieser statistisch falsche Eindruck liegt erstens am Aufbau des Artikels und zweitens am Zeitmangel der meisten Leserinnen und Leser.


Deshalb ist es wichtig, die Statistik der politisch motivierten Kriminalität direkt zu lesen. Sie kann beim BMI heruntergeladen werden. Journalisten haben kein Monopol darauf! Journalisten sollten nicht die »Gatekeeper« sein, die uns solche wichtigen Informationen filtern. Wir müssen uns selbst ein Bild machen.


Ergänzung (27.05.2016): Ich habe die Aufteilung des Artikels in Farbe visualisiert. Legende:

  • Grau: Neutral
  • Rot: Straftaten Links
  • Braun: Straftaten Rechts
  • Schachbrett: irreführendes Diagramm


51 Antworten zu Die Statistik der politisch motivierten Straftaten lesen

  1. Interessant auch, daß die Zahlen zu Angriffen auf Asyl- bzw. Flüchtlingsunterkünfte so stark angestiegen sind. Gleichzeitig wird nicht benannt, daß die Anzahl der Unterkünfte um mehrere 100% gestiegen ist.

    Das verfälscht den Eindruck, den die durchaus korrekten Prozentwerte haben. Ohne den Kontext und Vergleichswerte kann man viele der Aussagen in der PKS gar nicht richtig beurteilen.

    • stefanolix sagt:

      Ich sehe da noch ein ganz anderes Problem. Polizei ist Ländersache und zählt nach entsprechenden Vorgaben des Bundeslandes. Also in Abwandlung des Zitats eines berühmten Aktivisten der Arbeiterbewegung: »Es kommt darauf an, wer die Straftaten zählt …«

      • Michael_DD sagt:

        FDJ-Hemd, Massenmord und Weltrevolution

        @Stefanlix, Ihrer Analyse der Auslegung der Statistik zu politisch motivierter Kriminalität (PMK) durch die Prantl-Prawda kann ich nur zustimmen.
        Einige Anmerkungen zu dieser Stelle :

        stefanolix :
        In Wahrheit handelt es sich bei 53 % der rechts motivierten Kriminalität um Propagandadelikte, die ein Linker gar nicht begehen kann:
        So ist es nach unseren Gesetzen strafbar, den Holocaust zu leugnen. Es ist aber nicht strafbar, die Verbrechen des Stalinismus zu leugnen, der ebenfalls Millionen Menschen getötet hat. Ähnlich verhält es sich mit den Symbolen des NS-Regimes und den Symbolen der kommunistischen oder stalinistischen Diktaturen.

        Die Bundesrepublik hat aus gutem Grund die Leugnung des Holocaust und Nazisymbolik verboten und ich halte das für richtig.
        Dagegen wird das Stören einer Gedenkveranstaltung zum Jahrestag des Mauerbaues als Geschmacklosigkeit bewertet, wenn man dabei ein FDJ-Hemd trägt.

        Prozess endet mit Freispruch
        FDJ-Hemd ist nicht verboten

        Das öffentliche Tragen eines Emblems der „Freien Deutschen Jugend“ (FDJ) bleibt für zwei Männer straffrei. Ein Berliner Amtsgericht sah zwar eine Geschmacklosigkeit in dem Auftreten der beiden Angeklagten am Rande einer Gedenkveranstaltung zum Tag des Mauerbaus. Doch seit 1990 falle einem bei den blauen Hemden mit dem Sonnen-Symbol nur die FDJ-Ost ein, sagte der Richter. Anders als die FDJ-West sei der frühere Staatsjugendverband der DDR aber nicht verboten. Daher wurden die Angeklagten freigesprochen.
        Zum Prozess gegen die 39 und 29 Jahre alten Männer war es gekommen, weil sich Teilnehmer der Veranstaltung am 13. August 2012 durch die Aktivisten gestört fühlten.

        Nun bin ich nicht dafür das Tragen dieses Hemdes zu verbieten, das Stören sollte bestraft werden. Sollen entsprechende Typen doch ruhig zeigen wess´ Geistes Kind sie sind.
        Mit der Leugnung der Verbrechen des Stalinismus gibt sich m.E. niemand ab. Schlimm sind die geduldeten Stalin-Verehrungen in Rußland und das Verschweigen der Verbrechen. Aber das müssen die Russen selbst aufarbeiten. Analoges gilt für Mao Tse Dong und China und für Vietnam. Nichts gegen gute Beziehungen zu diesen Ländern, aber muß ausgerechnet der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Lämmel dem Führer der Vietkong zu neuen Ehren verhelfen?!
        Ist das Unkenntnis oder Ar…kriecherei + bewusstes Wegsehen ?!
        Unkenntnis ist es nicht wenn die offizielle Türkei den Völkermord an den Armeniern leugnet, sondern hochproblematisch. Ich bin gespannt wie die Abstimmung zu einer entsprechenden Resolution im Bundestag im Juni ausgeht.
        Noch was zu kommunistischer Symbolik :
        Den Träger eines Ché Guevara-Tshirts habe ich mal gefragt warum er mit dem Bild eines Massenmörders auf der Brust rumläuft. Die Reaktion war geprägt von Propaganda und Unwissenheit. Das ist dann schon bedenklich.
        Aber – da läuft ein Hans-Jürgen Westphal mit der Sowjet-Fahne in Dresden auf der Prager Straße umher und kämpft für den Weltfrieden und die zugehörige Revolution.
        Wer wollte das unter Strafe stellen ?!

      • Das kenne ich nur zu gut. Ich habe mal polizeiliche Fall-Erfassungsbögen aus unterschiedlichen Bundesländern gesehen. Die differieren teilweise stark.

      • stefanolix sagt:

        Allerdings verengt der ZEIT-Artikel und folglich auch mein Artikel den Blick auf das Gesamtbild. Da muss ich selbstkritisch sagen: Ich hätte vorher darauf kommen müssen.

        Wir sehen hier nämlich »nur« die politisch motivierte Gewalt. Wir müssten diese Fälle eigentlich ins Gesamtbild der Gewalt einordnen.

        Linke und rechte Extremisten haben 2015 insgesamt 3.731 Fälle von Körperverletzung begangen. Es gab 2015 in Deutschland aber insgesamt etwa 127.000 Fälle gefährlicher oder schwerer Körperverletzung.

        Also wurden überhaupt nur knapp 3 % aller schweren Körperverletzungen als links- oder rechtsextremistisch motiviert eingestuft.

  2. Felix sagt:

    „Die Zahl der durch PMK-Gewalttaten körperlich verletzten Personen ist um 24,3% (2015: 2.561, 2014: 2.059) angestiegen. 37,7 % der Opfer wurden durch links- , 45,0% durch rechtsmotivierte Gewalt verletzt. 10,2 % der Verletzten entfielen
    auf den Bereich PMK-Ausländer und 6,9 % auf den Bereich PMK-sonstige.“

    • stefanolix sagt:

      Ja, auch das gehört dazu. Heute Abend mehr, ich muss gerade mal zur Arbeit.

    • stefanolix sagt:

      Hallo Felix, bisher bin ich davon ausgegangen, dass das BMI in der PMK-Statistik bestimmte Kategorien festlegt, die Daten einheitlich erfasst, und dann die erfassten Fälle veröffentlicht. Am Beispiel Körperverletzung: Es werden etwa gleichartige Körperverletzungen in PMK-Links, PMK-Rechts, PMK-Ausländer eingeteilt. Nur auf dieser Grundlage habe ich die Zahlen in den Tabellen verglichen.

      Nun kann man eine Körpererletzung recht gut definieren, aber wie ist es mit der Zuordnung der Täter bzw. Tatverdächtigen?

      Ist z. B. ein islamistisch motivierter Anschlag arabischer Tatverdächtiger auf einen Rabbi in Berlin politisch oder religiös motiviert? Ist der Rabbi als (für die Täter mutmaßlicher) Vertreter Israels zum Opfer geworden oder als Geistlicher?

      http://www.bz-berlin.de/artikel-archiv/die-angst-des-rabbi-nach-der-attacke


      Anderer Fall: Ist eine Schlägerei zwischen zwei Gruppen auf dem Lande die traditionelle Maibaum-Folklore oder eine Rivalität zwischen Links und Rechts? Wird die traditionelle Schlägerei zwischen Dorfjugendlichen »politisiert«, weil ab 2015 jemand von der Pegida oder von der autonomen Linksjugend dabei ist?

      Oder ein drittes Beispiel: Das Hakenkreuz an einer Synagoge kann sowohl von Neonazis als auch von Islamisten oder palästinensischen »Aktivisten« kommen. Alles schon dagewesen. Wie werden ungeklärte Fälle eingestuft?


      Was mich also stutzig macht: Nach welchen Kriterien werden eigentlich die Fälle erfasst? Handhaben das alle Bundesländer gleich?

      Wie kommt es, dass die Zahl der PMK-Gewaltopfer nicht so stark zunimmt wie die Anzahl der Taten? Oder wie ist es zu erklären, dass es mehr Taten als Opfer gibt?


  3. Gerlinde sagt:

    ;-) – die entsprechend aussagekraeftige Stirn-Taetowierung nicht gesehen, Stefan?
    O.k.: Du darfst Deinen Schuh nach mir werfen f. diesen Bloedsinn, aber ich glaube des ‚bzgl. WIE wird eingestuft‘ gibt es noch in seeehr vielen (Sortier-) Faellen wundersame sich stellende Fragen ^^!

  4. Gerlinde sagt:

    Ich verstehe wirklich auch nicht, wie ‚links oder rechts‘ sich per persoenl. ‚Auto-Nr.‘ (?) sich wohl ergibt. Fraegt man MICH naemlich, wie ich mich selbst sortieren wuerde, so ergaebe dies ‚Gestreift‘ = etwas was als Sortier-Schublade gar nicht vorgesehen ist!
    Ist wohl ein wenig nach dem System:
    Geschichtsbuecher sind immer nur aus der entsprechend ‚gefaerbten‘ Sicht der damaligen Sieger geschrieben ?
    Heisst auf modern und noch aktueller Situation dann wohl: Farbe der regierenden Partei faerbt Sicht/Einsortierung ?

    Zumindest gibt’s juristisch wohl wenigstens einheitliche Sortier-Verfahren um die ‚Aktion/Taetigkeit‘ zu benennen/einzustufen, oder?

    LG, Gerlinde

    • stefanolix sagt:

      Die Körperverletzung kann man einstufen (z.B. Körperverletzung, schwere Körperverletzung, Versuch der Tötung). Nur bei der Motviation wird es schwer!

      Ergänzung: Ich stimme Dir zu. So wie die Sieger oder Übelebenden immer die Geschichte schreiben, dürften hier die Zuständigen Statistiken aufstellen. Es bleiben viele Unsicherheitsfaktoren, solange wir nichts Genaueres über die Grundsätze der Erfassung wissen. Ein ganz großer Unsicherheitsfaktor ist dabei die Vorgabe des jeweiligen Bundeslandes.

  5. Demonstrant sagt:

    „Zumindest gibt’s juristisch wohl wenigstens einheitliche Sortier-Verfahren um die ‚Aktion/Taetigkeit‘ zu benennen/einzustufen, oder?“

    Scheinbar nicht.
    Ich suche seit Jahren nach einem Anhaltspunkt, was die zählen.
    Rechtkräftige Urteile, Anzeigen, Gerüchte?

    Mehrere offizielle Dokumente habe ich gelesen und keine Antwort gefunden. Vielleicht hat das was mit meinen Defiziten im verstehenden Lesen zu tun, deshalb habe ich im Netz rumgefragt. Von ganz weit links bis ganz weit rechts, keiner konnte was dazu sagen.

    Kann vielleicht mal jemand bei unseren führenden GenossInnen nachfragen, was die zählen?
    Nicht dass ich zu faul wäre. Die Sache ist die, ich bin bei unseren Behörden nicht der Beliebteste. Die rollen schon mit den Augen, wenn die nur meinen Namen hören, so oft wie ich die schon mit Fragen gelöchert haben (später dazu mehr).
    Falls jemand seinen Nick ums Verrecken nicht mit dem Klarnamen verbunden sehen will, kann er ja die Antwort unter irgendeinem anderen Namen einstellen.

    OT

    De Maiziére kommt ja oft als staubstrockener Bürokrat rüber. Gestern habe ich bemerkt, dass dieser Eindruck falsch ist. Er ist ein Spaßvogel. Im Videotext war zu lesen:

    DE MAIZIÉRE FORDERT DEBATTE

    Schenkelklopfer

    • stefanolix sagt:

      Die Aktionen kann man relativ genau in Kategorien einordnen, das große Problem ist die Einordnung der Motivation.

      Einfach ist es bei großen Aktionen und Demonstrationen, wenn etwa die Linksautonomen eine Polizeiwache angreifen und ein Bekennerschreiben hinterlassen.

      Aber es gibt viele nicht so eindeutige Fälle.

      Beispiel: Wenn jemand ein Nazi-Symbol an die Wand sprüht, werden die meisten Leute sofort einen (Neo)Nazi als Urheber vermuten. Das ist aber nicht so einfach:

      1. gibt es Aktionen unter falscher Flagge
      2. kann es dem Erzeugen von Aufmerksamkeit dienen
      3. kann das Beschmieren der Wand der Verschleierung dienen
      4. gibt es z.B. Antisemitismus auch unter Migranten

      Sicher ist die Wahrscheinlichkeit immer noch am größten, dass ein Neonazi dahintersteckt. Aber bevor die Tat nicht aufgeklärt ist, dürfte man sie auch nicht eine der Kategorien einordnen.

      • Antifa sagt:

        Es gibt also tatsächlich mehr links motivierte Fälle von Gewaltkriminalität und deren Anstieg ist auch nicht wirklich gering.

        Wenn man den Zahlen des Bundesinnenministeriums glaubt, dann ist die Aussage durchaus korrekt, aber woher sie das BMI hat, bleibt mir zumindest völlig unklar. Gibt es irgendwo Belege für die sieben Tötungsdelikte an Polizisten, um mal eine kleine Vergleichsgruppe zu haben? (Straftat oder Verurteilung etc. pp.) bzw. gibt es in dem Bericht irgendwo ein Hinweis darauf, was von der Polizei überhaupt als Gewalttat erfasst wird?

        Aber es gibt viele nicht so eindeutige Fälle.

        Deswegen sind diese Zahlen auch (Propaganda)quark. Ich vermute die Veröffentlichung solcher Statistiken geht häufig einher mit einer Forderung nach mehr Polizei und mehr Überwachung.

        Aber bevor die Tat nicht aufgeklärt ist, dürfte man sie auch nicht eine der Kategorien einordnen.

        Nimmt man sich beispielsweise die Mordtaten des Nationalsozialistischen Untergrund als Maßstab, dann werden diese wahrscheinlich nie Bestandteil einer jährlichen Kriminalitätsstatistik über rechte Gewalt gewesen sein oder wurden sogar dem Bereich der Ausländerkriminalität zugeordnet.

      • stefanolix sagt:

        Es gibt momentan noch mehr Fragen als Antworten und es wird eine Weile dauern, bis wir klarer sehen. Es gibt aber auch keinen Hinweis darauf, dass die Statistik reiner »Propagandaquark« ist.

        In einem föderalen Land wie der Bundesrepublik muss man 16 Einzelstatistiken der Länder zusammenfassen. In den Ländern werden die Straftaten in Kategorien einsortiert. Bereits dabei kann es zu unterschiedlichen Bewertungen kommen. Man kann nur hoffen, dass die Unterschiede nicht zu groß sind.

        Ich bin sehr sicher, dass die damals unaufgeklärten NSU-Morde nicht unter »Ausländerkriminalität« in den Statistiken aufgetaucht sind, nur weil für eine Weile der falsche Ermittlungsansatz verfolgt wurde. Bevor man keinen Täter gefasst hat, kann man ein Verbrechen auch nicht zuordnen.


        Zur Forderung nach mehr Polizei: Wenn die Gesamtzahl der Gewalttaten insgesamt steigt [unabhängig von der Motivation!], ist es logisch, dass die Polizeistärke zumindest erhalten werden muss.

        Von einer Aufstockung kann nach dem Abbau der letzten 10 Jahre wohl kaum die Rede sein. Außerdem sind viele Polizisten krank bzw. traumatisiert, was nicht zuletzt mit der steigenden Anzahl gewalttätiger Angriffe zu tun hat. Eine Einstellung von einigen hundert Polizisten in Sachsen wird uns also nicht in den Polizeistaat führen.

      • stefanolix sagt:

        Erster interessanter Ansatz: In der PMK (siehe Seite 2) werden die Straftaten beim Beginn des Verfahrens eingeordnet. In der Quelle steht nicht, ob sie »umgeordnet« werden, wenn sich ein anderes Ermittlungsergebnis ergibt. Das ist ja schon mal sehr überraschend.

        In der PKS werden die Fälle erst am Ende des Verfahrens zugeordnet. Wenn man also abgeschlossene Fälle vergleichen will, müsste man in der PKS nachschauen. In der PKS werden aber politisch motivierte Straftaten gar nicht ausgewiesen.

        Sehr interessant. DAS liest man in keiner Zeitung. Danke fürs Nachfragen, ich habe wieder etwas gelernt.


        Ein interessantes Zitat aus der PKS:

        Politisch motivierte Kriminalität (PMK)
        Staatsschutzdelikte gem. §§ 80–83, 84–86a, 87–91, 94–100a, 102–104a, 105–108e, 109–109h, 129a–b, 234a und 241a StGB werden in der PKS nicht erfasst. Delikte der allgemeinen Kriminalität, die dem Definitionssystem politisch motivierte Kriminalität zuzuordnen sind, sind jedoch auch in der allgemeinen Polizeilichen Kriminalstatistik zu erfassen.

      • Antifa sagt:

        Von einer Aufstockung kann nach dem Abbau der letzten 10 Jahre wohl kaum die Rede sein.

        Das war eine Anpassung an demographische Entwicklungen und der Statistik nach mehr Beamtinnen und Beamte als bspw. Hessen oder NRW.

        Außerdem sind viele Polizisten krank bzw. traumatisiert, was nicht zuletzt mit der steigenden Anzahl gewalttätiger Angriffe zu tun hat.

        Wer sagt denn sowas? Hier steht, dass der Grund vor allem die hohe Arbeitsbelastung gerade für ältere Beamtinnen und Beamte ist.

        Zur Forderung nach mehr Polizei: Wenn die Gesamtzahl der Gewalttaten insgesamt steigt [unabhängig von der Motivation!], ist es logisch, dass die Polizeistärke zumindest erhalten werden muss.

        Die Kriminalität sinkt doch aber seit Jahren.

      • Antifa sagt:

        […] und der Statistik nach [arbeiten in Sachsen gemessen an der Bevölkerungszahl] mehr Beamtinnen und Beamte als bspw. Hessen oder NRW.

      • stefanolix sagt:

        Jein. Zum einen sagt die reine Anzahl der Mitarbeiter bei der Polizei noch nichts darüber aus, wie viele Polizistinnen und Polizisten wirklich für unsere Sicherheit da sind. Da kann es auch mehr oder weniger ausgebaute Bürokratien geben. Zum anderen haben wir aufgrund der Grenzlage und des Wohlstandsgefälles auch ein besonderes Problem mit Einbrüchen – frag mal die Leute in der Gegend von Zittau oder Görlitz oder auch Bautzen.

      • Antifa sagt:

        Zum einen sagt die reine Anzahl der Mitarbeiter bei der Polizei noch nichts darüber aus, wie viele Polizistinnen und Polizisten wirklich für unsere Sicherheit da sind. Da kann es auch mehr oder weniger ausgebaute Bürokratien geben. Zum anderen haben wir aufgrund der Grenzlage und des Wohlstandsgefälles auch ein besonderes Problem mit Einbrüchen – frag mal die Leute in der Gegend von Zittau oder Görlitz oder auch Bautzen.

        Ich behaupte, dass das in Sachsen von wem auch immer wahrgenommene(!) Sicherheitsdefizit in erster Linie strukturelle Ursachen hat. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass es selbst mit mehr Polizei, nicht weniger Diebstähle oder Einbrüche geben würde. Die von Dir angesprochene Grenzlage ist übrigens tatsächlich auch mit zusätzlichen Polizeikräften verbunden.

      • stefanolix sagt:

        Ich muss das jetzt wegen akuten Schlafmangels erst mal vertagen. Gute Nacht!

  6. Dirk sagt:

    „Bereich der Ausländerkriminalität zugeordnet“

    Wo kann ich nachlesen, wie viele Straftaten im Bereich der Ausländerkriminalität statistisch erfasst worden sind?

  7. Dirk sagt:

    Nett dass Du antwortest, Stefanolix.
    Doch ich habe die Frage an den Antifaschisten gerichtet. Mit Grund.
    Ich hätte nämlich gern erfahren, wie er zu der Behauptung kommt, dass diese unaufgeklärten Straftaten in der Statistik unter der nicht existenten Rubrik „Ausländerkriminalität“ auftauchen.

    In der von Dir verlinkten polizeilichen Kriminalstatistik gibt es diese Rubrik nicht. Ich wüsste auch nicht, dass irgendwo anders so eine Kategorie geführt wird.
    Und unter den Tatverdächtigen können die mutmaßlichen Täter nicht erfasst worden sein (unter welchem Geschlecht und Altersgruppe?), weil es keine Tatverdächtigen gab.

  8. Dirk sagt:

    „In der PMK (siehe Seite 2) werden die Straftaten beim Beginn des Verfahrens eingeordnet.“

    Danke für den Hinweis. Das erklärt natürlich einiges, insbesondere die absurd hohen Zahlen für die sagenhafte „Rechte Gewalt“ ®.

    Nehmen wir den Fall Mittweida.
    Da hatten pöse Nazis der couragierten Rebecca ein Hakenkreuz in die Haut geritzt.
    Da die Straftat beim Beginn des Verfahrens eingeordnet wurde, haben wir hier einen astreinen Fall von „Rechter Gewalt“ ®.
    Haben wir zwar nicht, am Ende wurde die Rebecca für das Vortäuschen einer Straftat verurteilt. Aber zum Glück interessiert das dann nicht mehr im Hinblick auf die Statistik.

    • stefanolix sagt:

      Ich kann das noch nicht verifizieren. Ich hoffe doch, dass es auch einen Weg gibt, solche Fälle wieder herauszunehmen.

      • Demonstrant sagt:

        “Ich hoffe doch, dass es auch einen Weg gibt, solche Fälle wieder herauszunehmen.

        Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt.
        Es gibt keinen Weg, solche Fälle rauszunehmen. Wie soll das gehen, wenn ein im Dezember unter „Rechte Gewalt“ eingeleitetes Ermittlungsverfahren drei Jahre später zum rechtskräftigen Freispruch führt?
        Gibt es dann eine Rückrufaktion?

        Zur Zählung und deren Seriosität ein Beispiel.

        Für den 19. Februar 2011 hatte die JLO, eine braune Trachtengruppe, in Dresden eine Demonstration angemeldet. Die Stadt hatte im Vorfeld dazu ein sog. „Trennungskonzept“ verfügt. Die Braunen sollen auf der altstädter Seite ihre Demo machen, die friedlichen Gegendemonstranten auf der neustädter. Dieses Trennungskonzept wurde auch vom Verwaltungsgericht bestätigt, womit die Diskussion beendet sein sollte.

        Was am besagten Tag abging, kann jeder in den Medien und Polizeiberichten nachlesen, deshalb hier nur Kurzfassung.

        Die gewalttätigen Rechten haben das gemacht, was die immer machen: Sie haben sich am behördlich festgelegten Platz getroffen, um dort ihre Aktion durchzuziehen.
        Die friedlichen Gegendemonstranten haben das gemacht, was die immer machen. Die haben die gerichtlich bestätigten Auflagen ignoriert, sind auf die altstädter Seite zum Platz der Rechten vorgedrungen und haben eine Gewaltorgie aufgeführt, die für ein normales Hirn unfassbar ist. Obwohl 6.000 Polizeibeamte für die Absicherung vor Ort waren, sind mussten die vor der exzessiven Gewalt der friedlichen Gegendemonstranten den Rückzug antreten. Am späten Nachmittag hat die Einsatzleitung den polizeilichen Notstand ausgerufen. Wer sich nur ein wenig mit den Sitten und Gebräuchen bei der Polizei auskennt weiß, dass die Polizeiführer das erst tun, wenn sie richtig in der Klemme sind.

        Die Medienberichte sind schon beeindruckend (beispielhaft DNN, besonders die Bildergalerie). Und die Mitteilungen des Polizeipräsidiums auch. So wurde von dort 13:00 Uhr gemeldet:
        „An mehreren Stellen haben tausende Gewalttäter die Absperrungen der Polizei durchbrochen, um in den zugewiesenen Veranstaltungsraum der Rechtsextremisten zu gelangen.

        Am Münchner Platz mussten Wasserwerfer und Schlagstöcke eingesetzt werden, um rund 1.000 Gewalttäter zurück zu halten. Auch am Strehlener Platz durchbrachen über 1.000 Personen die Absperrung.“

        Wie viele friedliche Gewalttäter dort waren, kann man mangels Unterlagen nicht genau sagen. Es müssen mindestens 10000 gewesen sein. Anders ist nicht zu erklären, warum 6.000 Polizisten (die mit entsprechendem Equipment ausgestattet waren) den Kürzeren gezogen haben.

        Und nun macht Euch mal den Spaß, den Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2011 anzuschauen.

        Zunächst hatte ich das Bundesinnenministerium gebeten, doch bitte Zahlen zu veröffentlichen, die nicht ganz so weit von der Realität entfernt sind. Als Antwort wurde mir mitgeteilt, dass einmal veröffentlichte Berichte grundsätzlich nicht korrigiert werden und dass die auch nur die von den Bundesländern übermittelten Daten zusammenfassen.

        Vom sächsischen Innenministerium wurde mir auf die entsprechende Anfrage geantwortet, dass die Zahlen stimmen. Es ist die spezielle Art der Zählung. Wenn 1.000 friedliche Gegendemonstranten eine Polizeisperre gewalttätig durchbrechen, erscheint das in der offiziellen Zählung als ein Widerstandsdelikt.

        Ich hoffe dass damit jedem klar ist, welche Wert die offizielle Statistik hat: gar keinen.
        Das ist nämlich keine Statistik in dem Sinne, was jeder Normale darunter versteht. Das ist allenfalls eine Zahlensammlung.

        Kann ja sein, dass die genauso absurd zählen würden, wenn 1.000 Rechte gewaltsam eine Polizeisperre durchbrechen. Nur tun die das eben nicht, weshalb die veröffentlichen Zahlen für eine Einschätzung der tatsächlichen Verhältnisse absolut ungeeignet sind.

      • stefanolix sagt:

        Dann wäre es eigentlich Aufgabe der Presse, die Erfassungsmethoden und die Berichte zu hinterfragen. Ich habe mich auf die reinen Zahlen gestützt und ja – man kann nur hoffen, dass Links wie Rechts dieselben Erfassungsregeln gelten. 2011 ist ja leider kaum rechtsstaatlich aufgearbeitet worden. Ich strandete damals am Hauptbahnhof und erlebte die (verbal ausgetragenen) Hass-Duelle der beiden Seiten …

    • stefanolix sagt:

      PS: Die Ersteller der PKS geben ja selbst an, dass es gewisse Unsicherheiten gibt (etwa das Dunkelfeld). Wenn das schon in der globalen Statistik so ist, dann doch um so mehr in der speziellen …

      Aber Zahlen geben sie uns in großer Menge. Vielleicht findest Du hier noch etwas mehr Informationen zur Zusammensetzung der Tatverdächtigen?

      http://www.bka.de/DE/Publikationen/PolizeilicheKriminalstatistik/2015/2015Standardtabellen/pks2015StandardtabellenTatverdaechtigeUebersicht.html

      • Michael_DD sagt:

        Gewaltaufruf im ND – ist das PMK ?

        Antifa :
        Nimmt man sich beispielsweise die Mordtaten des Nationalsozialistischen Untergrund als Maßstab, dann werden diese wahrscheinlich nie Bestandteil einer jährlichen Kriminalitätsstatistik über rechte Gewalt gewesen sein oder wurden sogar dem Bereich der Ausländerkriminalität zugeordnet.

        Stefanolix :
        Erster interessanter Ansatz: In der PMK (siehe Seite 2) werden die Straftaten beim Beginn des Verfahrens eingeordnet …
        In der PKS werden die Fälle erst am Ende des Verfahrens zugeordnet. Wenn man also abgeschlossene Fälle vergleichen will, müsste man in der PKS nachschauen. In der PKS werden aber politisch motivierte Straftaten gar nicht ausgewiesen.
        Sehr interessant. DAS liest man in keiner Zeitung. Danke fürs Nachfragen, ich habe wieder etwas gelernt.

        Ich auch.
        Die scheußlichen Taten der NSU werden früher oder später in die Statistik aufgenommen.
        Wie ordnet man dieses ein :

        ND :
        Debatte: Gewalt gegen Nazis?
        Ein Kommentar des Antifaschisten und Buchautoren Horst Schöppner, der historisch zurückblickt und seine Gedanken in die aktuelle linke Debatte wirft, was wirksam gegen AfD und PEGIDA getan werden könnte. Sein Beitrag ist ein Auftakt zu einer Debatte.

        Der erwähnte Schöppner führt u.a. aus

        Schöppner :
        Jeder gesunde Nazi ist ein potenzieller Mörder. Ergo ist jeder tötungsunfähige Nazi für seine Hassobjekte eine Gefahr weniger. Das klingt seltsam, entspricht aber leider den Fakten. Für mein Buch »Antifa heißt Angriff« (Unrast-Verlag, 2015) habe ich zahlreiche Interviews geführt …

        Weiter

        Schöppner :
        Was wäre, wenn plötzlich einmal 1000 Antifas eine PEGIDA-Demo in Dresden stürmen würden?

        Jedes geschmierte Hakenkreuz resultiert in einen Punkt in der Statistik für PMK.
        Dieser mehr oder weniger verhüllte Gewaltaufruf im ND würde, multipliziert mit der Auflagenstärke der Zeitung, die PMK-Statistik bei den Propagandadelikten zurechtrücken.
        Fragen an Antifa :
        – Was meinen Sie dazu ?
        – Gehört das in eine Statistik ?
        – Fühlen Sie sich wohl mit Ihrem Nickname ?

        Gefunden habe ich diese ND-Ungeheuerlichkeit bei Journalistenwatch.

      • Demonstrant sagt:

        “Dann wäre es eigentlich Aufgabe der Presse, die Erfassungsmethoden und die Berichte zu hinterfragen.“

        Über die Qualität unserer Presse wurde schon in deinem letzten Beitrag diskutiert. Wobei „Qualität“ für die gleichgeschalteten Speichellecker und Presseerklärungsabschreiber eigentlich unpassend ist.
        Doch zuerst ist das eine selbstverständliche Pflicht der Ämter und Behörden, ihr Tun transparent darzustellen. Dafür werden die von uns bezahlt.

        “Hass-Duelle der beiden Seiten …“

        Ich kenne das von mir auch, dass ich bestimmte Dinge einfach so übernehme, weil es auf den ersten Blick passt. Auch den „beide Seiten“-Konstrukt habe ich jahrelang verwendet.
        Jetzt nicht mehr.
        Weil „beide Seiten“ die Realität verzerrt.

        Stell Dir mal vor:

        Es gab eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen einem friedlichen Einbrecher und einem gewalttätigen Hausherrn

        Oder noch härter:

        Im September 1939 gab es gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen polnischen schießwütigen Bewaffneten und disziplinierten deutschen Soldaten

        Diese grenzwertigen Beispiele um zu zeigen, dass man mit Äquidistanz die tatsächlichen Verhältnisse ganz gut verschleiern kann.

        Es gibt Platzhalter und es gibt Angreifer.

        Der Hausherr ist Platzhalter, der Einbrecher ist Angreifer. Der Angreifer ist schuld. Ohne sein schwerkriminelles Tun wäre es nämlich gar nicht zu Gewalt gekommen.

        Ich glaube gern, dass im September 1939 polnische Soldaten aus den getarnten Verteidigungsstellungen heraus das Feuer auf die Wehrmachtssoldaten eröffnet haben.
        Sind die polnischen Soldaten deshalb Mörder?

        Es gab am 19. Februar 2011 keine Duelle der „beiden Seiten“.
        Es gab in der Altstadt (offiziell war der JLO ein Areal in der Südvorstadt zugewiesen worden) Platzhalter und Angreifer. Das ist die Tatsache, egal wie sympathisch oder unsympathisch einem die Akteure sind.
        Platzhalter waren die Braunen, Angreifer waren friedlichen Gegendemonstranten.

      • stefanolix sagt:

        Das stimmt so nicht ganz. An diesem Tag gab es auch gewalttätige Angriffe der »rechten Autonomen« auf ein Wohnprojekt der Linksautonomen. Nur zur Abrundung des Bildes. Und zu einem Schreiduell gehören auch zwei Gruppen.

        Und generell ist es schon ein gegenseitiger Kampf: Die eine Seite überfällt die Wahlkreisbüros der Linkspartei, die andere Seite überfällt die entsprechenden Büros der AfD. False-Flag-Aktionen man ausgeklammert: Es gibt durchaus gegeneinander stehende Fronten.

        Auch mit Demonstrationsrecht ist eine Gruppe nicht alleiniger (zeitweiser) Eigentümer des Platzes. Das ist immer noch öffentlicher Raum. Es gab neben dem vorwiegend linksextremen Gewaltexzess nämlich auch friedliche Blockaden und gewaltfreie Proteste und die sind bis zu einem gewissen Punkt legitim (dann werden sie von der Polizei aufgelöst und als Ordnungswidrigkeit verfolgt).

      • Dirk sagt:

        “Dieser mehr oder weniger verhüllte Gewaltaufruf im ND würde, multipliziert mit der Auflagenstärke der Zeitung, die PMK-Statistik bei den Propagandadelikten zurechtrücken.

        Die LINKE allein wäre mir egal. Wenn es nur die wäre, könnte man sagen „so ist er eben, der linke Rand“.

        Schön wärs. Die anderen sind auch nicht anders als die LINKEN.

        Dieses Hohelied auf die linke Gewalt kommt nicht von der LINKEN, sondern vom links“liberalen“ Tagesspiegel.

        Oder lies mal diesen Bericht einer absurden „Diskussion“.
        Natürlich sind die Staatsanwälte, Richter und Professoren schlau genug, nicht direkt zur Gewalt aufzurufen. Der Tenor ist trotzdem der Selbe: Macht kaputt, was Euch kaputt macht!
        Das sieht man auch am Tun der Akteure.

        [Ein Satz gelöscht, bitte keine unbewiesenen Behauptungen in die Welt setzen.]

        Was zur Frage führt, wer verantwortlich ist für die Strafvereitelungsorgien. Die LINKE ist es in Sachsen auf jeden Fall nicht, die ist nicht in der Regierung. Verantwortlich sind CDU und SPD. Und so schließt sich der Kreis.

      • stefanolix sagt:

        Bitte immer auf der sachlichen Ebene diskutieren. Ich musste einen Satz herausnehmen, das war mir zu nahe am persönlichen Angriff.

      • Demonstrant sagt:

        Vom sächsischen Innenministerium wurde mir auf die entsprechende Anfrage geantwortet,

        Jetzt habe ich die Antwort aus dem SMI doch noch gefunden (Autor ist Referatsleiter Torsten Schulze). Sie lautet wörtlich:

        „Darüber hinaus ist anzumerken, dass sich nicht jede Straftat jeweils nur auf einen Straftäter bezieht. Nach den bundeseinheitlichen Verfahrensregeln zur Erhebung von Fallzahlen im Bereich der politisch motivierten Kriminalität ist eine Straftat ohne Rücksicht auf die Zahl der Geschädigten und unabhängig von der Zahl der Tatverdächtigen als ein Fall zu erfassen.

        Straftaten, die den Tatbestand des Landfriedensbruchs verwirklichen, sind bei einem unmittelbaren räumlichen Zusammenhang unabhängig von der Zahl der Tatverdächtigen ebenfalls nur als ein Fall zu zählen. Dabei kann sich der räumliche Zusammenhang z.B. auf einen Platz oder eine Straße nebst benachbarten Straßenzügen beziehen. “

        Das heißt,
        die offizielle Statistik mag nach diesen Kriterien richtig sein.
        Die Aussagekraft ist Null.

        Im Übrigen wird bei der Zählung der muslimischen Vorfälle in der Silvesternacht diese Methode analog verfahren.
        http://www.express.de/koeln/cdu-ist-empoert-statistik–wo-sind-sex-mob-anzeigen-hin–24912862

    • stefanolix sagt:

      Hallo Dirk, eine neue Erkenntnis zur Einordnung. Ich hatte nach dem Vandalismus am Wochenende in Berlin gefragt:

      • Dirk sagt:

        „zählt es als ein Fall“

        Vielen Dank.
        Scheinbar muss ich mir das auch mit dem Twittern angewöhnen. Als alter Reaktionär habe ich meine Anfragen bis jetzt immer per Briefpost geschickt.

        In Berlin arbeiten die also mit den gleichen Erfassungsmethoden wie in Sachsen. In den anderen Bundesländern wird es auch so sein, anders sind die absurd geringen Fallzahlen nicht zu erklären.
        Wenn man ein realistisches Bild haben will, muss man wohl die offiziell angegebene Zahl linker Straftaten mit Faktor der Größenordnung 10…100 multiplizieren.

        Meine Meinung. Antifa, was sagst Du dazu?

      • stefanolix sagt:

        Das Problem ist in der Tat die Vergleichbarkeit. Unter vier Augen sagen sie: es sind politische Statistiken, die eigentlich nicht zum Vergleichen gemacht sind. Das Spektrum der Gewalt ist ja auch noch mal ziemlich breit.

        Ergänzung: Die Straftaten, die zur politisch motivierten Gewalt zählen …

        • gefährlicher Eingriff in den Bahn- und Straßenverkehr
        • schwerer Landfriedensbruch
        • Körperverletzung bis hin zur versuchten Tötung
        • schwerer Raub
        • Brandstiftung
        • Sprengstoffdelikte
        • Gewalttätiger Widerstand gegen Polizisten
      • Dirk sagt:

        „gefährlicher Eingriff in den Bahn- und Straßenverkehr

        Nach meinen Recherchen gehen ALLE gemeingefährlichen Eingriffsdelikte auf der Konto der Bunten und Toleranten.
        Und KEIN Täter wird bestraft.

        Einschränkend muss ich sagen, dass meine Recherche nicht den Anspruch von Vollständigkeit und Wissenschaftlichkeit erhebt. Dazu habe ich keine Zeit, keine Lust und auch keine Vollmachten.
        Liest hier zufällig jemand mit, der sachkundig was dazu sagen kann?

  9. Jane sagt:

    Vorweg: Es ist überhaupt nichts einzuwenden gegen profunde Medienkritik, im Gegenteil. Denn natürlich sind die Medien nicht vollends objektiv oder neutral, wie alles, das menschgemacht ist. Aber ich habe häufig ein Problem mit der Art und Weise, wie dies hier in diesem Blog geschieht.
    Einerseits möchte Stefan den Medien anhand eines willkürlich ausgesuchten Beispiels „bewusste“ Manipulation der öffentlichen Meinung attestieren. Andererseits bedient er sich aber dazu derselben Methoden, die er im Artikel bei der Journaille moniert.
    So lässt auch Stefan gerne mal Wesentliches weg. Etwa, dass im Zeit-Artikel, der übrigens völlig zulässig einen Fokus wählt – und zwar auf rechtsmotivierte Straftaten – und zum Nachweis der in der Überschrift getätigten (wahren) Aussage: „Zahl rechter Straftaten so hoch wie nie“ die amtliche Kriminalstatistik heranzieht, gleich im Einleitungssatz – also an zweitprominentester Stelle nach der Überschrift – auf den exorbitanten Anstieg der politischen motivierten Straftaten insgesamt hingewiesen wird. Warum unterschlägt Stefan das? Nun, weil es nicht ins Konzept passt – das natürlich schon vor dem Schreiben (wie bei jedem Journalisten) fertig in der Schublade (oder besser: im Block) liegt. Stattdessen wird dann moniert, dass erst viel weiter unten auch auf linksextreme Straftaten eingegangen werde. Tatsächlich aber könnte der Einstieg in den Sachverhalt neutraler kaum erfolgen – indem der gesamte erste Absatz sich völlig neutral an der Gesamtentwicklung der politisch motivierten Straftaten abarbeitet. Anschließend geht es genauso neutral weiter mit dem Passus:

    „Während die Zahl der von Ausländern verübten politisch motivierten Straftaten deutlich sinkt, legt die Zahl der von Linken und vor allem von Rechten verübten Taten stark zu.“

    Erst danach geht es über ins Detail zu rechten (und linken) Straftaten.

    Zudem wirkt auch die Art und Weise, wie du deine Kritik versuchst zu untermauern, in meinen Augen wenig profund. Das wird schon an Formulierungen wie „die Leser“, „viele Leser“ oder – ums noch zu toppen – „die meisten Leser“ deutlich. Wer sind denn „viele Leser“, Stefan? Und hast du mal überprüft, wie viele von denen wirklich die von dir angenommenen Schlüsse aus der Text-Bild-Kombination gezogen hätten? Ich hätte diesen Schluss beim Lesen jedenfalls nicht gezogen, da der Fokus klar auf der Aussage liegt: rechte Straftaten so hoch wie nie. Und diese Aussage ist nach meinem Verständnis des Artikels und der Statistik völlig korrekt. Meines Erachtens nach wird hier viel, viel spekuliert und aus Sicht das Autors gemutmaßt – was im professionellen Journalismus ein No-Go wäre (was nicht heißt, dass es das nicht trotzdem gibt). Und am Ende bleibt bei mir (nicht bei allen, vielen oder den meisten) als Leser hängen: Die Medien manipulieren, lassen weg, verzerren. Und das alles ganz bewusst.

    • stefanolix sagt:

      Zuerst: Ich unterschlage überhaupt nichts. Jeder kann den oben verlinkten Artikel selbst lesen und anderer Meinung als ich sein. Ich habe aus dem Artikel zitiert, die komplette Wiedergabe ist nicht zulässig.

      Zweitens ist das ein Meinungsartikel, in dem ich Tatsachen zur Unterstützung meiner Meinung anführe. Jeder Leserin, jedem Leser steht es frei, anderer Meinung zu sein. Ich habe sogar ausdrücklich zum Lesen des vollständigen Artikels aufgefordert.

      Drittens sind natürlich alle Kritiken legitim, die den Stil und den Ton meines Artikels betreffen. Allerdings werde ich ihn deshalb nicht ändern ;-)


      Den Einwand, dass ich generell eine »bewusste Manipulation der öffentlichen Meinung« unterstellte, muss ich aber deutlich zurückweisen.

      Was ich kritisiere, ist die vom Autor bewusst so gewählte Struktur des Artikels, wodurch linke Gewalt in den Hintergrund gerückt wird. Der »Einstieg in den Sachverhalt« erfolgt mit dem Bild über dem Artikel und natürlich mit dem Titel.

      Der Autor des Artikels hatte hier nicht die Aufgabe, einen Kommentar zu schreiben. Er hatte die Aufgabe, so neutral und so informativ wie möglich über die PMK zu berichten.

      Wir sind uns offenbar darin einig, dass der Fokus des Artikels auf den rechten Straftaten liegt. Genau dort liegt er aber falsch, weil bei den besonders gravierenden Gewalttaten die Linken deutlich führen.

      Die Anzahl »rechter« Straftaten ist nur deshalb so hoch, weil totalitär-rechte Propaganda verfolgt wird und totalitär-linke Propaganda eben nicht. Wenn im Tropenhaus im Zoo zwei Elefanten, drei Löwen und 9.995 Fliegen gezählt werden, sind das zwar 10.000 Tiere, aber eben nicht wirklich gleiche Tiere …

      Journalistisch zu hinterfragen ist das gesamte Konzept der Erfassung aller politisch motivierten Straftaten (rechts wie links). Das wäre viel wichtiger als eine durch den Autor einseitig gewichtete Wiedergabe der PMK.

      • Jane sagt:

        Stefan, jeder kann sich auch die Kriminalstatistik anschauen und sich sein Bild machen. Trotzdem kreidest du den Medien an, dass sie die nicht nach deiner Auffassung ins richtige Licht rücken und nur (bewusst ausgesuchte) Teile daraus zitieren. Sorry, aber denselben Maßstab solltest du auch bei der selbst anlegen. Darum geht es ja gerade: Die Quelle ist in beiden Fällen für alle einsehbar (Artikel wie Kriminalstatistik). Aber dein Argument ist doch, wie die Schreiber dem Leser das Ganze auseinandersetzen. Also nix Verweis auf Originalquelle. Es kommt darauf an, wie DU drüber schreibst, was in DEINEM Text auftaucht (an Zitaten) und was nicht. Es ist genau dasselbe – und ich kann nicht erkennen, dass du deinen Artikel in irgendeiner Weise als persönliche Meinungsäußerung oder Kommentar gekennzeichnet hättest. Wer über solche Themen schreibt und anderen im Stile der profunden Analyse etwas attestieren bzw. nachweisen möchte, der sollte auch den Anspruch haben, „so neutral und so informativ wie möglich“ über den Sachverhalt zu schreiben. Stattdessen wimmelt es in deinem Text von Tatsachenbehauptungen und allgemeinen Formulieren wie „Sie“, „man“ usw. Und beim Leser hat solch ein Artikel ohnehin genau denselben Effekt wie ein Zeitungsartikel.
        Und natürlich hilft da auch kein Zurückrudern, Stefan: Wenn du schreibst:

        „Schauen wir uns den Artikel aus der ZEIT zur aktuellen Kriminalstatistik an. Bereits die Überschrift soll die Aufmerksamkeit der Leserinnen und Leser nach rechts richten:…“

        „Der Artikel ist vom Beginn bis zum Ende so angelegt, dass »rechts« als bedrohlicher dargestellt wird.“

        „Journalisten haben kein Monopol darauf! Journalisten sollten nicht die »Gatekeeper« sein, die uns solche wichtigen Informationen filtern.“ –

        sorry, aber dann schreit das nach dem Vorwurf, das „Journalisten“ die Informationen einseitig aufbereiten („filtern“) und damit die öffentliche Meinung manipulieren – und das – Zitat (hinter dem Zitat der Zwischenüberschrift) – „bewusst“. Da kannst du es dreimal zurückweisen – der Eindruck entsteht bei mir als Leser, und das ist wohl auch – und das unterstelle ich jetzt mal – auch durchaus so gewollt.

      • stefanolix sagt:

        Es geht zuerst mal um diesen speziellen Journalisten: den Autor des oben zitierten Artikels aus der ZEIT. Sein Artikel ist einseitig und es fehlen Hintergründe zur Erfassung der PMK/PKS-Straftaten. Wenn ich also über diesen Artikel schreibe, verallgemeinere ich überhaupt nichts. Bis dahin ist gar keine Aussage über Journalisten als Berufsgruppe enthalten.


        Im letzten Absatz mache ich den Journalisten ebenfalls keinen Vorwurf. Ich schreibe nur, dass sie keine Gatekeeper sein sollten und dass sie kein Monopol auf öffentlich verfügbare Informationen haben. Es ist als Aufforderung zu lesen, dass sich meine Leserinnen und Leser selbst ein Bild machen sollen.


        Die Artikel in meinem Blog sehe ich immer als persönliche Meinungsäußerung. Wie an Speakers‘ Corner – und dass jeder seine Meinung beitragen darf, ist eine große demokratische Errungenschaft.

      • Jane sagt:

        Wenn sein Artikel „einseitig“ ist, dann ist es deiner erst recht. Auch eine Meinungsäußerung muss bei den Tatsachen bleiben und kann nicht einfach die Hälfte weglassen, sonst wird sie eben unglaubwürdig und tendenziös.
        Es ist übrigens ziemlich unrealistisch, von einem Journalisten, der für ein breites Publikum (nicht nur für ‚Akademiker oder Kollegen) Themen aufbereiten soll, zu erwarten, dass er zur Kriminalstatistik eine wissenschaftliche Hintergrundanalyse verfasst. Du schreibst (oder mutmaßt vielmehr) viel über vermeintliches Leserverhalten. Wenn du dich wirklich mit wissenschaftlichen Erhebungen dazu beschäftige würdest, wüsstest du, dass genau SO WAS die meisten, durchschnittlich gebildeten bis älteren Zeitungsleser (Durchschnittsalter liegt bei allen Tageszeitungen zwischen 55 und 65 Jahren)
        abschreckt.
        Versteh das nicht falsch. Mir geht’s nicht darum, dich hier madig zu machen. Aber ich stolpere in deinem Blog eben immer wieder über diese Mischung aus belehrendem bis regelrecht verbissenem Ton, mit dem du meinst, anderen (insbesondere der schreibenden Zunft) Mangelhaftigkeit oder gar niedere Absichten nachzuweisen – ohne es wirklich zu tun. Dabei hättest du in Teilen nicht mal unrecht mit deiner Medienkritik. Ich selbst arbeite in dieser Branche – und bin weit davon entfernt, sie für fehllos zu halten. Aber sich ein Medium rauszugreifen und dann so darüber zu schreiben, dass beim Leser der Eindruck entsteht (oder bestätigt wird): Die schreiben (alle) nur die halbe Wahrheit – sorry, das halte ich nicht für redlich.
        Mag sein, dass du es mal wieder anders gemeint hast. Aber der Eindruck, der sich beim Leser bildet, zählt letztlich – wie du ja selbst so schön schreibst.
        Und natürlich ist die Erweiterung der Perspektive von dem betreffenden Journalisten der ZEIT auf „die Journalisten“, wie du es am Ende tust, eine Verallgemeinerung. Was denn sonst, wenn nicht das?

      • stefanolix sagt:

        1. Natürlich ist ein Artikel »einseitig«, der einen anderen Artikel kritisiert. Das liegt im Wesen der Kritik.

        2. Die Zielgruppe der ZEIT ist so hoch gebildet, dass sie eine komplexe Analyse durchaus verträgt. Die ZEIT ist ganz klar eine Zeitung des Bildungsbürgertums.

        3. Der Autor nimmt aber im Grunde nur die Pressemitteilung und die Pressekonferenz des BMI und gewichtet die Informationen gemäß seinen Vorstellungen (rechts in den Vordergrund, links in den Hintergrund). Eine eigene Leistung ist kaum zu erkennen.


        Ich habe noch nie in einer Zeitung gelesen, dass ein schwerer Landfriedensbruch mit vielen Verletzten und massiven Zerstörungen wie im Dezember in Leipzig als EIN einziges Ereignis in die Statistik eingeht.

        Gleichzeitig ist ein Anschlag mit illegalen Böllern und vergleichbar geringem Sachschaden nur EIN Ereignis.

        Das habe ich durch beharrliches Nachfragen bei der Polizei und bei Polizeigewerkschaftern herausgefunden. Die Statistik PMK addiert also Straftaten, die im Grunde gar nicht vergleichbar sind.

        Diese Information fehlt in allen Artikeln über die PMK 2015, die ich bisher zu lesen bekam. Stattdessen werden bei Rechten wie Linken Propagandadelikte mit Gewaltdelikten addiert, was grob irreführend ist.


        Ergänzung: Eine Erweiterung der Perspektive ist eine Erweiterung der Perspektive und eben gerade keine Verallgemeinerung auf alle Journalisten.

        In dem letzten Absatz wird nichts Böses über Journalisten gesagt. Dort steht nur, dass sie keine Gatekeeper für Informationen sein sollen. Ich will, dass sich mündige Leserinnen und Leser selbst ein Bild machen. Und ich will ihnen dabei helfen, die Statistik besser zu verstehen.

  10. Hein sagt:

    Vielleicht hat dies schon oben jemand geschrieben, dann zur Wiederholung: In Österreich werden Propagandadelikte immer dann der Rechten zugeschoben, wenn sie nicht eindeutig als nicht Rechts zu klassifizieren sind. Wenn Linke dem Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer ein Hitlerbärtchen anmalen, wird dies als rechtes Delikt erfasst.

  11. Dirk sagt:

    „Nein, das ist mir nicht bekannt gewesen. Haben Sie dafür eine gute Quelle?“

    Kleine Zeitung, 15. Mai 2016, Ärger mit Plakat-Vandalen:
    „Kurios ist freilich der Effekt, den die angezeigten Schmierereien auf die Kriminalstatistik haben. Denn aufgesprühte Hakenkreuze und Hitlerbärtchen zählen für die Statistik als rechtsextrem motivierte Delikte, wie der stellvertretende Landespolizeidirektor Alexander Gaisch bestätigt: „Es wird nach dem Verbotsgesetz vorgegangen“ – und zwar auch dann, wenn anzunehmen ist, dass eher linke Kreise am Werk waren.“

    http://www.kleinezeitung.at/steiermark/landespolitik/4988976/Hakelziehn_Aerger-mit-PlakatVandalen

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