Warum der Weihnachtsmann noch nicht gegendert wurde

Christian befasst sich im Blog »Alles Evolution« mit der Frage: Was hat Gendermainstreaming mit dem Weihnachtsmann zu tun? Warum gibt es keine Weihnachtsfrauenquote? Hier ist der Versuch einer pragmatischen Erklärung:

Als diese Tradition entstand, haben sich (vorwiegend) die Frauen um den Haushalt gekümmert und der Mann hat das Geld nach Hause gebracht. In bürgerlichen Haushalten hatte die Hausfrau Dienstboten oder Dienstleister, in den Haushalten der Arbeiter musste sie den größten Teil der Hausarbeit selbst erledigen. Manche Frauen haben für andere Haushalte genäht oder gewaschen.


Damals haben die berufstätigen Männer bis relativ nahe ans Fest gearbeitet, oft bis zum Nachmittag des 24. Dezember. Sie trafen zu Hause auf Frauen und Dienstboten, die aufgrund der hohen Ansprüche ans Fest unter großer Spannung standen. Schließlich musste man sich im Verlauf der Feiertage in der Kirche und in der Öffentlichkeit als glückliche Familie zeigen.

Also haben sich die Männer um den Weihnachtsbaum gekümmert und die Verteilung der Geschenke organisiert, damit die Frauen Ruhe für die Vorbereitung hatten ;-)

Außerdem war der Mann damals die (Amts)Autorität in der Familie. So lag es nahe, einen scheinbar allwissenden Mann mit Bart und tiefer Stimme auftreten zu lassen. Letztlich steckt im traditionellen Weihnachtsmann auch noch ein Stück Autorität der Kirche und der Schule: Er »weiß«, was die Kinder in der letzten Zeit getan haben, er gibt ihnen wertvolle moralische Hinweise, er nimmt ihnen Verse und Versprechen ab.


Damals muss es wohl oft zu Fehleinschätzungen gekommen sein. Die Kinder haben sich in der Zeit vor Weihnachten sehr viel Mühe gegeben, die Eltern haben vor allem in dieser Zeit genauer hingeschaut. Nicht ohne Grund wird ein spezieller Beurteilungsfehler bis heute als Nikolaus-Effekt bezeichnet: Der Vorgesetzte beobachtet den Mitarbeiter nur in einer kurzen Zeitspanne vor dem Jahresgespräch – im übertragenen Sinne also: in der kurzen Zeit vor Weihnachten.


Bleibt die Frage: Warum gibt es im Weihnachtsgeschäft keine Frauenquote? Warum gibt es keine Weinachtsfrauenbeauftragte? Eine erste Erklärung könnte lauten: Weil die radikalen Gender-Aktivist*Innen kaum einen Bezug zum klassischen Weihnachtsfest haben. Weihnachtsmann und Christkind sind ihnen fremd und gleichgültig.

Andererseits hat Weihnachten eine große Öffentlichkeitswirkung. Es ist also durchaus möglich, dass eines der nächsten Weihnachtsfeste mit Femen-Protesten, Mädchenmannschafts-Artikeln und einer Alice-Schwarzer-Kampagne bereichert wird …


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21 Responses to Warum der Weihnachtsmann noch nicht gegendert wurde

  1. derbaum sagt:

    ich fürchte du hast recht… irgendwann trete ich aus dieser welt aus….

  2. Wolf sagt:

    Bin gespannt, ob jemand (‚tschuldigung: jemensch) Deine Steilvorlage nutzt …

  3. QL sagt:

    Wenn Du als Christ, auch noch zur Weihnachtszeit, meinst Dich an denen abarbeiten zu müssen, die beim Kampf gegen Diskriminierung über Dein gestecktes Ziel hinausschiessen, dann sagt das einiges über Deine Fähigkeit zum Mitgefühl aus. Aber vielleicht sollte man da von frauenfeindlich erzogenen Gläubigen nicht allzuviel erwarten.

    • stefanolix sagt:

      Zu welcher Zeit sollte ich denn sonst über den Weihnachtsmann schreiben? Kurz vor Ostern? Oder am Neujahrstag?

      Ich bin in Wort und Tat dafür, dass Frauen und Männer in der Gesellschaft sowohl gleiche Rechte als auch gleiche Verantwortung und gleiche Pflichten haben. Fragen Sie meine Frau! ;-)


      Ich bin aber dezidiert dagegen, dass Berufsempörte täglich neue Diskriminierungen erfinden, sei es etwa Diskriminierung durch Jim-Knopf-Kostümierung oder durch Travestie-Kunst oder durch irgendwelche unerwünschten Blicke.

      Die Definitionsmacht über das Thema Diskriminierung darf nicht bei einigen selbsternannten »Aktivist*Innen« liegen, die mit dieser Masche vor allem für sich selbst einen leistungslosen Wohlstand bzw. Macht über andere Menschen erreichen wollen.

      Das Prinzip der Definitionsmacht ist ja inzwischen selbst in linken Kreisen stark umstritten, weil es so anfällig für Missbrauch ist …

      • QL sagt:

        Wenn Sie den Zusammenhang zwischen Weihnachtfest und dem Nachdenken darüber, was anderen Menschen an realem Unrecht und Ungleichheit widerfährt nicht sehen, tut es mir leid. Sie können gerne auch zu Ostern über Diskriminierung nachdenken, angedenk dessen, daß Ihr Herr Jesus für Ihre Sünden gestorben ist. Das passt in Ihrem speziellen Fall vielleicht auch besser.

        Lassen Sie Ihre Frau gerne einmal hier zu Wort kommen. Das Problem könnte sein, daß sie dann sieht, was Sie hier so schreiben.

        Man hatte als stiller Beobachter ja gedacht, Sie nutzen Ihre Blogpause zur Reflektion, leider kommt noch absonderlicher Quatsch raus als vorher. Quasi Berufsempörung..

        P.S. Ich bezweifle ernsthaft, daß Sie auch nur einen Feminsten oder eine Feministin kennen, oder woher nehmen Sie Ihre Definitionsmacht, diesen den Bezug zum Weihnachtsfest abzusprechen?! Fundiert, fundiert..

      • Dottore sagt:

        Lass es doch einfach bleiben, QL. Wir wissen, dass dieser angebliche „Kampf gegen Diskriminierung“, die von dir und deinesgleichen hinter jedem Busch nahezu verzweifelt gesucht wird, nur ein weiterer Versuch ist, Herrschaft auszuüben.

        Dieser Kampf erträgt anscheinend noch nicht einmal eine kleine Dresdner Gegenstimme, ohne dass ein Abschnittsbevollmächtigter aufschlägt, um den Querulanten mit Ad-Personam-Rhetorik in seine Schranken zu verweisen.

        Lächerlich.

      • Dottorando sagt:

        Lass es doch einfach bleiben, QL. Wir wissen, dass dieser angebliche „Kampf gegen Diskriminierung“, die von dir und deinesgleichen hinter jedem Busch nahezu verzweifelt gesucht wird, nur ein weiterer Versuch ist, Herrschaft auszuüben.

        Dieser Kampf erträgt anscheinend noch nicht einmal eine kleine Dresdner Gegenstimme, ohne dass ein Abschnittsbevollmächtigter aufschlägt, um den Querulanten mit Ad-Personam-Rhetorik in seine Schranken zu verweisen.

        Lächerlich.

      • stefanolix sagt:

        Werter »QL«,

        nun schauen Sie sich doch einfach meinen Artikel und meine Kommentare noch mal an. Ich spreche überhaupt niemandem den »Bezug zum Weihnachtsfest« ab. Weder explizit noch implizit.

        Meinetwegen können sich die Berufsempörten 2014 oder 2015 auch mit dem Gendern des Weinachtsfestes befassen – hoffentlich hört ihnen keiner dabei zu …

        Ich hatte mich doch in der Vergangenheit hoffentlich deutlich genug ausgedrückt: Ich lehne das Konzept der Definitionsmacht ab – folglich will ich in einer pluralistischen Welt auch keine solche Macht haben.

        Seien Sie versichert, dass ich meinen eigenen Bezug zu den christlichen Feiertagen finde – und dass ich mit Ihnen ganz sicher nicht darüber diskutieren werde.

        Herzliche Grüße
        Stefanolix

        .

        PS: Schaffen Sie sich erst mal eine richtige E-Mail-Adresse und einen richtigen Namen an.

      • stefanolix sagt:

        @Dottorando: Danke. Ich kenne »QL« nicht und ich weiß beim besten Willen nicht, warum er ausgerechnet heute hier aufgeschlagen ist. Unter diesem Namen hat er jedenfalls noch nie hier kommentiert …

    • QL sagt:

      „Weil die radikalen Gender-Aktivist*Innen kaum einen Bezug zum klassischen Weihnachtsfest haben.“ – Wenn ich Ihnen Ihren eigenen Blogbeitrag zitieren muss, hat die Diskussion wahrscheinlich wirklich keinen Sinn.

      Daß Ihnen mit der abnehmender Sinnhaftigkeit Ihrer Blogbeiträge wahrscheinlich auch die Bereitschaft abgeht, über diese zu diskuitieren, hätte mir vorher aufgehen können. Also erfreuen Sie sich an ihren Claqueuren,die Ihre Triggerworte wahrscheinlich genausowenig verstehen, wie Sie selbst. Man kann sich auch eines eingeschränkteren Daseins erfreuen, wenn man sein Hirn und sein Herz ausschaltet.

      • Dottorando sagt:

        Ach, QL, es mag vielleicht in deinen Kreisen üblich sein, „Feminist(in)“ eins zu eins in „radikale(r) Gender-Aktivist(in)“ zu übersetzen, aber der jämmerliche Versuch, diese Deutung auch hier durchzusetzen, lädt geradezu zu nachweihnachtlichem Mitleid ein.

        Und diese Einstellung, Leute, denen deine plumpe Anmache einfach nur auf den Keks geht, als „Claqueure“ von stefanolix zu bezeichnen – herrlich, was habe ich diesen Jargon seit der Wende der „ak“ und der Einstellung des „Schwarzen Kanals“ vermisst. Aber dann doch eben wieder traurig, dass das Altbekannte irgendwann nicht mehr anders kann, als die Maske fallen zu lassen.

        Glaubst du ernsthaft, du könntest mit Schlagworten wie „Triggerworte“, die doch nur einen Zweck haben, nämlich Andersdenkende mundtot zu machen, irgendeinen Eindruck schinden? Unter deinesgleichen vielleicht, aber die gehen mir und wahrscheinlich auch dem Hausherrn sowas am Allerwertesten vorbei, dass sich für dich vielleicht die Mitteilung an deine Kader lohnt, von weiteren Besuchen ihrer Abschnittsbevollmächtigten besser Abstand zu nehmen.

      • QL sagt:

        Your Honor, I rest my case.

      • stefanolix sagt:

        Schauen Sie, werter QL: Das kommt davon, wenn man die Dinge aus dem Zusammenhang reißt. Davor steht nämlich: »Eine erste Erklärung könnte lauten: «. Diese Hypothese kann (wie jede andere) verworfen oder bestätigt werden.

        Und jetzt wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie sich entweder mit einer richtigen E-Mail-Adresse und einem vernünftigen Namen vorstellen oder von hier verschwinden …

  4. QL sagt:

    Herr Stefano Lix (nur eine Hypothese, die man verwerfen kann) , mein Name ist Quan Lee und mit der Email-Adresse habe ich die Kommentare dieses Blogs abonniert, legitimer bekommen Sie es nicht.

    Aber ich bin auch nur sehr, sehr gering an einer Konversation interessiert, jetzt wo ich bemerke, dass man sich hier mit Leuten auseinandersetzen muss, deren Koordinatensystem 25 Jahre alt ist.

    • stefanolix sagt:

      Ihre E-Mail-Adresse ist ein Fake. Wenn Sie »nur sehr, sehr gering an einer Konversation interessiert« sind, dann gehen Sie doch einfach weg. Ich will keine weiteren Kommentare von Ihnen hier lesen. Hoffentlich war das jetzt deutlich genug.

      • Dottorando sagt:

        Dieses Inanspruchnehmen des Fortschritts für die eigene Sache durch „QL“ klingt wieder nur allzu bekannt. Tja, mancher, der behauptet, ein neues Liedchen zu pfeifen, folgt dann eben doch nur den von alten Komponisten gesetzten Noten.

      • stefanolix sagt:

        Die selbe Anmaßung klang einige Jahrzehnte früher so:

        »Denn wer kämpft für das Recht,
        der hat immer recht:
        Die Partei, die Partei, die Partei!
        « ;-)

  5. Sathiya sagt:

    Jesses.
    Keep cool, keep cool… (bezüglich der fraglich QuaLifizierten Kommentare eines Ewiggestrigen)

    Ein gegenderter Weihnachtsmann? ;-) gibt es doch längst – wenigstens in Schokoladenform. Als Hohlkörper – was über den tatsächlichen Gehalt an Inhalt einiges aussagen dürfte… *g* und das unabhängig vom äußerlich aufgemalten Bild.

    Wünsche Dir und Deiner Familie einen guten Rutsch ins neue Jahr!
    Schöne Grüße, Sathiya

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