Wer versagt vor der Pegida?

Als sich im Herbst 2014 die ersten #Pegida-Demonstranten in Dresden aufstellten, war die Medienwelt noch nicht in Ordnung. Die Lokalzeitungen berichteten kurz und sachlich, dass eine Demonstration gegen Extremismus und Salafismus stattgefunden habe.

Die Berichte waren mit einem Foto des Banners der #Pegida illustriert. Darauf werden die Symbole für Nationalsozialismus, Kommunismus, militante Linksautonome und militante Islamisten in einen symbolischen Mülleimer versenkt.


Am Ende des Jahres 2014 tragen die Demonstranten immer noch das gleiche Banner. Aber heute ist die Medienwelt in Ordnung: Die laute Mehrheit der Journalisten verdient ihr Geld mit bewusstseinserweiternden Kommentaren. Es gibt allenfalls noch eine leise Minderheit von Journalisten, die sich differenziert mit den Fakten auseinandersetzt.

Symptomatisch für den Umgang der Medien mit #Pegida ist: Ein ausgewiesener Experte wie der SLPB-Chef Frank Richter wird (wenn es hoch kommt) mit wenigen einprägsamen und verständlichen Worten zitiert. Diese Worte werden dann umgehend in der großen Medienmaschine zermahlen, damit um Himmels willen niemand darüber nachdenken kann.

»Wir reden nicht mehr mit der Politik und den Medien«, schildert Frank Richter die Überzeugung der Dresdner Demonstranten, »ihr hört uns doch sowieso nicht zu.« Er spricht vom »Tiefpunkt für unser politisches System«. Und genau an diesem Punkt müsste eigentlich die Analyse ansetzen.


Ich bin als Bürger dieser Stadt Dresden schon vor 1989 an Politik und Medien interessiert gewesen und bin es bis heute. Ich bin im Netz dafür bekannt, dass ich auch bis zur Schmerzgrenze differenziere. Ich wäre also der letzte, der den demokratischen Rechtsstaat und seine Medien pauschal in Frage stellen würde.

Und doch ist jetzt der Punkt erreicht, an dem ich mich frage, ob ein Teil der Elite dieses Landes die Menschen an der Basis überhaupt noch wahrnimmt. Ein Kommentar im Deutschlandfunk ist der Anlass, aber nicht die Ursache für diesen Artikel.


Peter Kapern beginnt seinen Kommentar im Deutschlandfunk damit, dass er eine Strohpuppe auf einen langen Stock steckt. Diese Strohpuppe ist der Internet-Troll und sie hat einen Namen: Uwe Ostertag, der seine 15 Minuten Ruhm kürzlich in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung bekommen hat. Und dann sagt Herr Kapern:

Für digitale Wutbürger wie ihn gibt es mittlerweile einen Fachbegriff. Die Netzgemeinde bezeichnet sie als Trolle. Sie haben die Medienlandschaft gehörig aufgemischt.

Zum einen zeigt der Ausdruck »mittlerweile«, dass Peter Kapern die letzten 20 Jahre wohl im Dornröschenschlaf verbracht hat. Zum anderen zeigt seine private Definition, dass er das Phänomen der Trolle nicht ansatzweise verstanden hat. Das will er auch gar nicht, denn er braucht die Trolle ja nur als Strohpuppen:

Was das mit den Pegida-Aufmärschen in Dresden zu tun hat? Eine ganze Menge. Nicht nur, dass man eine weitgehende Kongruenz der Positionen der Trolle und der Pegida-Demonstranten nachweisen kann. Sondern auch, dass der überschäumende Bürgerzorn derzeit jene zwei Systeme unserer Gesellschaft trifft, deren Aufgabe darin besteht, Meinungsbildung zu organisieren und Entscheidungsfindungen in unserer Gesellschaft zu ermöglichen. Nämlich die Medien und die Politik.

An diesem Absatz ist so viel falsch, dass man vor Verzweiflung aufschreien möchte. Es gibt im Netz kaum eine politische oder gesellschaftliche Richtung, die keine Trolle aufzuweisen hat. Folglich gibt es eine unglaubliche Vielzahl von »Positionen«, die durch Trolle ins Unkenntliche verzerrt werden.

Das Christentum wird durch ausgrenzende Trolle verzerrt: Ihre Kennzeichen sind Homophobie und die militante Ablehnung anderer Weltreligionen. Der Islam wird durch fundamentalistische Trolle zu einer Religion des Mordens verzerrt. Und auf der entgegengesetzten Seite jubeln religionsfeindliche Trolle über jede brennende Kirche, Moschee oder Synagoge.

Das konservative Nationalgefühl wird überall in Europa durch nationalchauvinistische Trolle verzerrt. Auch der linke Kollektivismus bleibt nicht verschont: Linksradikale Trolle verbreiten Gewaltandrohungen und rufen mit Hassparolen zur Selbstjustiz auf.


Da möchte man Peter Kapern schon die Frage stellen: Worin liegt nun die »weitgehende Kongruenz der Positionen der Trolle und der Pegida-Demonstranten«?

Wenn man die Entwicklung der #Pegida-Demonstrationen von Anfang an betrachtet, liegt eine ganz andere Vermutung nahe: #Pegida begann als eine Bewegung, mit der die Menschen von »unten« ihre Sorgen ansprechen wollten. Deshalb haben sie nämlich auf ihrem Banner die extremistischen Symbole in einen Mülleimer geworfen.

Nach den ersten Zeitungsberichten hat diese Demonstration konsequenterweise Trolle einer bestimmten Couleur angezogen, die eine Chance auf Beachtung gesehen haben. Jetzt dienen diese Trolle als Strohpuppen. Damit wird aber das ursprüngliche Anliegen nicht delegitimiert.


Es zeugt von der besonderen Arroganz eines Teils der Medien-Elite, wenn immer wieder auf den geringen Anteil der Muslime in Dresden oder auf den geringen Anteil der Salafisten in Sachsen verwiesen wird. Peter Kapern:

Was soll man machen, wenn in Dresden, wo weniger Ausländer als Pegida-Demonstranten leben, wenn in Sachsen, wo der Anteil der Muslime an der Bevölkerung bei etwa 0,1 Prozent liegt, auf offener Straße über eine drohende Zwangsislamisierung bramarbasiert wird?

Werter Peter Kapern: Auch die Dresdner sind in der Lage, sich über die Situation in anderen Großstädten dieses Landes zu informieren. Und die meisten Dresdner differenzieren sogar recht sauber zwischen der Religion des Islam und den militanten Extremisten im Namen des Islam. Dresden ist schon lange nicht mehr das »Tal der Ahnungslosen«.

Selbst wenn es in ganz Deutschland noch keinen einzigen Salafisten gäbe, würde ich mir Sorgen über die Ausbreitung des terroristischen IS und seiner Verbündeten machen. Sie gefährden die Welt, in der wir leben – ganz egal, in welchem Land sie ihre Verbrechen begehen.


Peter Kapern hat seinen Kommentar mit dem Tremolo des besseren Menschen gesprochen. Man möchte ihn unbedingt ein zweites, drittes und viertes Mal hören! Er hat aber in seinem Furor nicht verstanden, dass sein Kommentar nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems ist:

Weil er sich in arroganter Form über Menschen erhebt, die zwar das Wort »bramarbasieren« nicht kennen, aber in Sorge um unseren demokratischen Rechtsstaat sind. Weil er diesen Menschen die Differenzierung verweigert und stattdessen Strohpuppen abbrennt. Weil er in seinem Elfenbeinstudio nicht verstehen will, was die Menschen wirklich auf die Straße getrieben hat.


Wenn unser demokratischer Rechtsstaat immer stark genug wäre, um auf Extremismus, religiösen Fanatismus und die organisierte Bandenkriminalität zu reagieren, wäre #Pegida sofort gegenstandslos.

Viele Menschen lesen zwar nicht mehr Zeitung, aber sie wissen erstaunlich gut, dass gewalttätige Rechts- und Linksextremisten in Sachsen oft erst nach vielen Jahren verurteilt werden. Die Ermittlungen sind oft erfolglos und wenn jemand angeklagt wird, werden die Prozesse über Jahre verschleppt.

Man gewinnt den Eindruck, dass die Justiz auf beiden Augen sehschwach geworden ist und dass der Rechtsstaat die politisch motivierte Gewalt nicht im Griff hat. Das ist ausdrücklich auf rechte und linke Gewalt bezogen.

Im Februar 2011 wurden 100 Polizisten bei einem linksextremistischen Gewaltausbruch verletzt. Rechtsextremisten griffen am selben Tag ein linkes Wohnprojekt an. Bis heute gibt es aus beiden Lagern fast keine rechtskräftig verurteilten Täter.

Wo Gewalttäter de facto straffrei ausgehen, wird es aber zur Farce, gewaltlose Demonstranten wie Bodo Ramelow noch fast 5 Jahre nach der Blockade zu verfolgen, auch wenn Blockaden gegen Gesetze verstoßen. Es hat übrigens auch eine ganz eigene Ironie: Die stillschweigende Duldung gewaltfreier Blockaden hat dazu geführt, dass es 2012 bis 2014 rund um den 13. Februar deutlich weniger Gewalt gab und dass die Polizisten nicht in Lebensgefahr kamen.

Sachsens Ministerpräsident spricht so gern von der Unabhängigkeit der Justiz und der Ermittlungsbehörden. Unabhängigkeit ist ein schönes Ideal – viel wichtiger ist aber eine entsprechende personelle und materielle Ausstattung. Der Rechtsstaat muss wehrhaft und konsequent sein. Bei der Aufarbeitung der Vorfälle von 2010 und 2011 wird die Priorität falsch gesetzt. Das falsche Signal des Rechtsstaats ist: Wir verfolgen die Gewaltlosen und kriegen die Gewalttäter nicht zu fassen.

Wenn man mit Menschen aus Zittau an der äußersten östlichen Ecke Deutschlands spricht, kommt immer wieder die Sorge zum Ausdruck, ob der Rechtsstaat sie noch adäquat schützen kann. Diebstähle und Einbrüche nehmen dort ungeahnte Ausmaße an. Auch solche Menschen fahren nach Dresden – weil sie ihren Ängsten Ausdruck verleihen wollen.


Es ist nicht von der Hand zu weisen: Eine laute, trollende Minderheit hat die #Pegida-Bewegung weitgehend vereinnahmt. Man erkennt es an furchtbaren Kommentaren im Netz und an Äußerungen eines Teils der Demonstranten.

Die Mehrheit der Demonstranten redet montags mit niemandem. Doch wenn man den Leuten im ÖPNV zuhört, wird zweierlei klar: Sie kennen viel weniger Fremdwörter als Peter Kapern und sie können nicht druckreif sprechen. Aber sie machen sich differenziertere Gedanken und sie haben berechtigte Sorgen.


72 Antworten zu Wer versagt vor der Pegida?

  1. Tomas Gollas sagt:

    Lies deinen ersten Satz nochmal genau durch! War die Medienwelt im Herbst 2014 noch in Ordnung oder noch nicht in Ordnung? Wirklich fatal, solche Fehler! Darf nicht passieren!

  2. ein anderer Stefan sagt:

    Tja, die Medien texten nur noch das, was offenbar irgendwer vorgibt. Das ist keine Zensur, allenfalls Selbstzensur, oder auch Hörigkeit.

    Der Bürger fühlt sich von der Politik verraten und verkauft, als Arbeitnehmer von einer arroganten Elite nur noch als Kostenfaktor betrachtet und allein gelassen in seinem Versuch, ein vernünftiges Leben zu leben, was angesichts der Rahmenbedingungen zunehmend erschwert wird. Sichere Jobs mit ausreichendem Einkommen sind heute eine Gnade des Lehnsherren, also des Arbeitgebers. Für Prestigeprojekte und die „Bankenrettung“, die eigentlich eine Geldumverteilung von Steuergeldern in die Taschen der shareholder ist, ist jede Menge Geld da. Die Schulen und Straßen vor Ort verrotten, die Unis sind überfüllt, die Polizei völlig überlastet oder schon gleich nicht mehr vor Ort, die Justiz agiert fragwürdig und ist chronisch überlastet, vom Effekt der Justiz mal abgesehen. Der Staat betrachtet sich als heilige Instanz und den Bürger als potentielle Gefahr, weswegen eine permanente Überwachung gefragt ist. Internationale Abkommen werden geheim verhandelt, es dringen nur Stichworte nach außen, die noch mehr Angst machen (Chlorhühnchen, und wer es genauer verfolgt, für den sind die unsäglichen Schiedsgerichte das viel größere Übel). Die örtliche Verwaltung verschanzt sich aufgrund von Überlastung und Anfeindungen hinter juristischen Schutzmauern. Das Damoklesschwert von Hartz IV bei Jobverlust ist allgegenwärtig, das mit Menschenwürde nicht mehr viel zu tun hat.

    Kurzum: Die Menschen haben vielfältige Ängste und Sorgen, erleben aber, dass Politik, Verwaltung und Medien sich in ganz anderen Sphären bewegen und sie weitgehend ignorieren. Daher werden sie zu „Wutbürgern“ und gehen auf die Straße. Da erleben sie dann, dass sie gleich als Rechtsextreme abgestempelt werden. Na danke, da würde ich auch sagen: Ihr könnt mich mal.

  3. stefanolix sagt:

    Um das alles differenziert beantworten zu können, brauchte es ein Dutzend Artikel ;-)

    Ich glaube nicht an eine Verschwörung. Die Medien schenken immer denen Beachtung, die am lautesten brüllen. Das sind im Fall #Pegida wie im Fall ihrer Gegner die lautstarken Radikalen. Die anderen schweigen ja.

    Aufgrund der Trolle und der Kommentatoren auf #Pegida-nahen Seiten kommt es für mich überhaupt nicht in Frage, auch nur in die Nähe der Demos zu gehen. Ich höre aber denen zu, die keine Stimme haben bzw. nicht wahrgenommen werden.

    Der Deutschlandfunk-Kommentar ist deshalb aus meiner Sicht kein Resultat einer Verschwörung, sondern einfach nur arrogant vorgetragen, meinungsstark und faktenarm. Und damit trägt er zur Verschärfung des Problems bei.

  4. KurtE sagt:

    Darauf hatte ich schon gewartet. Unser tapferes Schneiderlein der Dresdner Politszene hat sich jetzt ebenfalls wieder mit einem offenen Brief an uns Dresdner gewandt. Warum hat das solange gedauert, Herr Prof. Dr. Donsbach? :-)

  5. ein anderer Stefan sagt:

    Nein, eine Verschwörung sehe ich da auch nicht. Nur den Unwillen, sich mit den Menschen vor Ort auseinanderzusetzen und diese ernst zu nehmen. Stattdessen gibt es eine allgemein akzeptierte Haltung zum Thema („sind alles Neonazis oder dumm“), und diese wird wiedergekäut. Dass die Presse damit Öl ins Feuer gießt, ist offenbar egal, hauptsache, die eigene Richtung stimmt.

    Diese arrogante Haltung, die schon Kohl hatte („wir lassen uns doch nicht von der Straße regieren“), ist ein großes Problem der Politik und der Presse, die anscheinend meinen, sie könnten es sich leisten, über die Menschen hinweg zu regieren und zu schreiben – und sich dann wundern, dass keiner mehr wählen geht und Zeitungen kauft.

    Ich vermute bei den pegida-Demos viele Leute, die diverse Themen haben, die sie aber nicht öffentlich positionieren können, und die nun Gefahr laufen, den Menschenfängern zum Opfer zu fallen. Wenn aber ein „rechter“ (wer definiert das eigentlich?) ein noch so wichtiges und richtiges Thema anspricht, wird es sofort als unberührbar eingestuft und totgeschwiegen. Ich denke auch, dass viele bei der pegida von diffusen Ängsten getrieben werden, denen man mit Verächtlichkeit denkbar schlecht begegnet, und denen man auch mit Fakten nur schwer entgegentreten kann.

    Die Gegendemonstration halte ich ehrlich gesagt für wenig hilfreich, weil so sicher kein Dialog zustandekommt. Die pegidas verweigern jetzt ja schon jegliches öffentliche Statement, weil sie davon ausgehen, dass alles so negativ wie möglich ausgelegt wird (was ja auch nicht ganz falsch ist). Das Schweigen hat meines Erachtens auch eine Symbolwirkung: Wir pegidas haben dem Rest der Gesellschaft nichts mehr zu sagen. Das ist eine höchst gefährliche Entwicklung, für die es bisher kein Rezept gibt. Wie oft im politischen Dialog wird das Problem erst geleugnet, dann kleingeredet, dann wird es personalisiert („die sind Schuld“) und die Personen werden bekämpft und diffamiert. Eine echte Antwort auf die Demonstrationen habe ich noch nicht gehört.

  6. Eine laute, trollende Minderheit hat die $-Bewegung weitgehend vereinnahmt.

    … woher kenne ich das nur? ;-)

  7. Paul sagt:

    Unabhängig von der Berichterstattung über Pegida, habe ich den Eindruck, dass unsere Medien ihren eigentlichen Auftrag, den Bürger zu informieren, nicht erfüllen.
    Die erzieherische Aufgabe steht im Vordergrund.
    Es werden Fakten benutzt und wenn die Wahrheit die zu vermittelnde Ideologie nicht stützt, wird sie verdreht.
    Dem Medienkonsumenten wird es unmöglich gemacht Tatsachen von Meinungen zu trennen, weil sie miteinander verwoben sind.
    Vorbei sind die Zeiten, wo normal über Vorkommnisse informiert wurde und diese in Kommentaren, die auch als solche gekennzeichnet wurden, eine Meinung zu den Sachverhalten veröffentlicht wird.
    Darin sehe ich ein großes Problem.
    Mich stört das gewaltig. Mit Meinungsfreiheit hat das nichts zu tun, sondern mit Bevormundung.

  8. Frank sagt:

    Zitat:

    Weil er sich in arroganter Form über Menschen erhebt, die zwar das Wort »bramarbasieren« nicht kennen, aber in Sorge um unseren demokratischen Rechtsstaat sind.

    Bist Du Dir sicher, dass die Pegida-Teilnehmer lediglich in Sorge um unseren demokratischen Rechtsstaat sind? Woher willst Du das wissen? Das Problem ist ja, dass man von denen keine Auskünfte bekommt, warum sie dahin gehen. Fast alle Interview-Versuche werden von denen abgeblockt oder von Ordnern verhindert, nur weil man Angst hat, die bösen Mainstream-Medien könnten etwas verdrehen oder kürzen. Dadurch sind sie aber selbst Schuld, wenn kein Dialog zustande kommt und die Gegenseite sich einen zu hohen Nazi-Anteil da hinein interpretiert.

    Ansonsten stimme ich Dir übrigens größtenteils zu.

    • stefanolix sagt:

      Man bekommt keine Auskunft, wenn sie dort gerade beim Demonstrieren sind. Man kann ihnen aber z. B. in der Straßenbahn zuhören, wenn sie dorthin fahren oder von dort kommen. Man redet doch auch mit Leuten, die Sympathie für diese Demos erkennen lassen.

      • Michael-DD sagt:

        Es gibt dieses Postionspapier der Pegida. Diese Forderungen bedeuten weit mehr als im Kürzel der Bewegung steht und auf welche diese Bewegung oft reduziert wird.

      • Paul sagt:

        Hallo Michael,
        vielen Dank für die Verlinkung des Positionspapiers.
        Jeden dieser 19 Punkte kann ich unterstützen.

        Leider ist nicht erkennbar, wer hinter diesem Papier steht. Pegida wäre gut beraten es zu autorisieren und dann allen Medienvertretern in die Hand zu geben, bzw. auf dieser Grundlage die Fragen der Journalisten zu beantworten.
        Deshalb ist dieses Papier für mich im Augenblick nur die Position eines Michael aus Dresden. Wer auch immer das ist. Welche Autorität hat er für Pegida etwas zu verkünden.

        Herzlich, Paul

      • Frank sagt:

        Dieses Positionspapier* könnte ich auch unterschreiben, bis auf folgende Punkte: Nr. 13 würde ich als Atheist strikt ablehnen, Nr. 15 ist im konkreten Fall nicht ganz so einfach und Nr. 17 ist auch falsch. Denn wenn uns die Gender-Mainstreaming-Sprachkultur genommen wird – worüber sollen wir uns künftig dann noch lustig machen? Okay, der letzte Punkt war nicht ganz ernst gemeint.

        (* Ich finde es ja immer witzig, dass man heute im Digitalzeitalter immer noch von „Papier“ spricht, obwohl es Dateien sind. Die EU möge bitte beschließen, dass man künftig „Positions-pdf“ sagt ;-) )

  9. Torsten sagt:

    „Und die meisten Dresdner differenzieren sogar recht sauber zwischen der Religion des Islam und den militanten Extremisten im Namen des Islam. Dresden ist schon lange nicht mehr das »Tal der Ahnungslosen«. „

    Spannend. Gibt es dazu einen Beleg?

  10. Christian sagt:

    Gut, wie du die Gesellschaftsprobleme zusammengefasst hast, im mittleren Teil des Artikels. Die Frage ist, wieso geht denn dagegen niemand auf die Straße? Wo versammeln sich die Bürger um gegen diese Probleme zu demonstrieren?
    Pegida hat damit doch gar nichts zu tun. Wenn diese „differenzierenden“ Bürger bei einer Veranstaltung mit offensichtlich rechten Tendenzen mitlaufen müssen sie auch damit leben abgestempelt zu werden.
    Wenn sie dieses Gedankengut nicht unterstützen dann dürfen sie dort nicht mitlaufen. Wenn sie die oben genannten Dinge kritisieren wäre es vielleicht längst Zeit für eine ganz neue eigene Veranstaltung.

  11. Muyserin sagt:

    Ich denke seit ein paar Tagen über Deine Medienschelte nach. Der DLF-Kommentar, geschenkt. Aber ansonsten sehe ich das ähnlich wie Christian.

    Wenn die Sorgen der „kleinen Leute“ (übrigens ein höchst problematischer, weil viel zu unkritisch-reflexhaft verwendeter, diffuser Begriff) ernst genommen werden sollen, warum dann mit der Islamisierung des Abendlandes jenes Problem als namensgebend wählen, das real das wahrscheinlich geringste ihrer Probleme darstellt?

    • ein anderer Stefan sagt:

      Weil die vermeintliche Islamisierung eine leicht zu erklärende Projektionsfläche ist. Durch die Barbarei der IS (die ohne „den Westen“ wohl nie entstanden wäre, und bei der man fragen sollte, woher sie Geld und Waffen kriegen – aber das führt hier zu weit) muss man niemandem mehr erklären, was mit Islamismus (oder wie immer man das nun nennt) gemeint ist. Und dann kann man leicht fragen „Das wollt ihr doch hier nicht?“ und darauf kann man nur mit Nein antworten.

      Die übrigen Themen, die die Menschen eigentlich wirklich bewegen sollten (meiner Meinung nach), sind in aller Regel nicht so leicht auf den Punkt zu bringen. Da ist es einfacher, den klassischen Sündenbock zu nehmen.

  12. Michael-DD sagt:

    Hallo Paul,

    vielleicht betrachten Sie mal die Anzeige im Eingabefeld ihres Browsers nachdem Sie Postionspapier angeklickt haben.

    Gruß
    Michael

    • stefanolix sagt:

      Pauls Frage ist schon berechtigt. Wer darf für #Pegida sprechen? Wer darf legitimierte Positionen ins Netz stellen? Wurden die Positionen von den Teilnehmern anerkannt?

      • Michael-DD sagt:

        Mehr als auf das Positionspapier und die Urheberschaft hinzuweisen kann ich nun wirklich nicht. PEGIDA ist lt. eigenem Bekunden ein e.V. i.G. mit Kontaktangabe.
        Vielleicht werden Sie dort Ihre Fragen los.

    • Peter Macheli sagt:

      Da fehlen zwei l (L) nach dem ersten i in Postionspapier.

    • Paul sagt:

      Hallo Michael,
      es wird immer rätselhafter.
      Wenn ich „Positionspapier“ bei Ihnen 13:10 anklicke, kommt das:
      >Diese Seite ist leider nicht verfügbar
      Entweder funktioniert der von dir angeklickte Link nicht oder die Seite wurde entfernt.<
      ?????

      Herzlich, Paul

      • Michael-DD sagt:

        Hier ist Klartext zum Kopieren :

        http://pegida.de/wp-content/uploads/2014/12/pegida-positionspapier.pdf

        Gruß
        Michael

      • Paul sagt:

        Tut mir leid Michael, das Ergebnis ist das gleiche:
        >Diese Seite ist leider nicht verfügbar
        Entweder funktioniert der von dir angeklickte Link nicht oder die Seite wurde entfernt.<
        ???????
        Kann es sein, dass jemand die Seite vernichtet hat?

        Herzlich, Paul

      • Paul sagt:

        Lieber Michael,
        es hat mir keine Ruhe gelassen.
        Habe eben „Pegida Positionspapier“ bei Google eingegeben.
        Das empfehle ich übrigens jedem, der sich mit dem Thema etwas tiefer gehend beschäftigen möchte. Der Spiegel, die FR und SZ sind voll mit polemischer Erziehungspropaganda.
        Die Freie Presse ist schon objektiver.
        Gefallen hat mir der Artikel von MEEDIA über die Sendung von Jauch. Habe die Sendung gesehen und miterlebt, wie Spahn (CDU) Lucke (AfD) „totgequatscht“ hat. Lucke kam überhaupt nicht zu Wort und konnte keinen Gedanken entwickeln, weil sofort, vom Moderator Jauch geduldet, dazwische geredet wurde. Jauch war als Moderator ein Totalausfall.
        http://meedia.de/2014/12/15/pegida-fans-staenkern-gegen-die-ard-jauchegrube-im-ersten/

        Übrigens, das Positionspapier von Pegida ist auch direkt über Google nicht aufrufbar. „Ein Hundsfott, wer Böses dabei denkt?“
        Für mich hat das etwas mit Meinungsfreiheit zu tun. Nein, ich glaube nicht, dass Pegida das Papier vom Netz genommen hat.

        Ja, es ist richtig, dass der Pegida-Initiator vorbestraft ist. Welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus für die Forderungen der Pegida ziehen?
        Ströbele ist ein ebenfalls rechtskräftig verurteilter Straftäter. Welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus auf seine Äußerungen als Politiker und die Partei Bündnis90/Die Grünen
        ziehen?

        Herzlich, Paul

      • stefanolix sagt:

        @Paul: Ich habe das kursiv gesetzte Wort korrigiert. Bitte frage per E-Mail nach, wenn Du dazu eine Frage hast.

  13. Michael-DD sagt:

    Strikte Ablehnung im Konjunktiv

    Frank ::
    Dieses Positionspapier* könnte ich auch unterschreiben, bis auf folgende Punkte: Nr. 13 würde ich als Atheist strikt ablehnen, …

    Postionspapier :
    13. PEGIDA ist FÜR die Erhaltung und den Schutz unserer christlich-jüdisch geprägten Abendlandkultur!

    Zu dieser christlich-jüdisch geprägten Abendlandkultur gehören auch Reformation, Renaissance. Die Industrielle Revolution basiert auf ihr. Das lehnen Sie ab ?!
    Und zu Ihr gehört der Glaube wie der Atheismus. Sie lehnen also Ihre eigene Überzeugung ab ?!
    Na ja, nicht ganz so schlimm, Sie schreiben ja im Konjunktiv.

    • Frank sagt:

      Was soll denn eine Abendlandkultur sein? Aber egal. Ich wäre dagegen, dass man eine Fixierung auf beliebige Religionen fordert, in diesem Fall eben Christentum und Judentum. Die industrielle Revolution basiert eher auf der Wissenschaft und der Aufklärung, als auf Dingen, die eher trotz Religion entstanden sind. Übrigens ist Ungläubigkeit keine Glaubensrichtung (Ja, ich weiß, ich habe das Wort Atheist verwendet, das ist für mich aber dasselbe ).

      Das ist aber ein absolutes Nebenthema, was mit dem Thema im Artikel gar nichts zu tun hat.

      • Michael-DD sagt:

        Das Wichtigste

        Kultur des Abendlandes klingt besser und sollte geläufig sein und man hat Vorstellungen was sich damit verbindet.
        Und ich habe mich schlecht ausgedrückt.
        „Und zu Ihr gehört der Glaube als auch der Atheismus“
        war gemeint.
        Ansonst haben Sie mit der Diskussion einzelner Punkte des Positionspapiers begonnen und an diesen kann man die PEGIDA festmachen.

        Die Wissenschaft ist trotz Religion entstanden !?? Eine Behauptung so steil wie falsch.
        An den ersten Universitäten Europas konnte man u.a. Physik, Mathematik und Medizin studieren. Die Kirche mischte sich nur ein wenn es um ihr Weltbild ging. Und das war bei Galilei m.W. das letzte Mal.
        Ansonst ist der Punkt 13 nicht der Wichtigste. Wenn die Forderungen der PEGIDA zu Asyl, schelle Bearbeitung der Anträge, Abschiebung, Zuwanderung, also die Punkte 4, 6, 8, 11 ordentlich umgesetzt würden, wäre schon viel gewonnen.
        Es kann nicht sein dass nicht anerkannte Flüchtlinge jahrelang in Deutschland leben und Plätze und Geldmittel binden welche dann für andere Flüchtlinge nicht zur Verfügung stehen.
        „Schon jetzt sind die Kommunen überfordert und der Bund hält sich heraus“ höre ich gerade auf Phönix.

        Man wirft der PEGIDA Rassismus und Fremdenfeindlichkeit vor. Eins kann man ihr nicht vorwerfen : Kriegshetze.
        Eine rasche militärische Lösung des Problems IS im Irak und Syrien würde die Flutung der Nachbarländer und Europas mit Kriegsflüchtlingen beenden.
        Insofern befaßt sich die PEGIDA auch nur mit den Folgen des Grundübels.
        Aber das werfe ich ihr nicht vor.

    • Frank sagt:

      Um vielleicht doch etwas beim Thema zu bleiben: Da die Seite von Pegida momentan nicht funktioniert, hier die 19 Positionen in der TAZ: http://www.taz.de/!151129/

      Leider mit unglaublich dummen Kommentaren, aber da sind wir wenigstens wieder beim Thema, wie die (oder zumindest einige) Medien vor Pegida versagen. Ich lese die TAZ ganz gern mal, aber das wirklich nur dumm, was sie hier abgeliefert hat.

      • stefanolix sagt:

        Es wird jetzt ganz langsam besser: Tagesthemen, MDR, F.A.Z., Welt und andere Medien berichten schon objektiver.

        Nur die Lokalredakteure der »Sächsischen Zeitung« sind heute so penetrant parteiisch – und das vor allem noch SO plump! – dass es mir beim Lesen die Fußnägel aufrollt.

      • Frank sagt:

        Die Sächs.Z. ist wirklich beeindruckend in dieser Hinsicht. Ich frage mich, wie die sich das noch leisten können? Denen müssen die letzten Abonnenten doch jetzt endgültig davon rennen? Naja, nicht mein Problem.

      • Paul sagt:

        Lieber Frank,
        vielen Dank für den Link zur TAZ.
        Wie kann man sich so besoffen noch an die Tastatur setzen? Oder war der Dschurnalist total bekifft?

        Das genau ist erzieherische Propagandapolemik.
        Sie erinnert mich an das ND in der DDR. Aber ganz so plump waren die doch nicht.
        Interessant, dass die TAZ die Kommentarmöglichkeit schnell geschlossen hat.
        Was für sie spricht ist, dass sie die letzten kritischen Kommentare noch zugelassen hat.
        Ein weiteres Verdienst: Der Originaltext des Positionspapiers ist wieder im Netz erreichbar. Mal sehen wie lange? Denn das haben sie sicher nicht gewollt.

        Nur leider sind wir der Frage welche Authentizität das Papier hat, nicht näher gekommen. PEGIDA täte gut daran sich eine Organisationsstruktur zu verschaffen und das Positionspapier zehntausendfach als Flugblatt „unter’s Volk“ bringen.

        Herzlich, Paul

      • stefanolix sagt:

        Auf der Facebook-Seite von Pegida ist ein »Foto« (wohl ein Screenshot) mit dem Positionspapier zu finden. Das kann man durch Klicken vergrößern und somit lesbar machen.

  14. Wer versagt vor der PEGIDA? Nun, ich würde sagen: Sie, mein Bester! Kein Wort über die kriminelle Vergangenheit und Gegenwart der Anführer, über die Beteiligung von Rassisten und Neonazis, über die Halbwahrheiten und Unsinnigkeiten in der Argumentation der PEGIDA? Stattdessen stimmen Sie ein in das weinerliche und paranoide Gejammer der Patrioten über die bösen Medien und die abgehobenen Politiker, die sich frech das Recht herausnehmen, ihre Meinung zu PEGIDA zu äußern. Wirklich, Sie tapferer Streiter für die bis zur Schmerzgrenze differenzierte Wahrheit, eines muss man Ihnen lassen: Sie legen sich geschickt immer nur mit Gegnern an, von denen ganz sicher keine Gefahr ausgeht.

    • Michael-DD sagt:

      Michael Bittner sagt:
      Kein Wort über die kriminelle Vergangenheit und Gegenwart der Anführer, …

      Nun, die von Bachmann ist in allen Blättern ausführlich dargelegt worden. Aber Sie können das weiter tun.
      Er hat seine Strafe abgesessen. Es soll auch linksgrüne Politiker mit krimineller Vergangenheit geben.
      Sie schreiben im Plural. Gibt es bei Pediga und ähnlichen Veranstaltungen in anderen Städten noch mehr davon? Oder wie wollen Sie diese delegitimieren?
      Und was die kriminelle Gegenwart betrifft : Gehen Sie hin und zeigen an !!

      Michael Bittner sagt:
      Kein Wort über … die Beteiligung von Rassisten und Neonazis, …

      Sie haben den Artikel offensichtlich nicht ganz gelesen oder haben Probleme mit dem verstehenden Lesen. Stefanolix befasst sich ausführlich mit unerwünschten Mitläufern, welche man nur schwer fern halten kann. Das schaffen ja nicht mal die rotlackierten Faschisten der Antifa mit ihrem Nazis-raus-Gebrülle.

      Michael Bittner sagt:
      …Sie legen sich geschickt immer nur mit Gegnern an, von denen ganz sicher keine Gefahr ausgeht.

      Wirklich ?

      Frank sagt:
      Auch der linke Kollektivismus bleibt nicht verschont: Linksradikale Trolle verbreiten Gewaltandrohungen und rufen mit Hassparolen zur Selbstjustiz auf.

      Hassparolen wie Deutschland verrecke, Deutschland ist Scheiße.

      Was sagt der Sohn der Arbeiterklasse dazu?

      • Michael-DD sagt:

        ´tschuldigung Frank. Es muß natürlich Stefanolix heißen. Kopierfehler.

      • KurtE sagt:

        :-) Der Genosse Bittner ist nicht nur Sohn der Arbeiterklasse. Er hat sich vom kapitalistischen System ein Studium an der TU Dresden finanzieren lassen. Dort wurde er dann am Lehrstuhl von Prof. Dr. Donsbach promoviert. Allerdings soll das tapfere Schneiderlein der Dresdner Politszene nicht der Doktorvater des Dr. Bittner gewesen sein.
        Deswegen dürfen wir uns nicht nur nicht über die, in seiner peer-group vielbeachteten, Analyse von Pegida auf seiner Homepage wundern, sondern auch nicht darüber, daß er mit Abweichlern, Klassenfeinden und Leugnern der wahren Meinung, wo immer er sie trifft, hart ins Gericht geht. :-)

    • stefanolix sagt:

      Bei der Pegida laufen 5% lautstarke rechte Berufsprovokateure mit. Sie trollen im Netz, sie verbreiten Hass und Schmutz. Das ist kein Geheimnis.

      Mein Artikel ist aber zu großen Teilen dem demokratischen Rechtsstaat gewidmet und daraus ergibt sich messerscharf die Selbstverständlichkeit: Ich lehne jede rechte und ausländerdiskriminierende Parole ab.

      Die 5% rechten Provokateure und Hooligans wird niemand umstimmen. Ich widme mich lieber den anderen 95%.


      „Ich habe mit Leuten gesprochen, die sagen, sie seien eigentlich Friedensaktivisten. Sie würden gegen die Nato kämpfen, gegen Kriegseinsätze. Es sind Leute von der Kirche dabei – es ist ein sehr buntes Spektrum auf der Pegida-Seite. Es ist sehr schwierig einzuschätzen, für welche Dinge sie stehen.“

      Wolfram Nagel, MDR-Reporter über Pegida-Demonstranten


      Deren Plakate in ihrer ganzen Vielfalt waren ja dann gestern auch im MDR und den Tagesthemen zu sehen.

      Mir persönlich sind Demonstrationen grundsätzlich fremd geworden und in einen so heterogenen Trupp würde ich mich sowieso niemals einreihen. Aber was die Pegida am Montag hier in Dresden gewaltfrei verkündet hat, ist von der grundgesetzlich garantierten Meinungsfreiheit abgedeckt und ich kann die Ängste verstehen.

      Menschen, die in Angst vor unwägbaren Entwicklungen leben, werden auch unsachlich, wenn man sie über Wochen als Nazis diffamiert. Das ist nicht schön anzusehen, aber es ist vor dem Grundgesetz dieses Landes legitim.

      A propos Gewaltfreiheit: Jede linke oder linksradikale Demonstration unter Beteiligung des Schwarzen Blocks richtet mehr Schaden als die Pegida an. Denken Sie an den Gewaltexzess der Linksextremisten im Jahr 2011.


      Als Fazit, lieber Herr Bittner: Wenn selbst die „Tagesthemen“ und der MDR schon zu einer differenzierten Berichterstattung übergehen, dann sollten Sie sich überlegen, ob Sie sich mit Ihrer Nazikeulengymnastik nicht lächerlich machen. Ich brauche keinen Vorturner, der mir sagt, an welcher Stelle ich das Fähnchen zu heben oder zu senken habe. Und die 95% bunten Demonstranten (siehe Einschätzung des MDR-Reporters) brauchen Ihre Hinweise ganz offensichtlich auch nicht.

  15. Torsten sagt:

    “Und die meisten Dresdner differenzieren sogar recht sauber zwischen der Religion des Islam und den militanten Extremisten im Namen des Islam. Dresden ist schon lange nicht mehr das »Tal der Ahnungslosen«.

    – Meine Einschätzung nach zwei gestrigen Gesprächen mit Leuten (einer davon ist leider mit mir verwandt), die sich aus meiner Sicht ausländerkritisch bis -feindlich äußerten, ist, dass diese ganz stark zwischen „uns“ und „denen da unten“ differenzieren. Scheinbar ist Dresden tatsächlich vom „Tal der Ahnungslosen“, zum „Tal der Wissenslosen“ aufgestiegen.

    • stefanolix sagt:

      Es gibt einen großen Unterschied zwischen der Einstellung gegenüber Ausländern und der Einstellung gegenüber dem (zahlenmäßig kleinen) militanten, extremistischen Teil des Islam.

      Man kann mit Ausländern prima klarkommen, aber die Entwicklung des islamistischen Terrors mit großer Sorge auch um unser Land verfolgen.

  16. Paul sagt:

    Habe heute Gabriel gehört, der davor warnte den Nazis in PEGIDA zu folgen.

    Gabriel, der den Kommunisten folgt, warnt davor, dass die Rechten den Nazis folgen?

    Im Fall der PEGIDA hat er m.E. die beliebte „Opferumkehr“ betrieben.
    So wie ich das mitbekommen habe, haben sich besorgte Bürger, die Proteste gegen die Ausländerpolitik der Regierung angemeldet haben, in PEGIDA zusammen gefunden.
    Können sie es verhindern, dass sich ihnen Nazis anschließen?
    Also nicht die Bürger folgen den Nazis, sondern umgekehrt, die Nazis folgen den Bürgern.
    Das passt natürlich Gabriel nicht in den Kram. Da werden dann mal schnell die Tatsachen verdreht, um erzieherische Polemik abzusondern.
    Gabriel und die Anderen, sollen sich was schämen und lieber in sich gehen und auf das Volk hören.

    Herzlich, Paul

  17. ein anderer Stefan sagt:

    Seit ich heute den Liveticker der SZ nachgelesen habe
    http://www.sz-online.de/nachrichten/tickerprotokoll-die-demonstrationen-in-dresden-2995474.html

    19:50 Zitat: „Beim Abbiegen von der Lingnerallee in die Grunaer Straße erschallen Sprechchöre aus dem Pegida-Zug: Die von Rechtsextremen häufig verwendete Parole „Frei, sozial und national!“ ist ebenso zu hören wie „Lügenpresse, auf die Fresse!“. Die Spitze der Pegida-Demonstration erreicht derweil die Gläserne Manufaktur. „,

    muss ich meine bisherige Haltung zur Pegida überdenken. Diese Parolen gehören meines Wissens in die rechtsextreme Ecke. Hier kann man sich nur klar davon distanzieren. Wer das nicht tut, muss damit leben, gleichfalls in diese Ecke gestellt zu werden. Was für mich auch ein Grund ist, bei der Gegendemo nicht mitzulaufen: Mit Antifa und MLPD möchte ich nicht assoziiert werden.

    • stefanolix sagt:

      Die Berichterstattung der SäZ ist heute klar tendenziös. Trotzdem glaube ich, dass es diese Parolen gegeben hat. Die erste Parole ist eindeutig der NPD bzw. anderen rechtsextremen Gruppen zugehörig und damit völlig inakzeptabel. Ich würde nicht mal in die Nähe eines solchen Zuges gehen.

      Während bei der Gegendemonstration vermutlich 5% Linksextremisten dabei sind, gibt es bei #Pegida 5% Rechtsextremisten. In beiden Fällen sehe ich einen Versuch der Vereinnahmung. Im Fall von #Pegida sagte Prof. Patzelt in den Tagesthemen sehr deutlich, dass die Mehrheit keine Rechtsextremen sind.

      Wenn ich das richtig gelesen habe, spricht man heute von 500 harten Rechtsextremen, die 15.000 #Pegida-Demonstranten unterwandert haben und vereinnahmen wollen. Also sogar weniger als 5%. Die sind sehr laut und sehr unangenehm und teilweise grundgesetzwidrig. Aber das sind die harten Linksextremen auf der anderen Seite auch.

      • ein anderer Stefan sagt:

        Ja. Für mich ist aber die Konsequenz, dass ich mich keiner der beiden Demos anschließen werde. Die Pegidas kommen für mich eh nicht in Frage, aber auch mit Linksextremisten möchte ich nichts zu tun haben.
        Die SZ habe ich heute nicht in der Hand gehabt. Was war da zu lesen?

      • stefanolix sagt:

        Man kann nur Distanz gegenüber beiden Seiten halten. Völlig klar.

        Im Lokalteil wurden drei Veranstaltungen sehr parteiisch beschrieben, es war einfach keine saubere Trennung von Meldung und Meinung.

      • ein anderer Stefan sagt:

        Ich weiss nicht, ob „man“ nur Distanz halten kann. Ich habe das für mich so entschieden und werde dabei bleiben, so lange Extremisten mitdemonstrieren. Das bedeutet effektiv, dass ich in diesem Zusammenhang nicht auf die Straße gehen werde. Ich gehe aber sowieso davon aus, dass Demo und Gegendemo nur zur Frontenbildung beitragen, aber keinerlei Fortschritt in Bezug auf die zugrundeliegenden Probleme und vor allem keinen Dialog bringen. Ich kann nicht als Politiker einerseits zum Dialog aufrufen, andererseits eine Gegendemo unterstützen. Das ist unglaubwürdig und trägt nicht dazu bei, die Situation zu entspannen.

  18. Klaus W. sagt:

    Lesetipp: „Ein kleines Lexikon über den Umgang mit abweichenden Meinungen“. (vielleicht haben’s eh schon Alle hier gelesen!)

  19. funkloch sagt:

    Wieso hatte ich von einem, der sich gern als Liberaler gibt und dennoch gern mal die Achse des Guten verlinkt, erwartet, dass er eine differenzierte Position zu Pegida einnimmt.

    Es ist doch das in solchen blogs wie diesem hier gepflegte Bild, was Pegida auf der Strasse zelebriert. „Denkverbote“, „Genderwahn“, linksdominierte Presse, „Gutmenschen“, … Das sind Vokabeln, die ich auf sezession, der Achse des Guten, der Blauen Narzisse, PI oder eben bei Stefanolix immer wieder um die Augen und Ohren gewischt bekomme.

    Ihr werdet damit klar kommen müssen, dass Ihr Schuld seid an dem, was gerade wieder wächst. Natürlich sind die Leute, die zu der Demo gehen keine Nazis. Aber sie nehmen Euer Geschwafel gern und gläubig auf und verwandeln es in Ressentiments gegen „die da oben“, gegen die „linksversifften Gutmenschen“, „Ökoterroristen“, die „System- und Lügenpresse“, …

    Für das sich logisch anschliessende Handeln reichen viel weniger, als die von Stefanolix in seiner selbstverliebten scheinbaren Präzision genannten 5% irgendwas-Extremisten. Dafür reichen ein paar Wenige oder eine/r. Und diese werden sich wieder, wie in Lichtenhagen, in Hoyerswerda, Lübeck, Dresden, … wähnen im Einklang mit dem „Volk“ zu sein.

    Für mich ist es die Wiederholung eines Albtraums. In Euer Blasiertheit richtet Ihr das Einzige zugrunde, was positiv für dieses Abendland steht, den Humanismus und die daraus abgeleitete Säkularisierung.

    • Denkverbote weil es jemanden geben kann, der das Gedachte von irgend jemanden für miese Zwecke ausgenutzt werden könnte? Das Nachdenken über das was geschieht ist also schon geistige Brandstiftung?

      Sauber, liebes funkloch. Haben Sie mal darüber nachgedacht, was das in letzter Konsequenz für die Meinungsfreiheit im Lande bedeutet. Dieser Art Argumentation ist nicht weit entfernt vom Vorwurf des Defätismus, weil die eigenen großen Ziele mit der man die Gesellschaft umgestalten will, gefährdet sind.

      Mir schauderts bei Ihren Gedanken, bin aber dennoch froh dass sie sie vortragen, weil sie klar machen, wo Liberalismus und Meinungsfreiheit nicht gewünscht ist.

      • stefanolix sagt:

        Funkloch und dieses Blog – das ist eine lange Geschichte. Ich will das nicht wieder aufwärmen. Ich lasse ihm natürlich die Freiheit, meine Artikel zu kritisieren – allerdings müsste dazu überhaupt Substanz her. Strohpuppen aufzustellen und billige Rhetorik abzubrennen zählt nicht ;-)

    • stefanolix sagt:

      Werter Funkloch von »Coloradio«: Die Vokabeln, die Sie in Ihrem zweiten Absatz anführen, kommen in meinem Artikel gar nicht vor. Mein Artikel ist in weiten Teilen ein Plädoyer für einen funktionierenden demokratischen Rechtsstaat.

      Warum betone ich das? Weil Sie mich auch mit Ihren gewagtesten Behauptungen nicht in die Nähe von Rechtsradikalen rücken können. Die »Achse des Guten« ist in jeder Hinsicht im Rahmen der demokratischen Presse. Mit den anderen Publikationen habe ich nicht den geringsten Kontakt, weder als Lesender noch als Zitierender oder Zustimmender.

      Meine Artikel geben für Ihre unterschwelligen Vorwürfe nichts her. Ich stehe mit beiden Füßen auf dem Boden des Grundgesetzes und ich sehe Gefahren für den demokratischen Rechtsstaat aus mehreren Richtungen.

      Ich will, dass der linke, der rechte und der religiöse Extremismus irgendwann endgültig im Mülleimer der Geschichte liegen. Das wird auf der einen Seite durch bessere Partizipation in der Demokratie und auf der anderen Seite durch konsequentere Verfolgung von Straftätern zu erreichen sein. Es wird Jahrzehnte dauern.


      Einerseits gibt es auf den Demonstrationen rechtsradikale Provokateure, die ihre Ideologie an die Menschen herantragen wollen. Außerdem ziehen die Demonstrationen (wenige) Trolle und Bekloppte an. Und wie wir seit kurzen wissen, gibt es auch verdeckte Aktionen (der provozierende RTL-Journalist wurde inzwischen gefeuert).

      Die große Menge ist aber weder Troll noch Bekloppter noch Agent provokateur. Diese Mehrheit will sich einfach nur artikulieren und dazu hat sie jedes Recht. Das Bundesverfassungsgericht hat in einem völlig anderen Rahmen dazu sehr deutliche Worte gefunden:

      Erst recht ausgeschlossen sind Verbote zu dem Zweck, bestimmte Meinungsäußerungen allein deshalb zu unterbinden, weil sie von der Beklagten nicht geteilt, inhaltlich missbilligt oder wegen kritischer Aussagen gegenüber dem betreffenden Unternehmen als geschäftsschädigend beurteilt werden.

      Man kann von einfachen Menschen keine druckreifen Formulierungen verlangen, an denen niemand mehr etwas auszusetzen hat. Gesellschaftliche Konflikte werden nicht wie ein akademischer Diskurs ausgetragen. Deshalb im übertragenen Sinne noch ein weiteres Zitat aus dem Urteil des BVerfG:

      Ein vom Elend der Welt unbeschwertes Gemüt des Bürgers ist kein Belang, zu dessen Schutz der Staat Grundrechtspositionen einschränken darf (vgl. BVerfGE 102, 347). Unerheblich sind folglich Belästigungen Dritter, die darin liegen, dass diese mit ihnen unliebsamen Themen konfrontiert werden.

      Sie werden, werter Funkloch, also auch weiterhin zur Kenntnis nehmen müssen, dass sich Menschen in einer Weise artikulieren, die Ihnen nicht gefällt – und dass diese Menschen Sorgen ansprechen, die nicht die Ihren sind.

      Eine Gleichschaltung hatte wir in diesem Land schon in zwei Diktaturen, jetzt haben wir Meinungsfreiheit – und diese Meinungsfreiheit muss endlich wieder zur Teilhabe an der Gestaltung, Entwicklung und Absicherung unseres Landes dienen.

      Insbesondere hoffe ich, dass die Forderungen nach einem besseren Schutz vor Kriminalität in der Politik ankommen. Eine höhere Sicherheit der Grenzen wird durch bessere Zusammenarbeit mit den beiden anderen Partnern im Dreiländereck zu erreichen sein. Aber natürlich müssen Polizei, Gerichte und Staatsanwaltschaften auch besser ausgerüstet und ausgestattet werden. Rechte, linke und religiöse Extremisten müssen konsequent verfolgt werden.


      • funkloch sagt:

        ich glaub schon, dass hier oft genug von gesinnungsdiktatur (bspw. in bezug auf veggyday wenn ich mich recht entsinne) die rede ist. oder es werden bemühungen um eine gerechte sprache verhöhnt, wie nur wenige zeilen weiter oben. von gutmenschen ist auch ganz gern die rede. und klar wird geklagt, dass man in deutschland bestimmte sachen nicht sagen könne. bei bedarf kann ja jede/r das archiv hier bemühen und wird schnell fündig.

        es geht nicht darum, alles ihnen, herr stefanolix, in die schuhe zu schieben. es ist das hier waltende klima, welches ich nahezu 1:1 auf den demos der pegida und den kommentarspalten auf pegida.de wiederfinde. natürlich wird hier sprachlich eher das florett und da der knüppel bedient. aber im grund ist es das dauerhaft gleiche: „geht uns nicht mit euer moral auf den nerv!“. ich bleibe also dabei, dass hier ein unangenehmer geistiger humus gepflegt wird.

        ich habe im übrigen recht deutlich gemacht, dass ich die mehrheit (und ich füge hier an den hauptorganisator) nicht für nazis halte. insofern stelle ich sie foristen hier auch nicht in eine rechtsradikale ecke.

        mir geht es im meiner kritik nicht um die sorgen der leute, sondern um die unterstellten ursachenzusammenhänge und die gewählten artikulationsformen. kurz gesagt: „wir sind arm, weil wir zu viel abgeben. ein haufen leute kommen hier her, ohne dazu ein recht zu haben. das alles verdanken wir korrupten politikern und medien.“

        wer bringt die relation zwischen den 180mio für eine waldschlösschenbrücke und den 16mio für die neu bereitzustellenden unterkünfte. wer erklärt den menschen, dass ihr hartz iv nicht mehr wird vom abschieben der fremden. wer bringt den leuten bei, dass die berühmten 70% abgelehnter anträge zum grossen teil deswegen abgelehnt werden, weil der antrag korrekterweise in einem anderen eu-land zu stellen ist. wer macht deutlich, dass die ernennung von staaten zu sicheren drittstaaten, roma und homosexuelle die opfer von pogromen werden, alleine lässt.

        wer erklärt den menschen, dass rechtsstaatlichkeit eben auch verfahrensdauer und unschuldsvermutung mit sich bringt und dass das vielleicht das rettenswerte an dieser gesellschaft ist.

        ich verfolge die pegida demos von anfang an mit grosser aufmerksamkeit. die gesprochenen und geschriebenen worte, wie auch mehrfach durch anwesenheit das da herrschende klima.

        medien haben die aufgabe informationen zu vermitteln. mit bewertungen hält sich anständiger journalismus zurück oder macht sie kenntlich. das heisst nicht, dass medien einer volksverhetzung zusehen dürfen. und eine solche, dass meine beobachtung, ist im gange. da bin ich sogar mal ganz bei ihnen, herr stefanolix: für hetze ist es egal, ob mit welcher ideologie sie sich begründet. es wird dem zufall überlassen bleiben, ob das erste opfer ein „ausländer“, ein politiker oder ein reporter ist.

  20. funkloch sagt:

    ps: der verbesserte schutz vor kriminalität besteht bereits. es gibt zahlreiche grenzüberschreitende kooperationen der polizei. herr kroll, des linksradikalismus eher unverdächtiger polizeipräsident, sieht auch keine statistisch auffällige „ausländerkriminalität“, wenn man von straftatbeständen absieht, die man schlicht nur als „ausländer“ begehen kann, z.b. illegale einreise, bruch der residenzpflicht und/oder meldeauflagen.

    • stefanolix sagt:

      Und genau das ist falsch: Durch IS & Konsorten kommt eine neue Bedrohung, die es vorher eben nicht gab.

      Erstens die Mordanschläge auf Europäerinnen und Europäer, Jüdinnen und Juden innerhalb des EU-Gebiets. Zweitens die salafistischen Anschläge gegen die Polizei in NRW unter anderem mit Messern – da fehlte nicht viel bis zum Mord. Drittens die Beschaffungskriminalität, wie etwa hier im WDR dargestellt, der sicher der #Pegida-Sympathie eher fern steht:

      http://www1.wdr.de/studio/siegen/themadestages/salafistensiegen100.html

      Das können Sie nun alles ignorieren, aber bitte akzeptieren Sie, dass es Bürger gibt, die sich darüber Sorgen machen.

      • funkloch sagt:

        letztlich immer wieder hübsch, wie der herr stefanolix sich mit der scheinbaren beantwortung, hier am postscript, vor dem eigentlichen thema in die büsche schlägt.
        niemand, auch ich nicht, bezweifelt, dass der salafismus ein ernstes problem darstellt. mich bringst sogar zur befürwortung polizeilicher massnahmen.
        aber was hat das mit den illegalisierten einwanderern aus eu-ländern zu tun, die als roma ziemlich weit oben auf der favoritenliste der pegidas stehen.
        mir geht es aber, und dann bitte siehe oben, um die hier geübte geistige brunnenvergiftung. nein hetze ist durch das recht auf meinungsfreiheit nicht gedeckt.

      • stefanolix sagt:

        Werter Herr Funkloch: In meinen Artikeln gibt es keine »geistige Brunnenvergiftung«. Sie haben dafür auch nach Aufforderung keinen Beleg gebracht.

        Stattdessen haben Sie mich in Ihrem ersten Kommentar willkürlich mit irgendwelchen rechtsradikalen Publikationen in Verbindung gebracht, die ich niemals lese – was ich nur als üble Nachrede betrachten kann.

        Selbstverständlich kann man durch böswillige Interpretation jeden Text verzerren, aber diese Verzerrung steht dann eben für sich selbst. Deshalb gehe ich auf Ihre wolkigen Andeutungen auch nicht ein. Ich werde Sie nicht von Ihren Ansichten abbringen und ich werde Sie nicht von meinen tatsächlichen Absichten überzeugen können.

        In meinem oben stehenden Artikel steht keinerlei »Hetze« gegen Minderheiten oder Diskriminierung von Minderheiten. Ich lasse mir von #Pegida keine Themen aufzwingen und von Ihnen auch nicht.


        Wir sind ein Land, das jede Art des weltweiten Austauschs mit anderen Ländern braucht. Wer als Migrant durch seine Arbeit sich und unserem Land Nutzen bringt, ist hier selbstverständlich willkommen. Wer lange Zeit hier arbeitet, soll hier auch im Ruhestand die Früchte seiner Arbeit genießen.

        Wer vor einem Bürgerkrieg flieht, muss hier sicheres Obdach haben – und wir müssen durch humanitäre Hilfe in der Region für menschenwürdige Verhältnisse sorgen. Deutschland muss durch bessere Politik, besseres Wirtschaften und fairen Handel die Ursachen von Bürgerkriegen bekämpfen.

        Aber wer sich als Migrant in diesem Land nicht auf dem Boden des Grundgesetzes eingliedert, wer salafistische oder antisemitische Volksverhetzung betreibt, wer Verbrechen begeht oder anstiftet – der wird dieses Land verlassen müssen, so wie es Recht und Gesetz entspricht.

        Mein oben stehender Artikel trägt die Forderung nach einem konsequenten demokratischen Rechtsstaat. Das sollte Konsens aller Demokraten sein. An den linksextremen und rechtsextremen Rändern wird das natürlich nicht auf Gegenliebe stoßen …

      • funkloch sagt:

        nuja, ich hab grad nochmal alles, was unter politik rubriziert ist, durchgeblättert. da werden schon oft genug angebliche denkverbote und sprachgebote beklagt. gerne im zusammenhang mit der „bevormundungspartei“ xyz, oder dem lamento, dass alle links seien.
        wie gesagt, ich war oft genug bei den pegida demos und die leute sind echt keine nazis. sie sagen nur derber ein zeug, wie man es hier lesen kann. zu mehr habe ich auch keine lust mehr.

      • stefanolix sagt:

        Das ist von Ihren Vorwürfen der »Hetze« und »Brunnenvergiftung« übrig geblieben? Das ist von Ihrem Versuch übriggeblieben, mich mit rechten Ideologen zu assoziieren? Merken Sie eigentlich selbst noch, wie lächerlich dieses Vorgehen ist?


        Hier gibt es keine illegalen und auch keine illegitimen Aussagen. Selbst wenn ich die Energiewende oder bestimmte Maßnahmen der staatlichen Bürokratie mit ruhig gewählten Worten kritisiere, denke ich deren tatsächliches (offizielles) Ziel mit. Und wenn ich den Umgang mit statistischen Daten kritisiere, weiß ich, wovon ich rede.

        Wenn es eine Schnittmenge zwischen #Pegida- Demonstranten und meinem Blog gibt, dann kann diese Schnittmenge nicht gegen mich sprechen. Im übrigen ist es sehr wenig wahrscheinlich, dass die Demonstranten mein Blog lesen und noch unwahrscheinlicher, dass die Demonstranten mein Denken beeinflussen.

    • Demonstrant sagt:

      „herr kroll, des linksradikalismus eher unverdächtiger polizeipräsident, sieht auch keine statistisch auffällige “ausländerkriminalität”“

      Und Herr de Maiziére, eine des Linksradikalismus eher unverdächtiger (kleiner Scherz) Bundesminister sieht keine Islamisierung.

  21. Werwohlf sagt:

    sie sagen nur derber ein zeug, wie man es hier lesen kann

    Das „nur derber“ ist in Wirklichkeit der entscheidende Unterschied zwischen Kritik und Parolendreschen. Aber das begreift natürlich jemand nicht, der andere Meinungen generell nicht aushalten kann.

    • stefanolix sagt:

      Ich würde gar nicht einmal behaupten, dass die #Pegida-Demonstranten ausnahmslos Parolen dreschen. Es könnte durchaus sein, dass sich eine schweigende Mehrheit an die Parole »Schweigen ist Gold« hält – und zu ihrem eigenen Schutz gar nicht mehr mit der Presse spricht.

      Wenn ich den Aspekt der Aufregung und des Lampenfiebers mit einrechne, würde ich mich heute auf der Straße vor keine Kamera eines öffentlich-rechtlichen oder privaten Senders stellen. Vielleicht ist das auch eine Lehre aus der #heuteshow und ähnlichen Formaten mit ihren kalkulierten Bloßstellungen und Herabwürdigungen.

      Natürlich hören sich die »Lügenpresse!«-Rufe nicht schön an. Aber wenn man bilanziert, wie verzerrt viele Medien über #Pegida berichtet haben, wie sie bei vernünftigen O-Tönen sofort die Kamera und das Mikrofon abgeschaltet haben, wie sie die Menschen bloßgestellt und zu dummen Aussagen provoziert haben – dann kann man zwar nicht den Ausdruck billigen, aber den Unmut verstehen.

      Eine Bilanz vieler Begegnungen in den letzten beiden Jahren: Es ist heute eine Art Privileg, dass man sich Zeitungen kaufen kann und sie zu lesen vermag. Es ist eine Art Privileg, dass man Daten selbst recherchieren und sie vernünftig ins Verhältnis setzen kann. Es ist im gewissen Sinne auch ein Privileg, dass man die Zeit findet, seine Gedanken in einem Blog mit anderen zu teilen. Damit will ich auch in Zukunft verantwortungsbewusst umgehen.

      • Klaus W. sagt:

        Danke für das alte Jahr und bitte auch im neuen Jahr weiter so interessant bloggen.

        P.S. Ich entschuldige mich im Voraus bei einigen hier Anwesenden für meine etwas einfach „gewählten artikulationsformen“.

  22. Aus dem Heliand:

    »Den Römerleuten der Reiche größtes:
    Er hatt ihrem Heergeleit das Herz gestärkt,
    Daß sie Zins zu zahlen alle Völker zwangen.
    Von Romburg aus hatten sie das Reich gewonnen,
    Den Helm auf dem Haupte. Ihre Herzoge saßen
    In jeglichem Lande, der Leute gewaltend
    Über alle Reiche. Herodes war
    In Jerusalem über der Juden Volk
    Zum König gekoren: der Kaiser von Rom
    Hatt ihn dahin, der mächtige Herrscher,
    Mit dem Gesinde gesetzt, obwohl nicht gesippt
    Israels Abkommen, noch durch edle Geburt
    Ihrem Geschlecht entstammt: nur des Kaisers Bestimmung
    Von Romburg hatt ihm das Reich verliehen,
    Daß ihm gehorchten die Heldengeschlechter,
    Die kraftkundigen Nachkommen Israels,
    Unwankende Freunde, dieweil da waltete
    Herodes, des Reiches und Gerichtes pflegend
    Über die Leute.«
    http://gutenberg.spiegel.de/buch/der-heliand-4496/2

    Dieses Werk ist ja eine spezielle Arbeit um den Sachsen den neuen christlichen Glauben nahezubringen. Damit hatten die so ihre Probleme, also wurden Bilder verwendet, die zur Kultur der Sachen passte. Und schon hier in dem Beispiel zeigt sich, welchen Stellenwert die „Sippe“ hat. Herodes gehörte nicht dazu, er wird hier als Fremdherrscher beschrieben.

    Der Heliand ist ein Musterbeispiel für Inkulturation, und war mir schon zu Beginn der achziger Jahre bekannt und wurde in meinem Umkreis diskutiert. Heute weiß ich, dass wir damals viele Deutungen der Nazis übernommen hatten, die dieses Werk für ihre Zwecke missbrauchten. Das wussten wir aber nicht. Dass aber Sippen- und Stammenszugehörigkeit eine große Rolle bis in die Gegenwart spielte, das hatten wir schon damals begriffen.

    Für mich, der per Ausreiseantrag 1983 die DDR verlassen hat, ist diese nun aufkommende Diskussion über Pegida höchst interessant. Hatte ich doch immer angenommen, mein Grund warum ich meine Heimat verließ wäre im politischen System und der Unterdrückung in der DDR zu suchen. Das ist, so wird mir heute klar, aber wahrscheinlich nicht der einzige Grund. Ich konnte auch mit diesen Sippen- und Stammesbildern nicht viel anfangen. In »Mein Held, ein Knecht« schrieb ich noch:

    »Wahrscheinlich deshalb habe ich auch nie begriffen, was den eigentlich Nationalität mit Freiheit zu tun hat. Für den einzelnen kann das nämlich ganz große Unfreiheit bedeuten und sogar lebensbedrohlich sein.«
    http://glitzerwasser.blogspot.de/2014/03/mein-held-ein-knecht.html

    Vielleicht habe ich mich hier aber geirrt und meinte statt Nationalität eben diese Sippen und Stammeszugehörigkeit, die mit ihren kulturellen Befehlen mich in meiner Individualität störte?

    Ich werde noch viel darüber nachdenken müssen. Auch um zu begreifen, was jetzt geschieht und was das mit mir zu tun hat. Diejenigen mit den einfachen Antworten liegen sowieso meist falsch.

  23. Peter sagt:

    Was genau ist denn verzerrt an der Berichterstattung der Medien? Weil sie nicht sagen: Ach, die armen verbitterten Menschen, denen muss geholfen werden? Die haben ja 40+x Jahre soooo gelitten? Genau das machen Journalisten heute: Eine Haltung haben. Und zu Pegida gibt es nur eine Haltung.

    Sie waren doch nicht einmal dort, Herr Stefanolix, woher wissen Sie denn, was das für Menschen sind. Sie beziehen doch nicht etwa ihre Infos aus den Medien? Das ist doch ihrer Meinung nach verzerrt…. Ach nein, da kommen von Ihnen lieber ein paar geschätzte Zahlen hier, ein paar dort – gefährliches Halbwissen. Sie sagen, ja, da sind ein paar Nazis dabei, um das dann damit zu relativieren, dass ja auch bei der Gegendemo gewaltbereite Leute dabei sind. Das mag stimmen, aber so einfach ist die Welt nun wieder auch nicht. Was passiert denn, wenn das Ganze eskaliert, ist dann ihr Argument, Ja, es hat leider Verletzte gegeben, 5 linke und drei rechte Demonstranten sind nun Krüppel. Aber da das ja ungefähr gleiche Proportionen hat, ist es nicht schlimm?

    Nein – Sie haben mit diesem Beitrag nicht recht. Sie können gern zusehen, wie das Dresden, was wir kennen, von linken und rechten Demos öffentlich in aller Welt runtergemacht wird, ich werde das nicht tun.

    Und wenn Lutz Bachmann ein Ranking der Lügenpresse verliest, bei den NDR, Spiegel und SäZ die Top3 darstellen, dann ist das für jeden klar denkenden eher eine Auszeichnung dieser Sender/Blätter. Gerade die SäZ hat Bachmanns Vergangenheit doch erst öffentlich gemacht, ebenso wie das Gedankengut des Görlitzer Kaufhaus-Investors. Das ist richtig und gut so. Einen Dialog mit Pegida und den anderen aufrichtigen Deutschen wird es nie geben – oder sind Sie wirklich so naiv?

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