Neues von der Schillerlinde …

und leider kaum Gutes. In den letzten Monaten wurde dort mehrfach vandaliert. Die Rundbank um die Linde ist nun völlig zerstört und wurde letztlich entfernt. Die Tafel ist lädiert. Der Meister wusste es schon:

Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken,
Verderblich ist des Tigers Zahn,
Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
Das ist der Mensch in seinem Wahn.

[»Das Lied von der Glocke« von Friedrich Schiller]

Seit einigen Tagen ist die Linde anlässlich des Schulanfangs zum Zuckertütenbaum geworden. Bilder in aller Eile …


Schillerlinde im August 2010

Schillerlinde im August 2010.


Provisorisch wiederhergestellt: die Einfassung …

Provisorisch wiederhergestellt: die Einfassung …


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20 Responses to Neues von der Schillerlinde …

  1. Muyserin sagt:

    Ich frage mich gerade, warum man Stadtmöblierung nicht so konzipieren kann, dass sie Vandalismus stand hält. Damit will ich die Schuld nciht den Herstellern geben. Die liegt eindeutig bei denen, die hier ihr Mütlein kühlen mussten …

    • stefanolix sagt:

      Schwer zu sagen. Die Bank selbst machte schon einen soliden Eindruck. Aber die Verankerung im Boden hat eben nicht standgehalten. Die Randalierer müssen die Bank aus dem Untergrund herausgerissen haben. Der Schaden konnte dann nicht mehr repariert werden. Es ist wirklich traurig.

      • Frank sagt:

        Ich sehe gerade deinen Kommentar im Neustadtticker. Ich wollte nämlich gerade schreiben: Wenn die sympathischen Mitmenschen am Schillerplatz schon eine im Boden verankerte Bank klein gekriegt haben, dann bin ich ja schon gespannt, wie lange das Betonmesser stehen bleibt. Ich habe übrigens vorhin am Schillerplatz danach Ausschau gehalten und nichts gefunden – wo steht es denn?

      • Frank sagt:

        Nachtrag: Wenn da wirklich schon ausdrücklich dran geschrieben werden muss „nicht anlehnen“, dann ahne ich schon, wie es ausgehen wird. Eines Tages lehnt jemand sein Fahrrad daran und dann werden wir am Schillerplatz bald Überwachungskameras haben.

      • stefanolix sagt:

        Am Schillerplatz ist so ein bemaltes DREWAG-Häuschen. Daneben ist ein Geländer, an dem viele Fahrräder (auch Mietfahrräder) angelehnt sind. Zwischen Geländer und Häuschen auf dem (leicht abschüssigen) Fußweg steht die Stele.

        Ich habe auf dem Bau gelernt. Es wäre damals definitiv unzulässig gewesen, ein Betonfertigteil so auf der Baustelle herumstehen zu lassen. Auf dem Fußweg? Undenkbar!

      • Frank sagt:

        Dort? Da bin ich doch vorhin erst vorbei gekommen … na egal. Aber dort geht das doch echt nicht! Also wenn das Ding in einigen Tagen umgekippt da liegt, dann vermute ich heute schon mal, dass das keine Nazis waren, sondern stinknormale Leute, denen das einfach nur auf die Nerven ging. Wie lange soll das eigentlich da stehen?

      • stefanolix sagt:

        Jetzt sind alle »normalen Leute« schon durch die Meldungen in der Presse so stark sensibilisiert, dass sicher niemand daran rütteln wird. Aber darum ging es mir gar nicht unbedingt.

        Ich bin einfach (auch) durch meine Lehrzeit geprägt und da hat man mir beigebracht, dass man mit schweren Betonteilen nicht so umgeht. Wir haben mit 16/17 Jahren geübt, wie man Betonstützen mit dem Kran verlädt (wir waren natürlich nur Anschläger und nicht Kranführer). Da hat Sicherheit immer an erster Stelle gestanden.

      • Frank sagt:

        Dass alle Leute sensibilisiert sind, kann sein. Ich sehe aber auch den umgekehrten Effekt: Es wurde nun schon so oft in den Medien erwähnt, dass wieder Betonmesser umgekippt wurden, dass ich mir vorstellen kann, dass manche Jugendliche nun überhaupt erst auf die Idee kommen. Verbotene Dinge zu tun, macht doch gerade Spaß! Und wenn es einem so leicht gemacht wird, etwas zu tun, was am nächsten Tag garantiert in der Zeitung steht … Nach dem Kino noch fix ’ne Stele umkippen!

      • stefanolix sagt:

        Wenn aber in der selben Zeitung steht, dass die »SoKo Rechtsextremismus« in der Sache ermittelt?

        Ich gebe zu, dass ich mich nicht in Leute hineindenken kann, die Bänke aus dem Boden reißen und Betonstelen umwerfen. Solche Zerstörungswut konnte ich noch nie nachvollziehen.

  2. stefanolix sagt:

    Zum Nachtrag: Es ist ganz unten, ein paar Zentimeter über dem Boden, ein Schildchen angebracht. Da guckt niemand hin …

    Nachtrag: Vom Anlehnen wird es nicht gleich umfallen. Aber es ist überhaupt nicht im Boden gesichert. Als ich von den ersten Stelen las, fragte ich mich noch, wie die Randalierer die Verankerung aus dem Boden bekommen haben. Doch es gibt gar keine.

    Wenn man das so machen will, dann muss man eben in einem Umkreis von drei Metern eine Absperrung schaffen. Die könnte auch Teil der Installation sein. Aber so ist das einfach nicht zu Ende gedacht.

  3. Jane sagt:

    Irgendwie scheinen es die Leute in dieser Stadt mit Schiller nicht so zu haben – das Schiller-Denkmal am Albertplatz gleich nämlich eher einer Müllhalde bzw. einer Kloake denn einem Denkmal – den „schützenden“ Mauern ringsrum sei dank, schätze ich. Wahrscheinlich wissen die Übeltäter nicht einmal, wessen Andenken sie da beschmutzen.

    • stefanolix sagt:

      Die Randale auf dem Schillerplatz richtete sich (glaube ich) nicht gegen Schiller. Das Schild mit der Widmung ist ja am längsten stehengeblieben. Da man es an vielen Stellen sieht: warum richtet sich Randale so oft gegen Bänke? Auch in Parks sieht man das oft.

      • Jane sagt:

        Nur so eine (leicht sarkastische) Vermutung meinerseits, da die Parallelen ja schon erstaunen. Offenbar suchen sich die Vandalen gerne Reminiszenzen an Schiller zum Zumüllen und Randalieren aus.

    • Frank sagt:

      Könnte man als späte Rache der Dresdner auslegen, da Schiller sich über die Dresdner gar nicht so positiv geäußert hat. (Leider finde ich jetzt keinen link auf eine entsprechende Textpassage.)

      Allerdings wäre eine solche Auslegung freilich Unsinn, denn die Typen, die aus Blödheit ihren Müll da hinterlassen, wissen mit Sicherheit auch das nicht.

      • stefanolix sagt:

        Im Juni/Juli gab es auch auf dem rechtselbischen Radweg oft Müll von irgendwelchen Schnell-Grillen-und-alles-wegwerfen-Treffen. Das stank da vor sich hin, bis die Stadtreinigung kam. Ich würde solche Leute gleich zu 50 Stunden Aufräumen verdonnern.

      • Frank sagt:

        Da ich mal als Schüler so eine Strafarbeit für nur 2 oder 3 Stunden aufgebrummt bekam, weiß ich, dass das hilft. Allerdings eben nur bei Leuten, die man überhaupt erst einmal erwischt.

  4. Frank sagt:

    Bei Parkbänken ist es sicher erklärbar: Man sitzt mit der Clique (sagt man das heute eigentlich noch?) auf einer Parkbank, trinkt diverse Alkoholika, wird übermütig und fängt im Verlaufe des Abends an, auf der Bank herum zu hopsen. Irgendwann bricht sie. Da die Schillerlinde aber nicht der typische Herumlunger-Platz für Jugendliche ist (eher für die Senioren aus dem Altersheim* nebenan), würde ich bei den mittlerweile fehlenden Bänken eher auf Unfälle mit KFZ tippen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass an den Markttagen da einige LKW ihre Probleme hatten.

    (* Ich meine natürlich das „Senioren Centrum“)

    • stefanolix sagt:

      Unfälle mit Fahrzeugen der Standbetreiber halte ich für sehr unwahrscheinlich. Man müsste erst über den Sockel fahren und wer das nicht merkt …

      Nein, man sah IMHO deutlich, dass die Bänke nach oben herausgezerrt waren. Ich fahre ja dort sehr oft früh am Morgen vorbei, wenn ich bei meinem Lieblingsbäcker auf der anderen Elbseite Brötchen hole. Ich tippe auf Täter, die einfach nur durchgezogen kamen und sich gegenseitig ihre Kraft beweisen wollten.

  5. derebs sagt:

    Hallo,

    die Bank ist wieder da.

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