Widerspruch zu Afghanistan

9. Februar 2010

Margot Käßmann hat in der Dresdner Frauenkirche eine vielbeachtete Rede gehalten, aus der überall zitiert wird: »Nichts ist gut in Afghanistan«. Frau Käßmann ist nicht nur Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, sondern sie repräsentiert auch seit 2002 die Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen.

Unumstritten ist sicher das Recht eines jeden Bürgers, aus Gewissensgründen den Dienst mit der Waffe zu verweigern. Dieses grundlegende Recht gab es in der DDR nicht und ich bin sehr dankbar dafür, dass meine Söhne nicht mehr zwangsweise für militärische Dienste eingezogen werden können[1].

Unumstritten ist aber auch: Deutschland muss sich verteidigen können, Deutschland muss in bestimmten Situationen für Freiheit und Menschenrechte kämpfen. Schon kurz nach dieser Rede gab es also Widerspruch von evangelischen Christen (in der Evangelischen Kirche gibt es keine einheitliche Lehrmeinung, die alle Mitglieder akzeptieren müssen). Sie kritisierten die Einseitigkeit der Rede und wiesen darauf hin, dass die Verantwortungsethik manchmal keine andere Wahl lässt als das militärische Eingreifen.

Klaus Naumann ist der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr und Vorsitzende des NATO-Militärausschusses. Er hat in der Süddeutschen Zeitung eine lesenswerte Entgegnung veröffentlicht, die in der Sächsischen Zeitung von heute nachgedruckt wurde. Ich finde seine Entgegnung sehr überzeugend.


[1] Es gab gegen Ende der DDR-Zeit sogenannte Spatensoldaten, aber sie wurden in der Regel dazu gezwungen, entweder für die DDR-Armee zu arbeiten oder direkt an militärischen Einrichtungen mit zu bauen.


Ich habe so meine Bedenken …

8. Februar 2010

wenn ein Staat auf deutschem Boden damit beginnt, Denunzianten zu bezahlen. Das ist nicht immer gut ausgegangen.

Dem Vernehmen nach steigt gerade das Angebot und folglich sinken die Preise: der letzte Denunziant wollte nur noch eine halbe Million Euro haben.

Übrigens reicht die großzügig geschätzte Summe aller Einkünfte des Staates aus der Auswertung dieser Daten gerade mal für zwei Tage Schuldendienst. Und würde man die geschätzte Summe aller deutschen Bankguthaben auf Schweizer Konten enteignen, dann könnte man wohl ein halbes Jahr lang Schuldendienst leisten. Einmalig, versteht sich. An den 960 Milliarden Euro Bundesschuld würde das nicht viel ändern …


Wo versteuern eigentlich Denunzianten ihre Honorare?

Welche Reaktionen wären von Bund, Ländern, Parteien und Medien zu erwarten, wenn jemand eine CDROM mit gesicherten Daten über zweitausend notorische Schwarzarbeiter anböte?



Es liegt an der Winterkälte,

7. Februar 2010

dass die Regierungsparteien momentan so miese Umfragewerte erzielen. Sagt zumindest der Verkehrsminister Ramsauer von der CSU gegenüber der »BILD am Sonntag« und die WELT zitiert es.

Klar schlägt dieses Wetter vielen auf das Gemüt. Das könnte auch erklären, warum die Regierung nach Umfragen bei den Bürgern im Moment schlechter dasteht, als sie tatsächlich ist. [Interview bei BILD.de]

Das ist ungefähr so originell wie diese Erklärung: Im Sommer 1989 lag es an der Hitze, dass viele DDR-Bürger ihr Land via Ungarn oder CSSR verlassen wollten.

Zusätzlich hat Herr Ramsauer noch ausbaldowert, dass momentan 16 Milliarden Tonnen Schnee und Eis auf deutschem Boden liegen. Er scheint darauf zu spekulieren, dass die meisten Menschen bei großen Zahlen völlig abschalten — bei dieser Zahl sogar völlig zu recht, weil sie nämlich wild geschätzt und völlig sinnfrei ist.

Welche Erklärung für schlechte Umfragewerte will sich Herr Ramsauer einfallen lassen, wenn Eis und Schnee weggetaut sind?

Ich hoffe sehr, dass unser Herr Verkehrsminister damit nur die BILD-Leser veralbern will. Bekommen wir anderen vielleicht von Frau Merkel eine Erklärung nachgeschoben? Eine Erklärung, die mit »Ich glaube …« oder »Ich denke …« beginnt, wie: »Ich glaube, wir sollten die CDROM mit den Kontodaten kaufen.«?



Wie man in den Wald hineinruft …

6. Februar 2010

Im Wirtschaftlichkeitsbericht[1] der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) wird auch auf die GEZ Bezug genommen. Die GEZ hat inzwischen Schwierigkeiten, überhaupt noch Beauftragte zu finden. Und die Beauftragten haben Schwierigkeiten, noch Gebührenzahler zu finden. Also sinken die Kosten der GEZ:

Zur Begründung führen die Rundfunkanstalten Probleme bei der Rekrutierung und dem Einsatz insbesondere neuer Beauftragter und ein gestiegenes Aggressionspotenzial der Teilnehmer an (KEF-Bericht, Seite 229).


[1] Bericht der KEF (PDF-Datei).



Wie man es nicht machen sollte

5. Februar 2010

zeigt das Blog photoshopdisasters doch sehr anschaulich, wobei die sarkastischen Bildbeschreibungen und Kommentare der Profis zum Teil ziemlich hart sind. In der heutigen Folge steht mal kein kaputtbearbeitetes Frauenbild im Mittelpunkt, sondern ein Foto aus dem »Stern« [bei dem Foto und der Bildstrecke frage ich mich übrigens spontan: haben die auch einen redaktionellen Teil?]. Aber seht selbst! ;-)

Wenn Ihr auf der Seite noch ein wenig stöbert, werdet Ihr wahrscheinlich eine Menge darüber lernen, wie Bilder in der Werbung, in Zeitschriften oder auf Webseiten verschlimmbessert werden können. Ich war manchmal völlig verblüfft, was man mit Fotos von Menschen so anstellen kann. Wahrscheinlich ist es besser, wenn ich mich wie bisher auf das Zuschneiden und auf leichte Farbkorrekturen beschränke …


Unsichtbar

5. Februar 2010

Aus einer Diskussion über Typografie (Resümee der Gesprächspartnerin):

»Ja, dann gibt es also die normalen Leerzeichen, die geschützten Leerzeichen, die schmalen Leerzeichen und die unsichtbaren Leerzeichen



In die Botanik (30): Der goldene Sitz

4. Februar 2010

Das Bild zeigt die Draufsicht auf einen Goldkugelkaktus. In der Vergrößerung sieht man: es musste kaum nachgeschärft werden ;-)

IMG_5369_goldener_sitz01_k

Draufsicht auf einen »Schwiegermuttersitz« (31.01.2010).


Zur Rezeption der Kontodaten-CDROM

3. Februar 2010

Ich finde es sehr interessant, was die Medien, die Politiker und die Bürger in einer CDROM »sehen«, deren Inhalt keiner kennt und die bisher niemand zu Gesicht bekommen hat.

Allein die vielen bunten Symbolfotos von gebrannten Rohlingen in der Presse sind doch Stück für Stück kleine Kunstwerke der Visualisierung ;-)

Viele Reaktionen kann ich mir allerdings kaum erklären, ohne auf die Theorie von der willentlichen Aussetzung der Ungläubigkeit zurückzukommen:

Gemäß dieser Theorie ist die willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit ein quid pro quo mit dem Werk: Der Leser oder Zuschauer willigt ein, sich auf eine Illusion einzulassen, um dafür gut unterhalten zu werden. [Quelle]



In die Botanik (29): Weichhaarige Zaubernuss

3. Februar 2010
IMG_5265_zauber02_k, Klick vergrößert

Weichhaarige Zaubernuss (31.01.2010).


In die Botanik (28): Trockenes

3. Februar 2010
IMG_5365_trocken01_k

Zöpfe aus trockenen Blättern (Botanischer Garten, 31.01.2010).


Deutsche Gründlichkeit (1)

2. Februar 2010

Zitat aus einem Dienstreise-Formular:

Sie tragen die steuerlichen und gegebenenfalls sozialversicherungsrechtlichen Risiken aus der Verwendung von möglicherweise dienstlich angesammelten Bahn-Bonuspunkten bei der Buchung von Bahnreisen.

Ist dies schon Wahnsinn, hat es doch Methode ;-)


Sparpreis

1. Februar 2010

Ich reise ja sehr gern mit der Bahn, aber … von Sparen haben die offensichtlich eine andere Vorstellung als ich:

Sparpreis

Verlockendes Sparpreis-Angebot ;-)

Aktualisierung: Zweiter Versuch mit Bahncard-25 und der Eingabe: ich will im ICE in der zweiten Klasse reisen.

Noch mehr sparen!

Noch mehr sparen: das selbe Angebot mit der Bahncard-25.


In die Botanik (27): Kakteenholz

31. Januar 2010

Veholzter Aststumpf an einem großen Kaktus»baum«
(Botanischer Garten, 31.01.2010), Klick vergrößert.


In der Kälte durch Dresden

31. Januar 2010

an einem Wintermorgen ganz früh an der Elbe zwischen zwei Brücken — mit den Red Hot Chilli Peppers im Kopf:

It’s hard to believe
That there’s nobody out there
It’s hard to believe
That I’m all alone
At least I have her love
The city she loves me
Lonely as I am
Together we cry …
[Red Hot Chili Peppers - Under the Bridge][Video auf Youtube]



In die Botanik (26): Aloe africana

31. Januar 2010

In meinem letzten Artikel aus dem Sukkulentenhaus hatte ich den unteren (trockenen) Teil einer sehr hohen Aloe-Pflanze gezeigt. Heute konnte ich die Blüte fotografieren. Sie befindet sich knapp unter der Decke des Gewächshauses.

IMG_5379_aloe_africana01_k

Aloe africana (Blüte) im Sukkulentenhaus, Botanischer Garten, 31.01.2010.

IMG_5396_aloe_africana03_k

Aloe africana: Übergang zum abgestorbenen Teil.

Auf diesem Bild aus der Wikipedia sieht man alle drei Teile einer (kleineren) Aloe africana. Ein Klick auf die Bilder vergrößert die Ansicht.



Stachlig

30. Januar 2010
IMG_5305_stachelmuster01_k

Stachlige Angelegenheit …

Ergänzung: Hier ist eine Version in 1280 Pixeln Breite. Wer andere Größen oder Seitenverhältnisse haben möchte, müsste sich bitte in den Kommentaren melden. Ich bin aber noch nicht ganz zufrieden mit dem Bild und werde wahrscheinlich noch mal ein neues veröffentlichen.

Zweite Ergänzung:

Neues Stachelbild, Klick vergrößert auf einer Breite von 1280px.

Stacheln, Version 2 …

IMG_5358_stacheln01x_k — Klick vergrößert auf einer Breite von 1280px.

Stacheln, Version 3 … (Seitenverhältnis 4:3).


Eine Pflanze

29. Januar 2010
IMG_5220_dornenpflanze01_k

Blüte …


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und Dornen.

Hier muss ich mich korrigieren: Es sind zwei Pflanzen und die eine schlingt sich um die andere. Die Pflanze mit den schönen Blüten heißt Aloe ciliaris. Die stachlige Pflanze heißt Alluaudia procera. Weitere Bilder folgen in der kommenden Woche ;-)



Rätselhaftes Plakat

28. Januar 2010
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Plakat am Straßburger Platz


In die Botanik (25): Aus dem Sukkulentenhaus

27. Januar 2010

Die Blüten der Aloe-Pflanzen wurden in der vergangenen Woche gern mal in der Lokalpresse erwähnt — es gibt ja zur Zeit auch kaum etwas Spannendes aus Dresden zu berichten ;-)

Aloe sessiliflora (Botanischer Garten, 23.01.2010).

Hierhin würde ich gern noch einmal zurückkehren, dieser Blütenstand könnte auch interessant werden:

Aloe marlothii (Botanischer Garten, 23.01.2010).

Und zur Aloe gehören wohl immer auch die abgestorbenen Teile, wie an dieser sehr hohen Pflanze:

Trockene Teile einer Aloe-Pflanze …
(Botanischer Garten, 23.01.2010).


Baustelle

26. Januar 2010

Etwas Persönliches. Ich lebe momentan in einem Zustand, den man mit diesem Bild von der Baustelle »Neustädter Bahnhof« beschreiben kann: seit dem ersten Januar unter Dauerdruck, viel zu oft auf Achse, es ist kalt, ich bin viel zu oft viel zu müde —

IMG_5263_baustelle01_k

Sinnbild Baustelle … (Bahnhof DD-Neustadt, 26.01.2010, Klick …).


— aber ab und zu scheint doch noch die Sonne. Und Baustellen haben ja auch ihr Gutes …

Ich bekomme in diesen Tagen E-Mails von Freunden und Bekannten — manche dieser E-Mails haben in der Betreffzeile viele Fragezeichen. Mich gibt’s noch und es ist vieles noch in Ordnung. Anderes wird wieder in Ordnung kommen. Aber ich kann nur sehr wenig Zeit für das Bloggen und Diskutieren aufbringen.